Dr. Gerhard Botz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Dr. Gerhard Botz
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Agrarwissenschaftler, Diplom-Melorationsingenieur
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Sonneberg - Saalfeld-Rudolstadt - Saale-Orla-Kreis
Landeslistenplatz
5, Thüringen
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(...) Die Bundesregierung setzt sich auch zusammen mit anderen NATO-Partnern sehr stark dafür ein, den Einsatz uranabgereicherter Munition zu ächten und auf Besitzer von uranabgereicherter Munition einzuwirken, damit diese auf deren Einsatz zukünftig verzichten. Es geht in jedem Fall um den Schutz der Zivilbevölkerung und von Soldaten gleichermaßen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
15.07.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Botz,

seit 1992 wird in Lichte und den anderen Orten der VG Lichtetal wegen der Trinkwassertalsperre Lichte-Leibis gebaut. Hauptauftraggeber war und ist Rennsteigwasser. Zur Zeit ist man dabei, die B281 grundhaft auszubauen, im Auftrag des Staßenbauamtes, und zwar voraussichtlich bis 2013. Das heißt eine überdurchschnittliche, extreme nervliche und finanzielle Belastung aller Anwohner und Gewerbetreibenden. Firmen kämpfen um Ihre Existenz, weil diese durch Kunden und Lieferanten schlecht oder nur über weite Umleitungen erreicht werden können.
1. Warum ist man von seiten der Planstellen nicht in der Lage, solche Bauarbeiten besser zu organisieren?
So wurden zum Bsp. in der Sonneberger Straße auf einer Länge von ca. 1,5 km im letzten Jahr die Versorgungsleitungen neu verlegt und die Straße komplett geteert. Diese Jahr wird wieder alles aufgerissen.
In meinen Augen eine Verschwendung von Steuermitteln in höchstem Maße.
Warum werden die Finanziellen Mittel für derartige Baumaßnahmen immer erst so spät im Jahr vergeben das erst im Sommer mit Bauen angefangen werden kann ? Es sollte doch in Erfurt bekannt sein, das in unseren Höhenlagen nur eine begrenzte Zeit zum Bauen zur Verfügung steht.

2. Wenn Sie die Verordnung für die Trinkwasserschutzzone genauer Durchlesen, werden Sie feststellen, welche massiven Einschränkungen für die Anwohner und Firmen festgelegt werden. Einen Nutzen aus der Talsperre haben die Anwohner weder touristisch noch finanziell. Es dürfte Ihnen bekannt sein, das wir unter anderem bundesweit mit die höchsten Wasser- und Abwassergebühren haben.
Wie stellen Sie sich eine finanzielle Entlastung oder Unterstützung der Anwohner und Firmen im Einzugsgebiet der Trinkwassertalsperre vor ?
Wie wollen Sie Ihre Wähler in Ihrem Abgeordnetenkreis unterstützen ?
Antwort von Dr. Gerhard Botz
bisher keineEmpfehlungen
28.07.2009
Dr. Gerhard Botz
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Anfrage.

In der Tat führen die von Ihnen aufgeführten Baumaßnahmen zu sehr langwierigen und erheblichen Belastungen der Anwohner und Gewerbetreibenden. In unserer Region scheint diese Art des Bau-Rhythmus in den letzten Jahren besonders stark ausgeprägt zu sein. Was Ihre Anfrage betrifft kann ich Ihnen diese als Bundestagsabgeordneter nicht konkret beantworten. Es handelt sich hier um Maßnahmen, die in ihrer technischen Umsetzung in Hoheit des Freistaates Thüringen und der betroffenen kommunalen Ebenen liegen. Die zuständigen Ämter auf Kreis- und Landesebene sind für die Details der Planung und Umsetzung der Baumaßnahmen zuständig.
Der Thüringische Landtag ist neben seiner gesetzgeberischen Tätigkeit auch Kontrollorgan gegenüber diesen Institutionen. Es empfiehlt sich deshalb an die aus Ihrem Wahlkreis 2004 in den Landtag gewählte Landtagsabgeordnete Frau Carola Stauche (CDU) heranzutreten und sie zu bitten, in dieser Angelegenheit tätig zu werden. Ich möchte Sie darüber hinaus darauf hinweisen, dass der "Zweckverband Rennsteigwasser" ein Verband der Kommunen ist. Die Kommunen haben ihn gegründet, um ihre Wasserversorgung und Abwasserentsorgung gemeinsam zu organisieren. Deshalb gehören alle Bürgermeister im Verbandsterritorium zum Verbandsrat und treffen dort alle grundlegenden Entscheidungen mit. Der Zweckverband, die Talsperrenverwaltung und der Freistaat Thüringen haben Anfang der neunziger jahre einen Vertrag bezüglich der Finanzierung, der im Zuge des Talsperrenbaus erforderlichen zusätzlichen Maßnahmen im Verbandsgebiet abgeschlossen. Darin ist festgelegt, in welcher Höhe es staatliche Zuschüsse für die vom Zweckverband durchzuführenden Baumaßnahmen gibt.


Mit freundlichen Grüßen
Gerhard Botz
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Frage zum Thema Wirtschaft
19.08.2009
Von:

Sehr geehrte Herr Dr. Botz,

welche Strategie verfolgen Sie und Ihre Partei um weitere Wirtschaftsskandale wie z.B. die Bankenpleiten zu vermeiden ohne dass unnötig weitere Steuergelder verschwendet werden und die Staatsverschuldung weiter voran gertrieben wird?

Finden Sie die Einführung eines Mindestlohn für sinnvoll? Wenn ja, wie sieht Ihre Strategie aus den wahrscheinlich daraus resultierenden Anstieg der Schwarzarbeit und den Anstieg der Verbraucherpreise entgegen zu wirken?

Welche Maßnahmen möchten Sie ergreifen um den Wirtschaftsstandort Thüringen zu sichern?

Wie stehen Sie zum Ausbau erneuerbarer Energien und deren Förderung für Wirtschaft und Privathaushalte?

Für die Beantwortung dieser Fragen bis zum 31.08.2009, möchte ich mich vorab bedanken.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Gerhard Botz
1Empfehlung
26.08.2009
Dr. Gerhard Botz
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihre Anfragen über abgeordnetenwatch.

Zu Ihrer ersten Frage: Politik, von wem auch immer, kann nie mögliche Finanz- und Wirtschaftskrisen ganz verhindern. Sie kann aber Rahmenbedingungen so gestalten, dass die Akteure der Finanz- und Wirtschaftswelt sich weniger fahrlässig mit Blick auf kurzfristige Gewinne verhalten müssen. Zur Zeit werden insbesondere auf Druck der SPD durch die Bundesregierung auf europäischer und internationaler Ebene intensive Verhandlungen geführt, um derartige Rahmenbedingungen zu schaffen. Solange ein Bundesfinanzminister, wie der Sozialdemokrat Peer Steinbrück, hier das Heft des Handelns in der Hand hält, werden diese Verhandlungen auch zielorientiert zu Ende gebracht. Wer erwartet das ernsthaft von einem CDU-, CSU- oder FDP-Minister?

Mindestlöhne in Deutschland wurden, durch SPD-geführte Bundesministerien mit Hilfe EU-rechtlicher Regelungen in den letzten Jahren für rund 4 Millionen Arbeitsplätze, auf den Weg gebracht. Sie sind hier in Deutschland, einem wichtigen Teil des EU-Binnenmarktes, genau so nötig und möglich wie z.B. in Frankreich und Großbritannien. Weder dort noch hier, wurde und wird dadurch der Mittelstand zu Grunde gerichtet. Zu oft geht man bei dieser Debatte von einen hohen Lohnkostenanteil an den Gesamtproduktionskosten aus. Dieser ist aber in den letzten 15 Jahren anteilsmäßig sehr stark gesunken. Gegenwärtig gefährden die hohen Energiekosten in vielen Branchen die Unternehmen wesentlich stärker. Wer glaubt, Schwarzarbeit durch dauerhafte Niedriglohnverhältnisse, wie die CDU in Thüringen, zu verhindern, irrt gewaltig. Ein qualifizierter Handwerker der mit guter Arbeit im Betrieb nur auf 12 Euro, statt 18 Euro pro Stunde kommt, aber nicht abwandern kann und will, sucht und findet natürlich einen Weg unter Verzicht auf Freizeit steuerfrei dazu zu verdienen, was er für sich und seine Familie braucht. Wie soll das eine gute Lösung sein? Die Verbraucherpreise steigen nicht automatisch so hoch wie befürchtet, eben wegen des insgesamt sinkenden Lohnkostenanteils. Dagegen würde die Kaufkraft des Teils der Bevölkerung, der unter Billiglöhnen leiden muss, stark ansteigen. Ein Segen für die immer noch zu schwache Binnenkonjunktur in Deutschland.

Zu Ihrem dritten Fragekomplex: Einen Wirtschaftsstandort kann man nur nachhaltig sichern, wenn qualifizierte und motivierte Frauen und Männer in vertretbarer Entfernung Produkte und Dienstleistungen schaffen können, die sie sich selber auch leisten können. Dazu muss noch eine überschaubare, flexible und mitdenkende Verwaltung kommen, die sich in erster Linie als Gestalter für günstige Rahmenbedingungen für Wirtschaft und Gesellschaft versteht.

Die SPD hat seit 1998 in Regierungsverantwortung die energiepolitische Wende in Deutschland mit Augenmaß und Konsequenz eingeleitet und durchgesetzt. Gegen erhebliche Widerstände (siehe heute noch die Haltung der CDU zur Risikoenergiequelle Atomkraft) halten wir Kurs und werden die vernünftigen, zukunftsweisenden Entwicklungen die inzwischen sogar in den USA aufgegriffen werden, weiter vorantreiben.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Gerhard Botz
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