Dr. Dieter Wiefelspütz (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Dr. Dieter Wiefelspütz
Jahrgang
1946
Berufliche Qualifikation
Jurist, Richter a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, selbst. Rechtsanwalt in Lünen
Wahlkreis
Hamm - Unna II
Landeslistenplatz
31, Nordrhein-Westfalen
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Die SPD ist auf gleicher Augenhöhe Koalitionspartner der CDU/CSU. Zwischen der Innenpolitik der SPD und der Innenpolitik der CDU/CSU gibt es Gemeinsamkeiten, aber auch gravierende Unterschiede. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz (MdB),

in Ihrer Antwort an einen Herrn A., mit dem Sie offenbar längere Dispute hatten, schrieben Sie u.a.:

"Fraktionszwang gibt es nicht. Ein Abgeordneter des Deutschen Bundestages ist allein selber verantwortlich für das, was er tut oder unterläßt."

Bitte beantworten Sie mir unter diesem Gesichtspunkt die Frage, warum - wenn es denn keinen "Fraktionszwang" gibt - gewisse Abstimmungen (laut Presse), wie z.B. zu gentechnischen oder Sterbehilfefragen, ausdrücklich "freigegeben" werden (müssen).

Mit Dank für Ihre Antwort im voraus und
mit freundlichen Grüßen




PS:
Die von Ihnen hier häufiger zu lesende Antwort "Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens" würde ich hier nur ungern lesen, denn es geht um wahlkreisübergreifende Fragen und Sie sind auch nicht irgendein "Hinterbänkler" unter den MdBs, so daß Ihre Antwort auch für Wahlkreisefremde (wie mich) von Interesse sein dürfte - und u.a. dafür gibt es doch diese Website ...
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
32Empfehlungen
23.05.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie einmal überlegt, wie viel Zeit es kostet, persönlich eintausenvierhundertundelf Fragen bei abgeordnetenwatch zu beantworten? Ich glaube nicht, daß es zu meinen Pflichten als Mitglied des Deutschen Bundestages gehört, mich bei abgeordnetenwatch zu beteiligen. Zunehmend komme ich zu dem Ergebnis, daß Kolleginnen und Kollegen, die sich nicht beteiligen, vielleicht doch besser beraten sind.

Fraktionszwang gibt es in Deutschland nicht. Fraktionszwang wäre evident verfassungswidrig. Es gibt freilich Fraktionsdisziplin. Meine Fraktion kann von mir erwarten, daß ich die Mehrheitsmeinung der Fraktion nicht nur respektiere, sondern auch mittrage. Das gilt nicht für Gewissensentscheidungen, die freilich im parlamentarischen Alltag eher selten sind. Ich bin im Parlament nicht Einzelkämpfer, sondern als Mitglied einer Fraktion von mehr als 200 Mitgliedern "Teamspieler" in einer Mannschaft von politisch Gleichgesinnten. Meinen Kollegen und mir ist es wichtig, sich einzubringen. Mehrheitsentscheidungen werden aber regelmäßig von allen respektiert. Die Mehrheitsmeinung der Fraktion wird auch von denen im Parlament mitgetragen, die in der internen Abstimmung unterlegen sind. Das ist Fraktionsdisziplin. Nochmals: Fraktionszwang gibt es nicht.

Ich hoffe, ich habe Ihnen helfen können. Ich bitte Sie, sich in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens zu wenden. Es gibt nicht nur Wiefelspütz. Wirklich nicht. Obwohl ich manchmal denke ...

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Soziales
22.05.2009
Von:
O.

Werter Genosse Dr. Wiefelspütz,

warum nutzen unsere MdB und MdL nicht die eigens geschaffene SPD-Community www.meinespd.net ?

Übrigens konnte ich den Genossen Johannes Jung (für meinen Wahlkreis Karlsruhe) dort noch nicht entdecken.

Und verstehe es bitte nicht als schlechten Scherz, wenn ich diese Frage unter dem Stichwort Soziales einreiche.

Grundtatsache ist, dass das Medium Internet die Kommunikationswege dramatisch verkürzt. Demzufolge wirst du nach brisanten Äußerungen auch entsprechend mit Fragen "zugepflastert". Das bisher übliche, förmliche und höffliche Anfragebrief und Antwortbrief kann in der Form ausarten, wie es wohl schon ausgeartet zu sein scheint. Du beantwortest nur noch im Verweis und kommst zeitlich zu nichts Vernünftigem mehr.

Der Foren-Stil unter www.meinespd.net bietet demgegenüber die Möglichkeit auch mal Fragen auflaufen und ggfls. durch andere beantworten zu lassen. Ist also eine echte Form der Arbeitserleichterung.

Ich prognostiziere mal vorsichtig, solltest du öfters auch mal ein Statement unter www.meinespd.net abgeben, würde sich die Anfragenflut hier vermutlich eindämmen.

Desweiteren wäre auch der gelegentliche Verweis auf Texte im Forum in anderer Form hilfreich, aber um Wahlkampfstrategien wollte ich dich nicht angehen.

In Solidarischem Gruße
O.
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
14Empfehlungen
24.05.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich danke Ihnen für den Hinweis. Ich teile Ihre Einschätzung nicht, daß die Frageflut bei abgeordnetenwatch durch eine Beteiligung bei meinespd.net abnehmen würde. Ich erwäge freilich, mich bei abgeordnetenwatch nicht mehr zu beteiligen.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Kinder und Jugend
22.05.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspuetz,
viele Politiker haben sich schon wegen der anstehenden Europa- und Bundestagswahl in die Studentencommunity "studiVZ" eintragen lassen, um vor allem juengeren Waehlern naeher zu sein. Ich finde, sie leisten hervorragende Arbeit und wollte daher anfragen, ob Sie sich vorstellen koennen aehnlich wie schon einige ihrer Parteikollegen dort aufzutreten. Ich wuerde mich freuen.

Mit freundlichen Gruessen,
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
8Empfehlungen
24.05.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich werde Ihrem Vorschlag überdenken.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
22.05.2009
Von:
-

Sehr geehrter Herr Dr. Wiefelspütz,

in Ihrer Antwort an Herrn Bohusch, vom 21.05.2005 schreiben Sie: "...die Beichte ist absolut tabu, und zwar auch dann, wenn der Inhalt des Gespräches aus Gründen der Gefahrenabwehr oder der Strafverfolgung von Interesse ist."

Abgesehen davon, dass ich dieses Vorrecht der Geistlichkeit gegenüber für überholt und höchst problematisch halte, gilt es auch bei der Beichte abzuwägen.
Beispiel: Im Beichtstuhl wird ein Amoklauf angekündigt. Der Beichtvater kennt weder den Menschen auf der anderen Seite, noch weiß er, wo dieser Amoklauf stattfinden soll. Er weiß nur von der Ernsthaftigkeit der Ankündigung und von der lebensbedrohenden Gefahr in der viele Menschen sich befinden, ohne davon etwas zu ahnen.

Jeder Normalbürger, der davon Kenntnis bekäme und nicht umgehend die Polizei davon verständigt, macht sich schuldig. Dem Geistlichen, dessen "Privileg des Verschweigendürfens" noch aus dem Mittelalter stammt, bürdet man eine fast unerträgliche Last der Verantwortung auf. Einerseits glaubt er, dass er den potenziellen Massenmörder nicht verraten darf, andererseits macht er sich mitschuldig am Tod von vielen ahnungslosen Menschen. Müsste man dem Geistlichen diesen Gewissenskonflikt nicht ersparen, in dem man die Tabuisierung der Beichte bei Ankündigung schwerer Straftaten aufhebt?
Ist eine Beichte nicht dazu da, für bereits begangene Sünden Buße zu erbitten?

Eine Ankündigung ist folglich keine Beichte und dürfte auch keinen besonderen Schutz genießen.

Ist der Gesetzestext dahingehend auslegbar oder eindeutig?
Was ist der gesetzlich, rechtliche Unterschied zwischen einem Geistlichen und einem Psychiater?

Mit freundlichen Grüßen
-
Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
5Empfehlungen
24.05.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrter Herr ,

ich habe nach bestem Wissen und Gewisen geltendes Recht wiedergegeben und erläutert. Sie können gerne anderer Auffasssung sein.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Frage zum Thema Finanzen
22.05.2009
Von:

Guten Tag, Herr Wiefelspütz,

in Ihrer Antwort an Frau Rogall vom 20.05.2009 www.abgeordnetenwatch.de
lassen Sie das vermissen, was Sie sonst von jedem Fragesteller erwarten - Respekt.
Die von Frau Rogall angesprochene Studie finden Sie hier:
www.oecd.org
Ich bin mir sicher, dass der wissenschaftliche Dienst des Bundestages die Studie bereits im Bestand hat, zumindest aber ihre Genossen Steinbrück und Scholz, da es in deren ministeriellen Fachbereiche fällt. Zur Not werden Sie die 120 Euro aus der steuerfreien Kostenpauschale sicher aufbringen können.
Hier ein Auszug aus der Pressemitteilung der OECD:
"(Paris/Berlin – 12. Mai 2009) Deutschland belastet wie kaum ein anderes OECD-Land die Einkommen von Gering- und Durchschnittsverdienern mit Sozialabgaben und Steuern. Dies gilt für Singles wie auch für Paare und Familien mit zwei Erwerbstätigen."
www.oecd.org
Ich wiederhole die Frage von Frau Rogall und stelle zwei weitere: Was werden Sie konkret tun, damit mittlere und geringere Einkommen steuerlich entlastet werden? Treten Sie dafür ein, den Progressionsverlauf abzuflachen? Sollte der Spitzensteuersatz nicht auch angepasst werden, da heute bereits Angestellte mit einem mittleren Einkommen mit einem Einkommensteil im Bereich des Spitzensteuersatzes sind? Dies liegt u. a. daran, dass der Steuertarif inflationsbedingte Einkommenssteigerungen überhaupt nicht berücksichtigt.
Einen angenehmen Abend und freundliche Grüße,

Antwort von Dr. Dieter Wiefelspütz
6Empfehlungen
24.05.2009
Dr. Dieter Wiefelspütz
Sehr geehrte Frau ,

zur Steuerplitik heißt es im Wahlprogramm der SPD:

"Wir wollen in Deutschland neue politische Gestaltungsmöglichkeiten eröffnen, denn nur ein handlungsfähiger Staat ist in der Lage, seine Aufgaben zum Wohle der Bürgerinnen und Bürger wahrzunehmen. Deshalb konsolidieren wir die öffentlichen Haushalte und verfolgen gleichzeitig eine wirtschaftliche Wachstumsstrategie. Unser Grundsatz: Finanzpolitik muss Prioritäten setzen - Interessen einzelner Lobby-Gruppen dürfen sich nicht gegen das Gemeininteresse an soliden Staatsfinanzen durchsetzen. Wir wollen weg von den Vergangenheitssubventionen hin zu mehr Zukunftsinvestitionen. Denn wir wissen: Ohne höheres Wachstum und mehr Beschäftigung werden die Staatsfinanzen nicht gesunden. Mit an die 22 Prozent ist die deutsche Steuerquote 2005 deutlich unter ihren langfristigen Durchschnitt von 23 Prozent gefallen. Damit hat Deutschland - neben der Slowakei - die geringste Steuerquote in der EU. Dazu hat auch die Steuersenkungspolitik der rot-grünen Bundesregierung und Bundeskanzler Schröder beigetragen, welche die Einkommensteuersätze für alle deutlich gesenkt hat. Der europäische Durchschnitt liegt bei rund 29 Prozent. Deswegen stehen weitere Steuersenkungen für uns nicht an erster Stelle. Wir wollen vielmehr die Sozialabgaben von heute circa 39 Prozent auf 36 Prozent senken - das bringt insbesondere für Gering- und Durchschnittsverdiener deutlich mehr "Netto", als weitere Steuersenkungen. Denn 50 Prozent der Bevölkerung zahlt im Ergebnis keine Einkommensteuer, alle abhängig Beschäftigten aber Sozialabgaben! Wir müssen weiterhin den Steuervollzug verbessern und Steuerhinterziehung und Steuerdumping besser bekämpfen. Die SPD bereitet diesbezügliche Vorschläge vor. Wir arbeiten daran, die finanziellen Handlungsspielräume für wichtige Zukunftsinvestitionen zurück zu gewinnen. So wird Deutschland die Herausforderung der älter werdenden Gesellschaft und der zunehmenden Globalisierung der Märkte erfolgreich bestehen.
Es bleibt bei unserem Prinzip: Starke Schultern müssen mehr tragen als schwache. Deshalb haben wir durchgesetzt, dass Spitzenverdiener stärker herangezogen werden und dass dort, wo Belastungen alle treffen wie bei der Mehrwertsteuererhöhung, besondere Härten vermieden werden. Wir wollen die sogenannte "Reichensteuer" früher einsetzen lassen und prüfen die Wiedereinführung der Vermögensteuer. Dieses ausgewogene Gesamtkonzept nennen wir "gestaltende Finanzpolitik"."

Für diese Politik trete ich ein.

Wenden Sie sich bitte in Zukunft an einen Wahlkreisabgeordneten Ihres Vertrauens.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dieter Wiefelspütz, MdB
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Ihre Frage an Dr. Dieter Wiefelspütz
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