Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich. Besuchen Sie das aktuelle Profil.

Grunddaten
Dr. Dagmar Enkelmann
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Diplom Historikerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Märkisch-Oderland - Barnim II
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Brandenburg
weitere Profile
(...) Der Ausbau der Mittelstraße ist ein Wahnsinn. (...) Dabei konnten wir uns von der Unsinnigkeit dieses Vorhabens der Stadtverwaltung Bernau überzeugen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Dr. Dagmar Enkelmann
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Familie
14.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Enkelmann,
wir sind eine junge Familie aus dem Landkreis Barnim und haben etwas gefunden und erprobt, was alle Menschen betreffen dürfte. Es geht um Hoffnung Motivation Ziele. Ein grosses Ziel hat sich Ihre Partei gesetzt., indem es das bedingungslose Grundeinkommen für den ländlichen Raum fordert. Unserer Meinung nach der wichtigste Vorschlag derzeit, die Klärung der wichtigsten Probleme unserer Zeit.
Wir fragen Sie, sind nicht alle Probleme dieser Welt eine Frage der Leitbilder, die das Bewusstsein der Menschen bestimmen? Gibt es neue Leitbilder?
Glauben Sie, das es Menschen gibt, die den Sinn des Lebens erkennen? Was würden sie solchen Menschen raten, wie sie ihre Erfahrungen in die politischen Entscheidungen mit einbringen können.
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
3Empfehlungen
20.01.2009
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

Sie haben recht in Ihrer Wertung, dass das bedingungslose Grundeinkommen - nicht nur, aber auch für den ländlichen Raum - ein großes Ziel für LINKE ist. Ob es, wie Sie betonen, die "Klärung der wichtigsten Probleme unserer Zeit" bedeutet, mag ich nicht beurteilen. Meine Erfahrung als Historikerin und Politikerin sagt mir nur, dass Versprechen, mit dieser oder jener Idee würden die wichtigsten Probleme der Gesellschaft gewissermaßen auf einen Schlag gelöst, regelmäßig auf Sand gebaut sind.

Dass die Idee des bedingungslosen Grundeinkommens so breit diskutiert und von vielen so stark unterstützt wird, sagt meiner Ansicht nach zunächst viel über die zunehmende Spaltung der Gesellschaft in steigenden Reichtum auf der einen und wachsende Armut auf der anderen Seite aus. Wie verschiedene Studien zeigen, würde z.B. mit einem bedingungslosen Grundeinkommen von 800 Euro für jeden die zumindest finanziell begründete Armut aus der Gesellschaft verschwinden, ganz abgesehen davon, dass die entwürdigenden Hartz-IV-Überprüfungen der Vergangenheit angehören würden.

Die Umsetzung einer solchen Vision ist aber nicht nur eine Frage der Leitbilder oder des Bewusstseins. Genausowenig wie die derzeitige globale Finanzkrise in erster Linie eine Frage der Gier von Bankern und Manager ist, sondern sie ganz handfeste Ursachen im kapitalistischen Renditestreben und fehlender Regulierung der Finanzmärkte hat, so ist die Schaffung eines bedingungslosen Grundeinkommens nicht allein eine Sache des guten Willens, sondern sie braucht handfeste politische Mehrheiten. Da erscheint es mir realistischer, zunächst mit Hilfe einer bedarfsorientierten Grundsicherung die dringendsten sozialen Verwerfungen dieser Gesellschaft zu beseitigen.

Für die LINKE bedeutet das u.a., die Regelsätze für das ALG II und das Sozialgeld sofort auf 435 Euro monatlich, die Grundsicherung für Kinder auf 300 Euro und auch das Wohngeld deutlich anzuheben. Die entwürdigenden Zumutbarkeitsregeln für eine Arbeitsaufnahme und die so genannte Bedarfsgemeinschaft will die LINKE abschaffen.

Ich glaube, dass man schwer beurteilen kann, ob andere Menschen den Sinn des Lebens gefunden haben. Das ist doch eine sehr persönliche Sache. Für mich kann ich nur sagen, dass politisches Engagement für eine solidarische, demokratische und friedliche Welt zum Sinn meines Lebens dazugehört. Das beginnt für mich übrigens nicht erst im Bundestag, sondern vor Ort in meiner Heimatstadt Bernau, wo ich seit Jahren als Stadtverordnete tätig bin. Menschen, die sich in politische Entscheidungen einbringen wollen, rate ich übrigens nicht selten: Fangen Sie in Ihrer Kommune an.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dagmar Enkelmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Sicherheit
21.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Enkelmann,

diese Pressemitteilung der AG Vorratsdatenspeicherung habe ich heute gelesen:
"....Der neue Vorstoß des Bundesinnenministers ist im Entwurf eines "Gesetzes zur Stärkung der Sicherheit in der Informationstechnik des Bundes" vom 14.01.2009[1] versteckt. Jeder Anbieter von Internetdiensten wie Google, Amazon oder StudiVZ soll danach künftig das Recht erhalten, das Surfverhalten seiner Besucher ohne Anlass aufzuzeichnen – angeblich zum "Erkennen" von "Störungen". Tatsächlich würde der Vorstoß die unbegrenzte und unbefristete Speicherung jeder Eingabe und jedes Mausklicks beim Lesen, Schreiben und Diskutieren im Internet legalisieren. Die Surfprotokolle dürften an Polizei, Bundeskriminalamt, Geheimdienste sowie an die Unterhaltungsindustrie herausgegeben werden. Eine richterliche Anordnung ist nicht vorgeschrieben, eine Beschränkung auf schwere Straftaten nicht vorgesehen..."

Durch solche "Hintertürchen" wird über kurz oder lang die Meinungsfreiheit der Bürger immer weiter beschnitten, da diese fürchten müssen, dass ihnen ihr Surfverhalten irgendwann einmal wieder vorgeworfen wird.
Datenschutz sollte doch so aussehen, dass so wenig wie möglich Daten gespeichert werden.

Lässt sich dieser Gesetzesentwurf noch mit dem Schutz auf Privatsphäre vereinbaren? Wie positionieren Sie sich dazu?
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
5Empfehlungen
02.02.2009
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

Ihrer Auffassung, dass so wenig wie möglich Daten der Bürgerinnen und Bürger gespeichert werden sollen, kann ich nur zustimmen.

Wie Sie zu Recht anmerken, soll mit dem neuen Gesetzentwurf von Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble die 2007 beschlossene Vorratsdatenspeicherung aufs Internet ausgeweitet werden. Das geht gewaltig über die bisherige Vorratsdatenspeicherung hinaus. Schon diese wird von der LINKEN grundsätzlich abgelehnt. Das gilt auch für die jetzt geplante Änderung des Telemediengesetzes. Beide sind mit dem Grundrecht auf Schutz der Privatsphäre nicht vereinbar.

Für DIE LINKE ist es kein sinnvoller Beitrag zur Bekämpfung von Verbrechen, wenn die Telefondaten aller Bürgerinnen und Bürger für sechs Monate gespeichert werden. Das nützt schon nichts, wenn sich mögliche Kriminelle in einem Café treffen oder eine Telefonzelle benutzen.

Schwerer wiegt für uns noch das Argument, dass die Vorratsdatenspeicherung das Recht auf informationelle Selbstbestimmung beschädigt. Jeder muss das Recht haben, über seine Daten selbst zu entscheiden und so sein Bild in der Öffentlichkeit bestimmen zu können. Die Wichtigkeit dieses Rechts auf informationelle Selbstbestimmung hat das Bundesverfassungsgericht in zahlreichen Urteilen betont. Es leitet sich vom allgemeinen Persönlichkeitsrecht ab und hat damit den Status eines Grundrechts.

Darüber gefährdet die Vorratsdatenspeicherung die Pressefreiheit und das Berufsgeheimnis beispielsweise von Ärzten, Seelsorgern oder Rechtsanwälten. Weil Kommunikation für viele Monate aufbewahrt wird, können Journalisten ihren Quellen keinen seriösen Schutz mehr garantieren. Bei der Vorratsdatenspeicherung werden zwar "nur" die Verbindungsdaten registriert, aber auch die lassen einen Rückschluss auf den Inhalt der Kommunikation zu. Wer lange Telefonate mit einem teuren Strafverteidiger führt oder wer ständig bei der AIDS-Beratung anruft, kann dies künftig ebenso wenig verheimlichen wie Telefonate mit dem Arzt oder dem Pfarrer. Die Behörden können sich dann ihren Teil dazu denken.

DIE LINKE teilt die Kritik von Bürgerrechtsgruppen und Datenschützern wie dem AK Vorratsdatenspeicherung vollauf und lehnt daher auch die geplante Änderung des Telemediengesetzes strikt ab. Es ist völlig inakzeptabel, dass künftig jeder Anbieter von Internetdiensten wie Google, Amazon oder StudiVZ das Recht erhalten soll, das Surfverhalten seiner Besucher ohne Anlass aufzuzeichnen. DIE LINKE fordert, das Vorhaben sofort aus dem Gesetzentwurf zu streichen.

Zudem hat die Vorratsdatenspeicherung im Internet in einem Gesetzentwurf zur "Informationstechnik des Bundes" nichts zu suchen. Für das Internetrecht ist der Bundesinnenminister überhaupt nicht zuständig, sondern das Bundeswirtschaftsministerium. In Wahrheit geht es dem Bundesinnenministerium nicht um die Sicherheit von Telemedienanbietern, sondern um seine eigene Sicherheit vor den Gerichten. Nachdem bereits dem Bundesjustizministerium die verdachtslose Protokollierung der Benutzung seiner Internetseiten unter Strafandrohung untersagt wurde, will der Bundesinnenminister nun das Gesetz ändern, statt es einzuhalten. Das Bundesinnenministerium zeichnet gegenwärtig gesetzeswidrig die gesamte Nutzung seines Internetportals in personenbezogener Form auf.
Die offizielle Begründung mit einer "Störungsbekämpfung" ist vorgeschoben. Die anlasslose, präventive Vorratsdatenspeicherung der Internetnutzung aller Besucher eines Internetangebots hat nichts mit einer gezielten Störungsbeseitigung zu tun. Große Portale wie das von Bundesjustizministerium und Bundesfinanzministerium beweisen, dass eine anlasslose Protokollierung der gesamten Internetnutzung zum ungestörten Betrieb von Internetangeboten nicht erforderlich ist. Dasselbe gilt für eine Vielzahl weiterer Portale, die an dem Projekt "Wir speichern nicht!" teilnehmen. Der geltende Telemedien-Datenschutz hat sich über Jahre hinweg bewährt und muss erhalten bleiben.
Ein ähnlicher Paragraf im so genannten "Telekom-Paket" der EU, das derzeit in Brüssel verhandelt und frühestens im Sommer verabschiedet wird, ist politisch nach wie vor umstritten. Wirtschaftsminister Michael Glos hatte sich noch im November nach einem Offenen Brief von Datenschützern dafür stark gemacht, dass eine verdachtsunabhängige Speichererlaubnis aus dem Paket gestrichen wird. Innenminister Schäuble will nun anscheinend noch vor dem EU-Beschluss Fakten schaffen.
Wie beim Lesen eines Buches oder beim Versenden eines Briefes muss garantiert bleiben, dass uns auch im Internet niemand über die Schulter blicken kann. Nur bei Protokollierungsfreiheit können wir unbefangen lesen, schreiben und diskutieren. Das nützt nicht nur uns den Bürgerinnen und Bürgern, die vertraulich Hilfe suchen, sondern letztlich allen, die die Demokratie stärken wollen. Eine Forsa-Umfrage aus dem Jahr 2008 hat übrigens nachgewiesen, dass eine Vorratsdatenspeicherung die Bereitschaft zu sensibler Kommunikation drastisch senkt.
Darüber hinaus kam es wiederholt zu Datenpannen, bei denen sensible Nutzungsdaten plötzlich weltweit zugänglich waren. Nachzulesen war, wer Kontaktanzeigen unter Chiffre aufgegeben hatte oder welche Kinder ein Forum des ZDF-Kinderkanals nutzten. Es ist unverantwortlich und gefährdet unsere Sicherheit, dass jetzt neue Datenberge geschaffen und damit privateste Daten Missbrauchsrisiken ausgesetzt werden sollen.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dagmar Enkelmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
22.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Enkelmann,

vor einigen Tagen fand ich einen kleinen "Steckbrief" von Ihnen, in dem Sie unter anderem Che Guevara als eines Ihrer früheren Vorbilder bezeichneten. Sehen Sie das heute genau so? Was sagen Sie zu den Anschuldigen, wie zum Beispiel, dass Che Guevara Konzentrationslager auf Kuba errichten ließ, in denen er Systemgegner menschenunwürdig arbeiten ließ? Falls Sie genauer wissen wollen, was ich meine, können Sie bei Google den Suchbegriff "Ciao Guevara" eingeben.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
1Empfehlung
16.02.2009
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

zunächst möchte ich mich bei Ihnen herzlich für Ihre Frage bedanken. Che Guevara gehörte für mich, wie für viele andere meiner Generation, zu den Personen des politischen Geschehens, die Geschichte geschrieben haben. Und ich denke, dass kann man auch heute noch sagen. Dass Che Guevara auch für mich zu den historischen Symbolen gegen Unterdrückung und für die Befreiung des Menschen steht, hängt nicht zuletzt auch mit der Sozialisation und den historischen Ereignissen in meiner Jugend zusammen. Wir erlebten den Krieg, den die USA in Vietnam führten, als etwas zutiefst Grausames, Verbrecherisches. Dazu stehe ich auch heute noch. Daher hegten wir eine große Sympathie mit Bestrebungen in vielen Ländern, sich gegen eine imperialistische Politik der USA zur Wehr zu setzen. Auch viele Menschen in der DDR teilten diese Sympathie - auch ohne Aufforderung durch die SED. Kuba und die Kubanische Revolution gehörten dabei einfach dazu. Che Guevara war Revolutionär. Ob in Kuba eine Revolution unumgänglich war oder nicht, dazu kann man geteilter Meinung sein. Ich bin zwar keine Revolutionärin und die DIE LINKE ist keine revolutionäre Partei, dennoch stehe ich und meine Partei ebenso wie Che Guevara auf Seiten derer, die in der Gesellschaft benachteiligt und unterdrückt werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dagmar Enkelmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
23.01.2009
Von:

Liebe Genossin Dagmar Enkelmann,

Deine Ausführungen zu Hartz IV sind mir zu unpräzise und schwammig. Bitte erkläre hier doch einmal ob Du das "Ernst Papier" das weiterhin Arbeitszwang, wenn auch mit verbesserten Zumutbarkeitsregeln, sowie Saktionsmöglichkeiten bis hin zu 0 zulässt unterstützt, oder ob Du Dich Kaja Kipping und Ihrer Idee des BEDINGUNGSLOSEN Grundeinkommens anschließt.

Leider scheinen sich hier gewerkschaftliche Positionen durchzusetzen die Erwerbsarbeit als goldenes Kalb ansehen um das alle zu tanzen haben. Das ist an der Basis nur sehr schlecht zu vermitteln weil viele Mitglieder gerade an dieser Stelle vor einem Scheideweg stehen.

Ich bin der Meinung man sollte nicht auf Sirenengesänge aus SPD Kreisen hören und sich lieber die Ohren zuhalten bevor man seine Ideale verrät.

Dazu liebe Dagmar hätte ich gerne eine eindeutige Aussage von Dir.

mit solidarischem Gruß,
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
6Empfehlungen
26.01.2009
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

weder betrachten die gewerkschaftlich orientierten Mitglieder der Fraktion DIE LINKE die Erwerbsarbeit als "goldenes Kalb", noch habe ich aus meinen politischen Erfahrungen heraus das Gefühl, dass die "Basis" hier an einem Scheideweg steht. Ich finde: Gerade diese Art und Weise der Debatte, die das soziale Engagement der LINKEN auf die Frage "Für oder Gegen ein bedingungsloses Grundeinkommen?" reduziert, schadet dem Profil der LINKEN und letztlich auch dem Anliegen der Befürworter eines Grundeinkommens selbst.
Dass jedem Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen zusteht - diese Idee halte ich für visionär und in einer längeren Perspektive auch für realisierungswürdig. Zugleich weiß ich, dass es gegenwärtig wie in absehbarer Zeit dafür keine politisch-parlamentarischen Mehrheiten gibt. Soll DIE LINKE hier sich vor die Bürgerinnen und Bürger, die durch Hartz IV in Armut und Perspektivlosigkeit gezwungen werden, hinstellen und erklären: "Ja - wir kennen Eure Nöte, aber leider können wir im Moment praktisch nichts tun, weil das bedingungslose Grundeinkommen nicht realisierbar ist?"
Solidarität mit den Benachteiligten dieser Gesellschaft, wie ich sie verstehe, besteht auch darin, um kleinste Verbesserungen zu kämpfen, sich dafür in den sozialen Bewegungen, in Verbänden und anderen Parteien Verbündete zu suchen. Hartz IV muss weg - mit dieser konsequenten Haltung hat sich DIE LINKE einen Namen gemacht. Davon rückt sie nicht ab, und auch im Papier von Klaus Ernst kann ich das nicht erkennen.
Mit der derzeit vorgeschlagenen bedarfsorientierten Mindestsicherung der Fraktion DIE LINKE ist eine realistische, umsetzbare Alternative geschaffen worden. Wesentliche Forderungen der LINKEN, die sich gegen Hartz IV richten und zu mehr sozialer Gerechtigkeit in diesem Land beitragen, sind aktuell in einem Entschließungsantrag (Drs. 16/11367) der Fraktion DIE LINKE zum 3. Armuts- und Reichtumsbericht der Bundesregierung enthalten. Das ist die Beschlusslage der Fraktion, die ich unterstütze.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dagmar Enkelmann
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
27.01.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Dagmar Enkelmann,

im Bundestag wurde am 10.12.08 von einer engagierten Bürgerin eine Petition mit dem Inhalt der Bundestag möge beschließen das BGE einzuführen, eingereicht.

Ich wundere mich dass die Linke diese Petition weder diskutiert noch unterstützt, da darin doch von mittlerweile mehr als 5000 Menschen ein Begehren zum Ausdruck gebracht wird, welches inhaltlich bei Ihnen diskutiert wird.

Wie stehen Sie dazu? Aus welchen Gründen unterstützt die Linke nicht das Begehren der Bürger?

Beste Grüße. .

P.S. Ich bitte Sie nicht mit der Höhe des darin geforderten Betrages zu argumentieren da dies ein ca -Betrag ist, ebenso wie das dazugehörende Model nur angerissen wird.
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
7Empfehlungen
11.02.2009
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrte Frau ,

wenn eine Petition an den Deutschen Bundestag gerichtet wird, ist es zunächst Sache vieler engagierter Bürgerinnen und Bürger, das Anliegen der Petition zu unterstützen. Ich halte das für ein wichtiges demokratisches Recht, das die Bürgerinnen und Bürger auch wahrnehmen sollten. So kann die von Ihnen angeführte Petition "Reformvorschläge in der Sozialversicherung - Bedingungsloses Grundeinkommen vom 10.12.2008" noch bis zum 17. Februar 2009 mitgezeichnet werden - auf elektronischem Wege unter nachstehendem Link epetitionen.bundestag.de .
Nach der Mitzeichnungsfrist werden dann Stellungnahmen verschiedener Behörden wie dem Bundesarbeits- und dem Bundesfinanzministerium eingeholt, es folgt eine Berichterstattung durch Abgeordnete des Petitionsausschusses und erst dann geht die Petition zur Beschlussfassung in den Ausschuss.
Die Behandlung des Themas ist also noch lange nicht abgeschlossen.
In dem Zusammenhang kann ich Ihre Ansicht, dass DIE LINKE das Anliegen der Petition nicht unterstützt, nicht teilen. Unter den knapp 10 000 Bürgerinnen und Bürgern, die die Petition bis Anfang Februar mitgezeichnet haben, befinden sich, da bin ich mir sicher, viele Linke.
Ein Grund dafür ist, dass DIE LINKE das Thema Bedingungsloses Grundeinkommen im Rahmen ihrer programmatischen Debatte sehr ernsthaft diskutiert. Ich persönlich halte die Idee, dass jedem Menschen ein bedingungsloses Grundeinkommen zusteht, für visionär und in einer längeren Perspektive auch für realisierungswürdig. Der entscheidende erste Schritt, um die steigende Armut in der Bundesrepublik zu bekämpfen, ist aktuell aber, das Hartz-IV-System abzuschaffen und zunächst eine bedarfsdeckende soziale Mindestsicherung einzuführen. Dazu hat die Fraktion DIE LINKE Ende Januar einen entsprechenden Beschluss gefasst, den sie unter dem Link www.dagmar-enkelmann.de auch auf meiner persönlichen Website einsehen können.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann

Anmerkung der Redaktion
Die Antwort von Frau Dr. Enkelmann erreichte uns bereits am 04. Februar 2009, konnte allerdings aus technischen Gründen erst heute freigeschaltet werden. Wir bitten diesen Umstand zu entschuldigen.
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Dr. Dagmar Enkelmann
Die Fragefunktion wurde inzwischen geschlossen.