Dr. Christian Ruck (CSU)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Dr. Christian Ruck
© Bundestagsfraktion CDU/CSU
Geburtstag
24.12.1954
Berufliche Qualifikation
Diplomökonom
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Stadtbergen
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Ergebnis
42,2%
Landeslistenplatz
21, Bayern
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Wenn das deutsche Volk, vertreten durch seine gewählten Parteien, einen anderen Staatsaufbau mehrheitlich wünscht, dann ist das urdemokratisch, die Verfassung auch zu ändern - evtl. weil sich unsere Formen des Zusammenlebens im Laufe der Jahrzehnte ändern, siehe Internet und Globalisierung. (...) Zum Schutze vor allzu radikalen Veränderungen wurde jedoch die Ewigkeitsklausel in Artikel 79 Abs. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
05.07.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ruck,

ich schließe mich den Befürchtungen der Ökonomengruppe um Hans-Werner Sinn (ifo-Institut) an (Wortlaut der Schreibens: www.blu-news.org ), dass sich Deutschland durch die getroffenen Beschlüsse zur Bankenunion beim vergangenen EU-Gipfel in größte Gefahr begibt und die getroffenen Beschlüsse nicht dem Wohl Deutschlands dient. Durch die kollektive Haftung für die Schulden der Banken des Euro-Systems, welche bis jetzt fast dreimal so groß wie die Staatschulden Deutschlands sind, ist es unmöglich, die Steuerzahler, Rentner und Sparer für die Absicherung dieser Schlulden in Haftung zu nehmen.

Herr Dr. Ruck, ich möchte Sie als Abgeordneter meines Wahlkreises hiermit auffordern, sich nochmals eingehend mit den Risiken des ESM und des Fiskalpaktes, insbesondere der Beschlüsse zur Bankenunion zu beschäftigen.

Mit freundlichen Grüssen
Antwort von Dr. Christian Ruck
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19.07.2012
Dr. Christian Ruck
Sehr geehrte Frau ,

haben Sie vielen Dank für Ihre Frage, mit der Sie mich auffordern, den Protest der 170 Ökonomen zur Kenntnis zu nehmen und mich mit dem ESM genauer zu befassen. Dies gibt mir die Möglichkeit einer Richtigstellung:

Ich halte den am 5. Juli von der Frankfurter Allgemeinen Zeitung im Internet veröffentlichten Protestaufruf deutscher Volkswirte zum Ergebnis des Euro-Gipfels vom 29. Juni für sachlich nicht fundiert und in seiner Außenwirkung problematisch. Der Duktus des Briefes legt die Vermutung nahe, dass es den Unterzeichnern mehr um eine Empörungswelle in der Öffentlichkeit gegangen ist, als um eine fundierte Auseinandersetzung mit den Gipfelergebnissen. Ein konstruktiver Beitrag ist der Aufruf letztlich auch deshalb nicht, weil er über die bloße Kritik hinaus keine Handlungsalternativen aufzeigt.

Fakt ist: Eine Bankenunion ist auf dem Euro-Gipfel am 29. Juni nicht beschlossen worden. Es ist daher falsch und irreführend, die Gipfelergebnisse in den Zusammenhang mit der Diskussion um eine Bankenunion zu stellen. Geradezu unverantwortlich ist, dass der Eindruck erweckt wird, auf dem Gipfel sei eine kollektive Haftung für die Schulden der Banken der Euro-Zone zu Lasten der Steuerzahler, Rentner und Sparer vereinbart worden.

Ein zentrales Ergebnis des Gipfels ist, dass ein wirksamer einheitlicher Aufsichtsmechanismus für Banken des Euro-Währungsgebiets unter Einbeziehung der Europäischen Zentralbank eingerichtet werden soll. Erst dann könnte in einem weiteren Schritt der Europäische Stabilitätsmechanismus ESM die Möglichkeit erhalten, Banken in Ausnahmefällen und unter strikten Auflagen direkt zu rekapitalisieren. Dies ist sowohl für den temporären Rettungsschirm EFSF als auch für den ESM vertraglich derzeit nicht vorgesehen. Hilfsgelder können derzeit grundsätzlich nur an Mitgliedstaaten gezahlt werden. Eine Anpassung des Instrumentariums des ESM bedürfte also einer Anpassung der rechtlichen Grundlagen, der auch der Deutsche Bundestag vorher zustimmen müsste.

Bundeskanzlerin Angela Merkel hat auf dem Gipfel richtigerweise keinerlei Zugeständnisse zu einer europäischen Einlagensicherung gemacht, genauso wenig wurden Schritte in Richtung gemeinsamer europäischer Anleihen beschlossen. Die Koalition hat sich immer für eine starke und effiziente Aufsicht über die Finanzmärkte und Finanzmarktteilnehmer eingesetzt. Dazu gehört, dass Banken in Schieflage möglichst schnell auch grenzüberschreitend abgewickelt werden können. Diesem Ziel dient der europäische Aufsichtsmechanismus.

Ich unterstütze daher diese ersten Beschlüsse des Gipfels und bin gespannt auf die weiteren Vorschläge, wie wir diesen sinnvollen Weg gangbar machen können.


Mit freundlichen Grüßen
Ihr

Dr. Christian Ruck, MdB
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Frage zum Thema Soziales
27.11.2012
Von:

Guten Tag Herr Ruck

auf der Seite des Eine-Welt-Netzwerks-Bayern lese ich immer wieder, daß Sie Unterstützer des Netzwerkes sind

Was ich nicht verstehe, weshalb Sie sich der Stimme enthalten, weshalb stimmen Sie nicht dagegen. Weshalb zeigen Sie nicht direkt wo Sie da stehen. Diese Arbeit braucht engagierte Menschen, da ist für Zögerlichkeit kein Platz.

Vor 3 Wochen bin ich aus Indien zurückgekommen, ich war dort für terre des hommes um mich über Projekte zu informieren. Auf dieser Reise ist mir wieder erneut bewußt geworden wie weit der Weg noch ist ein selbstbestimmtes Leben mit der Möglichkeit sich ausreichend und gesund zu ernähren für die Kinder zu gewährleisten. Oder welche Arbeit vor uns liegt Mädchen, junge Frauen aus der Fängen skrupelloser "Sklavenhalter" zu befreien, das Thema heißt Sumangali. Ich habe schon viel bei dieser Arbeit im Bereich Entwicklungspolitik erlebt aber hier hatte ich Tränen in den Augen.

Die Kürzung des Entwicklungshilfe Etats trifft solche Projekte. Wenn wir Banken retten da sind dann plötzlich Milliarden da nur wenn es um die Kinder in den Südländern geht wird das Geld gestrichen. Es fehlt dann z. B. bei der Finanzierung von solchen Projekten über die "Drittmittelbereitstellung" durch das BMZ. Viele Organisationen sind vermutlich gezwungen Ihre Etats zu reduzieren. Wenn selbst ein FDP-Minister von einer falschen Entscheidung spricht der nicht gerade durch durchdachte entwicklungspolitische Projekte aufgefallen ist und auch nicht durch übermäßigen entwicklungspolitischen Sachverstand aufgefallen ist sich derart äußert, dann erwarte ich ehrlich gesagt von Ihnen ein anderes Verhalten.

Bei dieser menschenverachtenden Politik hätte ich mir auch von Ihnen ein klareres Zeichen gewünscht.
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Christian Ruck
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29.11.2012
Dr. Christian Ruck
Sehr geehrter Herr ,

haben sie vielen Dank für Ihrer Frage und die eindringliche Beschreibung der dramatischen Lage, die Sie bei Ihrer lobenswerten Arbeit in Indien kennen gelernt haben.

Ich bedauere wie Sie, dass es zu der beschlossenen Absenkung des Entwicklungshaushalts gekommen ist. Im Hinblick auf die vielfältigen zukunftsgerichteten Aufgaben der Entwicklungspolitik sowie das 0,7-Prozent-Ziel hätte ich mir gewünscht, dass es wenigstens zu dem moderaten Anstieg gekommen wäre, der im Haushaltsentwurf ursprünglich auch vorgesehen war.

Bis zuletzt habe ich auch in den Fraktionsgremien dafür gekämpft, das vom Haushaltsausschuss geschnürte Paket noch einmal zu öffnen. Ich habe dabei viel Unterstützung erhalten, sogar mehr als ich erwartet hatte. Es hat sich dann aber die Linie durchgesetzt, keine Änderungen mehr vorzunehmen, weil es sonst schwer gewesen wäre, andere Änderungswünsche nicht auch zu berücksichtigen. Und gleich mehrere Anpassungen vorzunehmen, hätte das Ziel der Haushaltskonsolidierung gefährdet, so die weitverbreitete Mehrheitsmeinung.

Die vermeintliche Kürzung des BMZ-Haushaltes ist weitestgehend darauf zurückzuführen, dass wir im kommenden Haushaltsjahr weniger Mittel an den Europäischen Entwicklungsfonds (EEF) überweisen müssen. Das liegt einfach daran, dass der Fonds es derzeit nicht schafft, die ihm von den Mitgliedsstaaten zugesagten Mittel abzurufen und in reife Projekte zu investieren. Darüber hinaus wurde die Verplanung der Haushaltsmittel für BMZ-eigene Projekte nicht eingeschränkt. Ich kann Sie daher beruhigen, dass keine aktuellen und konkrete Projekte von der allgemeinen, rechnerischen Kürzung des Gesamtetats betroffen sind.

Dennoch: Als Entwicklungspolitiker dürfen wir jetzt den Kopf nicht in den Sand stecken, sondern müssen weiter für unser gemeinsames Anliegen und für künftige Aufwüchse im Haushalt kämpfen. Ich hoffe dabei auf Ihre Unterstützung und Ihr tatkräftiges Engagement.


Mit freundlichen Grüßen,
Ihr

Dr. Christian Ruck, MdB
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Frage zum Thema Gesundheit
28.11.2012
Von:

Sehr geehrter Herr Dr. Ruck,

am 18.10.2012 fand die Anhörung zur "Ausgestaltung einer bayrischen Pflegekammer" satt.

Als Gesundheits- und Krankenpflegerin bin ich, wie viele meiner Kolleginnen und Kollegen, pro Pflegekammer.

Welche Position beziehen Sie in dieser Debatte?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Christian Ruck
1Empfehlung
18.12.2012
Dr. Christian Ruck
Sehr geehrte Frau ,

in der Expertenanhörung des Gesundheitsausschusses des bayerischen Landtags zur Ausgestaltung einer bayerischen Pflegekammer gingen die Meinungen der Experten bei der Frage, ob eine solche Einrichtung sinnvoll sei, auseinander. Die Gegner der Pflegekammer waren der Ansicht, dass dieser Bereich bereits sehr gut reglementiert und ausreichende Strukturen vorhanden seien.

Ich selbst schließe mich der Ansicht der Befürworter und damit auch dem Bayerischen Staatsministerium für Umwelt und Gesundheit an. Mit über 100.000 ausgebildeten Pflegekräfte in Bayern ist diese Gruppe die größte Berufsgruppe im Gesundheitswesen. Es ist daher nur zu verständlich, dass sie eine eigene Stimme braucht. Als Kammer des öffentlichen Rechts hat sie wesentlich mehr Gewicht und Schlagkraft. Zur Lösung der Probleme im Bereich der Pflege wäre die Pflegekammer ein wichtiges Instrument, denn gerade dort, wo die Menschen primär betroffen sind, müssen wir die hohe Qualität bei den Pflegeleistungen sichern. Die Pflegekammer würde über die rechtmäßige Ausübung des Pflegeberufs wachen und fachliche Standards und Qualitätskriterien festlegen und weiterentwickeln. Darüber hinaus gäbe es Regelungen und Förderung der Fort- und Weiterbildung der Pflegenden.

Die Pflegekammer käme so auch den Bürgerinnen und Bürgern in Bayern zu Gute und würde auch als Anlaufstelle für Fragen und Probleme fungieren. Daher hoffe ich, dass sich die Ausgestaltung einer bayerischen Pflegekammer positiv und zügig weiterentwickelt.

Mit freundlichen Grüßen
Dr. Christian Ruck
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