Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Unser Grundgesetz ist nichts anderes als eine Verfassung. Deshalb heißt unser höchstes Gericht mit Recht Bundesverfassungsgericht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Dieter Wiefelspütz
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Inneres und Justiz
04.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

Unter www.presseportal.de ist zu lesen, dass Sie gegenüber der Saarbrücker Zeitung folgendes gesagt haben: "Niemand muss in Deutschland eine Waffe bei sich haben. Das sollten wird denen überlassen, bei denen das Gewaltmonopol liegt, also der Polizei."

Ich möchte dies zum Anlass nehmen und Ihnen folgende Frage stellen:

Ein Gewaltmonopol des Staates kann nach mehrheitlicher Auffassung aus dem Art. 20 Abs. 3 GG abgeleitet werden. Nach hehrer staatsrechtlicher Lehre überträgt das Volk die Staatsgewalt auf drei Teilgewalten, nämlich die Organe der Gesetzgebung, der vollziehenden Gewalt und der Rechtsprechung. Damit wird klar geregelt, dass es zB. keine parallelen, staatsähnlichen Machtorgane (Clanführer, Warlords, etc.) geben soll. Faustrecht soll es nicht geben. Der Staat sorgt in einem gewissen Ordnungsrahmen für die Lebensverhältnisse.

Daneben gibt es noch die Bedeutung der Ausübung einer unmittelbaren physischen Gewalt, welche ebenfalls ausschließlich beim Staat liegen soll.

Wenn nun der private Waffenbesitz im Widerspruch zum staatlichen Gewaltmonopol gesehen wird, so wird etwas falsch verstanden:

Der bloße BESITZ oder auch das FÜHREN einer Waffe (auch eines Messers, exakt darum geht es ja) etabliert keine Machtstruktur außerhalb der staatlichen Organe! Weiterhin ergibt sich daraus auch keine Ausübung eines unmittelbaren physischen Zwangs gegen irgendwen und erst Recht keine Selbstjustiz. Im Falle der Notwehr ergibt sich kein Widerspruch, da unsere Rechtsordnung hierfür enstprechende Regeln vorhält.

Sind Sie daher mit mir einer Meinung, dass in der Diskussion um den privaten WaffenBESITZ einschließlich des FÜHRENS von Messern das Gewaltmonopol kein Argument ist, dass also das - wie Sie sagen - "bei sich haben" eines Messers keine Verletzung des Gewaltmonopols darstellt?
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
2Empfehlungen
07.01.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

wollen Sie mit mir eine rechtswissenschaftliche Diskusssion über das Gewaltmonopol des Staates führen? Wenn ich die Zeit dafür hätte, könnte eine solche Diskussion sehr reizvoll sein. Wir haben ein besorgniserregendes Anwachsen des Führens von Waffen bei jungen Menschen zu verzeichnen. Ich bin der Auffassung, daß man sich vor diesem Hintergrund nicht auf die Position des Zuschauers beschränken sollte. Ich bin für ein entschieden strenges Waffenrecht und unterstütze Initiativen, das Führen von an sich zulässigen Waffen an bestimmten Orten generell zu untersagen

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
05.01.2008
Von:

sehr geehrter herr wiefelspütz,

heute kann ich einem bericht der saarbrücker zeitung entnehmen, daß sie gegen eine verschärfung der jugendstrafgesetzte sind. dagegen habe ich nichts einzuwenden.

ich wehre mich jedoch gegen ihre meinung, das tragen von waffen, anderen zu überlassen. dazu zählen lt. sz auch messer. ich bin reiter und kann ohne messer nicht reiten gehen, da ich dieses im notfall beim pferd benötige. ich finde es deshalb nicht richtig, daß sie wegen der jugendichen, welche sich an kein gesetz halten, deshalb andere mitbürger deshalb im regen stehen lassen wollen.

also : es müssen die jugendlichen, welche gewalttätig sind bestraft werden. nicht aber ander mitbürger. ist die berichterstattung der sz ihrer meinung nach korrekt ?

mfg
g.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
2Empfehlungen
07.01.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr Fuchs,

es ist für mich neu, daß ein Reiter ein Messer mit sich führt. Freilich, ich bin kein Reiter. Allerdings, beim Bergsteigen gehört ein Schweizer Messer zu meiner Ausrüstung. Mir geht es nicht um Reiter, Jäger, Sportschützen oder bergsteigende Menschen. Ich bin für ein sehr strenges Waffenrecht insbesondere im Hinblick auf junge Menschen und unterstützen Initiativen, das Tragen von an sich zulässigen Waffen an bestimmten Orten ausnahmslos zu verbieten. Aus guten Gründen darf ich auch kein Messer im Handgepäck an Bord eines Flugzeugs mitnehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
05.01.2008
Von:

Es geht um die Parteilichkeit der SPD bei Körperverletzungsdelikten, bei denen Nationalismus/Rassismus verbal zutage tritt ... wie neulich in der Münchner U-Bahn ..

Wieso gibt´s keine Kampagne von Links (wie bei Skinheadübergriffen!) wenn Ausländer sich rassistisch-radikaler Ausdrücke wie "Scheissdeutscher" ,"deutsche Hure" etc bedienen??

Liegt´s daran, dass man sich die türkische Wählerschaft nicht vergrätzen will?

Warum wird in vielen Medien die Nationalität von Tätern bei Körperverletzungsdelikten verschwiegen, wenn sich´s um Ausländer handelt?

Wenn aber ein Ausländer angegriffen wird, heisst´s gleich: "Neonaziüberfall", dass mit dem Begriff Neonazi die Nationalität feststeht, ist ja wohl sonnenklar ...

Wenn schon Verschleierung der Herkunft von Tätern - dann bitte konsequent schreiben: Übergriff von "Jugendlichen" oder einfach "Zweibeinern" oder "Primaten" höherer Ordnung ...

m. f. Gruss
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
8Empfehlungen
06.01.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich bin immer parteilich, wenn es um Straftaten geht. Ich bin immer auf der Seite der Opfer. Ich denke, das gilt für die gesamte SPD. Wer Stellen für Polizisten, Staatsanwälte und Richter abbaut und zusätzlich finanzielle Mittel für die Gewaltprävention streicht und gleichzeitig unverfroren nach einer Verschärfung des Strafrechts ruft, genau dies tut Ministerpräsident Koch in Hessen, ist unseriös - höflich ausgedrückt.Für den Umgang mit straffälligen Menschen, die in Bayern leben und dort schwere Straftaten begehen, ist der Freistaat Bayern verantwortlich. Wer regiert dort eigentlich? Wer ist denn für mißlungene Integration in Bayern verantwortlich? Nochmals: Wer regiert in Bayern? Wer ist in Bayern verantwortlich für die Justiz und für den Strafvollzug? Wer ist in Bayern für konsequente ausländerrechtliche Maßnahmen verantwortlich?Gewalt ist jung und männlich, vereinfacht ausgedrückt. Wer jugendlichen Straftätern helfen will, packt sie aus guten Gründen nicht in Watte. Ausländische Jugendliche und deutsche Jugendliche mit Migrationshintergrund sind in Deutschland überproportional an Gewalttaten beteiligt. Wenn ein 20jähriger einen Menschen beinahe umbringt, muß er streng bestraft werden. Wer will, daß Kinder nicht mit 18 oder 20 Jahren zu Schlägern werden, muß sich massiv um Familie, Schule, Ausbildung und Arbeit kümmern. In diesen Bereichen kann man Ursachen und nicht nur Symptome bekämpfen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Integration
06.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

hat Prof. Dr. Schachtschneider Recht mit seiner Kritik über den neuen Anlauf zur Staatenverschmelzung durch den EU Vertrag, welcher nur noch durch IRLAND aufzuhalten ist?
(Allgemein bekannt durch Youtube) Der umgeschriebene EU Vertrag stößt vielen Nationen übel auf. Durch geschickte Manipulationen hat man die Kluft zwischen Wähler und Berufspolitiker weiter vertieft und den Weg zur EU-Diktatur mit Schießbefehl freigemacht.
Ist jetzt der Weg zum totalen Polizeistaat offen? Auch ich kann da keine demokratische Legitimation erkennen. Wäre beispielsweise in eurem Deutschland eine echte Demokratie installiert, dann dürften hier die US Kräfte nichts mehr zu sagen haben, ein Friedensvertrag angestrebt werden, Fragen bezüglich trivialer Angelegenheiten wie SOMMERZEIT oder KOHLEBERGBAU, Dinge höheren Stellenwertes wie DM oder EURO nur noch über VOLKSBEFRAGUNGEN stattfinden.
Noch mag es die beste aller Möglichkeiten zu sein, hier zu leben, doch die Schlinge zieht sich erbarmungslos zu. Wenn man hier alle knapp 400 Fragen und Antworten studiert hat, kommt man zu dem Ergebnis, daß die Wähler im hiesigen Wahlkreis politisch aktiv werden und sich nichts mehr bieten lassen wollen. Von allen SPD Beifallklatschern gefällt mir einzig und allein Herr Altkanzler Schmidt ganz gut. "Ich habe jetzt ein Alter erlangt, wo ich ungestraft den Mund auftun darf". Dieser Mut zur Wahrheit(wenn auch verspätet) wird doch durch Parteiräson bei den meißten Abgeordneten verhindertnd natürlich handeln ja alle nach eigenem Gewissen.

Sie sind ehrlich direkt, ein überzeugte Hardliner der SPD und sollten Kanzler sein, denn Frau Kanzler ist gut für amerikanische Banker, aber nicht für euer Land und Leute.

Um die Frage wiederholt zu stellen: Hat Prof. Dr. Schachtschneider Recht mit seiner Kritik über den neuen Anlauf zur Entnationalisierung durch das Durchpeitschen des neuen EU Vertrages, welcher nur noch durch IRLAND aufzuhalten ist?

Mit freundlichen Grüßen, Herr
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
2Empfehlungen
09.01.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich kenne den Beitrag von Herrn Schachtschneider nicht. Die EU wird auf absehbare Zeit auf gar keinen Fall zu einer "Staatsverschmelzung" führen. Frankreich wird Frankreich, Polen wird Polen und Deutschland wird Deutschland bleiben. Die EU ist für die Mitgliedstaaten - bei aller berechtigten Kritik im Detail - eine große Erfolgsgeschichte. Die EU ist ein Raum des Friedens, der Freiheit, der Sicherheit und der Demokratie. Ich bin seit vielen Jahren ein Anhänger direkter Demokratie. Selbstverständlich sollte auch in Deutschland - wie beispielsweise in Frankreich und Schweden - das Volk über die Annahme der EU-Verfassung abstimmen dürfen.. Unser Grundgesetz läßt das gegenwärtig nicht zu. Das Grundgesetz kann aber geändert werden. Dafür werbe ich.

Mit freundlichenGrüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Inneres und Justiz
07.01.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

wie können Sie als studierter Jurist aus lediglich Parteipolitischem Gebaren heraus den schwarzen Peter der vorherigen Nicht-Verurteilung im Fall der Münchner U-Bahn-Schläger der Bayrischen Landesregierung zuschieben, wo gerade Sie doch von der Gewaltenteilung wissen sollten.
Wie soll da die Legislative der Judikative vorschreiben, wie sie zu handeln hat?
Bayrische Richter stammen nicht zwangsläufig aus Bayern und sind erst recht nicht notorische CSU-Wähler, vielmehr folgen Richter etablierter Rechtsprechung, und das bundesweit!

In diesem Falle würde ich Sie um eine Stellungnahme bitten, in der Sie dezidiert die Möglichkeiten der Einwirkung von Herr Beckstein auf die Bayrische Rechtsprechung aufzeigen beziehungsweise seine persönlichen Verfehlungen im Bezug auf nach akut herrschender Meinung zu mild verurteilter Straffälliger. Werden Kriminelle in einem Rechtsstaat von einem unabhängigen Richter vor einem ordentlichen Gericht zur Verantwortung gezogen, oder geschieht dies neuerdings durch den amtierenden Ministerpräsidenten des jeweiligen Bundeslandes?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
2Empfehlungen
07.01.2008
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

die politische Verantwortung für das, was in der Verantwortung des Freistaates Bayern geschieht, trägt der Ministerpräsident. Zur politischen Verantwortung gehört auch die Verantwortung für die Justiz.Ich bin selber in einem anderen Leben Richter gewesen und weiß um die besondere Bedeutung der richterlichen Unabhängigkeit in einem Rechtsstaat. Aber auch unabhängige Richter werden vom Staat eingestellt, befördert und fortgebildet. Oder existieren Richter außerhalb unserer Welt?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Dieter Wiefelspütz
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.