Dr. Hermann Otto Solms (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Hermann Otto Solms
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
24.11.1940
Berufliche Qualifikation
Diplom Ökonom, Dr. agr., unternehmerische Tätigkeit
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wohnort
Lich
Wahlkreis
Gießen
Ergebnis
11,1%
Landeslistenplatz
2, Hessen
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(...) Mit der Abgeltungssteuer wurde die Diskriminierung von Kapitalerträgen im Rahmen der Einkommensteuer gegenüber unternehmerischen Gewinnen deutlich gemindert. Auch insoweit profitieren viele Sparer von einer Entlastung, mindestens aber von einer Vereinfachung und der Gleichbehandlung aller Erträge. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
01.11.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Solms,

bezüglich des Telekommuikationsgesetzes habe ich folgende Frage an Sie:
Es ist in Deutschland eine Grundversorgung mit einem Telefonanschluss (derzeit zu errichten durch die Deiutsche Telekom AG) gesetzlich vorgesehen.
Leider scheint es heirzu keine verbindlichen Regelungen zu geben, bis wann ein Antrag auf diese Grundversorgung bearbeitet sein muss.

Sehen Sie hier nicht einen Handlungsbedarf, verbindliche Fristen zur Errichtung einer Grundversorgung an den zuständigen Dienstleister festzulegen?
Ist es Ihrer Meinung nach wirklich statthaft, dass teilweise bei Beantragung einer Neuversorgung Wartzeiten von über einem Jahr (gerade nach Gutdünken der Telekom) hingenommen werden müssen?
Sehen Sie hier nicht sogar eine Gefährdung der Bauwirtschaft, wenn man bei Errichtung eines Neubaus damit rechnen muss nach dessen Fertigstellung ohne Telefon / DSL-Anschluss dazustehen?

Es würde mich freuen, eine Antowrt von Ihnen zu erhalten - und vielleicht haben Sie sogar die Möglichkeit zu beeinflussen, dass in einer künftigen Änderugen des TKG eine Fristsetzung für die Errichtung / Zuteilung eines Telefonanschlusses mit aufgenommen wird?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Inneres und Justiz
02.12.2011
Von:

Könnten Sie klären, ob die mit über 1 Mrd. € Steuergelder subventionierten U-Boote an Israel bereits auf deutschem Hoheitsgebiet für den Abschuss von Raketen - die Nuklearsprengköpfe z.B. in den Iran tragen können - umgerüstet wurden und anschließend die Beendigung dieser nach dem Kreigswaffenkontrollgesetz und dem EU-Wettbewerbsrecht illegalen Subventionen durchsetzten?

Könnten Sie - auf Basis des EADS Grenzbefestigungsgroßauftrags um Saudi Arabien (s. Stern) klären - wieviel die für über 1 Mrd. € deutscher Steuergelder zuletzt von Daimler gekaufte EADS Minderheitsbeteiligung eine ähnliche Grenzbefestigungkontrollanlage um Afghanistan durch UN und IWF kosten würde zur Waffenimportblockierung und Drogenexportblockierung.
Könnten Sie anschließend in einer Anfrage klären wieviel diese langfristige Lösung des Afghanistan-Drogenexportproblems im Vergleich zu den bisherigen deutschen ISAF Einsatzkosten und der gesamten ISAF Einsatzkosten inkl. USA kosten würde?

Könnten Sie bzgl. des "Anschreibens" der anderen Euro-Zentralbanken - primär PIIGS-Zentralbanken - bei der Bundesbank über 465 Milliarden € per Ende Oktober klären wann und wie die Ausgleichszahlung für die offenen Forderungen auf z.B.
die per September - neben den offiziellen Staatsschulden von zirka 350 Milliarden € - noch offenen 100,7 Milliarden € bei der griechischen Zentralbank aus dem Target-2-System an die Bundesbank erfolgen nach einer Pleiteerklärung und einem Euro-Ausschluss Griechenlands?
Würde dem griechischen Staat - nachdem seit 3 Jahre die Kapitalflucht ermöglicht wurde - dann 19% auf 100,7 Milliarden € vom deutschen Steuerzahler erlassen und müsste Deutschland dann für die ca. 19 Mrd. € aus Steuergeldern ihren EZB Kapitalanteil per Kapitalerhöhung auf Kredit neu einzahlen?
Wann erfolgt die Zwangsabgeltungssteuer für griechische Konto und Depotbesitzer ausserhalb Griechenlands vor diesem Verzichtsereignis - neben dem von den Griechen neu geforderten inzwischen 75%-igen Gläubigerverzicht?
Antwort von Dr. Hermann Otto Solms
bisher keineEmpfehlungen
21.02.2012
Dr. Hermann Otto Solms
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage über Abgeordnetenwatch.

Ihre Frage zur Außen- und Sicherheitspolitik erschließt sich mir leider in der dargelegten Form nicht. Gerne nehme ich jedoch Stellung zu Ihrer Frage im Hinblick auf den Finanzmarkt:

Es liegt in der Natur des Notenbanksystems, den Geschäftsbanken liquide Mittel zur Verfügung zu stellen. Das Zahlungsverkehrssystem Target 2 ist nur ein Instrument hierfür. Dennoch, auch ich betrachte das Target 2 –System und die dort aufgelaufenen Höhe der daraus erwachsenden EZB-Forderungen gegen einzelne Notenbanken der Eurozone mit Skepsis. Klar ist, dass die Target 2-Salden ein Indiz für den nach wie vor in vielen Peripherieländern gestörten Interbankenmarkt sind. Die dortigen Geschäftsbanken müssen z.B. Unternehmenskredite nach wie vor über Gelder bei der Notenbank finanzieren. Allerdings gelten für solche Finanzierungen nach wie vor die Pflichten der risikoorientierten Kreditvergabe und die Übernahme von Sicherheiten. Diese wiederum werden an das EZB-System weitergereicht. Die tatsächlichen Ausfallrisiken relativieren sich auf diese Weise erheblich. Mit Blick auf die deutsche Haftung muss auch gesehen werden, dass selbst beim Doppelausfall von Banken z.B. in Griechenland und Sicherheiten aus der Mittelverwendung die Risiken auf unseren EZB-Anteil beschränken, der gut 25% der ausfallenden Forderungen betragen würde. In der aktuellen Lage scheinen die Target 2-Risiken damit insgesamt gesehen beherrschbar. Der Sachverhalt zeigt aber auch deutlich, welche Folgen bei einer Umschuldung Griechenlands mit gesehen werden müssen.

Mit freundlichen Grüßen
Hermann Otto Solms
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Frage zum Thema Finanzen
02.02.2012
Von:

Guten Tag Herr Solms,

ich bin 32 Jahre alt und habe vor 5 Jahren mein Studium abgeschlossen.
Da ich davon ausgehe, dass ich in Zukunft eine wesentlich geringere Rente bekomme, als heute prognostiziert wird, möchte ich auch selbstständig für mein Alter vorsorgen.
Einen Riestervertrag mit einer geringen Sparsumme habe ich bereits, bin aber aufgrund der hohen Gebühren und nachgelagerten Besteuerung sehr unzufrieden und sehe Riester mehr als ein Bankenkonjunkturprogramm an.

Parallel dazu möchte ich noch einen Teil meines Geldes in Aktien, Fonds und Anleihen anlegen. Jetzt ist es so, dass aufgrund des Wegfalls des Halbeinkünfteverfahrens und des Wegfalls der Spekulationsfrist die langfristige Anlage sehr unattraktiv geworden ist.
Selbst wenn mein Vermögen nur mit der Inflationsrate wachsen sollte, werde ich sogar die Inflationsgewinne in 25-35 Jahren voll versteuern müssen.

Ich finde diesen Zustand unhaltbar. Ich denke, Gewinne zur privaten Altervorsorge sollten nach einiger Zeit entweder steuerfrei oder zumindest steuerreduziert möglich sein.

Ich denke dabei an unsere Nachbarländer, wo die Spekulationsgewinne oft nicht oder nur innerhalb einer Spekulationsfrist besteuert werden.
Die Besteuerung kurzfristiger Spekulation halte ich hingegen für vernünftig. Hierbei kann auch die Inflationsrate vernachlässigt werden bzw. durch die Abgeltungssteuer berücksichtigt werden.

Dem Staat traue ich bezüglich der Rente nicht und möchte auch im Alter dem Staat nicht auf der Tasche liegen.

Mich interessiert, welche Maßnahmen die aktuelle Regierung zu diesem Thema plant und wie die Position der FDP zu diesem Thema ist. Könnten Sie mir vielleicht diese Frage beantworten?

Vielen Dank.
Antwort von Dr. Hermann Otto Solms
bisher keineEmpfehlungen
21.02.2012
Dr. Hermann Otto Solms
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage über Abgeordnetenwatch.de. Ihre Sorge zu künftigen Renditen kann ich gut nachvollziehen. Gerade deshalb setzt sich die FDP in der aktuellen Staatsschuldenkrise für Lösungen ein, die für eine weiterhin stabile Währung stehen und Inflation oberhalb des Normalmaßes von bis zu 2 % mindern oder vermeiden helfen. Gerade hier unterscheiden wir uns von den meisten anderen politischen Kräften in Berlin. Ziel bleibt es also, die Geldentwertung zu vermeiden und Sparanreize zu fördern. Private Vorsorge bleibt vor allem aufgrund der demographischen Entwicklung unabdingbar. Gleichzeitig können wir nicht auf die Steuererhebung verzichten, wenn es um die Vorsorge geht. Mit dem Riester-Ansatz bieten wir wenigstens im kleinen Rahmen die Möglichkeit, den vollen Sparbeitrag anzusparen und erst im Alter die daraus resultieren Einnahmen zu besteuern. Und das wird durch die staatlichen Zulagen schließlich auch erheblich gefördert. Auf die Höhe der Anlagerendite hat die Politik allerdings keinen unmittelbaren Einfluss. Hier müssen die konjunkturellen Schwankungen auch ein Stück weit hingenommen werden.

Mit der Abgeltungssteuer wurde die Diskriminierung von Kapitalerträgen im Rahmen der Einkommensteuer gegenüber unternehmerischen Gewinnen deutlich gemindert. Auch insoweit profitieren viele Sparer von einer Entlastung, mindestens aber von einer Vereinfachung und der Gleichbehandlung aller Erträge. Im Übrigen hat die Sicherung des aktuellen Steueraufkommens und die Rückführung der Staatsschulden Vorrang. Auch wenn es im Einzelfall gute Argumente hierfür geben mag, zusätzlichen Ausnahmen und Sonderlösungen im Steuersystem lehnt die FDP deshalb ab. Andernfalls müssten die Steuersätze generell angehoben werden. Das aber wäre leistungsfeindlich und würde allen Steuerzahlern schaden. Dies wäre umso weniger akzeptabel, als Ausnahmen durch neue Spekulationsfristen zu anderweitigen Problemen bei der Gleichbehandlung der verschiedenen Kapitalanlagen und Anlagestrategien führten.

Mit freundlichen Grüßen
Ihr
Hermann Otto Solms
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
14.03.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Solms,

laut einer Tagesschau-Meldung vom 14.03.2012 hat das Bundeskabinett den dauerhaften Euro-Rettungsschirm ESM auf den Weg gebracht. Danach verabschiedete die Ministerrunde die Gesetzentwürfe für die Einrichtung des Fonds und die finanzielle Beteiligung Deutschlands.

Dazu habe ich zwei Fragen:

a) Können Sie mir per E-Mail eine aktuelle Arbeitsversion in deutscher Sprache über den "Vertrag zur Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM)" zusenden?

b) Wie beurteilen Sie die möglichen Wirkungen des ESM bezüglich des langfristigen Aufgebens der nationalen Souveränität Deutschlands bis hin zur Gefährdung unserer Demokratie, beispielsweise durch finanzielle Forderungen durch den ESM-Gouverneursrat, die nicht leistbar wären?

Mit freundlichem Gruß

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