Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
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(...) Bei Fachdebatten sind vor allem die Fachpolitiker anwesend. Wären Sie Mitglied des Bundestages, müßten auch Sie Ihre Arbeitszeit und Arbeitskraft organisieren. Sie würden schnell merken, daß Sie einfach nicht die Zeit haben, um von 9 Uhr bis 22 Uhr im Plenum zu sitzen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

danke für Ihre Nachricht vom 9.6.. Ich merke nichts vom qualifizierten Rechtsstaat. Mich stört z.B. immer wieder die Zweiklassenjustiz, die auch im Internet ein großes Thema ist. Wer Rang und Namen hat, wird von seinesgleichen bevorzugt behandelt und mit dem "kleinen Mann" wird immer und immer wieder kurzer Prozess gemacht. Irgendwie kann ich das auch verstehen, denn wer Arbeit macht und den Ablauf stört, ist unbeliebt. Der "kleine Mann" merkt das auch bei Behörden, z.B. bei Dienstaufsichtsbeschwerden. Die Erfolgsaussichten von Dienstaufsichtsbeschwerden sind grds. als gering einzuschätzen. Deshalb gilt die Formel : "Dienstaufsichtsbeschwerde = 3 f " wobei die f´s "formlos", "fristlos", "fruchtlos" bedeuten (vgl. z.B. "Brell, Abfassung Dienstaufsichtsbeschwerden, 2006", zentrumsforen.net ). Der Niedergang des Rechtsstaates ist von Dr. Egon Schneider auch gut beschrieben worden (vgl. www.hoerbuchkids.de ).
Können Sie die Probleme der Bürger verstehen? Wird etwas unternommen, um den einfachen Leuten mehr Geltung zu verschaffen?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
13Empfehlungen
26.06.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich habe Ihnen bereits geantwortet. Nochmals, ich halte die Bundesrepublik Deutschland für den qualifiziertesten Rechtsstaat weltweit. Das schließt ein, daß auch in unserem Land von der Justiz Fehler gemacht werden.

Letztlich sind wir alle "kleine Leute". Was denn sonst?

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.06.2009
Von:

Sehr verehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

die Bundestagswahlen stehen an. Könnten Sie sich mit einer Regelung anfreunden und diese durchzusetzen helfen, dass jeder Bundestagsabgeordnete nur noch maximal zweimal hintereinander über einen sicheren Listenplatz gewählt werden darf, ab dem dritten mal die direkte Wählerbefragung über Direktmandat zwingend notwendig ist?
Wer 8 Jahre einen guten und transparenten Job gemacht hat, der braucht den Wähler nicht zu fürchten. So kann verhindert werden, dass sich eine Kaste von "Parteisoldaten auf Versorgungsposten" etabliert.

Mit bestem Gruß
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
21Empfehlungen
25.06.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrte Frau ,

es sind sehr unterschiedliche demokratische Wahlverfahren vorstellbar. Wir haben uns in der Bundesrepublik Deutschland vor Jahrzehnten für eine personalisierte Verhältniswahl entschieden. Ich trete nicht für eine Änderung unseres Wahlrechts ein. Unser Wahlrecht ist nach 60 Jahren Praxis gleichsam geronnenes Verfassungsrecht. Das Verhältniswahlrecht stellt sicher, daß alle in unserem Land vertretenen politischen Strömungen proportional im Parlament vertreten sind.

Es gibt nicht den geringsten Grund, Personen, die über die Liste in den Bundestag gewählt wurden, abzuqualifizieren oder zu diffamieren.

Ich bin seit 1987 stets direkt in den Bundestag gewählt worden und hatte nie einen aussichtsreichen Listenplatz. Ich bin deshalb keineswegs der bessere Abgeordnete.

Die Bundesrepublik Deutschland existiert seit 60 Jahren. Diese 60 Jahre sind eine einzige Erfolgsgeschichte. Vor allem ist dies eine Leistung unseres Volkes. An dieser Erfolgsgeschichte haben aber auch die Menschen, die von unserem Volk in den Deutschen Bundestag gewählt wurden, einen wesentlichen Anteil.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
25.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Wiefelspütz

mit Interesse habe ich verfolgt, dass sich ihre Partei in der Regierung dafür einsetzt, geltendes Recht auch in neuartigen Medien durchzusetzen. Dabei fällt jedoch auf, dass sich die Maßnahme der Regierung recht einseitig auf das Internet konzentrieren während die Bekämpfung von schweren Rechtsverstößen wie Volksverhetzung in anderen Medien zu kurz kommt.

Durch die aktuelle Diskussion um das Zugangserschwernisgesetz bin wieder daran erinnert worden, dass mitten in Deutschland unzählige ausländische TV-Sender völlig frei empfangen werden können. Dabei entsprechen viele davon nicht der deutschen Rechtsnorm. Vor allem bei den von den Terror-Organisationen Hizb Allah und Hamas produzierten TV-Sender "Al-Manar"und "al-Aqsa TV" gehören Volksverhetzung, Gewaltverherrlichung und Judenhass zum festen Programminhalt. Trotzdem sind solche Sender in Deutschland völlig problemlos zu empfangen.

Es sind sowohl der Empfang, der Konsum und auch der Verkauf der erforderlichen Geräte völlig legal. Und dass, obwohl davon auszugehen ist, dass diese Sender zur Radikalisierung bestimmter Bevölkerungsschichten nicht unerheblich beitragen.

Wie ich erfahren konnte, hat die ARD-Sendung "Monitor" bereits im September 2006 darüber berichtet. Außerdem kam dieses Problem (unter anderem) im Bundestag in einer kleinen Anfrage vom 13.06.2007. zur Sprache. ( Drucksache 16/5658).
Auf die Frage, ob die Regierung Handlungsbedarf sieht, um den Empfang solcher Programme zu unterbinden, antwortete die Regierung nur lapidar mit einem Satz. Nach dem Motto "Da kann man nichts machen." Unter diesen Umständen erscheint mir der Kampf gegen rechtsfreie Räume nicht besonders überzeugend.

Sind sie auch der Ansicht, das man die Verbreitung von Terror-Sendern in Deutschland hinnehmen muss – ?
Darf die Satellitenschüssel auch in Zukunft ein rechtsfreier Raum bleiben?

In Erwartung ihrer Antwort
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
7Empfehlungen
08.07.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

wir haben bei grenzüberschreitender Kriminalität mittels Rundfunk, Fernsehen, aber auch mittels Internet immer wieder ungelöste Probleme, weil im Verhältnis zu den Staaten, aus denen die strafbaren Inhalte stammen, internationale Rechtshilfe nicht oder nur sehr begrenzt funktioniert. Ich glaube nicht, daß diese Probleme kurzfristig gelöst werden können.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.06.2009
Von:

Hummel Hummel Herr Dr. Wiefelspütz,
ich lese über die schlimmen Zustände im Iran. Der Wahlbetrüger Achmanidschadiatz wird von den Mullah Muselmanen geschützt.
Sie sind als stetiger Kämpfer für Freiheit und Wohlstand international geachtet.
Sehen Sie Möglichkeiten, die Mullas beim Bart zu fassen?
Wie werden Sie persönlich ihr weiteres politisches Vorgehen auf die undemokratischen Zustände im Iran ausrichten? Halten Sie eine Intervention von ISAF, noch vor der kommenden Bundestagswahl, für unausweichlich?

Mit besten Grüßen
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
60Empfehlungen
08.07.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrte Frau ,

Hummel hin, Hummel her, ich beantworte keine Unfug-Fragen.


Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
28.06.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

wer regelmäßig auf abgeordnetenwatch.de unterwegs ist, kommt um Ihre Seite nicht herum.
Man kann ja zu Ihren Positionen stehen wie man möchte, aber ich persönlich finde dass Ihr Engagement hier Vorbild für viele Ihrer Kollegen sein sollte! Ich möchte Ihnen hiermit auch einmal Danke dafür sagen, dass Sie sich für die Beantwortung der Fragen hier so viel Zeit nehmen. Trotz dieser Einleitung erwarte ich keine Vorzugsbehandlung ;)


Zu meinen Fragen:
Die europäische Komission hat am Freitag China wegen seiner geplanten Internetsperren gerügt: "Das Blockieren oder Filtern bestimmter Internet-Inhalte ist für die Europäische Union völlig inakzeptabel."

Die chinesische Regierung betonte, dass die Sperren lediglich pornographischen Inhalt filtere und dem Jugendschutz diene.

China wird oft stereotypenhaft als böse dargestellt - ob das richtig ist, sei dahingestellt. Die Jugend schützen ist ja ein vernünftiges Ziel, auch die Filterung von Pornografie kann u.U. nachvollzogen werden sofern sie kulturell bedingt nicht erwünscht oder verboten ist.


1. Finden Sie die chinesischen Ziele die mit dem Filter erreicht werden sollen nicht auch nachvollziehbar?

2. Finden Sie die Kritik von der Europäischen Komission an diesem geplanten Filter gerechtfertigt?

3. Finden Sie nicht, dass zum Jugendschutz sexuelle Inhalte im Internet in Deutschland mit Internetsperren versehen werden sollte? In den Medien wird ja immer wieder von der "Generation Porno" berichtet.


Vielen Dank,
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
4Empfehlungen
09.07.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

China zensiert das Internet. Das ist in Deutschland nicht zulässig.

Pornografie ist in unserem Land für Erwachsene zugänglich und erlaubt. Jugendschutz wird in unserem Land bei der Benutzung des Internets durch den Altersnachweis realisiert. Das halte ich auch international für den richtigen Weg.

Nach allem, was mir bekannt ist, bezieht sich die Zensur in China nicht nur auf pornografische Angebote. Die Kritik an China halte ich für berechtigt.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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