Dr. Christian Ruck (CSU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Christian Ruck
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
24.12.1954
Berufliche Qualifikation
Diplomökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Stadtbergen
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Ergebnis
42,2%
Landeslistenplatz
21, Bayern
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(...) Es ist der Iran, der einen Konflikt heraufbeschwört und sich völkerrechtswidrig verhält. Seit Jahren kommt er den Forderungen des UN-Sicherheitsrats nach Transparenz seines Atomprogramms nicht nach und verschließt sich ernsthaften Verhandlungen für eine diplomatische Lösung. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Umwelt
11.11.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Ruck,

ich hörte gerate im Deutschlandradio ihr Interview zur Endlagerungsproblematik von atomaren Abfall und der Suche nach einem geeigneten Standort.
Die Endlagerung des atomaren Abfalls hängt unmittelbar mit der Produktion des Abfalls zusammen. Der atomare Abfall entsteht bekannter weise hauptsächlich in Zusammenhang mit der Stromerzeugung in Atomkraftwerken. Am 28.10.2010 haben Sie im Bundestag für die Verlängerung der Laufzeiten der deutschen Atomkraftwerke gestimmt. Haben Sie sich seinerzeit Gedanken gemacht, wo der atomare Abfall für 1 Million Jahre sicher gelagert werden kann?

Am 30.06.2011 stimmten Sie für den Ausstieg aus der atomaren Stromgewinnung bis zum Jahre 2022. Warum diese Kehrtwende?
In dem oben genannten Interview favorisieren Sie Gorleben als geeigneten Endlagerstandort. Was macht Sie so sicher, dass dort der radioaktive Abfall für 1 Million Jahre sicher gelagert werden kann. Sie erwähnten in dem Gespräch mit dem Deutschlandradio, dass der atomare Abfall für eine gewisse Zeit rückholbar sein sollte. Was verstehen Sie unter einer gewissen Zeit.

Sind Sie über die Probleme im Zusammenhang mit der atomaren Lagerstätte Asse vertraut? Dieses atomare Abfalllager wird, soweit ich weiß, seit 35 Jahren betrieben. Die vorhergehenden und jetzigen Betreiber wissen heute nicht mehr was da alles eingelagert wurde. Die beschlossene Rückholaktion des Abfalls gestaltet sich zu einem großen Problem und es kommt hinzu, dass niemand weiß, wohin mit dem Dreck.
Gibt es eventuell in Ihrem Wahlkreis eine geeignete Möglichkeit den atomaren Abfall zwischen- oder sogar endzulagern? Wie schätzen Sie die Reaktion der Bevölkerung Ihres Wahlkreises ein, wenn dort ein atomares Zwischen- oder Endlager eingerichtet werden würde.

Ich bin gespannt auf Ihre Antworten.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Christian Ruck
bisher keineEmpfehlungen
23.11.2011
Dr. Christian Ruck
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Bereits in unserem Energiekonzept des Jahres 2010 diente die Kernenergie als Brückentechnologie in das Zeitalter der Erneuerbaren Energien. Seit langem war es Konsens in Deutschland, die Nutzung der Kernenergie zu beenden und keine neuen Kernkraftwerke zu bauen. Die Reaktorkatastrophe in Fukushima hat allen die Risiken der Kernkraft nochmals verstärkt ins Bewusstsein gerufen. Die Nachrichten und Bilder aus Fukushima haben die Einschätzung der Sicherheit und die Akzeptanz der Kernenergie verändert. Deshalb wird der Umstieg in eine Energieversorgung ohne Kernenergie nun beschleunigt. 2022 soll das letzte deutsche Kernkraftwerk vom Netz gehen. Der Einstieg in Erneuerbare Energien wird massiv beschleunigt.
Neben der Sorge für Zukunftstechnologien müssen wir als heute lebende Generationen aber auch Verantwortung für die Folgen der Nutzung der Kernenergie tragen. Deswegen begrüße ich es sehr, dass auf Initiative von Herrn Bundesminister Röttgen jetzt ein ergebnisoffener Prozess angestoßen wurde, um den - nach heutigem Ermessen - sichersten Standort für ein Endlager in Deutschland in einem breiten, gesamtgesellschaftlichen und überparteilichen Konsens zu finden. Dieser verantwortungsbewusste und umsichtige Weg unterscheidet sich fundamental von dem seiner grünen und sozialdemokratischen Amtsvorgänger, der das Problem der nuklearen Endlagerung auf die lange Bank geschoben haben. Wir brauchen nun ein Verfahren ohne Vorbehalte, das offen und transparent angelegt ist und eine echte Bürgerbeteiligung sicherstellt. Dabei ist es unerheblich, welcher Wahlkreis in die engere Auswahl einbezogen wird. Bei allen Standorten, sind diese Prinzipien einzuhalten.
Zu den Punkten, die nun bei der Erarbeitung eines Endlagersuchgesetztes gründlich geklärt werden müssen, zählt auch die Frage einer möglichen Rückholbarkeit nuklearen Abfalls. Ich denke, das ist auch in Ihrem Sinne, da wir auf diesem Wege sicherstellen wollen, dass wir in Zukunft ggfs. mithilfe des technischen und wissenschaftlichen Fortschritts eine noch bessere und sicherere Endlagerung organisieren können. Da der technische Fortschritt in Atomphysik und Geologie nicht präzise prognostizierbar ist, fällt es jedoch nach heutigem Ermessen schwer, genauere Zeitangaben zu nennen.

Mit freundlichen Grüßen,
Ihr

Dr. Christian Ruck, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
24.02.2012
Von:

Sehr geehrter Dr.Ruck,

vielleicht erst etwas zu meiner Person.

Ich bin 34 Jahre alt und seit dem 28.01.2012 Nichtraucher.Nachdem ich 18 Jahre geraucht und Tabaksteuer bezahlt habe.

Ich habe jeden Tag in den letzten 16 Jahren 20-25 Zigaretten geraucht.
Seit ich dampfe keine mehr!!!

Trotz des kurzen Zeitraums meines Nichtrauchens geht es mir gesundheitlichdeutlich besser. Kein Raucherhustenund meine Ausdauer hat sich verbessert, kann ich jeden Tag sehen da ich im 4.Stock ohne Aufzug wohne.

Jetzt aber zu meinem wirklichen Anliegen.Wie ihnen sicher auch nicht entgangen sein durfte macht eine "Kollegin"von ihnen die NRW-Gesundheitsministerin massive Versuche das zum dampfen benötigte Liquid im Alleingang als Arzneimittel einzustufen was für sich ja kein Verbot ist aber dem gleichkommt.
Da die Zulassung als Arzneimittel enorme Kosten verursachen würde.
Von den jahren die in Land gingen ganz zu schweigen.

Natürlich ist das dampfen nicht gesund aber bestimmt besser als zu rauchen!!

Alle Zutaten in den Liquids sind auch in normalen Tabakzigaretten enthalten in den Tabakzigaretten aber noch ca.400 mehr 40 davon nachweislich Krebserregend.Beim verbrennen enstehen weiter Schadstoffe die beim verdampfen wegfallen.

In Liquid enthalten:

Wasser
Propylenglycol Lebensmittelzusatz E 1520
planzliches Glycerin Lebensmittelzusatz E 422 ist z.b in Kaugummi,Schokolade
Lebensmittelaroma
und gegebenfalls Nikotin

sonst nix.
Wie sie sicher verstehen bin ich sehr verunsichert durch diese oben angesprochene Hetzkampagne durch einige Politiker.Und habe keine Lust mich wegen meines dampfens kriminalisieren zu lassen.Ich bin ein anständiger,berufstätiger Steuerzahler und mündiger Bürger.

Meine Frage lautet also wie stehen sie persönlich,ihre Fraktion und ihre Partei zur e-zigarette?

Mit feundlichen Grüßen

Antwort von Dr. Christian Ruck
bisher keineEmpfehlungen
28.02.2012
Dr. Christian Ruck
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage zur E-Zigarette.

Zunächst einmal: Herzlichen Glückwunsch zum erfolgreichen Aufhören mit dem eigentlichen Rauchen. Ihnen ist gelungen, was vielen Menschen noch schwerfällt!

Sicherlich ist für viele Raucher die E-Zigarette als "Brücke" zum endgültigen Aufhören das geringere Übel. Ich kann diese Ansicht durchaus nachvollziehen und würde diese Einschätzung intuitiv teilen.

Gleichzeitig ist die E-Zigarette ein neues Produkt, dessen rechtliche und gesundheitliche Einordnung noch nicht klar vollzogen ist.

Die Frage, ob das Verbot durch die Gesundheitsministerin in NRW zulässig und geboten ist, kann daher auch noch nicht abschließend beantwortet werden: Es liegt keine bundeseinheitliche Regelung vor; Einige Fachleute vermuten die Zuständigkeit sogar bei der EU-Kommission. Hier müssen wir auf eine abschließende rechtliche Einschätzung warten.

Ob die E-Zigarette nun auch aus gesundheitlichen Gründen zu verbieten oder ihre Nutzung einzuschränken ist, vermag ich nach Stand der Erkenntnisse auch noch nicht zu sagen.

Eines steht jedoch fest: Nach der aktuellen Rechts- und Kenntnislage ist es nicht nötig, dass Sie sich als kriminalisiert behandelt fühlen sollten.

Bei Unsicherheit sollte man grundsätzlich Vorsicht walten lassen. Ich kann Ihnen angesichts der unsicheren Lage bezüglich der E-Zigaretten daher nur zur Vorsicht beim Konsum raten und hoffen, dass Sie bald auch die E-Zigarette aufgeben können!


Mit besten Wünschen
Ihr

Dr. Christian Ruck, MdB
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Frage zum Thema Internationales
05.04.2012
Von:

Sehr geehrter Dr. Ruck ,

Der amtierende israelische Außenminister Lieberman hat sich offen für einen Krieg mit dem Iran und die Deportation von israelischen Arabern ausgesprochen. 2002 forderte er die Armee u.a. auf in Gaza auch zivile Ziele "dem Erdboden gleich zumachen".
2010 lehnte Israel eine nicht bindende Resolution der IAEO ab, den Atomwaffensperrvertrag zu unterzeichnen und Inspekteuren den Zutritt zu seinen Atomanlagen zu gewähren.

Unterstützt die CDU die Lieferung von deutschen U-Booten der Dolphin Klasse an Israel, die so umgerüstet werden können, dass Sie mit Atomwaffen bestückt werden können?

Im Iran-Irakischen Krieg unterstützte der Westen, u.a. auch Deutschland, Saddam Hussein u.a. mit Waffenlieferungen. Im Rahmen dieses Krieges trägt somit auch Deutschland eine Verantwortung für den Tod von schätzungsweise 1 Mio Iranern und Irakern.

Inzwischen wird der Iran vom Westen wirtschaftlich boykottiert und permanent mit Krieg bedroht. Auf iranischem Territorium werden von westlicher Seite geheimdienstliche bzw. terroristische Aktivitäten u.a. gegen Zivilisten geführt.

Würden Sie der These zustimmen, dass kaum ein anderes Land so sehr zum Bau einer Atombombe getrieben wird, wie der Iran?

Mit den besten Grüßen,



Quellenangabe:
Wikipedia.de ("Avigdor Lieberman", "erster Golfkrieg")
Antwort von Dr. Christian Ruck
1Empfehlung
24.04.2012
Dr. Christian Ruck
Sehr geehrte Herr ,

haben Sie vielen Dank zu Ihrer Frage zur nuklearen Aufrüstung Israels und dem Verhältnis zum Iran.

Die Diskussion um das iranische Nuklearprogramm und mögliche israelische Militärschläge gegen iranische Atomanlagen hat sich zuletzt verschärft. Ich kann Ihr gestiegenes Interesse daher gut nachvollziehen.

So hat Günter Grass unmittelbar vor Ostern in einem in der "Süddeutschen Zeitung" veröffentlichten "Gedicht" behauptet, die Atommacht Israel gefährde den Weltfrieden, weil sie die nukleare Auslöschung des iranischen Volkes plane. Deutschland mache sich mit der Lieferung eines weiteren U-Boots an Israel an einem solchen Verbrechen mitschuldig. In einem weiteren Interview in der gleichen Zeitung vom 7. April hat er zu seinen "Thesen" weiter Stellung genommen.

Die von Günter Grass eingeforderte "sachliche Auseinandersetzung" mit seinen Äußerungen offenbart eine Unkenntnis über den Sachstand beim iranischen Nuklearprogramm und die Diskussion um mögliche Militärschläge Israels. Zu Recht wird ihm "Verdrehung von Ursache und Wirkung" oder eine "Verharmlosung der Bedrohung" vorgeworfen.

Der Vorwurf, die Atommacht Israel gefährde den Weltfrieden, verkennt die Tatsachen. Er bagatellisiert trotz der ernsthaften Sorge der IAEO und der Vereinten Nationen den möglichen militärischen Charakter des iranischen Nuklearprogramms und seine Gefahr nicht nur für die Existenz Israels, sondern für die Stabilität in der Region des Nahen und Mittleren Ostens und nicht zuletzt auch für unsere Sicherheit. Er verharmlost die Drohungen des iranischen Präsidenten, Israel auszulöschen, als Maulheldentum.

Im Folgenden soll daher auf sachliche Weise verdeutlicht werden, dass Verursacher der erkennbaren Gefahr nicht Israel, sondern der Iran ist:

Im Jahr 2002 wurden iranische Nuklearanlagen und Beschaffungsaktivitäten aufgedeckt, die Iran entgegen seinen Verpflichtungen im Rahmen des Vertrag über die Nichtverbreitung von Kernwaffen (auch "Atomwaffensperrvertrag" genannt) der Internationalen Atomenergie-Organisation (IAEO) nicht gemeldet hatte. Aufgrund dieser Geheimhaltung, der Auslegung des iranischen Nuklearprogramms (etwa das Bemühen um Urananreicherung ohne erkennbaren zivilen Bedarf) und umfangreicher, für die IAEO plausibler Hinweise auf eine militärische Dimension entstand der Verdacht, Iran betreibe ein geheimes Atomwaffenprogramm.

Seither haben der IAEO-Gouverneursrat und der VN-Sicherheitsrat Iran wiederholt völkerrechtlich verbindlich aufgefordert, bis zur Wiederherstellung des Vertrauens die sensitiven Aktivitäten, wie etwa die Urananreicherung und die Vorarbeiten zur Gewinnung von waffenfähigem Plutonium, auszusetzen sowie alle Fragen zu klären, die auf ein mögliches Nuklearwaffenprogramm deuten. Iran erfüllt diese Verpflichtungen nicht.

Seit 2003 bemühen sich Deutschland, Frankreich und Großbritannien (die "E3") und seit 2006 auch die USA, Russland und China (also die fünf ständigen Mitglieder des UN-Sicherheitsrats mit Deutschland, auch "P5+1" und "E3+3" genannt) um eine diplomatische Lösung. Dazu verfolgen sie einen zweigleisigen Ansatz: Einerseits bieten die E3+3 Iran für ein Einlenken weit reichende Kooperation an; so haben sie im Juni 2006 bzw. Juni 2008 Iran umfassende Angebotspakete unterbreitet. Aufgrund der anhaltenden iranischen Blockadepolitik wird andererseits seit 2006 aber auch der Sanktionsdruck im Rahmen der Vereinten Nationen und der EU erhöht, um Iran wieder an den Verhandlungstisch zu bewegen.

Die IAEO ist immer besorgter hinsichtlich einer möglichen militärischen Komponente des iranischen Nuklearprogramms. Unter Missachtung der Sicherheitsrats- und IAEO-Resolutionen reichert Iran seit Februar 2010 Uran auf 20% an (bis Mitte Februar 2012 ca. 110 kg), womit 90% der Anreicherungsleistung bis zum waffenfähigen Grad erfolgt sind. Der IAEO werden uneingeschränkte Inspektionen der Produktion verweigert, sie kann lediglich überprüfen, ob Iran das gemeldete Nuklearmaterial friedlich verwendet. Zudem wird der Schwerwasserreaktor in Arak weitergebaut, der der Herstellung des alternativen Waffenmaterials Plutonium dienen könnte. Die IAEO kann hier keine Proben nehmen.

Bei den letzten Verhandlungen der E3+3 mit Iran im Januar 2011 ging die iranische Delegation nicht auf den Vorschlag ein, im Rahmen eines Stufenplans praktische Schritte zu ergreifen, die das Vertrauen in die ausschließlich friedliche Natur seines Nuklearprogramms wiederherstellen könnten. Im Februar 2012 scheiterte eine IAEO-Mission nach Teheran wegen der unnachgiebigen Haltung Irans. Es konnte keine Einigung über die Modalitäten zur Klärung der offenen Fragen zum iranischen Nuklearprogramm erzielt werden.

Mitte April sollen die Gespräche mit dem Iran wiederaufgenommen werden. Die Initiative ging erneut von den E3+3 aus.

Es ist richtig: Dem Iran ist bislang kein Nuklearwaffenprogramm nachzuweisen. Experten sind sich jedoch einig, dass Iran an einer Ausbruchsoption arbeitet, also die technischen Voraussetzungen schaffen will, bei einer entsprechenden politischen Entscheidung schnell eine Kernwaffe bauen zu können. Zahlreiche Indizien, die die IAEO als glaubwürdig einschätzt, weisen auf eine solche militärische Dimension des iranischen Nuklearprogramms hin, u.a.:

Seit 2002 wurden wiederholt vom Iran geheim gehaltene Nuklearanlagen und Beschaffungsaktivitäten aufgedeckt (etwa 2009 die tief verbunkerte Urananreicherungsanlage in Qom). Es ist nicht auszuschließen, dass es neben den mittlerweile aufgedeckten Nuklearanlagen ein weiterhin geheim laufendes Atombombenprogramm gibt.

Für das zu 20% angereicherte Uran hätte Iran keinen zivilen Verwendungszweck. Aber Iran gewinnt dadurch Expertise für eine eventuelle spätere Anreicherung zu waffenfähigem Uran (90%).

Iran baut in Arak an einem Schwerwasserreaktor, der der Produktion des alternativen Waffenmaterials Plutonium dienen könnte. Für eine zivile Nutzung würde ein Leichtwasserreaktor genügen.

Die IAEO verdächtigt den Iran zudem, an einem nuklearen Sprengkopf zu arbeiten.

Vor dem Hintergrund dieses Sachstands ist festzustellen:

Es ist der Iran, der einen Konflikt heraufbeschwört und sich völkerrechtswidrig verhält. Seit Jahren kommt er den Forderungen des UN-Sicherheitsrats nach Transparenz seines Atomprogramms nicht nach und verschließt sich ernsthaften Verhandlungen für eine diplomatische Lösung.

Die iranische Bedrohung ist real und kein "Popanz", der künstlich aufgebauscht wird. Noch hat der Iran wohl keine Atomwaffen, aber die IAEO zeigt sich seit fast zehn Jahren in ihren Berichten immer besorgter über den möglichen militärischen Charakter des iranischen Nuklearprogramms. Der UN-Sicherheitsrat hat Teheran in zahlreichen Resolutionen zur Klärung der offenen Fragen aufgefordert und seit 2006 mehrere Sanktionsresolutionen verabschiedet. Das ist keine Propagandalüge Israels.

Israel kann die Gefahr seiner möglichen nuklearen Vernichtung durch den Iran nicht ignorieren. Nie hat Israel aber mit einem atomaren Erstschlag gedroht und wäre auch trotz seiner Nuklearwaffen nicht in der Lage, das iranische Volk "auszulöschen".

Es wird allgemein schon lange vermutet, dass Israel über Atomwaffen verfügt. Offiziell zugegeben wird dies von Israel aber nicht (aber auch keineswegs von israelischen Regierungen "verleugnet"), weshalb das Land auch nicht den Atomwaffensperrvertrag unterzeichnet hat. Deshalb steht das israelische Nuklearwaffenprogramm auch nicht unter internationaler Kontrolle. Der Iran dagegen hat dieses Abkommen unterzeichnet, verweigert der IAEO jedoch eine effektive Kontrolle bzw. unterläuft diese.

Die israelischen Nuklearwaffen werden nicht "allgemein verschwiegen", sondern finden Berücksichtigung in den internationalen Bemühungen um eine nuklearwaffenfreie Zone im Nahen und Mittleren Osten, wofür sich auch die Bundesregierung einsetzt. Diese Diskussion wird seit Jahren intensiv geführt. Der Vorschlag einer Kontrolle auch der israelischen Nuklearwaffen ist also nicht neu. Die Bundesregierung sieht sich der Universalität des Nichtverbreitungsvertrags, der auch von Pakistan und Indien nicht unterzeichnet wurde, verpflichtet.

Keines der mit Israel zum Teil verfeindeten Nachbarländer hat sich in den vergangenen Jahrzehnten eigene Atomwaffen angeschafft (lediglich das mit Iran verbündete Syrien hat dies versucht) – gerade weil sie sich nicht von Israel atomar bedroht gefühlt haben.

Dieses Vertrauen haben Saudi-Arabien, Ägypten und auch die Türkei gegenüber dem Iran nicht. Diese Länder haben schon erkennen lassen, dass sie sich bei einer atomaren Bewaffnung Irans zum nuklearen Nachrüsten gezwungen sehen. Nicht Israel, sondern der Iran provoziert also ein nukleares Wettrüsten in der Region.

Vor diesem Hintergrund wäre eine iranische Atombombe eine erhebliche Gefährdung des Weltfriedens. Niemand spricht dem Iran das Recht auf eine zivile Nutzung der Atomenergie ab. Der Iran hat aber nach seinen Verpflichtungen aus dem Nichtverbreitungsvertrag kein Recht auf eine nukleare Bewaffnung. Deutschland und die fünf ständigen Sicherheitsratsmitglieder setzen seit Jahren mit großer Geduld auf eine diplomatische Lösung des Konflikts. Der Iran hat aber bisher nur auf Zeit gespielt.

Mögliche Militärschläge Israels gegen iranische Nuklearanlagen wurden zuletzt, wie in den vergangenen Jahren auch, kontrovers öffentlich diskutiert. Israel wird dabei, wie bei anderen Themen auch, oftmals kritisiert - auch von deutscher Seite. Es gibt also bei dieser Frage kein "Tabu".

Dabei geht es nicht um den Angriff von Atomkraftwerken im Iran, die einen GAU zu Folge haben könnten. Im Iran gibt es (noch) keine fertiggestellten Atomkraftwerke. Weder der Leichtwasserreaktor in Busher noch der Schwerwasserreaktor in Arak sind in Betrieb.

Die von Deutschland an Israel gelieferten U-Boote dienen nicht der Unterstützung eines möglichen israelischen Angriffs. Israels Territorium ist so klein, dass das Land und sein Nuklearwaffenpotential durchaus mit einem Schlag vernichtet werden könnte. Seegestützte Atomwaffen sind eine zusätzliche Sicherheit, um einen Angreifer vom Einsatz von Massenvernichtungswaffen abzuschrecken. Sie verringern also die Wahrscheinlichkeit eines Nuklearkrieges, weil ein Angreifer weiter mit einem Gegenschlag rechnen muss.

Deutschland trägt dazu bei, einen atomaren Angriff auf Israel und somit einen nuklearen Schlagabtausch im Nahen und Mittleren Osten zu verhindern. Bundeskanzlerin Merkel hat vor vier Jahren vor dem israelischen Parlament gesagt: "Die Sicherheit Israels ist für mich als deutsche Bundeskanzlerin niemals verhandelbar. Und wenn das so ist, dann dürfen das in der Stunde der Bewährung keine leeren Worte bleiben."

Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Dr. Christian Ruck, MdB
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Frage zum Thema Internationales
27.04.2012
Von:

Sehr geehrter Dr. Ruck,

vielen Dank für Ihre ausführliche und interessante Antwort.

Sie sagen: "Die iranische Bedrohung ist real und kein "Popanz", der künstlich aufgebauscht wird."

Jeder Angriff gegen eine mit den USA und Europa verbündete Atommacht bedeutet die eigene Vernichtung.

Glauben Sie der Iran strebt seine eigene Vernichtung an?

Nach ihrer Argumentation in Bezug auf den Sperrvertrag, müsste der Iran nur den Sperrvertrag kündigen um den gleichen Status wie Israel zu bekommen. Das erscheint mir nicht schlüssig.

Der Iran wird auf Atomwaffen nur dann verzichten, wenn er sich nicht mehr bedroht sieht. Die gegenwärtige Politik des Boykotts und der Kriegsdrohung führt zwangsläufig zum Gegenteil.

Waffenlieferungen in den nahen Osten stehen im klaren Widerspruch zur Rüstungsrichtlinie Deutschlands. Diese untersagt ausdrücklich den Verkauf von Rüstungsgütern in 3. Länder "die in
bewaffnete Auseinandersetzungen verwickelt sind oder wo eine solche droht".

Avigdor Lieberman ist der stellvertretende Ministerpräsident und Außenminister Israels sowie Gründer und Parteivorsitzender der derzeitigen Regierungspartei Jisra´el Beitenu. [0]

Zusammen mit der NPD steht diese Partei in Wikipedia.de in der "Liste rechtsextremer Parteien und Organisationen".[2]

Ich stelle daher fest:

Rund 65 Jahre nach dem Holocaust
subventioniert Deutschland den Verkauf von Trägersystemen für Massenvernichtungswaffen [4]
an ein Land, in dem Faschisten neben dem stellvertretenden Ministerpräsidenten die 2. stärkste Regierungsfraktion stellen.

Unterstützt die CDU weitere Waffenlieferungen in den nahen Osten bzw. nach Israel?

Mit den besten Grüßen,



Quellen:
[0] de.wikipedia.org
[1] de.wikipedia.org
3 Absatz
[2] de.wikipedia.org
[4] de.wikipedia.org

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