Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
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Ich lebe in Deutschland, das ist der entwickeltste Rechtsstaat der Welt. Ich lebe nicht in Absurdistan, Absurdistan ist freilich ein Überwachungsstaat. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
17.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

wie peinlich ist das denn, dass unsere Regierung ihre Beweise auf dem Schwarzmarkt kauft? Überhaupt, das ist natürlich keinesfalls gerichtsverwertbar. Die müßten ihre Beweise schon bei der Hausdurchsuchung finden. Und der Zumwinkel kann jetzt natürlich gegen die Durchsuchung klagen und versuchen, die dort gefundenen Beweise invalidieren zu lassen. Rechtsstaat, good bye. Und was wenn die gar nichts finden bei Zumwinkel? Weil der seine Akten verschlüsselt auf dem Rechner hat? Dann wird das nach Jahren eingestellt und der kann noch Schmerzensgeld erklagen! Und die anderen sind jetzt alle vorgewarnt und verbrennen alle relevanten Daten? Und noch einmal Konz zitieren: Bei der Steuerfahndung musst Du schweigen wie ein Fisch, dann ist es wie bei normalen Gerichten. Gedächtnisverlust bringt Vorteile.

Aber so ist das halt, wenn sich der Staat erst mal auf das Niveau gewöhnlicher Krimineller herabläßt. Da gibt es dann kein zurück mehr. Der nächste Schritt ist vermutlich "Knochenbrecher-Inkasso" und "Pferdekopf-Mahnwesen" vom Finanzamt.

Genug Wortwitz, die Sache ist ernst und ein unfähiges Politikersystem mit zu enger Verpflechtung mit der Hochfinanz gehört reformiert oder wollen Sie die bestehenden Verknöcherungen gutheissen?

Knut Fischer, Rentner
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
1Empfehlung
22.02.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr Fischer,

Sie leben in einem hochentwickelten Rechtssaat. Dieser Rechtssaat muß sich im Einzelfall auch robuster Methoden bedienen dürfen, um zu einem gerechten Ergebnis zu kommen.

Liechtenstein wehrt jedes Rechtshilfeersuchen deutscher Behörden bei Steuerstrafsachen ab. Deswegen ist es für mich absolut nachvollziehbar, dass deutsche Finanzbehörden auf relevante Informationen zugreifen, wenn Sie Ihnen angeboten werden. Auch bei der Informationsbeschaffung gibt es im Rechtssaat eine "rote Linie". Diese "rote Linie" ist nach meinem jetzigen Wissen nicht verletzt worden. Ich bin der festen Überzeugung, dass es auf die Gerichtsverwertbarkeit der Daten aus Liechtenstein letztlich nicht ankommt. Die Tatverdächtigen werden gut beraten sein, Geständnisse abzulegen. Genau so werden nach meiner Einschätzung in den kommenden Wochen und Monaten die Abläufe sein.

Ist Ihnen aufgefallen, dass Herr Zumwinkel nicht in Untersuchungshaft genommen wurde? Könnte das nicht daran liegen, dass er bereit ist, sich zu erklären?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Verlängerung Kosovo-Einsatz
17.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

im Rahmen meiner Hausarbeit und darüber hinaus interessiere ich mich sehr für Ihre Einschätzung bezüglich der völkerrechtlichen Konsequenzen der nun verkündeten einseitigen Unabhägigkeit der bis zu diesem Zeitpunkt serbischen Provinz Kosovo. Wie bewerten Sie vor dem Hintergrund der UNSC-Resolution 1244/1999 und der angekündigten staatlichen Anerkennung des Kosovos durch die deutsche Bundesregierung die Folgen für das Rechtssystem der internationalen Staatengemeinschaft, dessen grundlegendes Prinzip der souveränen Gleichheit der Staaten und der darausresultierenden territorialen Integrität des Staates mit diesem Vorgehen erheblich verletzt wird?

Laufen wir mit dieser - sicherlich auch in vielen Punkten nachvollziehbaren - Entscheidung nicht Gefahr, der allgemeinen Geltung des universellen Völkerrechts entgegengewirkt zu haben?
Befürchten Sie nicht, dass die Bundesregierung auf diesem Wege eine inhaltliche Neuausrichtung der Vereinten Nationen oder gar deren wachsende Bedeutungslosigkeit vorangetrieben hat?

Vielen Dank für Ihre Aufmerksamkeit und die Hoffnung, Sie nicht mit einem zugegebender Maßen wenig innenpolitischen Thema belästigt zu haben. Juristisch ist es alle Mal :)

Mit sozaildemokratischen Grüßen,
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
bisher keineEmpfehlungen
22.02.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

die Gründung des Staates Kosovo ist ein Resultat der Auflösung des früheren Jugoslawiens. Ich sehe in der Anerkennung dieses Staates keine Verletzung des Völkerrechts.
Uns Mitgliedern des Bundestages liegt eine Ausarbeitung des Wissenschaftlichen Dienstes des Deutschen Bundestages zur Vereinbarkeit der Unabhängigkeitserklärung seitens des Kosovos vor. Ich bin gerne bereit, Ihnen diese Ausarbeitung zukommen zu lassen. Wenden Sie sich bitte an mein Büro in Berlin (030-22772127).

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Finanzen
18.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelpütz,

Anlässlich der derzeit aktuellen Steuerhinterziehungen möchte ich zwei Fragen an Sie richten:

1. Kann der Geldfluss nach Liechtenstein den Vorteil haben, dass das Geld in Europa bleibt, anstatt nach Singapur abzufließen?

2. Hat der Informant seine viereinhalb Millionen schon versteuert?
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
3Empfehlungen
21.02.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

die Alternative zu Liechtenstein ist nicht Singapur, sondern ein Staat Liechtenstein, der sich an internationale Richtlinien und Standards hält.

Laut Presseberichten hat der Informant die Steuern für das "Honorar" bereits gezahlt. Präziser formuliert, das "Honorar" ist unter Abzug der Steuern gezahlt worden. Andere Informationen habe ich nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Finanzen
18.02.2008
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

Ich hab da einmal eine ganz einfache Frage.

Warum muß eigentlich keiner von diesen Steuersündern ins Gefängnis?????
Jeder kleine Räuber der eine Bank bestiehlt, muß dafür büßen.
Die Steuersünder stehlen letztendlich auch mein Geld und stehen noch grinsend auf der Mattscheibe.
Das ist für mich als einfacher Bürger nicht mehr auszuhalten!!
Ich weiß auch nicht mehr was ich meinen Kindern sagen soll!!!!!!!!!!!!!!!!

mit freundlichen Grüßen


K.J.
(ein ehrlicher Steuerzahler)
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
5Empfehlungen
21.02.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich, dass Sie ein ehrlicher Steuerzahler sind. Über die gerechte Strafe für einen Steuersünder entscheiden in einem Rechtsstaat ausschließlich unabhängige Gerichte. Die Höchststrafe liegt bei zehn Jahren Freiheitsstrafe. Ich denke, wir werden alle miteinander sehr interessiert beobachten, wie der aktuelle Steuerskandal von der Justiz "bewältigt" wird.

Ich glaube, dass den Tätern inzwischen längst das Lachen vergangen ist.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.02.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

ich bin über das Erlangen der liechtensteinischen Bankdaten in der jüngsten Steueraffäre entsetzt!

Wie kann es sein, dass ein Rechtsstaat mit einem Kriminellen, der sich nach liechtensteinischen Recht strafbar macht, zusammen arbeitet, ihn schützt und ihn noch mit Millionen von Steuergeldern bezahlt?

Jeder Kriminelle im Ausland wird doch hellhörig, wenn man mitbekommt, dass der deutsche Staat für gestohlenes Datenmaterial Millionen bezahlt.

Wird der deutsche Staat in Zukunft dann noch Einbrecher bezahlen, wenn man keine richterliche Hausdurchsuchung via Rechtshilfe in der Hand hat?

Ich meine, ein Rechtsstaat kann doch nicht Unrecht begehen, wenn man Unrecht aufdecken möchte! Hierfür gibt es wohl die Amts- und Rechtshilfe.

Mich würde Ihre Meinung dazu interessieren.

Beste Grüße
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
8Empfehlungen
21.02.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben völlig Recht, es gibt das Instrument der Rechtshilfe. Dieses Instrument funktioniert auch gut, leider nicht gegenüber Liechtenstein.
Liechtenstein bearbeitet deutsche Rechthilfeersuchen in Steuerstrafsachen nicht. Ich halte das für ein großes Ärgernis. Liechtenstein steht seit Jahren auf der "schwarzen Liste". Ich bin deshalb sehr dafür, dass gegenüber Liechtenstein massiv Druck ausgeübt wird.

Der bundesdeutsche Rechtsstaat kann bei der Aufklärung von Straftaten im Einzelfall gezwungen sein, auch robuste Methoden einzusetzen. Es ist die Aufgabe des Bundesnachrichtendienstes, im Ausland relevante Informationen zu beschaffen, die für die Sicherheit unseres Landes von Bedeutung sind.

Ich lobe den Bundesnachrichtendienst ausdrücklich dafür, dass es ihm gelungen ist, diese wichtigen Informationen aus Liechtenstein zu beschaffen. Ich habe an der Legalität und an der Legitimität dieses Handelns keine Zweifel.

Selbstverständlich gibt es für den Rechtsstaat stets eine "rote Linie", die bei der Bekämpfung von Kriminalität nicht überschritten werden darf. Diese "rote Linie" ist nach meinen Erkenntnissen nicht verletzt worden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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