Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
Ich lese die Zeitschrift "Bravo" nicht. Ich befasse mich auch nicht mit "Tokio Hotel". Das mag ein Fehler sein, aber ich äußere mich nicht über Dinge, die ich nicht kenne. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Dieter Wiefelspütz
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Sicherheit
21.09.2007
Von:
Jan

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

in letzter Zeit stelle ich mit großer Sorge fest, dass die Menschen in meiner Umgebung immer öfter die Furcht vor einer beschleunigten Islamisierung Europas und speziell Deutschlands, offen äußern. Ich bemerke, dass dadurch das Klima in unserer Gesellschaft, immer eisiger wird.

Meine Fragen an Sie lauten deswegen:

1. Sehen Sie auch die Tendenz der Islamisierung?

Wenn Ja:

2. Erkennen Sie diese als Gefahr für den sozialen Frieden in unserem Land an?

3. Und von welchen Organisationen wird diese, betrieben bzw. unterstützt?

4. Und was unternehmen Sie / Ihre Partei, um dieser Entwicklung entgegenzuwirken?

Wenn Nein:

1. Wie erklären Sie sich das schlechte Image des Islam weltweit?

2. Wie sehen Sie die Entwicklung des Islam in der Zukunft?

3. Ist der Islam demokratiefähig?

MfG: J.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
15Empfehlungen
26.09.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

der Islam ist eine Weltreligion, die - wie andere Religionen - Respekt und Achtung verdient. Die Vorstellung, daß Deutschland islamisiert werden könnte, halte ich für absurd. Die islamischen Gemeinden tragen regelmäßig zum inneren Frieden unseres Landes bei. Wie kann man auf die Idee kommen, daß der Islam nicht demokratiefähig sei? Ich weiß nicht, wie sich der Islam in Zukunft entwickelt. Ich weiß auch nicht, wie sich das Christentum in Zukunft entwickelt.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Sicherheit
24.09.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

Ich habe heute einen Bericht über den geplanten elektronischen Ausweis gelesen aus dem hervorgeht, dass Sie der Ansicht sind, dass es sich dabei nicht um einen erkennungsdienstlichen Vorgang handelt und es würden sich nur wieder die üblichen Bedenkenträger dazu melden. Mit Verlaub, ich bin keiner der üblichen Bedenkenträger und ich habe da subjektiv einen anderen Eindruck. Gerade wenn zunächst Daten abgenommen werden und anschließend wieder vernichtet werden sollen, kommen mir ziemliche Bedenken. Daten die einmal gespeichert wurden, werden oft behalten – man kann ja nie wissen! Oder wie ist es zu verstehen wenn persönliche Daten auch nach Jahren wieder auftauchen? Das Fernsehen berichtet immer wieder über solche Fälle, sei es bei der Schufa, sei es bei der Zentrale in Flensburg, sei es bei unterschiedlichen Ämtern etc…Bemerkenswert ist auch, dass nun Ämter untereinander Daten austauschen dürfen und somit die Speicherwut immer größere Kreise zieht. Daraus resultierend ergibt sich wieder eine interessante Möglichkeit für alle Ämter: Nehmen wir einmal an es würden tatsächlich die Verjährungsfristen eingehalten und Dateien gelöscht, durch die Verknüpfung mit andere Ämtern, können nun ganz legal die Daten bei einem anderen Amt wieder angefordert und angelegt werden. Da diese Dateien nun mit "frischem Datum" angelegt wurden, ergibt sich automatisch wieder eine neue Verjährungsfrist. Sicher, die meisten Bürger haben nichts zu verbergen, übrigens ich auch nicht, dennoch, wieso ist die gefühlte Realität eine andere als die propagierte Realität? Ich hätte da einen Vorschlag: Nach der Geburt wird jedem Baby Blut abgenommen; man könnte grundsätzlich ein DNA-Profil erstellen und schon erübrigt sich jede weitere Diskussion. Sicher mein Vorschlag ist extrem, aber angesichts der subjektiv gefühlten Sammelwut ist es ohnehin nur eine Frage der Zeit bis es dazu kommt, oder?

Hochachtungsvoll

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
9Empfehlungen
26.09.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

die Fingerabdrücke werden ausschließlich für die Herstellung des e-Personalausweises benötigt. Anschließend werden sie vernichtet. Das wird gesetzlich geregelt. Wir leben in einem Rechtsstaat mit einer gesetzestreuen Verwaltung und integeren Mitarbeitern. Eine Datei wird es deshalb nicht geben. Ich kenne niemanden, der eine DNA-Datei fordert, die mit der DNA der Neugeborenen gespeist wird. Ich befasse mich nicht mit absurden Vorschlägen.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
25.09.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz,

angeblich soll die Einführung von Fingerabdrücken als biometrisches Merkmal in Personalausweisen und Reisepässen lediglich der Erhöhung der fälschungssicherheit dienen. Ich - wie viele andere Bürger auch - befürchte das dies lediglich den Einstieg in die Massenspeicherung aller Fingerabdrücke aller Deutschen zu erkennungsdienstlichen Zwecken sein soll.

Wenn dies nicht der Fall ist, warum wird dann von allen möglichen Merkmalen (z.b. Venenstruktur, Handgeometrie und Handlinie, Gesichtsmessung, Iris- und Retinastruktur usw. ) das einzige biometrische Merkmal genommen das sich für erkennungsdienstliche Zwecke eignet - d.h. das einzige Merkmal das von Menschen "zurückgelassen" wird.?

Insbesondere da die Fingerabdrücke das einzige Merkmal sind, das sich - wenn auch mit gewissem Aufwand fälschen läst und somit das unsicherste aller oben genannten biometrischen Merkmale darstellt.

Wie wird sichergestellt das die in den Reisepässen gespeicherten Fingerabdrücke im Ausland nicht mißbraucht werden? Bei einer Reise in die USA werden die Fingerabdrücke ebenfalls abgenommen, dies ist ein "bewusster" Vorgang. Zukünftig könnten Staaten die Fingerabdrücke einfach aus dem Ausweis auslesen. (Auch ohne Abgleich), so daß sich der Einreisende nicht bewusst ist, das seine Fingerabdrücke jetzt gespeichert sind. Wie wird verhindert, dass dadurch Menschen in Gefahr geraten die in Länder reisen um z.B. dort die demokratische Opposition zu unterstützen oder sich z.B. für die Menschenrechte engagieren?

Nochmal: Weshalb Fingerabdrücke - das fälschungsanfälligste und gefährlichste aller biometrischen Merkmale wenn es nicht um die schrittweise Einführung der erkennungsdienstlicher Nutzung geht?
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
11Empfehlungen
26.09.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

unser Personalausweis ist jetzt schon in einem hohen Maß fälschungssicher. Die Einführung des e-Personalausweises hat mit dem Thema Fälschungssicherheit nichts zu tun. Das Photo auf dem Personalausweis ist zur Identifizierung wichtig. Der eingescannte Fingerabdruck ermöglicht eine blitzschnelle und zweifelsfreie Identifizierung und ist deshalb noch zuverlässiger. Wenn es einen e-Personalausweis geben sollte, wird gesetzlich festgelegt, daß die Fingerabdrücke nach Herstellung des Personalausweises vernichtet werden. Eine Fingerabdruckdatei in Verbindung mit dem e-Pass und/oder dem e-Personalausweis wird es in Deutschland nicht geben. Die Fingerabdrücke werden auf gar keinen Fall hinterlegt. Das ist die klare und nicht verhandelbare Position der SPD. Ich könnte auch sagen: Basta!

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.09.2007
Von:

Was gedenken Sie zu tun, um Verstöße gegen das Grundgesetzt durch den Verteidigungsminister und den Innenminister zu ahnden und weitere zu vermeiden?
Halten Sie ein Verbleiben im Amt für richtig oder wichtig für die Große Koalition?
Mit freundlichen Grüßen
E.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
21Empfehlungen
26.09.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrte Frau ,

ich denke, ich war der erste Politiker, der den Bundesverteidigungsminister deutlich kritisiert hat. Im Übrigen gilt das Grundgesetz. Der Bundeskanzler bestimmt die Richtlinien der Politik und trägt dafür die Verantwortung. Innerhalb dieser Richtlinien leitet jeder Bundesminister seinen Geschäftsbereich selbständig und unter eigener Verantwortung. Und schließlich: Die Bundesminister werden auf Vorschlag des Bundeskanzlers vom Bundespräsidenten ernannt und entlassen. Das können Sie alles in Art. 64 und 65 des Grundgesetzes nachlesen. Warum fragen Sie mich und nicht die Bundeskanzlerin?

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
26.09.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

wie viele Abgeordnete müssen im Bundestag anwesend sein, um politische Entscheidungen treffen zu können?

Man hat hin und wieder das Gefühl, dass der Bundestag an manchen Tagen unterbesetzt ist.

Mit besten Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
16Empfehlungen
27.09.2007
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

bei wichtigen Debatten und Abstimmungen sind nahezu alle Abgeordneten im Plenum. Bei Fachdebatten sind vor allem die Fachpolitiker anwesend. Wären Sie Mitglied des Bundestages, müßten auch Sie Ihre Arbeitszeit und Arbeitskraft organisieren. Sie würden schnell merken, daß Sie einfach nicht die Zeit haben, um von 9 Uhr bis 22 Uhr im Plenum zu sitzen.

Mit freundlichen Grüßen

Dieter Wiefelspütz
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Dieter Wiefelspütz
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.