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Sehr geehrter Herr Dr. Fuchs,
sind Sie in der gestrigen Ausgabe der WAZ wirklich richtig zitiert worden?:
"Ich habe gegen Fracking nichts einzuwenden, wenn Umwelt- und Trinkwasserschutz gewährleistet sind. Bedenken von Kritikern wies er zurück. In Deutschland gebe es "viel höhere Umwelt- und Sicherheitsanforderungen als in den USA", sagte Fuchs. "Die Gewinnung von Erdgas aus unkonventionellen Lagerstätten muss möglich sein", forderte der CDU-Politiker. Das so gewonnene Gas würde der Abhängigkeit von Energieimporten entgegenwirken."
Sollte dies der Fall sein, so möchte ich Ihnen meinen Respekt ausdrücken, dass Sie kurz vor den NRW Landtagswahlen so ehrlich sind und Ihre persönliche Meinung äußern, ohne Rücksicht auf eventuelle Verluste bei den NRW-Wahlen!
Darf ich Sie darauf hinweisen, dass die "Umwelt-und Sicherheitsanforderungen" an die unkonventionelle Gasförderung in Deutschland dem veralteten Bundesberggesetzt unterliegen und dieses in keiner Weise geeignet ist, die mit der Förderung verbundenen Risiken zu bewerten.
Desweiteren werden momentan die bisher geschätzen Mengen an unkonventionellen Gasvorkommen um bis zu 80% nach unten korrigiert (USA,Polen).
Ist es nicht vorstellbar, das die in Deutschland erwarteten Mengen auch wesentlich geringer sind, als bisher angenommen?
Außerdem ist es nicht absehbar, welche Mengen tatsächlich technisch und wirtschaftlich förderbar sind.
Bestenfalls würden durch die Förderung unkonventioneller Gasvorkommen die deutschen Gasimporte um etwa 1% reduzieren können.
Lohnt es sich dafür, die Risiken, die durch die Exxon-Studie belegt wurden, auf uns zu nehmen, unsere Landschaft in regelmäßigen Abständen zu zerstören und auch noch Geld zu investieren?
Wer haftet denn, wenn 10-15 Jahre nach Förderung Schäden festgestellt werden, die durch die Gasindustrie verursacht wurden?
Der Grundstückseigner, die Kommune, der Staat?
Werden Sie weiterhin an Ihrer Betrachtungsweise der unkonventionellen Gasförderung festhalten?