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Sehr geehrter Herr Dr. Uhl!
Warum haben Sie für eine Fortsetzung der ISAF- bzw. Tornadoeinsätze in Afghanistan gestimmt?
Für eine konstruktive Friedenspolitik, die sich in dem geschundenen Afghanistan für den
zivilgesellschaftlichen Aufbau einsetzt, wäre es notwendig, die 450 Mio Euro, die gegenwärtig für den
Krieg am Hindukusch ausgegeben werden , in die Entwicklung von Landwirtschaft, Gesundheit, Bildung, Wohnungs- und Straßenbau, sowie an der Basis in Trauma- und Versöhnungsarbeit zu investieren. Hier kann Deutschland effektiv, nachhaltig und gewaltfrei mehr für die afghanische Bevölkerung leisten als mit dem Einsatz von KSK, durch Beihilfe zu Angriffen mittels Tornadoaufklärung oder durch militärische Begleitung humanitärer Organisationen und ziviler Ausfbauhelfer, die durch jene mehr gefährdet als geschützt sind.
Durch die Verwischung der Grenzen zwischen zivilen und militärischen Operationen sind aber nicht nur zivile Aufbauhelfer sondern auch deutsche Soldaten mehr und mehr Opfer von Selbstmordattentaten geworden.
So bitte ich, Sie herzlich,
1.sich dafür einzusetzen, dass ISAF dem NATO-Oberbefehl entzogen und unter das Mandat der VN gestellt wird, um die Vermischung mit OEF zu vermeiden und
2. gegen eine Fortsetzung des OEF-Mandates zu stimmen.
Denn Terrorismus ist nicht militärisch zu bekämpfen, wie allmählich deutlich wird. "Mehr Sicherheit gibt es nur durch eine Politik größerer sozialer Gerechtigkeit auf der Basis der Ebenbürtigkeit und Gleichberechtigung. Das allein ist eine konstruktive Friedenspolitik, die den Terrorismus seines Nährbodens beraubt."
Mit diesem Zitat von Horst Eberhard Richter möchte ich meinen Appell an das vernunft- und menschenrechtsorientierte Denken und Handeln eines Juristen und Politikers beenden, der mir schon einmal die Wichtigkeit des Vorrangs ziviler Friedensmissionen vor militärischen bestätigt hat.
Freundliche Grüße!


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