Dr. Dagmar Enkelmann (DIE LINKE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Dr. Dagmar Enkelmann
© DIE LINKE
Geburtstag
05.04.1956
Berufliche Qualifikation
Diplom-Historikerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Bernau bei Berlin
Wahlkreis
Märkisch-Oderland - Barnim II
Ergebnis
37,0%
Landeslistenplatz
1, Brandenburg
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(...) Nebeneinkünfte der Abgeordneten sollten in ihrer jeweiligen genauen Höhe ab einer Mindestgrenze veröffentlicht werden. DIE LINKE fordert auch ein grundsätzliches Verbot von Spenden an Abgeordnete. Das Konzept der LINKEN zu einer solidarischen Bürgerinnen- und Bürgerversicherung bedeutet auch, dass Abgeordnete dann - wie alle anderen - in einer gesetzlichen Kasse versichert wären. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
03.06.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Enkelmann,

was war das Thema Ihrer Doktorarbeit?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
bisher keineEmpfehlungen
08.06.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrte Frau ,

das Thema meiner Doktorarbeit von 1989 lautet "Analyse und Kritik des Konzepts bürgerlicher Ideologen der BRD ‚Identitätskrise der Jugend der DDR‘". Nach den vorliegenden Informationen ist die Arbeit u.a. in der Nationalbibliothek in Leipzig und in der Humboldt-Uni Berlin vorhanden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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Frage zum Thema Integration
11.08.2011
Von:
Dr.

Sehr geehrte Frau Dr. Enkelmann,

vielleicht erinnern Sie sich an unser kurzes Gespräch auf dem Altlandsberger Marktplatz. Meine Auffassung war, dass für Menschen mit Behinderungen wenig Platz im neuen Programm der Linken sei. Sie widersprachen. Nun, ich habe mir das Programm angesehen und finde mich meiner Auffassung zumindest teilweise bestätigt. Nur wenige plakative Positionen sind zu finden (Seiten 6, 7, 31), die direkt auf eine Behindertenpolitik schließen lassen. Wir sind doch sicher einer Meinung, dass die große Randgruppe (1.000.000 oder mehr?) geistig, seelisch oder psychisch behinderter Menschen in der heutigen Gesellschaft keine sonderliche Akzeptanz besitzen. Im Gegenteil und hin und wieder wird sogar die Frage nach dem Lebenswert dieser Menschen aufgeworfen und sie sollten doch gar nicht erst zur Welt kommen. Soweit ich die Auslassung der anderen im Bundestag vertretenen Parteien kenne, geht niemand auf die Bedürfnisse, Wünsche und Hoffnungen dieser Menschengruppe in der heutigen Gesellschaft ein. Ich bin der Auffassung, wenn nicht die staatliche Euthanasie in der Zeit des Faschismus in Deutschland aber auch in anderen europäischen Ländern gewesen wäre, würde es diesen Menschen wesentlich schlechter gehen. Ja, es wird staatlicherseits mehr für diese Menschen getan, als es in der DDR oder auch bis Ende der siebziger Jahre in der BRD realisiert wurde. Politische oder gesellschaftliche Veränderungen in der Haltung zu diesen Menschen stagnieren aber und finanzielle Mittel zur Betreuung und Begleitung werden direkt oder indirekt gekürzt. Wie will nun die Linke auch programmtisch die Situation in der gesellschaftlichen Teilhabe verändern? Wenn die UNO-Konvention, Inklusion und Antidiskriminierung wahrhaftig umgesetzt werden sollen, dann bedarf es neuer Überlegungen hinsichtlich der Bereitstellung finanzieller und personeller Ressourcen sowie eines politischen Willens dafür. Ich bin gern zu weiterer Diskussion bereit.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
1Empfehlung
25.08.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr Dr. ,

an unser Gespräch während meiner Sprechstunde unter freiem Himmel erinnere ich mich gern. Dass Sie dann selbst einen Blick ins Programm riskierten, freut mich. In ein Parteiprogramm gehören, wie ich finde, zum einen plakative Forderungen. Daran ist nichts Ehrenrühriges.

Dass - zum anderen - der Entwurf des Programms behindertenpolitische Aspekte noch nicht angemessen berücksichtigt, das kritisiert auch die Bundesarbeitsgemeinschaft (BAG) Selbstbestimmte Behindertenpolitik der Partei DIE LINKE. Die BAG erarbeitet daher momentan Änderungsanträge, um insbesondere in der Präambel die Thematik Menschen mit Behinderungen stärker zu verankern und das Thema Barrierefreiheit als Querschnittsforderung im gesamten Programm festzuschreiben. Sie können insofern davon ausgehen, dass daran gearbeitet wird, den Stellenwert der Behindertenpolitik im Programmentwurf zu erhöhen. Diese Bemühungen haben selbstverständlich meine Unterstützung.

In einem Parteiprogramm werden dabei Grundsatzpositionen aufgeführt. Die inhaltliche Ausgestaltung liegt dann u.a. in den Händen der Linksfraktionen in den Parlamenten. So hat auch die Fraktion DIE LINKE im Bundestag bereits zahlreiche parlamentarische Initiativen eingebracht, um die Situation von Menschen mit Behinderungen zu verbessern. Im Kern dieser Aktivitäten stand und steht die Umsetzung der UN-Behindertenrechtskonvention. Daraus abgeleitet fordert die Linksfraktion mehr Teilhabe und freie Persönlichkeitsentfaltung durch Schaffung barriere- und diskriminierungsfreier Verhältnisse sowie das Verständnis von Vielfalt als Bereicherung. Es geht dabei nicht um Minderheitenschutz, sondern um Rechtsansprüche, um die Humanisierung der Gesamtgesellschaft. Leider wurden die Initiativen stets von der parlamentarischen Mehrheit abgelehnt. Hierzu zählen z.B.:

  • Gesetzentwurf zur Änderung des Neunten Buches Sozialgesetzbuch - Gesetzliche Fristen für die Feststellung der Behinderung und Erteilung des Ausweises (Drucksache Nr. 17/6586);

  • Antrag, Europäische Strategie zugunsten von Menschen mit Behinderungen 2010 bis 2020 unterstützen (Drucksache Nr. 17/5043);

  • Antrag, Kostenvorbehalt in § 13 des Zwölften Buches Sozialgesetzbuch streichen - Selbstbestimmtes Leben für Menschen mit Behinderungen gewährleisten (Drucksache Nr. 17/4911);

  • Änderungsantrag, Änderungsantrag zum Entwurf eines Gesetzes zur Ermittlung von Regelbedarfen (…) - Regelbedarfsstufe 3 (Drucksache Nr. 17/4084);

  • Gesetzentwurf, Entwurf eines Gesetzes zur Ausweitung der Assistenzpflege auf Einrichtungen der stationären Vorsorge- und Rehabilitation (Drucksache Nr. 17/3746);

  • Antrag; Aktionsplan zur Umsetzung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen vorlegen (Drucksache Nr. 17/1578);

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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Frage zum Thema Internationales
15.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Enkelmann,

sie sind Bundestagsabgeordnete und damit mehr oder minder an der Quelle einer möglichen Einflußnahme auf die EU-Politik.

Wie allgemein bekannt ist, steuert die Bundesregierung mit ihrer Politik in der EU auf eine Transfer-Union zu.Als größter Geldgeber ("Zahlmeister") in der EU wird die Bundesrepublik Deutschland jetzt und auch zukünftig die notleidenden Mitgliedstaaten gewaltig unterstützen müssen und weitere "Rettungsschirme" werden folgen. Dabei wird Deutschland alles tun, um die Euro-Zone zu retten und letztendlich jede Summe zahlen. Die Einflußnahme der Bundesrepublik Deutschland als Zahlmeister der EU schwindet immer mehr. So hat z.B. bei den zuletzt ernannten 25 EU-Diplomaten Deutschland nur einen Vertretetrposten "ergattern" können, während Frankreich 6 und Italien 3 Plätze "verbuchen" konnten.

Bei einer solchen EU-Entwicklung gerät die deutsche Sozialpolitik zugunsten anderer notleidender Mitgliedstaaten, die auch keine großen Anstrengungen zu Sparmaßnahmen, Haushaltskonsolidierungen usw. unternehmen brauchen, immer mehr in eine Schieflage.

Meine Frage an Sie ist nun, wie beurteilt die Parte "Die Linke" diese m.E. dramatischen Ereignisse in der Eu-Poltik und welche Möglichkeiten sieht sie, ggf. hier gegenzusteuern bzw. welche Maßnahmen können ergriffen werden (z.B. Volksbegehren oder ähnliches).

Ich glaube fast sicher zu sein, dass die deutsche Bevölkerung nicht konform geht mit den Plänen der Bundesregierung.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
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25.08.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

ich stimme Ihnen zu, dass die Sozialpolitik in der Bundesrepublik immer mehr in die Schieflage gerät. Die Ursache dafür sehe ich aber nicht in der Eurokrise, sondern in dem vor allem mit der Agenda 2010 begonnenen Abbau sozialer Leistungen, der Privatisierung von Gesundheit und Altersvorsorge und der Schaffung eines umfassenden Sektors von prekärer Beschäftigung mit Leiharbeit, Billig- und befristeten Jobs. Während in den anderen Euro-Ländern die Reallöhne stiegen, sanken diese in Deutschland. Die fehlende Kaufkraft im Inland ist ein wesentlicher Grund für die enormen Exportüberschüsse der Bundesrepublik gerade in den Euroraum. In den letzten fünf Jahren hat Deutschland knapp 600 Milliarden Euro an Leistungsbilanzüberschüssen gegenüber den anderen EU-Ländern erzielt. Der deutsche Exportboom und die wachsenden Schuldenberge Griechenlands, Portugals und anderer EU-Staaten sind zwei Seiten derselben Medaille.

DIE LINKE hat als einzige Fraktion im Bundestag bereits die Euro-Rettungspakete abgelehnt. Unter den gegenwärtigen Voraussetzungen handelt es sich nicht um eine Euro-, sondern vor allem um eine Bankenrettung. Auch mit dem Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und dem Gesetzespaket der EU-Kommission zur Europäischen Wirtschaftsregierung sollen die Finanzmärkte beruhigt, zugleich aber ein Angriff auf die Beschäftigten, Erwerbslosen, Rentner und Studierenden vorgetragen werden.

DIE LINKE fordert eine Reform der Eurozone und will die Gewinner der Krise zur Kasse bitten - mit einer Finanztransaktions-, eine Millionärssteuer sowie eine EU-weite Krisenabgabe auf hohe Vermögen. EU-Staaten sollen auf einen ausgeglichenen Außenhandel verpflichtet werden, um Lohn- und Steuerdumping zu stoppen. Notwendig sind gemeinsame Euro-Anleihen, um Spekulation gegen einzelne Staaten zu verhindern. Eine Europäische Bank für öffentliche Anleihen sollte Euro-Staaten - ohne den Umweg über teure Kredite privater Geschäftsbanken - Geld leihen, um die Erpressung durch Wucherzinsen zu stoppen. Der Handel mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps - CDS) muss verboten werden. Die Euro-Zone braucht auch eine europaweite öffentliche Ratingagentur, um die Erpressung durch die drei marktbeherrschenden Agenturen mit ihren kommerziellen Interessen zu beenden. Viele Maßnahmen wie z.B. eine kaufkrafterhöhender flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn, für den sich seit Jahren eine deutliche Mehrheit der Bevölkerung ausspricht, könnten sofort von der Bundesregierung beschlossen und umgesetzt werden.


Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.08.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Enkelmann,

in dem Gespräch am 23.8. in Schulzendorf haben Sie erklärt, dass die Linke schon lange für ein strenges Nachtflugverbot ist und , "da rennen Sie offene Türen ein".

Der Ausschuss für Wirtschaft BB am 24.08.2011 hat mit seinen Ausschussmitglieder der Linken Thomas Domres, Axel Hanschke und Kerstin Meier jedoch zum Ausdruck gebracht, dass der "Schutz der menschlichen Gesundheit: Umfassendes Nachtflugverbot am BBI von 22.00 Uhr bis 06.00 Uhr sichern" - Drucksache 5/2394 nicht so wichtig ist. Der Antrag aus dem Jahre 2010 ist somit immer noch nicht beschlossen und wird vor dem BVerwG – Urteil somit nicht mehr behandelt.

Aus diesem Grunde frage ich Sie, gibt es unterschiedliche Auffassungen zum Nachschutzgebot an Flughäfen zwischen den Landtagsabgeordenten und Bundestagsabgeordneten ? Wenn ja welche.

Sie als Mutter frage ich, ob es mit der Politik der Linken vereinbar ist, die Gesundheit von Kindern zu opfern, nur weil man nicht bereit ist, versprochene Positionen z.B vor Wahlen auf Rücksicht von wenigen aufzugeben.
Wie kann es sein, dass Sie einen MP Platzeck unterstützen, der die Politik der DDR im Umgang mit der Lärmproblematik thematisierte und heute die Menschenrechte der Betroffenen noch mehr missachtet.

Kann es sein, dass die Linke den Schutz von Eigentum im Umfeld von BER anders bewertet, als die Interessen von Mietern?
Was sind Aussagen der Partei der Linken zum Schutz der Bevölkerung gegen Fluglärm wert? und was werden Sie persönlich tun?
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
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09.09.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

meine von Ihnen zitierte Aussage zum Nachtflugverbot steht schon im Wahlprogramm der LINKEN zur Brandenburger Landtagswahl 2009. Dort heißt es: "Den Belastungen durch Fluglärm ist durch einen großräumigen passiven und aktiven Anwohnerschutz unter Einhaltung von Nachtflugverboten zu begegnen. Das trifft sowohl für den Flughafen BBI in Schönefeld mit allein ca. 120.000 davon Betroffenen wie für weitere Verkehrslandeplätze in Brandenburg zu."

Meine Position zu dieser Frage hat sich seitdem nicht verändert und nicht erst seit der Veröffentlichung der Flugrouten durch die DFS habe ich mich mit meinen Möglichkeiten als Bundestagsabgeordnete für die Interessen der betroffenen Bürgerinnen und Bürger, Gemeinden und Unternehmen eingesetzt und werde dies weiter tun. Ich bin für ein konsequentes Nachtflugverbot von 22 bis 6 Uhr sowie für den sofortigen Beginn des Gesundheitsmonitorings.

Wie Sie sicher wissen, fällt die Flugroutenplanung letztlich in die Zuständigkeit des Bundes und das Bundesaufsichtsamt beschließt letztlich per Rechtsverordnung. Es gibt gegenwärtig auf Bundesebene keine ausreichenden Mitwirkungs- und Beteiligungsrechte. DIE LINKE fordert deswegen eine Festschreibung von Nachtflugverboten in dichtbesiedelten Gebieten im Luftverkehrsgesetz sowie eine echte Beteiligung und Mitbestimmung betroffener Bürgerinnen und Bürger. Dem Schutz der Gesundheit ist gegenüber wirtschaftlichen Interessen gesetzlich eine Vorrang einzuräumen. Um das zu erreichen, werden auf Bundesebene allerdings auch die entsprechenden Mehrheiten benötigt. Zum Gesamtkomplex der Flugrouten, der Lärm- und Umweltauswirkungen des BER hat meine Fraktion DIE LINKE aktuell eine Große Anfrage in den Bundestag eingebracht. (Bundestags-Drucksache: 17/6942)

Sie werden verstehen, dass ich in meiner Antwort auf Ihre Frage nur für mich und nicht für andere Abgeordnete, z.B. des Brandenburger Landtags, sprechen kann. Ich möchte Sie aber darauf aufmerksam machen, dass die verkehrspolitische Sprecherin der Landtagsfraktion der LINKEN, Cornelia Wehlan, in einer Presseerklärung vom 6. September 2011 noch einmal bekräftigt hat, dass es auch aus ihrer Sicht gilt, die Beteiligungsrechte der Bürgerinnen und Bürgern zu stärken und ein Nachtflugverbot gesetzlich zu regeln. Meiner Meinung nach ist in dem Zusammenhang zu berücksichtigen, dass das Land Brandenburg nur ein Gesellschafter des BER ist. Dessenungeachtet wäre es ein wichtiges Signal, wenn sich der Landtag mehrheitlich für ein konsequentes Nachtflugverbot aussprechen würde.

Dr. Dagmar Enkelmann
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
07.09.2011
Von:

Der neue ESM-Gesetzentwurf ist ein Angriff auf jegliches demokratisches Grundverständnis. Er ist ein Ermächtigungsgesetz, welches stark ans 3. Reich erinnert. Nur Befugnisse und Rechte und gegenüber Niemandem verantwortlich sein? Das ist ein Schlag ins Gesicht aller ehrlichen Menschen. Das ist die manifestierte Hydra. Das ist die abgesegnete Verantwortungslosigkeit einer geldgierigen Klique, welche da ins Rollen kommen soll und die geplante Rechtlosigkeit der europäischen Bürgerschaft. Es ist mit anderen Worten Verrat an unseren Grundrechten. Wer so etwas mitträgt, schaufelt uns allen - und sich selbst - ein Grab. Politik nur für die Banken und nicht für die Menschen. Ich apelliere an Sie, NEIN dazu zu sagen. Wie stehen Sie dazu?

Mit freundlichen Grüßen


Bernau bei Berlin
Antwort von Dr. Dagmar Enkelmann
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10.09.2011
Dr. Dagmar Enkelmann
Sehr geehrter Herr ,

wie Sie vielleicht wissen, hat DIE LINKE als einzige Fraktion im Bundestag die bisherigen Euro-Rettungspakete abgelehnt. Wir waren und sind der Auffassung, dass es sich unter den gegenwärtigen Voraussetzungen nicht um eine Euro-, sondern vor allem um eine Bankenrettung handelt. Auch mit der Einrichtung des Europäischen Stabilitätsmechanismus (ESM) und dem wirtschaftsliberalen Gesetzespaket der EU-Kommission zur Europäischen Wirtschaftsregierung sollen in erster Linie die Finanzmärkte beruhigt, zugleich aber Beschäftigte, Erwerbslose, Rentner und Studierende belastet werden. Unter diesem Blickwinkel begleitet DIE LINKE die laufenden Beratungen im Bundestag zum ESM kritisch und wird eigene Vorschläge für eine sozial gerechte Lösung der Finanzkrise vorlegen. Dank des Einsatzes meiner Fraktion wird es aus heutiger Sicht ein geordnetes parlamentarisches Verfahren ohne Fristverzichte und u.a. mit Ausschussanhörungen geben. Eine "Generalermächtigung" für die Bundesregierung wird es mit der LINKEN nicht geben.

DIE LINKE fordert eine grundlegende Reform der Eurozone und will die Profiteure zur Kasse bitten. Dazu gehören eine Finanztransaktions- und eine Millionärssteuer sowie eine EU-weite Krisenabgabe auf hohe Vermögen. EU-Mitgliedstaaten sollen auf einen ausgeglichenen Außenhandel verpflichtet werden, um Lohn- und Steuerdumping zu stoppen. Notwendig sind gemeinsame Euro-Anleihen, um Spekulationen gegen einzelne Staaten zu verhindern. Eine Europäische Zentralbank für öffentliche Anleihen sollte Euro-Staaten - ohne den Umweg über private Geschäftsbanken - Geld leihen, um die Erpressung durch Wucherzinsen zu stoppen. Dies würde auch eine geordnete Umschuldung bzw. eine Beteiligung der Gläubiger ermöglichen. Darüber hinaus muss der Handel mit Kreditausfallversicherungen (Credit Default Swaps) verboten werden.

Mit freundlichen Grüßen

Dr. Dagmar Enkelmann
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