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Sehr geehrter Herr Dr. Uhl,
Ihr Engagement auf diesen Seiten ist dankenswert. Rund um das sogenannte Stopschild ist auch hier eine Diskussion in Fluss gekommen. Dieser Fluss scheint mir jedoch mehr und mehr in rhetorischem Sand zu versickern. Das bedauere ich sehr.
Ich gehe davon aus, dass Sie aufgeschlossen sind, Argumente zu hören und abzuwägen, Ihre ersten von mir wahrgenommenen Äußerungen zum Thema kritisierten ja vorrangig die aus Ihrer Sicht vorschnelle Rücknahme der Option Stopschild durch Mitglieder der FDP.
Ich würde gern wissen, ob Sie sich des Kosten/Nutzen-Verhältnisses des Stopschildes noch genauso sicher sind wie zu Beginn der Debatte.
Der Mechanismus hinter dem sogenannten Stopschild ist zu schwach. Bereits mehrfach las ich das Argument, dann müsse der Mechanismus eben stärker gemacht werden. Das aber stößt aber genau die Spirale an, vor der ich Angst habe, und die zu immer tiefergehender Analyse der transportierten Inhalte verleiten wird.
Wenn ein Provider umfänglich Technik vorhalten muss, um tiefergehende Sperren gegen kinderpornographische Inhalte wirksam zu machen, kann er sie auch einsetzen, um zumindest wirtschaftlichen Druck auszuüben. Moral ist - leider! nicht das Regulativ des Marktes. Und ein Missbrauch dieser Mechanismen wird schwer nachzuweisen sein. Ich sehe dadurch die Neutralität der Kommunikation im Internet gefährdet.
Bisher sind Datenschutz-Vergehen aus meiner Sicht wie Bagatellen behandelt worden. Ich würde gern wissen, ob und wie Sie solchen Tendenzen begegnen wollen, insbesondere das Strafmaß betreffend.
Die Überwachung von Inhalten kann durch Verschlüsselungen ausgehebelt werden, wie sie von sicherheitsbewussten Internetnutzern längst eingesetzt werden. Würden Sie dazu tendieren, zugunsten des Zwecks Verschlüsselung zu verbieten, wie das z.B. in China, den USA und Frankreich praktiziert wird?
Freundliche Grüße,


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