Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
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(...) Selbstverständlich benötigen die Sicherheitsbehörden im Rechtsstaat konkrete und handfeste Anhaltspunkte, wenn ein Telefon abgehört, ein Computer beschlagnahmt oder eine Wohnung durchsucht werden soll. (...) Auch die Prävention von Straftaten erfolgt im Rahmen und nach den Regeln des Rechtsstaats. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Sicherheit
15.11.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

in einer Antwort vom 10.11.07 [an Herrn Linke, Anm. d. Red.] zum Thema Vorratsdatenspeicherung eines anderen Fragestellers haben Sie u.a. folgendes erklärt:

"Sie werden es aushalten müssen, daß ich die Vorratsdatenspeicherung für erforderlich halte. Ich respektiere, daß Sie die Vorratsdatenspeicherung ablehnen."

Wenn Sie somit die Vorratsdatenspeicherung für erforderlich halten, verstehe ich nicht, dass Sie - ausweislich einer im Internet veröffentlichten Liste der Bundestagsverwaltung zum Abstimmungsverhalten der Bundestagsabgeordneten - nicht mit "Ja" abgestimmt haben, sondern weder mit "Ja" noch mit "Nein" oder gar mit "Enthaltung" , vielmehr an der Abstimmung dieses wichtigen, in der Öffentlichkeit äußerst umstrittenen und verfassungsrelevanten Gesetzes überhaupt nicht teilgenommen haben?!

Es gibt mehrer Erklärungsmöglichkeiten:

1. Es handelt sich um eine Fehlinformation der Bundestagsverwaltung;
2. Sie waren erkrankt;
3. Sie haben einen anderen Termin wahrgenommen, der aber kaum wichtiger gewesen sein dürfte, als an der genannten Entscheidung mitzuwirken (mindestens könnte man andere Termine rechtzeitig verlegen)

Oder ist dieses Verhalten inzwischen das übliche Verfahren unserer Volksvertreter, um sich nicht festzulegen oder festlegen zu lassen bzw. einer Parteidisziplin zu entgehen? Immerhin ist anhand der Abstimmungsliste festzustellen, dass ein erheblicher Prozentsatz der Abgeordneten der Abstimmung ferngeblieben ist.

Warum haben Sie nicht an der Abstimmung teilgenommen, falls es sich nicht um eine Fehlinformation handelt?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
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16.11.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

auch diese Frage habe ich mehrfach beantwortet.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.11.2007
Von:

Guten Tag Herr Wiefelspütz,

aus Ihrer Antwort auf die Frage von Inge Jurk-Prommersberger:

"mein Maßstab ist das Grundgesetz. Vielleicht haben Sie einen anderen Maßstab."

Das ist eine bodenlose Frechheit und zeugt von unglaublicher Arroganz.

Meine Frage an Sie ist aber eine andere:
Halten Sie sich für ausreichend kompetent, über Themen wie Online-Durchsuchungen, deren Rechtskonformität, technische Aspekte und dergleichen zu entscheiden? Wer berät Sie dabei?
Welche "schwere Kriminalität" hofft man durch eine präventive Speicherung dieser Daten zu VERHINDERN? Ahnden kann man sie jetzt schon ausreichend.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
4Empfehlungen
16.11.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

Sie wollen Polemik und keine Antwort.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
16.11.2007
Von:

Sehr geehrter Dr. Wiefelspütz,

es verwundert mich nicht nur, sondern ich muss sagen es entsetzt mich, wie ein Volljurist (am Ende noch Dr.jur.?) derart nonchalant über die offensichtlichen Widersprüche hinweggeht, in denen die Vorratsdatenspeicherung zum Verfassungsrecht steht.
Sie rechnen doch nicht ernsthaft damit, dass das Bundesverfassungsgericht auf einmal eine über Jahrzehnte gefestigte Rechtsprechung in ihr Gegenteil verkehrt und dieses Gesetz für verfassungskonform erklärt?
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
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16.11.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

Sie liegen schon richtig. Ich bin im "Nebenberuf" ein leidenschaftlicher Rechtswissenschaftler mit zahlreichen wissenschaftlichen Veröffentlichungen und einem Lehrauftrag an der rechtswissenschaftlichen Fakultät der Heinrich Heine Universität Düsseldorf. Es finde es deshalb abwegig und unverschämt, mir zu unterstellen, ich ginge "nonchalant" mit dem Verfassungsrecht um. Ich weiß, wovon ich rede.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
16.11.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

In den vorherigen Fragen zur VDS und anderer Datensammelwut des Staates haben Sie Ihre Auffassung ausreichend oft darlegen können, deshalb frage ich Sie kein weiteres Mal danach. Ich schätze Sie als beratungs- und aufgrund Ihres Alters und Ihres Standes auch als überzeugungsresistent ein. Gerade durch letztere Eigenschaft erscheint mir auch Ihr Tonfall in einigen Ihrer Antworten nicht immer angebracht. Sei es, wie es sei, "ich werde damit leben müssen", wie sie so schön sagen und empfehlen oder gar vorschreiben kann ich Ihnen ohnehin nichts.

Ich werde auch damit leben müssen, dass ich von Ihnen und anderen ähnlich denkenden Politikern regiert werde, denn meine Generation (ich bin 25) wird so schnell die Mehrheitsverhältnisse nicht kippen können. Ich komme nicht um Sie herum, Sie um uns jedoch jederzeit.

Meine Frage ist nun sehr pragmatisch und sollte für einen Juristen und Innenpolitiker wahrscheinlich einfach zu beantworten sein:

Wenn ab 2009 wie geplant elektronische Personalausweisdokumente mit Fingerabdruck und allen Einzelheiten Pflicht werden und ich mich widersetze, nach dem Ablauf meines aktuell gültigen Dokuments einen solchen neuen Ausweis zu beantragen bzw. ausstellen zu lassen, mit welchen genauen Repressalien seitens der Behörden und des Staates habe ich zu rechnen?

Bitte halten Sie das für keine Spinnerei, ich bin nicht weniger von meiner Meinung überzeugt, als Sie von Ihrer. Ich bin gerne ein ehrlicher, deutscher Bürger, aber ich beschäftige mich ernsthaft mit der Frage, dieses Privileg im Zuge der aktuellen Entwicklungen in der Zukunft abzugeben (es fehlt einzig das Geld).

Ich kann aufhören, zu kommunizieren, um der VDS zu entkommen, ich auf das Fliegen verzichten, um den entwürdigenden Methoden beim Flug-Checkin zu entgehen und ich kann mein Gesicht vor Kameras verstecken, um privat zu bleiben und nicht ungewollt aufgezeichnet zu werden.

Beim neuen Personalausweis bin ich machtlos.

Mit freundlichen Grüßen,
.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
4Empfehlungen
16.11.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

Sie sehen das ganz richtig: Sie können mir nichts vorschreiben.

Wir sind ganz am Anfang der Beratungen beim ePersonalausweis. Ob und - wenn ja - wie er eingeführt wird, entscheidet sich voraussichtlich in der Mitte des nächsten Jahres. In der ersten Hälfte des kommenden Jahres ist eine intensive Informations- und Aufklärungsphase geplant. Erst danach soll das Gesetzgebungsverfahren beginnen. Ich erhoffe mir den bestmöglichen Personalausweis für unsere Bürger. Es wird auch zu diskutieren sein, was passiert, wenn jemand sich weigert, einen Personalausweis zu beantragen. Es gibt dazu noch keine Entscheidungen, nicht einmal Beratungen.

Mich würde schon interessieren, in welchem Land Sie glauben, freier und rechtsstaatlicher zu leben als in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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Frage zum Thema Vorratsdatenspeicherung
16.11.2007
Von:

Herr Wiefelspütz,

es freut mich zu lesen, dass es mit Ihnen keine Folter in geben wird!

Entschuldigen Sie, aber das sind Banalitäten. Was ist mit den tatsächlich bedrohten Gütern wie Fernmeldegeheimnis, Pressefreiheit und Unschuldsvermutung?

Mit freundlichem Gruss,
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
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17.11.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

in Deutschland sind das Fernmeldegeheimnis und die Pressefreiheit Grundrechte. Die Unschuldsvermutung ist Bestandteil des Rechsstaatsprinzip. Grundrechtseingriffe unterliegen einer umfassenden gerichtlichen Überprüfung.

In keinem Land der Welt existiert eine Norm , die dem Art. 19 Absatz 4 GG vergleichbar wäre.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz
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