Sehr geehrter Herr

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Ihre konkreten Probleme zu beurteilen, fällt mir - da Bildungsfragen vor allem Ländersache sind - auch als Brandenburger Bundestagsabgeordnete nicht ganz leicht. Nach meiner Kenntnis werden sich die Unterrichtsstrukturen in der Gymnasialen Oberstufe zwischen Berlin und Brandenburg künftig unterscheiden. Nach den bisherigen Planungen soll es einen Kern gemeinsamer Prüfungsaufgaben geben, der flankiert wird von länderspezifischen Aufgaben. Hier besteht ein Spielraum, den die Brandenburger Lehrkräfte sicher verantwortungsvoll zu nutzen haben.
Bei alldem dürfen die Brandenburger Schüler selbstverständlich nicht benachteiligt werden. In diesem Sinne werde ich mich auch, Ihre Anfrage aufgreifend, an das zuständige Landesministerium wenden.
Generell spricht sich DIE LINKE für die im vergangenen Herbst durch die Kultusministerkonferenz beschlossenen Standards für die allgemeine Hochschulreife aus. Diese Abitur-Standards definieren, über welche Kompetenzen Schüler am Ende der gymnasialen Oberstufe in bestimmten Fächern verfügen sollen. Auf diese Weise soll das Abitur vergleichbarer werden. Die Einführung der Bildungsstandards für das Abitur ist für das Schuljahr 2014/15 geplant. Ein Vorteil der Abitur-Standards besteht darin, dass sie Grundlage für ein ländergemeinsames Abitur sein können, da die Standards für alle Bundesländer verbindlich sind. So können Wechsel zwischen den Bundesländern erleichtert werden und die Gefahr, dass unterschiedliche Kompetenzniveaus Grundlage für das Bestehen des Abiturs in den Ländern sind, wird verringert.
Allerdings ist ein ländergemeinsames Abitur nicht mit einem Zentralabitur zu verwechseln. Das lehnt DIE LINKE ab. Wir wollen nicht, dass alle Schülerinnen und Schüler am selben Tag das gleiche Abitur schreiben. Es genügt - so wie die Abiturstandards auch konzipiert sind - dass für alle Schülerinnen und Schüler die gleichen Kompetenzanforderungen gelten. Diese können aber durchaus durch unterschiedliche Aufgaben oder Inhalte geprüft werden. Dazu ist ein Zentralabitur nicht von Nöten.
Mit freundlichen Grüßen
Dr. Dagmar Enkelmann