Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Dr. Dagmar Enkelmann
© DIE LINKE
Geburtstag
05.04.1956
Berufliche Qualifikation
Diplom-Historikerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bernau bei Berlin
Wahlkreis
Märkisch-Oderland - Barnim II
Ergebnis
37,0%
Landeslistenplatz
1, Brandenburg
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(...) Nebeneinkünfte der Abgeordneten sollten in ihrer jeweiligen genauen Höhe ab einer Mindestgrenze veröffentlicht werden. DIE LINKE fordert auch ein grundsätzliches Verbot von Spenden an Abgeordnete. Das Konzept der LINKEN zu einer solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung bedeutet auch, dass Abgeordnete dann - wie alle anderen - in einer gesetzlichen Kasse versichert wären. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
10.10.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Enkelmann,

1)warum ruft die Linke auf ihrer Webseite nicht zu den internationalen Aktionstagen der Occupy-Wallstreet-Bewegung am 15.Oktober auf?In Frankfurt und Berlin soll es Demos vor der EZB und im bankenviertel geben Es ist auffällig, dass weder die SPD, noch die Grünen noch die Linke auf ihren Webseiten mobilisieren--lediglich Marx 21 und Attac haben dazu aufgerufen--wo bleibt die Linke? Anstatt über Castro, Mauerbau und Rosa Luxenburg und die Vergangenheit zu fabulieren, sollte die Linke die aktuellen sozialen Probleme ansprechen. Sie haben lediglich einen Kongress zur Finanzkrise am 16./17.Oktober geplant, aber keine Aktionen zum 15.Oktober. Labern Sie lieber als dass sie handeln?

2) Warum ist die Linke für die Eurobonds? Egal, ob SPD, Grüne, Linke--alle wollen die Eurobonds--das ist doch nicht die Alternative zu schwarz-gelb.Das wäre doch das nächste Desaster, bei dem die deutschen Steuerzahler zur Kasse gebeten werden!! Man kann scheinbar nur zwischen Pest und Cholera wählen.
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
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20.10.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

bei den Banken-Protesten am 15. Oktober hat es DIE LINKE – entgegen Ihrem Eindruck – keineswegs bei einem Kongress belassen, sondern bundesweit aktiv zur Teilnahme an den Protesten aufgerufen und diese unterstützt. Für Die LINKE ist klar, dass es nur mit einer kräftigen außerparlamentarischen Bewegung ein wirkliches soziales Umsteuern in der Finanzkrise geben kann. Die Stärke der "Occupy-Wallstreet-Aktionen" besteht gerade darin, dass sie sehr breit angelegt sind. So kann sich dort eine Vielzahl von Organisationen, Initiativen und Einzelpersonen wiederfinden und einbringen. Würde DIE LINKE – oder eine andere Partei wie die Grünen oder die SPD - versuchen, diese Bewegung über Gebühr zu bestimmen oder gar zu vereinnahmen, würde diese bestimmt nicht gestärkt. Im Übrigen ist es längst nicht mehr so, dass Parteien nur noch den sozialen Protest auszurufen brauchen und dann Tausende auf die Straße gehen. Seit dem Ausbruch der Finanzkrise 2008 hat es an derartigen Versuchen auch seitens sozialer Netzwerke wie attac nicht gefehlt, aber erst jetzt mit den Aktionen in den USA hat der Funke in Europa gezündet.

Was Ihre Kritik an Eurobonds betrifft: Bei der LINKEN gehören die Eurobonds zunächst in ein Gesamtpaket von Vorschlägen. Dazu gehören u.a. eine, möglichst europaweite, einmalige Vermögensabgabe für Millionäre, die Einführung einer Finanztransaktionssteuer, die Trennung von Geschäfts- und Investmentbanken, die Vergesellschaftung systemrelevanter Banken sowie ein wirksames Investitions- und Konjunkturprogramm. In einen solchen Rahmen fügen sich dann als engeres finanzpolitisches Instrument die Eurobonds ein. Sie würden verhindern, dass Spekulanten und Fonds immer wieder einzelne Euro-Länder aufs Korn nehmen und diese in Schieflage bringen. Gegen die Eurobonds, hinter denen alle Länder der Euro-Zone stehen, zu spekulieren, wäre ungleich schwerer. Dass die Bundesrepublik mehr Zinsen auf die Eurobonds zu zahlen hätte, verglichen mit den jetzigen Bundesanleihen, ist nur eine Momentaufnahme. Mit den beschlossenen Finanzgarantien für den EFSF und den ESM kommen – eben nur auf anderem Wege - dieselben Milliardenzahlungen auf den bundesdeutschen Steuerzahler zu, die für Zinsen auf Eurobonds fällig wären. Und vergessen Sie nicht: Aus der Bankenrettung 2008 können für den Bundeshaushalt bis zu 100 Milliarden Euro an Garantien fällig werden. Die vergleichsweise komfortable Finanzlage der Bundesrepublik wird über kurz oder lang nicht so bleiben. Möglicherweise sind dann Eurobonds sogar die günstigere Alternative.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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Frage zum Thema Verwaltung und Föderalismus
16.12.2011
Von:

Werte Frau Enkelmann,

mir ist zu Ohren gekommen, dass Bundestagsabgeordnete bei Abwesenheit keine Atteste einreichen müssen. Dies ärgert mich schon ein wenig. Stimmt das? Wo kann man das nachlesen? Desweiteren interessiert mich, ob Abgeordnete die Quartalgebühr zahlen müssen.

Über eine Antwort würde ich mich sehr freuen. Verzeihen Sie event. Unannehmlichkeiten.

Vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
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22.12.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

Abgeordnete des Bundestages müssen, wie Sie zu recht vermuten, bei Erkrankungen keine ärztlichen Atteste einreichen. Das hat den einfachen Grund darin, dass Abgeordnete keinen "Arbeitgeber" haben, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern ins Parlament gewählt werden. Seinen Krankenschein könnte der Abgeordnete - im übertragenen Sinn - höchstens also der Bevölkerung schicken. Ganz folgenlos bleibt Krankheit aber nicht: Fehlt ein Abgeordneter des Bundestages bei ärztlich nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit an einem Sitzungstag, wird seine Kostenpauschale pro Tag um 20 Euro gekürzt.

Ob Abgeordnete die Praxisgebühr zahlen oder nicht, hängt davon ab, ob sie in einer gesetzlichen Kasse oder -ähnlich wie Beamtinnen und Beamte - mit einer Beihilfe-Regelung in einer privaten Versicherung krankenversichert sind. In ersterem Fall ist Praxisgebühr zu zahlen, im zweiten nicht. Weitere Informationen dazu können Sie auf der Website des Bundestages ( www.bundestag.de ) nachlesen, speziell zur Krankenversicherung unter der Adresse www.bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
29.12.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Enkelmann!

In Ihrer Antwort auf die von Herrn Michael Sämann gestellte Frage schreiben Sie,
Zitat Frau Dr. Enkelmann:

"Abgeordnete des Bundestages müssen, wie Sie zu recht vermuten, bei Erkrankungen keine ärztlichen Atteste einreichen. Das hat den einfachen Grund darin, dass Abgeordnete keinen "Arbeitgeber" haben, sondern von den Bürgerinnen und Bürgern ins Parlament gewählt werden. Seinen Krankenschein könnte der Abgeordnete - im übertragenen Sinn - höchstens also der Bevölkerung schicken. Ganz folgenlos bleibt Krankheit aber nicht: Fehlt ein Abgeordneter des Bundestages bei ärztlich nachgewiesener Arbeitsunfähigkeit an einem Sitzungstag, wird seine Kostenpauschale pro Tag um 20 Euro gekürzt."

www.abgeordnetenwatch.de

Der "einfachen Grund", den Sie als Begründung für die oben beschriebene Praxis anführen, überzeugt mich nicht.

Frage 1:

Machen Sie es sich mit dieser Erklärung nicht zu einfach?

Abgeordnete arbeiten (hoffentlich) für die Interessens des Volkssouverän, dem also eine Arbeitgeberfunktion für die Abgeordnetentätigkeit zugesprochen werden kann (das dennoch Abgeordnete "Nebentätigkeiten" nachgehen, sollte zu denken geben).

Ihr Hinweis, dass im übertragenen Sinne Abgeordnete im Falle ihrer jeweiligen Krankmeldung ihren Krankenschein der Bevölkerung "schicken" könnten, ist nicht nur (wie vermutlich von Ihnen intendiert) unpraktikabel, sondern mindestens genauso lächerlich.

Nichts gegen Eigenverantwortung, doch...

...Vertrauen ist gut, Kontrolle besser!

Das Verhalten von Herrn MdB Peer Steinbrück betätigt leider diesen Grundsatz:

blog.abgeordnetenwatch.de

Frage 2:

Verteidigen Sie in Ihrer Antwort nicht ein sinnloses Privileg?

Frage 3.

Ist eine Kürzung der Kostenpauschale pro Tag um 20 Euro nicht einfach lächerlich?


Viele Grüße,
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
bisher keineEmpfehlungen
06.01.2012
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

zunächst möchte ich festhalten: Auf eine konkrete Frage von Herrn Sämann habe ich konkret geantwortet. Um nun auf Ihr Anliegen zu kommen: Selbstverständlich ist zu hoffen, dass Abgeordnete im Interesse des Volkssouveräns tätig sind. Wenn man darauf nicht nur vertrauen, sondern, wie Sie schreiben, das auch kontrollieren will, hat das jedoch nichts mit der Frage zu tun, ob oder wem Abgeordnete ein ärztliches Attest vorlegen müssen oder ob und wie dann die Kostenpauschale gekürzt wird.

Seit Jahr und Tag plädiere ich dafür, dass die Wählerinnen und Wähler nicht nur alle vier oder fünf Jahre ihr Kreuz auf den Wahlzettel machen, sondern sich auch in der Zwischenzeit dafür interessieren und danach fragen, wie denn die oder der von Ihnen gewählte Abgeordnete politisch aktiv ist.

Dazu bieten sich heutzutage nicht nur "klassische" Wege wie Anfragen per Brief, der Besuch von Veranstaltungen oder von Öffentlichen Sprechstunden an, sondern mehr und mehr auch die vielfältigen Möglichkeiten wie z.B. das Internet mit der Website abgeordnetenwatch.de.

Auch bezüglich der von Ihnen angesprochenen Privilegien von Abgeordneten habe ich seit Jahren eine klare Position. So kritisiere ich seit langem, dass Bundestagsabgeordnete keine eigenen Beiträge zu ihrer Altersvorsorge leisten. Die Fraktion DIE LINKE hatte schon in der vergangenen Legislaturperiode einen Antrag vorgelegt, in dem sie verlangte, dass Abgeordnete künftig in die gesetzliche Rentenversicherung einzahlen sollen.

Dies aufgreifend legte die Fraktion DIE LINKE 2011 nunmehr einen umfassenden Antrag zur Reform des Abgeordnetenrechts vor ("Kommission zur Überprüfung des Abgeordnetenrechts – Mehr Transparenz und Verantwortung für das Gemeinwohl" , Drucksache 17/6305, nachlesen unter: dipbt.bundestag.de ).

Der stete Druck von links blieb auch hier nicht ohne Folgen: Wie Sie sicher wissen, hat der Ältestenrat des Bundestages im November 2011 eine Unabhängige Kommission zu Fragen des Abgeordnetenrechts eingesetzt, die bis zum 31. März 2013 Empfehlungen für die künftige Anpassung der Abgeordnetenentschädigung und die künftige Regelung der Altersversorgung der Abgeordneten vorlegen soll.

Was den Umgang mit Nebeneinkünften und die langjährige Forderung der Fraktion DIE LINKE nach mehr Transparenz betrifft, so wird in dem angeführten Antrag der LINKEN u.a. verlangt, dass die Unzulässigkeit von Nebentätigkeiten, die mit der Stellung und der Tätigkeit als Abgeordnete unvereinbar sind, zu regeln ist. Nebeneinkünfte der Abgeordneten sollten in ihrer jeweiligen genauen Höhe ab einer Mindestgrenze veröffentlicht werden. DIE LINKE fordert auch ein grundsätzliches Verbot von Spenden an Abgeordnete. Das Konzept der LINKEN zu einer solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung bedeutet auch, dass Abgeordnete dann - wie alle anderen - in einer gesetzlichen Kasse versichert wären.

Bei der Frage der Nebeneinkünfte hat dankenswerterweise gerade abgeordnetenwatch.de jüngst über die nach wie vor abwehrende Haltung der Regierungsfraktionen aufgeklärt – nachzulesen unter dem Link: blog.abgeordnetenwatch.de

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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