Dr. Gregor Gysi (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Gregor Gysi
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Rinderzüchter, Diplom-Jurist
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt und Publizist in Berlin
Wahlkreis
Berlin-Treptow-Köpenick
Landeslistenplatz
1, Berlin
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(...) Wir brauchten eine EU-Verfassung, die nicht nur politische, sondern auch soziale Grundrechte garantiert. Darüber hinaus muss es eine Angleichung der Lebensstandards geben, aber nicht nach unten, sondern nach oben. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
08.12.2007
Von:

herr gysi

frage...die brd finanzagentur gmbh mit sitz in frankfurt am main mit 50.000DM haftbar aber 1.5 billionen DM oder EU schulden; für was sind die 50.000 DM ; und ist das unser staat diese finanzagentur.

mit sonnigen grüssen
Antwort von Dr. Gregor Gysi
2Empfehlungen
13.12.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr Sommerlade,

Ihre Nachricht hat mich erreicht. Die Finanzagentur kenne ich nicht, deshalb weiß ich auch nicht, wer dahinter steht. Das Problem einer GmbH besteht darin, dass sie in der Regel nur mit ihrem Stammkapital haftet. Deshalb werden bestimmte Geschäfte mit solchen Gesellschaften auch nicht abgeschlossen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Verlängerung Kosovo-Einsatz
09.12.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

ich habe als demokratischer Sozialist vor, in die Linke einzutreten, habe aber in zwei Angelegenheiten unterschiedliche Auffassungen.

1. Ich bin zwar Pazifist, aber ich habe eine grundlegende Frage:
Denken Sie nicht auch, dass man im Kosovo weiterhin Sicherheit herstellen sollte. Denken Sie doch bitte an die Opfer Milosevics! Wir als Linke müssen doch diesen Menschen helfen. Bitte erörtern Sie objektiv, warum Sie gegen den Kosovo-Einsatz sind.

2. Das Rentenalter auf 67 zu erhöhen finde ich zwar nicht gut, aber angesichts des demographischen Wandels notwendig, es sollten aber bestimmte Berufsgruppen wie Bauarbeiter ausgenommen werden.
Was halten Sie von dieser These?

Als Befürworter eines anderen Systems, nämlich das des demokratischen Sozialismus, finde ich, dass die Linke sich dem neokapitalistischen System anpasst und nicht mehr so radikal darauf eingeht, den Kapitalismus eben nicht nur einzudämmen (SPD), sondern auch zu beseitigen. Bitte achten Sie doch vor den Wahlen darauf, ein starkes linkes Profil zu geben und sich deutlich von der SPD abzugrenzen. Allerdings wäre es doch schön, wenn Linke und SPD ein ,,freundschaftlicheres" Verhältnis zueinander hätten!

P.S.: Bei der Ablehnung des Afghanistan-Einsatzes stimme ich ihnen völlig zu. Krieg fördert Terrorismus, das sagt nämlich nicht nur die Linke, sondern bekannte Forscher und Professoren.

Eine Frage hätte ich allerdings noch: Was halten Sie von den auch von Linken befürworteten Privatisierungen in Berlin?! Wir brauchen Vergesellschaftung, nicht Privatisierung (lat. privare = berauben!!!)

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr hoffentlich baldiges Parteimitglied , 16
Antwort von Dr. Gregor Gysi
8Empfehlungen
13.12.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 9. 12. Auch bei Widersprüchen kann man Mitglied einer Partei werden und versuchen, um andere Mehrheiten zu ringen.

Im Augenblick ist der Einsatz der Soldaten im Kosovo durch einen Sicherheitsratsbeschluss der Vereinten Nationen gesichert. Das Problem besteht darin, dass der Kosovo entgegen diesen Beschluss sich einseitig für unabhängig von Serbien erklären wird.Dies ist völkerrechtlich unzulässig. Die USA werden aber das Kosovo völkerrechtswidrig anerkennen. Zu diesem Zeitpunkt entfällt die rechtliche Grundlage für den Einsatz der Bundeswehrsoldaten im Kosovo. Schon hat die NATO erklärt, dennoch drin zu bleiben. Damit animiert sie den Kosovo sich völkerrechtswidrig von Serbien zu trennen. Die Gefahr sehe ich in einer Destabilisierung in Europa. Wie soll man den Basken in Spanien erklären, dass sie sich nicht trennen dürfen? Wie soll man den protestantischen Nordiren erklären, dass sie sich nicht trennen dürfen usw.

Übrigens habe ich bei meinem Besuch Herrn Milosevic erfolglos empfohlen, selber UN-Truppen für den Kosovo zu beantragen. Vielleicht gäbe es dann heute eine andere Situation.

Hinsichtlich der Heraufsetzung des Renteneintrittsalters ist der demographische Wandel irrelevant. Entscheidend ist die Produktivitätsentwicklung. Die Produktivität ist so enorm gestiegen, dass die Renten weiterhin ab Beginn des 65. Lebensjahres gezahlt werden könnten. Allerdings brauchte man dann wie in der Schweiz eine Rentenversicherung, in der alle Menschen mit Erwerbseinkommen einzahlen. Der Prozentsatz könnte sogar gesenkt werden, wenn vom Gesamteinkommen und nicht nur von einem Teileinkommen in die Rentenversicherung eingezahlt werden müsste. Die Rentensteigerung, könnte für Menschen mit hohen Bezügen abgeflacht werden, so dass das Ganze stärker den Charakter einer solidarischen Versicherung bekäme.

Für Ihre weiteren Hinweise bedanke ich mich und hoffe, Sie bald als Mitglied unserer Partei begrüßen zu können.

Mit solidarischen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
11.12.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Gysi,

gerne hätte ich eine Antwort auf meine Frage:

Wann wird der Artikel 146 des Grundgesetzes für die Bundesrepublik Deutschland endlich umgesetzt, der in seiner Urfassung vom 23.Mai1949 lautet: " Dieses Grundgesetz verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Danke im voraus für die Antwort.

Mit freundl. Gruß
U.
Antwort von Dr. Gregor Gysi
10Empfehlungen
17.12.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrte Frau ,

inzwischen lautet der Artikel 146 GG:
"Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Das Problem besteht darin, dass weder die Union noch die SPD, noch die FDP und auch nicht die Grünen daran interessiert sind, den Entwurf einer Verfassung zu erarbeiten, der der Bevölkerung für einen Volksentscheid vorgelegt werden kann. Außerdem gibt es nicht einmal ein Gesetz zur Durchführung eines solchen Volksentscheides. Meine Fraktion hat schon in früherer Legislaturperiode beides eingebracht,d. h. sowohl den Entwurf eines Gesetzes für Volksentscheide als auch den Entwurf einer neuen Verfassung. Beide Anträge wurden von der Mehrheit abgelehnt.

Deshalb bleibt es bei der Gültigkeit des Grundgesetzes und es werden noch viele Jahre vergehen, bevor der Artikel 146 realisiert wird.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.12.2007
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr. Gysi,
ich habe an diverse Abgeordnete des Bundestages die Frage nach einer volksabgestimmten Verfassung gestellt. Die schematisierten Antworten, dass das Grundgesetz durch die Eingliederung der DDR in die Bundesrepublik in den Verfassungsrang erhoben wurde, ist nach meiner Meinung eine Veralberung des Volkes.

Immer mehr Völkerrechtler stellen dies in Frage und schließen sich der, nach meiner Meinung nach richtigen, Darstellung des leider verstorbenen W. Ullmann an, dass eine abgestimmte Verfassung erst die Handlungen der Staatsorgane legitimieren würde.

Grosse Sorge bereitet mit die Entmachtung des legislativen Organe in unserem Land durch Eingriffe der EU. Grundlegende Dinge in unserem Land werden von einer Bürokratie geregelt, die fernab der Kontrolle handelt, ohne Rücksicht auf nationale Bedürnisse der Bürger. Es ist ja leider so, dass z. B. in Deutschland rumänisches Lohnniveau angekommen ist, aber die Lebenshaltungskosten bleiben. Das führt zu staatfinanzierter Armut. Die Abkoppelung der Bürger von der Politik und eine EU- und Staatsverdrossenheit ist in allen Ländern der EU deutlich spürbar.
Die Bürger fühlen sich im Turbokapitalismus alleine gelassen, nur noch Verfügungsmasse der Mächtigen. Besonders perfide finde ich die Tatsache, dass die Bundesregierung immer darauf verweist, dass bei miesen Gesetzen nur Richtlinien der EU umgesetzt werden. Aber die fallen ja nicht vom Himmel, sie sind im Ministerrat bis ins kleinste vorbereitet, mit deutscher Mitwirkung. Ausserdem führt das zu einer Umgehung der parlamentarischen Demokratie.

Auch Roman Herzog stellt dies immer wieder dar: www.welt.de

Meine Fragen:
Wie stehen Sie zur Frage der Volks-Verfassung?
Wie wollen Sie der Entmachtung der Parlamente entgegentreten?
Welche Möglichkeiten des Mitwirkens und der Mitnahme der Bürger sehen Sie?

Alles Gute für Sie

-
Antwort von Dr. Gregor Gysi
13Empfehlungen
17.12.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 11.12.
Der Artikel 146 GG lautet:
"Dieses Grundgesetz, das nach Vollendung der Einheit und Freiheit Deutschlands für das gesamte deutsche Volk gilt, verliert seine Gültigkeit an dem Tage, an dem eine Verfassung in Kraft tritt, die von dem deutschen Volke in freier Entscheidung beschlossen worden ist."

Es bleibt also nach wie vor eine Aufgabe, einen Verfassungsentwurf zu erarbeiten, der vom Volk durch Volksentscheid angenommen werden muss. Nur unsere Fraktion hat schon zu früherer Zeit den Entwurf einer solchen Verfassung und den Entwurf eines Gesetzes über Volksentscheide vorgelegt. Beide Entwürfe wurden von den anderen Fraktionen abgelehnt. Es gibt von den anderen Fraktionen kein Interesse daran, eine solche Verfassung zu erarbeiten.

Hinsichtlich der EU-Bürokratie bitte ich nur zu beachten, dass es dort keine einzige nennenswerte Entscheidung gibt, die nicht die Zustimmung der Bundesregierung gefunden hat. Man darf nicht so tun, als ob das dritte unheimliche Mächte sind, sondern muss wissen, dass die Bundesregierung über die EU vieles organisiert, was in Deutschland geschieht.

Wir brauchten eine EU-Verfassung, die nicht nur politische, sondern auch soziale Grundrechte garantiert. Darüber hinaus muss es eine Angleichung der Lebensstandards geben, aber nicht nach unten, sondern nach oben.

Aber Sie wissen, dass wir diesbezüglich im Bundestag ziemlich einsam kämpfen, dafür aber immer entschlossener.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Frage zum Thema Soziales
11.12.2007
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr.Gysi,

betr. Bedingungsloses Grundeinkommen...(BGE),
(Ich setze voraus, daß Ihnen Inhalt, Finanzierung, Umsetzung etc.. bekannt ist ? ! !).

Können Sie sich vorstellen, diesen "alten Wein" in "Neuen Schläuchen" nun als zentrales Thema und Vorhaben in Ihr Wahlprogramm 2009 auf- zunehmen, es v e h e m e n t zu vertreten und zu kommunizieren ?

Ich meine, wenn sie (als Partei) und Sie als Persönlichkeit diese I D E E für die heutige Zeit und in der jetzigen sozialen Situation "epidemisch" (G.Werner) werden lassen könnten, wäre es eine "revolutionäre Chance" für Millionen von Menschen in unserem Lande (besonders für Arbeitssuchende, Ausbildungssuchende Jugendliche - Jugend allgemein, Rentner) einen W i l l e n s a k t durch Abstimmung des Souveräns , des Staats-Bürgers durch eine Partei endlich um- und durchgesetzt zu sehen.

Menschen w o l l e n selbstbestimmt tätig sein - Ein BGE kann dieses W o l l e n unterstützen und damit die Würde jedes Menschen stärken. Für den A n d e r e n Menschen tätig zu sein, in der Gemeinschaft etwas leisten zu können, gebraucht zu werden und Anerkennung für sein Tätigsein zu bekommen - (das ist das innere wie äussere,hehre Ziel - eines jeden Menschen)....

(Betr. Vorurteil : BGE als soziale Hängematte
Ich bin mir sicher, dass weniger Bürger - als prognostiziert-, in dieser "Hängematte" verbleiben würden) .

Es liegt nun an ihnen/Ihnen, ein Verständnis für das BGE zu wecken und die Bundesbürger aller Lager von der N o t w e n d i g k e i t , Finanzierbarkeit und Umsetzbarkeit etc. zu ü b e r z e u g e n.

.......E c h t e Freiheit - Gleichheit - Brüderlichkeit nach 220 Jahren......

(Währungsreform nach dem Kriege / Wende 89/90 / Euroumstellung... alles Akte, die geschafft wurden....Das BGE kann genauso gemeistert werden, wenn es denn gewollt wird ! ! !)

"Nichts ist so stark wie eine Idee, deren Zeit gekommen ist" (Victor Hugo)

mit hoffnungsvollen Grüßen an Sie,
H.P., Berlin-Lankwitz
Antwort von Dr. Gregor Gysi
8Empfehlungen
17.12.2007
Dr. Gregor Gysi
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Nachricht vom 12.12. hat mich erreicht. Ich würde gern zwischen einem Menschen unterscheiden, der keiner seiner Qualifikation entsprechenden Erwerbsarbeit nachgehen kann und einem reichen Söhnchen, das lediglich faul ist. Der Letztere soll nicht das Gleiche bekommen wie der Erste. Man darf bei einem bedingungslosen Grundeinkommen nicht vergessen, dass andere dafür ohne Entlohnung arbeiten müssen, damit die Güter zur Verfügung stehen. Deshalb würde ich zwischen den beiden genannten Gruppen in der Höhe des Grundeinkommens unterscheiden.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Gysi
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Ihre Frage an Dr. Gregor Gysi
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