Dr. Thea Dückert (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dr. Thea Dückert
Jahrgang
1950
Berufliche Qualifikation
Diplom Volkswirtin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Oldenburg - Ammerland
Landeslistenplatz
5, Niedersachsen
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(...) Mit prognostizierten Wachstumsraten des Luftverkehrs von jährlich 5 Prozent in den kommenden 20 Jahren wird es zur zunehmenden Belastung von Klima, Umwelt und Anwohnerinnen sowie Anwohnern durch Immissionen und vor allem Lärmbelastung kommen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
02.12.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Dückert,

Ich habe Fragen zur aktuellen Finanzkrise.
Ich bekomme es in meiner unmittelbaren Umgebung, durch Diskussionen mit Freunden und Debatten im Internet mit, das die Leute durch die aktuelle Finanzkrise immer mehr das Vertrauen in unser Geldsystem verlieren.

Nun aber zu meinen Fragen: Warum versteht die Politik, die Wirtschaft und ein Großteil der Medien nicht, dass ein Geldsystem, in dem Geld gehortet werden kann (das kann sonst mit keinem anderen Gegenstand auf dieser Welt ohne das er verrottet oder das Lagerkosten entstehen) und erst wieder gegen Zinsen und Zinseszinsen in den Umlauf gebracht werden muss, einfach nicht funktionieren kann?
Warum wird nicht gesehen, dass dieses Geldsystem mit dafür verantwortlich ist, dass der Unterschied zwischen Arm und Reich stetig wächst?
Im Prozess der Geldschöpfung, Giralgeldschöpfung, um präziser zu sein, steckt schon das Grundproblem – lassen Sie mich das kurz erklären: Die Geschäftsbanken schöpfen Geld in dem Sie Kredite vergeben und auf diesen Krediten muss Geld, nämlich Zinsen, bezahlt werden. Doch dieses Geld ist ja noch gar nicht geschöpft! Das heißt ein Marktteilnehmer, sei es ein Unternehmer, der Staat oder die Bürger selber MÜSSEN sich verschulden um diese Zinsen aufzubringen. Diese Zinsen sind aber wieder rum Schuldgeld auf die Zinsen bezahlt werden müssen….
Warum wird diese Problematik nicht öffentlich diskutiert?
Sollten nicht grade die Grünen, die behaupten eine nachhaltige Politik zu betreiben, im monetären Sektor fundamentale Fragen zu stellen?

Sollten Sie mit der Problematik noch nicht so vertraut sein, so rate ich Ihnen sich folgendes Referat von Prof. Dr. Senf anzuschauen:

www.buergerinitiative-grundeinkommen.de

Vielen Dank und viele Grüsse

Antwort von Dr. Thea Dückert
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09.02.2009
Dr. Thea Dückert
Sehr geehrter Herr ,

besten Dank für Ihre Mail und verzeihen Sie die späte Antwort.

Die Finanzmarktkrise hat ihren Ursprung in den USA und der dortigen Praxis, minderwertige Kredite (subprime) an Immobilienkäufer nicht bei den Banken zu lassen sondern diese zu verkaufen. Wenn ich Sie richtig verstanden habe, spielen Sie auf dieses Phänomen an. Banken müssen ausgegebene Kredite mit Eigenkapital unterlegen. Diese Mittel sind dann gebunden, es können keine weiteren Kredite mehr vergeben werden. Um das zu umgehen, haben die Banken begonnen, die Kredite weiterzuverkaufen. So konnten sie noch mehr Darlehen vergeben. Die Risiken aus diesen Geschäften wurden durch die Weiterverkäufe immer undurchschaubarer. Solange aber alle glaubten, dass diese forcierte Kreditvergabe gutgehen würde, hat das System funktioniert. Als aber immer mehr der ursprünglichen Kredit ausfielen, brach das System zusammen - der Beginn der gegenwärtigen Finanzkrise.

Zwei Faktoren waren für die Praxis hautpverantwortlich: Niedrige Zinsen in den USA und der blinde Glaube der Finanzmarktakteure an den Wert der Kredite.

Die Giralgeldschöpfung hat ihren korrekten Platz in modernen Finanzsystemen und hat sich international und über viele Jahrzehnte bewährt. Das ist nicht damit zu verwechseln, dass die laxe Kreditvergabe und die schlechte Aufsicht der Ausgangspunkt für die internationale Finanzkrise war.

Wir Grünen setzen uns für eine strikte und umfassende Regulierung der Finanzmärkte ein. Auf das Geldsystem werden wir dabei nicht verzichten wollen und können, obwohl Sie dort das Grundübel der aktuellen Entwicklung vermuten.

Mit freundlichen Grüßen

Thea Dückert
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Frage zum Thema Umwelt
06.12.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Dückert!

Ist Ihnen bekannt, dass nach der neuesten Fassung der Energiegesetzgebung auf einem Dach nur noch die Photovoltaikanlage eines Besitzers betrieben werden darf.?Auswirkung: die Möglichkeit, dass sich mehrere Betreiber ein Dach teilen, um unabhängige Anlagen zu errichten entfällt. Es kann nur noch Großanlagen geben, deren Kapitalisierung ungleich schwerer ist und deren Erträge ( weil zwangsläufig über 30KWp )schlechter sind. Folge es werden weniger Anlagen aufgebaut, die Erreichung der CO2 Minderungsziele rückt in weite Ferne. Mußte man von seiten der Regierung den Stromkonzernen soweit entgegenkommen?

Ist Ihnen bekannt, wieviel Gesetze und Urteile dem doch gewünschten Einbau von Blockheizkraftwerken in Wohnhäuser entgegenstehen? Ich beschäftige seit 5 Monaten einen Rechtsanwalt, um eine solche Installation rechtssicher vorzubereiten. Ein Ende ist noch nicht abzusehen. Die Investition ist jetzt schon unrentabel.
Antwort von Dr. Thea Dückert
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10.12.2008
Dr. Thea Dückert
Sehr geehrter Herr Dr.

vielen Dank für Ihre Frage. Nach unserer Kenntnis können Photovoltaik-Anlagen von beliebig vielen Betreibern errichtet werden. Sie werden lediglich als eine große Anlage behandelt, um eine Umgehung der Vergütungsabstufung zu verhindern. Alle Anlagen werden in ihrer Leistung addiert und die Vergütung orientiert sich dann an der errechneten Anlagengröße. Das von Ihnen angesprochene Problem besteht also insofern nicht, als sich weiterhin mehrere Betreiber ein Dach teilen können.

Uns sind einige Probleme im Zusammenhang mit dem Einbau von Blockheizkraftwerken bekannt. Sie können uns aber dennoch sehr gerne eine Liste zuschicken, damit wir über bestehende Probleme umfassend informiert sind.

Mit freundlichen Grüßen
Thea Dückert
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
04.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dückert,

am 30.12. war der Leitartikel der NWZ: Rekord-Profit bei Energie, Konzerne kassieren bei Privathaushalten ab.
Auf der einen Seite gehören im europäischen Vergleich die deutschen Privathaushalte zu den Spitzenzahlern für Energie, auf der anderen Seite kassieren die Energie-Konzerne Rekordgewinne. Halten Sie die Maßnahmen der Regulierungsbehörde für ausreichend oder sollte Ihrer Meinung nach vergleichbar dem Telefonmarkt die Regulierung verschärft werden um mehr Wettbewerb und sinkende Preise zu ermöglichen ?

Mit Freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Thea Dückert
1Empfehlung
28.01.2009
Dr. Thea Dückert
Sehr geehrter Herr ,

auch ich halte mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten für dringend notwendig, nicht zuletzt, damit die Verbraucherpreise sinken können. Zwar wurden mit der Novellierung des Energiewirtschaftsgesetzes 2005 schon wesentliche Schritte für mehr Wettbewerb auf den Strom- und Gasmärkten unternommen. Die Bundesnetzagentur ist gegründet worden, die den Netzbetrieb sowohl für Strom als auch für Gas reguliert. Damit können die Netzentgelte für die Durchleitung nicht mehr einseitig festgesetzt werden. Dennoch lässt der Wettbewerb auf den Energiemärkten zu wünschen übrig. Die vier großen Energieerzeuger in Deutschland verfügen nach wie vor über die Stromübertragungsnetze, kontrollieren 90 Prozent der Kraftwerke und 70 Prozent des Stromabsatzes. Damit ist das Potential für Wettbewerbsverzerrungen und die Behinderung des Marktzuganges sehr groß.

Die EU-Kommission hat 2007 Vorschläge für ein drittes Energie-Paket für den Binnenmarkt vorgelegt. In diesem Paket ist unter anderem vorgesehen, dass die Übertragung von Strom und Gas eigentumsrechtlich von der Versorgung bzw. der Erzeugung von Strom und Gas getrennt werden sollten. Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/Die Grünen begrüßt und unterstützt diesen Vorschlag.

Wir wollen eine deutschlandweite Netzgesellschaft gründen, die die Netze einheitlich betreibt, aber unabhängig von den Stromerzeugern ist. Noch befinden sich die Netze in der Hand der großen Energiekonzerne. Gerade hat die Bundesnetzagentur Zahlen veröffentlicht, nach denen ein einheitliches Stromnetz jährlich einen zweistelligen Millionenbetrag sparen würde.

Natürlich setzen uns auch für eine Wende hin zu einer klimafreundlichen und dezentraleren Energieversorgung ein. Dazu gehören in erster Linie der Einsatz erneuerbarer Energien, Energieeffizienz und Energieeinsparungen. Doch nur ein einheitlich und unabhängig verwaltetes Netz erleichtert den Einstieg von neuen Energieanbietern.

Die Initiativen, die wir gestartet haben, um mehr Wettbewerb auf den Energiemärkten zu schaffen, können Sie auf der grünen Fraktionshomepage unter www.gruene-bundestag.de nachlesen.

Mit freundlichen Grüßen

Thea Dückert
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Frage zum Thema Gesundheit
20.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Dückert,

mich würde interessieren, ob Sie in der laufenden Legislaturperiode an Veranstaltungen der Tabakdrogenindustrie oder der Tabaklobby teilgenommen haben?

Vielen Dank.
Antwort von Dr. Thea Dückert
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14.07.2009
Dr. Thea Dückert
Sehr geehrter Herr ,
ich habe in dieser Legislaturperiode an keiner Veranstaltung der Tabakindustrie oder Tabaklobby teilgenommen.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Thea Dückert
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
24.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dückert

Wie Sie sicherlich wissen, gibt es eine Petition gegen die von Frau von der Leyen und Herrn Guttenberg favorisierten Internetsperren.
Experten sind der Meinung, das diese Sperren völlig unwirksam sind, da sie sehr leicht umgangen werden können. ( Die Anleitung gibt es schon jetzt im Internet )
Zudem geraten nur die Surfer ins Blickfeld des LKA , die direkt auf einer "Stoppseite" gelangen, sei es gewollt oder aber auch versehentlich.
Surfer, die also bewußt diese Sperrung umgehen, werden weder erfasst, noch vom LKA behelligt.

Wäre es nicht im Interesse aller, das solche Seiten mit kinderpornografischen Material aus dem Internet gelöscht werden? Sollte nicht der Opferschutz im Mittelpunkt der Aktivitäten stehen?

Wie ist Ihre Haltung zu diesem Thema?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Thea Dückert
4Empfehlungen
09.06.2009
Dr. Thea Dückert
Sehr geehrte Frau ,

mit Ihrer Frage sprechen Sie ein sensibles Thema an. Bei Kinderpornographie handelt es sich um die Darstellung von verabscheuungswürdigen Verbrechen. Die schwächsten Mitglieder unserer Gesellschaft werden missbraucht, und dieser Missbrauch wird für kommerzielle Zwecke gefilmt und verbreitet. Das Leid der Betroffenen ist nicht in Worte zu fassen. Deswegen haben Sie Recht, wenn Sie sagen, dass der Opferschutz die zentrale Rolle spielen muss.

Der Missbrauch von Kindern und die pornographische Darstellung müssen mit aller Härte verhindert werden. Beim ´ und Ausbeutung von Kindern müssen Aufdeckung und Vermeidung, der Schutz der Opfer und die Verfolgung der Täter Vorrang haben. Für die betroffenen Kinder ist vor allem eine gute Betreuung wichtig, um das Trauma des Missbrauchs zu überwinden. Hier brauchen wir mehr Ressourcen – auch für die Präventionsarbeit.

Internetsperren sind nicht das Allheilmittel, wie es von Familienministerin von der Leyen gerne dargestellt wird. Ihr Ministerium hat einen Gesetzentwurf vorgelegt, der für mich und meine Fraktion nicht zustimmungsfähig ist, weil das BKA mit falschen Kompetenzen ausgestattet werden soll, eine nicht kontrollierbare Datensammlung erfolgen soll und das Gesetz nicht gegen die Betreiber der Internetseiten gerichtet ist. Zudem muss die Kriminalprävention über die Bundesländer geregelt werden.

Die Ablehnung des Gesetzes heißt aber nicht, dass eine Sperrung der Internetseiten für mich nicht in Frage kommt. Das Internet kann und darf kein rechtsfreier Raum sein. Aber wir brauchen eine saubere rechtliche Lösung, um die Verbreitung von Kinderpornographie über das Internet wirksam zu verhindern.

Dies kann aber nur eine zusätzliche Maßnahme neben mehr Prävention und mehr Opferschutz sein. Leider haben Ursula von der Leyen und die Großen Koalition den von Rot-Grün initiierten "Nationalen Aktionsplan zum Schutz von Kindern und Jugendlichen vor sexueller Gewalt und Ausbeutung" nicht fortgeführt und keine neuen Maßnahmen in diesem Bereich eingeleitet. Dies ist ein großes Versäumnis zu Lasten der Opfer dieser schlimmen Verbrechen.

Mit freundlichen Grüßen

Thea Dückert
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