Dr. Marlies Volkmer (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Marlies Volkmer
Jahrgang
1947
Berufliche Qualifikation
Ärztin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Dresden I
Landeslistenplatz
2, Sachsen
weitere Profile
(...) Vielen Dank für Ihre Frage vom 12. Januar 2007 auf abgeordnetenwatch. Ich teile Ihr Entsetzen darüber, dass rechtsradikale, also demokratiefeindliche Parteien in die Parlamente gewählt werden. Und ich bin bestürzt, dass Menschen, weil sie nicht für Deutsche gehalten werden, um Gesundheit und Leben fürchten müssen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
11.05.2009
Von:
Uwe

Sehr geehrte Frau Volkmer,

ich bin Vorstand einer kleinen Agrargenossenschaft in der Nähe von Chemnitz mit dem Haupterwerbszweig Milchproduktion. Über den Wert dieses sensiblen Produktes Milch brauche ich Ihnen als Medizinerin nichts zu erzählen.
Unter dem gegenwärtigen Erzeugerpreisniveau ist es aber nur noch einbe Frage von Monaten oder einem Jahr bis die einheimische Produktion zum Erliegen kommt und, die Globalisierung macht es möglich, der Rohstoff Milch außerhalb unseres und Ihres Einflussbereiches erzeugt wird.
Mein Anliegen ist folgendes. Senken Sie als erstes sofort mit ihrem Koalitionspartner die Agrardieselbesteuerung um den gravierenden Kostennachteil der deutschen Bauern gegenüber ihren EU-Nachbarn zu beseitigen (nicht nur die 350 € wie Bayern es vor hat, in unserer kleinen Genossenschaft geht es um über 30000 € Kostennachteil gegenüber französischen Steuerverhältnissen.
Auch bei uns geht es um die Erhaltung von Arbeitsplätzen nur hilft hier keine Kurzarbeit oder Abwrackprämie, da eine Kuh nicht abzuschalten geht und weiter versorgt werden muss auch mit wirtschaftlichen Verlusten.
Ihre Wählerschaft kann nicht nur aus Rentnern und Gewerkschaftern bestehen um weiter regieren zu können.
Durch Nichtstun bei akuten Problemen werden nur extreme Positionen befördert.
Deshalb meine Aufforderung an Sie und ihre Bundestagskollegen im Agrarausschuss, auch wenn er nicht mehr so heißt, handeln sie noch vor der Wahl, denn ehe danach Entscheidungen fallen und wirksam werden ist es zu spät.

Mit dem Wunsch nach einer hoffnungsvollen Antwort verbleibt
Uwe
Antwort von Dr. Marlies Volkmer
3Empfehlungen
14.05.2009
Dr. Marlies Volkmer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage auf abgeordnetenwatch. Es ist richtig, dass der Steuersatz auf Agrardiesel in Deutschland höher ist, als in anderen EU-Ländern. Das ist jedoch kein Wettbewerbsnachteil. Zum einen müssen die deutschen Bauern keine gesonderte Steuer z.B. für Düngemittel und Pflanzenschutzmittel aufbringen. Zum anderen kommen ihnen die Umsatzsteuer-Pauschalierung und die landwirtschaftliche Sozialversicherung zu Gute. Die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Landwirtschaft leidet deshalb nicht unter der Entscheidung der SPD-Bundestagsfraktion gegen die Senkung des Steuersatzes bei Agrardiesel. Auch die Ölpreisentwicklung kann eine solche Senkung nicht rechtfertigen.

Aus meiner Sicht ist es wichtig, nicht die Nutzung fossiler Brennstoffe zu subventionieren, sondern die Senkung des Energieverbrauchs - und damit Kostensenkung für die Landwirtschaft - zu fördern. Dafür stehen Bundesmittel bereit.

Gleichzeitig kann die Landwirtschaft Pflanzenöl steuerfrei einsetzen. Davon wird noch zu wenig Gebrauch gemacht, was angesichts von Absatzschwierigkeiten landwirtschaftlicher Ölmühlen unverständlich ist.

Die steuerliche Förderung des Einsatzes von fossilem Diesel in der Landwirtschaft ist ökonomisch wie ökologisch problematisch. Ich kann deshalb den Kompromiss nicht gut heißen, der den Bundesländern die Möglichkeit eröffnet, die Landwirte vom Selbstbehalt bei der Energiesteuervergütung für Diesel zu entlasten.

Auch die deutsche Landwirtschaft leidet unter dem Klimawandel (Wetterextreme) und der Globalisierung (Tierseuchen) und muss Risikomanagement betreiben. Sie hat nach Ausrichtung der Produktion an den Märkten wegen schwankender Nachfrage und Preise viel Anpassungsbedarf. Dem kann man aber mit den Instrumenten von gestern nicht sinnvoll begegnen. Die SPD-Bundestagsfraktion tritt deshalb für ein integriertes Konzept ein, das nachhaltige Landwirtschaft belohnt und weniger sorgsamen Umgang mit der Natur unattraktiv macht.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Einschätzung nützt.

Mit freundlichen Grüßen

Marlies Volkmer
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
13.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Volmer,

im Rahmen der Verschärfung des Waffenrechts als Reaktion auf den Amoklauf von Winnenden sollen Paintball und Laserdom verboten werden. Welchen Standpunkt beziehen Sie zu dieser Thematik? Ich bin der Meinung das hier weit über das eigentliche Ziel hinausgeschossen wird. Zudem wehre ich mich dagegen, dass unter anderem Paintballspieler kriminalisiert werden und mir unterstellt wird das ich bei Ausübung meines Sport / Hobbys Tötungsabsichten verfolge. Gerne steh ich Ihnen für die Beantwortung eventueller Fragen zu diesem Thema zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Marlies Volkmer
3Empfehlungen
25.05.2009
Dr. Marlies Volkmer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage auf abgeordnetenwatch, mit der Sie sich gegen das Verbot von "Paintball" aussprechen.

Der Amoklauf in Winnenden hat gezeigt, dass das geltende Waffenrecht nicht ausreicht, die illegale Nutzung legaler Waffen zu verhindern. Ich halte es deshalb für richtig, die dafür geeigneten rechtlichen Maßnahmen zu ergreifen.

Die Innenpolitiker der Koalitionsfraktionen und das Bundesministerium des Innern (BMI) haben nun die folgenden Eckpunkte für die Verschärfung des Waffenrechts erarbeitet, auf deren Grundlage alsbald dem Deutschen Bundestag ein Gesetzentwurf vorgelegt werden soll:
. Reduzierung der Anzahl legaler und illegaler Waffen
. Einschränkung des Umgangs mit großkalibrigen Waffen
. Verwahrung legaler Waffen besser sichern
. Mit neuester Technik gegen die unberechtigte Nutzung legaler Waffen
. Einführung eines elektronischen nationalen Waffenregisters

Auch wenn kein Gesetz die Gesellschaft absolut sicher vor solch schrecklichen Taten schützen kann: Wir müssen die größtmögliche Sicherheit anstreben. Ich bin davon überzeugt, dass diese Maßnahmen dabei helfen. Im Rahmen der parlamentarischen Beratungen des Gesetzentwurfes werde ich prüfen, ob ich diese Regelungen für ausreichend halte.

Ich war sehr überrascht, als plötzlich das Verbot von Paintball und Lasergame diskutiert wurde. Offensichtlich ist die Diskussion auch noch nicht abgeschlossen. Klar ist aber, dass bei der jetzt anstehenden Verschärfung des Waffenrechts hierzu keine Regelung getroffen wird. Die Koalitionsfraktionen beabsichtigen, in einem Entschließungsantrag zur Waffenrechtsnovelle die Prüfung von Regelungsbedarf zu Paintball, Lasergame und auch IPSC-Schießen in Auftrag zu geben.

Ich begrüße das, denn ich bin mir noch nicht darüber im Klaren, wo die Grenze zwischen klassischen Sportarten wie Fechten, Boxen oder Karate und den oben genannten verläuft und worin ein qualitativer Unterschied bestehen könnte.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Volkmer
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
20.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Vaatz,

stimmen sie den Zensurplänen der Bundesfamilienministerin im Kampf gegen Kinderpornographie zu?

Warum unternimmt die Bundesregierung keine ernsthaften Schritte und lässt entsprechende Server abschalten? IT-Experten und Medienkritier bezeichnen die Pläne des Stoppschildes, als Symbolpolitik, die keinen Gewinn im Kampf gegen Kinderpornographie darstellt.

Ist ihnen bekannt, dass es ein leichtes ist, die entsprechende Sperre zu umgehen?

Ist ihnen bekannt, dass der Großteil des Kinderpornoaustausches per Post, MMS und Newsgroups abläuft und nicht über frei zugängliche Webserver?

Vielen Dank für ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Marlies Volkmer
1Empfehlung
19.06.2009
Dr. Marlies Volkmer
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre E-Mail.

Viele Ihrer Bedenken gegen den Gesetzentwurf von Bundesministerin von der Leyen, die auch von anderen Bürgern vorgetragen wurden, hat die SPD-Bundestagsfraktion geteilt. Unsere Verhandlungen mit dem Koalitionspartner haben jetzt dazu geführt, dass Kernforderungen der SPD-Bundestagsfraktion Bestandteil des Gesetzes werden:

1. Verankerung des Subsidiaritätsprinzips: Löschen vor Sperren
Die Aufnahme in die Sperrliste des BKA erfolgt nur, soweit zulässige Maßnahmen, die auf eine Löschung der Internet-Seiten mit kinderpornografischen Inhalten abzielen, keinen Erfolg haben.
2. Kontrolle der BKA-Liste und Rechtsschutzmöglichkeiten Betroffener:
Beim Datenschutzbeauftragten des Bundes wird ein unabhängiges Gremium bestellt, dessen Mitglieder mehrheitlich die Befähigung zum Richteramt haben müssen. Das Gremium kontrolliert die BKA-Liste regelmäßig und kann sie jederzeit einsehen und korrigieren, soweit die Voraussetzungen für eine Sperrung nicht vorliegen. Es wird verankert, dass gegen die Aufnahme in die Sperrliste der Verwaltungsrechtsweg gegeben ist.
3. Datenschutz:
Das Gesetz dient ausschließlich der Prävention. Verkehrs- und Nutzungsdaten, die aufgrund der Zugangserschwerung bei der Umleitung auf die Stopp-Meldung anfallen, dürfen nicht für Zwecke der Strafverfolgung verwendet werden. Damit wird auch ausgeschlossen, dass sich durch Spam-Mails fehlgeleitete Nutzer/innen einem Ermittlungsverfahren ausgesetzt sehen könnten. Zudem ist keine Speicherung personenbezogener Daten bei den Internetprovidern mehr vorgesehen.
4. Spezialgesetzliche Regelung mit Befristung:
Zur eindeutigen Klarstellung, dass nur eine Sperrung von Internet-Seiten mit Kinderpornografie ermöglicht wird, nicht jedoch von anderen Inhalten, werden die wesentlichen Regelungen in einem neuen Zugangserschwerungsgesetz statt im Telemediengesetz verankert. Zudem tritt das Gesetz automatisch zum 31. Dezember 2012 außer Kraft, so dass in jedem Falle die vorgesehene Evaluation auszuwerten ist, auf deren Basis endgültig entschieden werden kann. Zusätzlich haben wir eine Bestimmung aufgenommen, die ausschließt, dass die neu geschaffene Infrastruktur zur Durchsetzung zivilrechtlicher Ansprüche genutzt werden kann.

Durch das Gesetz wird eine Infrastruktur ausgeschlossen, die zu anderen Zwecken als der Sperrung kinderpornografischer Inhalte genutzt werden könnte. Ohne das Gesetz hingegen blieben die bereits abgeschlossenen Verträge zwischen BKA und Internetprovidern über Sperrmaßnahmen gültig, die gerade keinen hinreichenden Grundrechtsschutz und verfahrensrechtliche Sicherungen beinhalten.

Ich habe dem Gesetzentwurf deshalb am 18. Juni zugestimmt.

Auch wenn nicht allen Forderungen entsprochen werden konnte - das ist das Wesen von Kompromissen - waren die Aktivitäten der Gegnerinnen und Gegner von Internet-Sperren sehr erfolgreich. Sie haben zu einem besseren Gesetz beigetragen. Dafür möchte ich mich ausdrücklich bedanken.

Die Bekämpfung von Kinderpornographie nimmt die SPD-Bundestagsfraktion seit langem sehr ernst. Das Herstellen, die Verbreitung und den Besitz von Kinderpornographie haben wir in den vergangenen Jahren lückenlos unter Strafe gestellt. Anfang Mai haben wir mit einem Zehn-Punkte-Programm ein umfassendes Konzept konkreter Maßnahmen gegen Kinderpornographie vorgelegt. Das Zugangserschwerungsgesetz ist ein weiterer Baustein.

Ich hoffe, dass Ihnen diese Informationen nützen und würde mich freuen, wenn Sie diese Argumente in Ihre Bewertung einbezögen.


Mit freundlichen Grüßen

Marlies Volkmer
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Frage zum Thema Finanzen
02.06.2009
Von:

Werte Frau Volkmer,

meine Frage befasst sich mit Opel und Qimonda.
Nachdem nun ihr Parteichef Steinmeier mit einer spektakulären Hauruck-Aktion Milliarden für Opel locker gemacht hat, in einer Branche in der allen Herstellern es gut tun würde, wenn da das schwächste Glied(Opel) vom Markt verschwinden würde und wieder mehr Luft für den Rest da wäre, frage ich sie, weshalb bei der wesentlich wichtigern Firma wie Qimonda mit Spitzentechnologie die gesamte Bundes und Europapolitik so versagt hat. Liegt es nur daran das wir mit 3000 Mitarbeitern nichts zu melden haben und für solche Machtpolitischen Spiele praktisch unterm Tisch fallen? Ich sage ihnen ganz ehrlich bis zur letzten Minute glaubte kein einziger Mitarbeiter das uns die Politik so im Regen stehen läßt. Da tut sich für mich die Frage auf, weshalb haben sie überhaupt den Standort hier so gefördert in den 90igern, wenn sie nicht ernsthaft an Dauerhaftigkeit interessiert sind?(nur 8 Jahre ist die SC300 geworden) Wieso wurden Verträge so gestaltet das sich Siemens hier schon nach 2 3 jahren davon stehlen kann? Die Firma Siemens betreibt das ja schon seit Jahren so, unsozial und nur mit Gewinnmaximierung durch zu kommen. Jeder weiß und auch Sie das gegen die Asiaten nur mit Hilfe so ein Betrieb am Leben gehalten werden kann und zwar weil die es nicht anders machen. Warum hat die Politik hier sich so geziert(Weder sie noch Frau Merkel oder sonstiger Spitzenpolitiker von den SPDlern hat sich das vor Ort mal angeschaut was da eigentlich steht). Für mich ganz klar ein Fall für EU Hilfe. Um die Gelder die hier von Sachsen ich Glaube 335 Millionen als Darlehn zur Verfügung gestellt werden sollten, ist doch nur ein Trinkkgeld was wahrscheinlich nicht weiter geholfen hätte. Ich sage nur eine einzige Anlage kostet um die 40 Millionen €, da kommt man nicht weit. Fazit : Schade für Dresden und seine Kaufkräftigen Ex-Qimondamitarbeiter.....sowas einmaliges wird nie nie wieder kommen. Für mich der größte Rückschlag im Osten.
Antwort von Dr. Marlies Volkmer
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19.06.2009
Dr. Marlies Volkmer
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage auf abgeordnetenwatch. Ich will - wie in meiner E-Mail vom 24. April zu diesem Thema an Sie - auf den Vergleich mit Opel eingehen.

An der Automobilproduktion sind auch viele mittelständische Unternehmen beteiligt. Diese Zulieferer der großen Konzerne sind gesunde, innovative Unternehmen, die mit all ihren zukunftsträchtigen Arbeitsplätzen mit in den Abgrund gerissen würden, wenn Opel zugrunde ginge. Deshalb musste sich die Politik sehr gut überlegen, welche Maßnahmen sie ergreift oder unterlässt. Aus meiner Sicht war die Entscheidung für die Rettung von rund 100.000 Arbeitsplätzen in der Produktion, im Handel und bei den Zulieferern richtig.

Ich habe mich auch für die Rettung von Qimonda aus der wirtschaftlichen Schieflage nach dem Preisverfall für Chips eingesetzt – und war deshalb unter anderem Anfang März auf Einladung des Betriebsrats im Werk. Auch habe ich ein Gespräch mit dem Sächsischen Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit, Thomas Jurk, dem Parlamentarischen Staatsekretär im Verkehrsministerium, Ulrich Kasparick, der Sprecherin der Arbeitsgruppe Aufbau Ost der SPD-Bundestagsfraktion, Andrea Wicklein, und der wirtschaftspolitischen Sprecherin der SPD-Bundestagsfraktion, Ute Berg, organisiert.

Aus welchem Grund es in der Sächsischen Staatsregierung nicht zu einer Einigung auf einen Rettungsplan für Qimonda kam, könnten Sie in der Staatskanzlei von Ministerpräsident Tillich erfragen. Der Staatsminister für Wirtschaft und Arbeit Thomas Jurk hat sich mit Nachdruck für ein Engagement Sachsens eingesetzt.

Die bitteren Folgen der Insolvenz sind nun auch öffentlich zu sehen: Der Insolvenzverwalter findet keinen Investor und ist gezwungen, die Einzelteile von Qimonda an den Mann zu bringen. Ich weiß, dass Sachsen damit zukunftsträchtige Arbeitsplätze, Know How, Wirtschaftskraft - also Lebensqualität verliert. Das empfinde ich wie Sie als Rückschlag für den Osten.

Die SPD hat sich aus der Erfahrung dieser Wirtschafts- und Finanzkrise am 14.6. ein Regierungsprogramm gegeben, das klare Regeln für den Markt schaffen und so solche Krisen möglichst verhindern, mindestens aber eingrenzen soll. Das können Sie hier im Überblick nachlesen: www.wahlkampf09.de , hier detailliert: www.frankwaltersteinmeier.de

Mein Angebot für ein Gespräch in der Bürgersprechstunde gilt weiterhin.


Mit freundlichen Grüßen


Marlies Volkmer
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Frage zum Thema Gesundheit
15.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Volkmer,

warum gibt es sowenig Fachärzte für Diabetis?
Auf Grund einer schweren Erkrankung an Diabetis in der Familie wurden uns von der kassenärztlichen Vereinigung in einem Umkreis von 30 km nur 3 Ärzte genannt, welche die zusätzliche Ausbildung zum Diabetologen besitzen. Auf die Frage, warum dies so ist, wußte die Dame am Telefon auch keine Antwort. Mit Diabetis könne man aber auch zu jedem anderen niedergelassenen Arzt gehen ...obwohl in medizinischen Zeitschriften geraten wird, sich an ausgebildete Diabetologen zu wenden.....
Fakt ist doch, der Hausarzt hat viel zu wenig Zeit, sich intensiv um den Diabetiker zu kümmern. Selbst Schulungen für Diabetiker sind nicht umfassend. Die wahren Ursachen für diese Krankheit und das tägliche Leben damit werden viel zu wenig bewußt gemacht.
Da wird gespritzt und Tabletten geschluckt. Es gibt eine Masse an verschiedenen Insulinen, so dass sich Patienten schlecht untereinander austauschen können. Gerade sehr ältere Kranke oder Menschen mit geringer Bildung verstehen die komplizierten Zusammenhänge von Ernährung/Dosierung/Zeitplan/Essgewohnheiten/zusätzliche Belastung wie Schilddrüsenprobleme nicht 100 %ig, so dass es immer wieder zu Unter-oder Überzuckerung kommt.
Zu DDR-Zeiten gab es "Zuckerärzte". Nach der Wende dachte "man" sich, das kann doch jeder - und die Pharmaindustrie ist interessiert an hohen Umsätzen. Auch die neue Honorarverordnung für Ärzte trägt dazu bei, so richtig kranke Patienten zu haben. Der Sozialversicherungszahler will wenig Kranke - aber die andere Seite ? Warum wird das Niederlassungsrecht für Ärzte nicht aufgehoben und Studenten animiert, sich für bestimmte Profile - wie eben Diabetologie - zu spezialisieren, um sich dann unbürokratisch flächendeckend niederzulassen. Angeblich haben die Hausärzte einen 12 Stunden Tag mit 80 Patienten täglich. Damit lockt man keine Akademiker. Warum nicht eine zweite Praxis zulassen?

Mit freundlichen Grüßen
A.
Antwort von Dr. Marlies Volkmer
bisher keineEmpfehlungen
26.06.2009
Dr. Marlies Volkmer
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Zuständig für die Sicherstellung der ärztlichen Versorgung sind die Kassenärztlichen Vereinigungen. Im Einvernehmen mit den gesetzlichen Krankenkassen auf Landesebene müssen die Kassenärztlichen Vereinigungen einen Bedarfsplan zur Sicherstellung der ärztlichen Versorgung aufstellen und gegebenenfalls anpassen. Maßstab sind die vom Gemeinsamen Bundesausschuss, einem Gremium der gemeinsamen Selbstverwaltung aus Ärzten und Krankenkassen, erlassenen Bedarfsplanungsrichtlinien. Hier ist das Verhältnis der Einwohnerzahl pro Arzt in einem Planungskreis festgelegt. Jede Arztgruppe hat dabei eine andere Verhältniszahl. Patientenvertreter wirken in diesem Gremium bei Entscheidungen mit.

Die Bedarfsplanung berücksichtigt allerdings nur, ob ein Arzt z.B. Hausarzt oder Internist ist. Der Grad der Fortbildung, z.B. zum Diabetologen, wird dabei leider nicht berücksichtigt.

Für eine leitlinienkonforme Behandlung des Diabetes ist es aber auch nicht zwangsläufig notwendig, dass ein Diabetologe sie vornimmt. Auch Fachärzte für Allgemeinmedizin oder Fachärzte für innere Medizin sind bei entsprechender Fort- und Weiterbildung sehr gut in der Lage, Diabetes in einer guten Qualität zu behandeln.

Das müssen sie auch sein, denn Diabetes ist eine der so genannten Volkskrankheiten, deren Häufigkeit beständig zunimmt. In einer solchen Situation nur noch Diabetologen für die Versorgung zuzulassen, würde sehr schnell in einen Versorgungsengpass führen.

Ich gebe Ihnen Recht, dass der Patient heute schwer erkennen kann, ob ein Arzt ausreichend zur Behandlung einer bestimmten Erkrankung qualifiziert ist. Eine Diskussion hierüber steht in der nächsten Legislaturperiode an.

Bei Fragen zu Qualifikationen von Ärzten empfehle ich Ihnen die Unabhängige Patientenberatung. In Sachsen gibt es eine Beratungsstelle in Leipzig. Die Kontaktdaten sind:

Unabhängige Patientenberatung Deutschland - Beratungsstelle Leipzig
Brühl 34-38
04109 Leipzig

Email-Adresse: leipzig@upd-online.de
Telefon: 0341 / 33 73 71-0
Telefax: 0341 / 33 73 71 10

Mit freundlichen Grüßen
Marlies Volkmer
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