Dr. Barbara Hendricks (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Dr. Barbara Hendricks
Jahrgang
1952
Berufliche Qualifikation
Staatsexamen, Lehramt an Gymnasien in Geschichte und Sozialwissenschaften, Parlamentarische Staatssekretärin beim Bundesministerium der Finanzen a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB, Schatzmeisterin der Sozialdemokratischen Partei Deutschlands
Wohnort
-
Wahlkreis
Kleve
Ergebnis
29,6%
Landeslistenplatz
9, Nordrhein-Westfalen
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(...) Im Übrigen möchte ich Sie – wie auch meine Kolleginnen und Kollegen es bereits getan haben – noch einmal darauf hinweisen, dass es in Deutschland das Prinzip der Gewaltenteilung gibt, das Parlamentariern verbietet, in Gerichtsverfahren einzugreifen oder Einfluss auf Gerichtsurteile zu nehmen. (...)
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Dr. Barbara Hendricks hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
21.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Hendricks,

das Bundesjustizministerium verteidigte sich mit Falschaussagen vor dem Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte gegen die von meiner Ehefrau und mir eingereichte Beschwerde*.

Die SPD-Politikerinnen Zypries, Däubler-Gmelin und Lösekrug-Möller haben die Aufklärung dieses Sachverhaltes trotz meiner Bitten – u. a. auf abgeordnetenwatch.de – bislang nicht unterstützt.

In meinen Schreiben vom 17.06.09 und 06.07.09 bat ich Sie – als Mitglied des SPD-Parteivorstandes – um Hilfe. Trotz meiner Mahnung vom 14.07.2009 haben Sie auf die Schreiben bislang nicht geantwortet.

Ich darf Sie noch einmal an einem Beispiel an die erschreckenden Methoden des BMJ erinnern: Das BMJ ersetzte z. B. in seinen an den Gerichtshof gesandten Stellungnahmen vom 19.03.2001 (Rz. 2) und vom 15.05.2002 (Rz. 9) Teile unserer Beschwerde durch einen ihm genehmen Beschwerdetext, von dem es dann behauptete, dass "unsere" Auffassung falsch sei. Der Gerichtshof übernahm die vom BMJ manipulierte Auffassung als unsere Auffassung in seine Entscheidung Nr. 37290/97 vom 12.12.2002, Rz. 39, letzter Satz. – Und entschied gegen uns.

Die Vorgehensweise verletzt nicht nur unser in der Europäischen Menschenrechtskonvention verbrieftes Recht auf ein faires Verfahren, sie ist auch nicht mit rechtsstaatlichen Grundsätzen zu vereinbaren und stellt eine Aushöhlung des europäischen Menschenrechtssystems und eine Beschädigung des Menschenrechtsgerichtshofes dar.

Warum haben Sie mir bislang nicht geantwortet?

Was werden Sie zukünftig zur Aufklärung dieses Sachverhaltes beitragen?

Wie vereinbart sich das Verhalten des BMJ und der SPD-Politikerinnen mit dem SPD-Regierungsprogramm vom Juni 2009, das eine Stärkung der Menschenrechtsschutzsysteme vorsieht?

Mit freundlichen Grüßen



* Beschwerdegegenstand ist die Versagung der Rückerlangung unseres Hauses, das wir vor der ständigen Ausreise aus der DDR auf Druck der staatlichen Organe veräußern mussten, durch die deutschen Gerichte.
Antwort von Dr. Barbara Hendricks
1Empfehlung
04.08.2009
Sehr geehrter Herr ,

Sie behaupten, dass seitens des SPD-Parteivorstands und der SPD-Bundestagsfraktion nicht auf Ihre Schreiben reagiert würde bzw. wir Ihr Anliegen nicht zur Kenntnis nehmen würden.

Nach Rücksprache mit einigen Kolleginnen und Kollegen weiß ich aber, dass Sie seit langem unter anderem mit Ihrer zuständigen Wahlkreisabgeordneten, Gabriele Lösekrug-Möller, und mit der Vorsitzenden des Ausschusses für Menschenrechte und humanitäre Hilfe, Dr. Herta Däubler-Gmelin, in Kontakt stehen oder standen. Ihr Anliegen wurde also von den verschiedensten Stellen zur Kenntnis genommen und auch schon mehrfach beantwortet.

Im Übrigen möchte ich Sie – wie auch meine Kolleginnen und Kollegen es bereits getan haben – noch einmal darauf hinweisen, dass es in Deutschland das Prinzip der Gewaltenteilung gibt, das Parlamentariern verbietet, in Gerichtsverfahren einzugreifen oder Einfluss auf Gerichtsurteile zu nehmen.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hendricks
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Frage zum Thema Wirtschaft
16.09.2009
Von:

Was halten Sie von dem Deutschlandplan von Steinmeier und wie gedenken Sie sich den Plan umzusetzen?
Antwort von Dr. Barbara Hendricks
1Empfehlung
22.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

natürlich - das wird Sie nicht überraschen - finde ich den Deutschlandplan ausgesprochen gut.

Erstens finde ich gut, dass sich Frank-Walter Steinmeier im Unterschied zur politischen Konkurrenz damit klipp und klar positioniert . Zweitens gefällt mir, dass der Plan weder nebulös-utopisch, noch bürokratisch klein-klein daher kommt.

Es geht um nichts weniger als darum, "in den nächsten zehn Jahren Vollbeschäftigung und eine gerechtere Einkommensverteilung zu erreichen. Mit Unternehmen, die sozial und ökologisch nachhaltig investieren und verantwortlich handeln. Es geht um die volle Gleichstellung von Frauen und Männern in allen Bereichen der Wirtschaft, und es geht um entschlossene Haushaltskonsolidierung" so Frank-Walter Steinmeier.

Wie wollen wir, die Sozialdemokratische Partei Deutschlands, das erreichen? Nicht durch sozialistische Staatswirtschaft und nicht durch neoliberale Staatsenthaltsamkeit, sondern nach dem Grundsatz:

Willst Du Vollbeschäftigung, dann schaffe die Voraussetzungen dafür! Und der Deutschlandplan nennt die jetzt anstehenden notwendigen Voraussetzungen :

* "Ausrüster der Welt" für Umwelttechnologien sein. Das heißt: konsequenter Ausbau von Erneuerbaren Energien und Umwelttechnik sowie die enge Verknüpfung von industrieller Produktion mit produktionsorientierter Software-Entwicklung.

* Binnenwirtschaft stärken: das heißt flächendeckenden gesetzlichen Mindestlohn einführen. Zusätzlich mit gezielten öffentlichen Investitionen die wirtschaftspolitische Neuorientierung unterstützen und die Binnenwirtschaft stimulieren.

* Hervorragende Bildung für alle! Das heißt: Keine Gebühren von der Kita bis zur Hochschule, eine Aufwertung von Lehrer- und Erzieher-Berufen und deutlich bessere Integration von Kindern mit Migrationshintergrund. Das Ziel: 2020 soll kein Jugendlicher ohne Abschluss die Schule verlassen, die Hälfte eines Jahrgangs das Abitur oder Fachabitur erreichen und Kinder mit Migrationshintergrund sollen ihrem Bevölkerungsanteil entsprechend an weiterführenden Schulen lernen. Weil das alles Geld kostet, hat die SPD klare Finanzierungsvorschläge gemacht mit höheren Steuern auf sehr hohe Einkommen.

* Den Aufbruch zum Besseren durchsetzen. Das heißt, die internationale Regulierung der Finanzmärkte muss Jetzt erreicht werden, die Moral muss über beschäftigungsorientierte Vergütungsregelungen zurück ins Management - und durch entsprechende Versteuerung von sehr hohen Managervergütungen.


Liebe Frau , zu diesen Grundvoraussetzungen für gute Arbeit und gutes Leben in Deutschland kommen weitere wichtige Weichenstellungen. Zum Beispiel in der Außenpolitik mit unserer Verpflichtung auf Frieden und Freiheit, in der Gesundheitspolitik mit dem Ziel der gleichwertigen und solidarischen Bürgerversicherung oder beim immer dringlicher und vielfältiger werdenden Verbraucherschutz.

Kommen Sie am 27. September zur Wahl - Deutschland kann mehr!
Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hendricks
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
17.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Hendricks,

warum ist es nicht möglich unerwünschte Telefonwerbung wirkungsvoll zu verbieten? Wir werden permanent telefonisch belästigt mit der unrichtigen Behauptung, wir hätten telefonisch Verträge abgeschlossen.

Der Vorschlag, dass telefonisch geschlossene Verträge nur noch mit nachträglich erteilter Unterschrift wirksam sind, ist ja leider nicht durchgekommen. Ich frage Sie als Verbraucher, und spreche nach eingehender Recherche für extrem viele, genervte Haushalte, warum unsere Rechte als Verbraucher einen so geringen Stellenwert haben?

Mein Eindruck ist daher, auch nach dem Umgang mit der Finanzkrise, dass die Entscheidungsträger in der Politik selbst Lobbyisten sind oder nur noch Kniefälle vor den Lobbyisten machen.

Offensichtlich ist man nicht mehr in der Lage, selbst so triviale Probleme zu lösen. Woher soll ich nun den Glauben nehmen, dass die Politiker in der Lage sind, die Herausforderungen der Zukunft zu meistern?

Mit genervten Grüßen
Antwort von Dr. Barbara Hendricks
bisher keineEmpfehlungen
23.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Frage zum Verbot von unerlaubter Telefonwerbung. Sie haben Recht mit Ihrer Aussage, dass sich sehr viele Bürgerinnen und Bürger von dieser Form der unerwünschten - und selbstverständlich auch unerlaubten - Werbung belästigt fühlen. Deshalb haben wir in diesem Jahr das Gesetz zum Schutz vor unerlaubter Telefonwerbung - das Sie sicherlich kennen - verabschiedet. Das Gesetz, das die Rechte von Verbraucherinnen und Verbrauchern deutlich stärkt, ist Anfang August in Kraft getreten. Ich bin der Meinung, dass wir damit einen wichtigen Schritt voran gekommen sind: Nach dem neuen Recht können Verstöße gegen das bestehende Verbot der unerlaubten Telefonwerbung mit einer Geldbuße von bis zu 50.000 Euro geahndet werden. Außerdem dürfen die Anrufer bei Werbeanrufen ihre Rufnummer nicht mehr unterdrücken und Verbraucherinnen und Verbraucher bekommen mehr Möglichkeiten, Verträge zu widerrufen, die sie am Telefon abgeschlossen haben. Ordnungswidrigkeiten gegen die neuen Regelungen können z.B. der Bundesnetzagentur gemeldet werden und werden dann von dort aus geahndet.

Bei den Beratungen zum Gesetzentwurf stand für uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten die Frage im Mittelpunkt, wie wir Missbräuche wirksam verhindern können und wie wir lästige Anrufe stoppen können. Eine Bestätigungslösung, d.h. eine Lösung, bei der ein am Telefon geschlossener Vertrag schriftlich bestätigt werden muss, würde unserer Einschätzung nach im Ergebnis zu mehr Telefonanrufen führen. Denn wir gehen davon aus, dass unseriöse Unternehmen versuchen würden, Verbraucherinnen und Verbraucher durch weitere Anrufe dazu zu bringen, einen Vertrag zu unterschreiben. Genau das wollten wir aber verhindern.

Natürlich ist die von Ihnen geschilderte Situation, dass Sie trotz des neuen Gesetzes mit Anrufen belästigt werden, nicht tragbar. Wir haben deshalb bereits festgelegt, dass das gerade in Kraft getretene Gesetz nach drei Jahren evaluiert werden soll und auf seine Wirksamkeit hin überprüft wird. Sollte es nicht wirksam sein, werden wir Änderungen vornehmen müssen. Allerdings kann man darüber nach so kurzer Zeit noch keine vernünftige Aussage treffen.

Ich empfehle Ihnen, sollten Sie erneut angerufen werden, dies der Bundesnetzagentur zu melden. Das entsprechende Formular sowie weitere wichtige Informationen finden Sie auf der Internetseite des Bundesministeriums der Justiz.

Ihrer generellen Einschätzung, alle Politiker seien selbst Lobbyisten, möchte ich deutlich widersprechen. Gerade im Umgang mit der Finanzkrise, die Sie ja selbst als Beispiel anführen, haben wir als SPD viele Regelungen angestoßen, die die Folgen der Finanzkrise in erster Linie für die Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer möglichst begrenzen sollen. Wir wollen mit klaren Regeln für den Finanzmarkt verhindern, dass sich eine solche Krise wiederholt und der bedenklosen Renditejagd einiger Weniger damit ein Ende setzen.

Im Übrigen wollen wir - anders als Union und FDP - ein gesetzlich verankertes, verpflichtendes Lobbyregister einführen, um mehr Transparenz herzustellen.

Sehr geehrter Herr , ich hoffe, dass Sie am 27. September von Ihrem Wahlrecht Gebrauch machen. Sie haben die Möglichkeit, mitzubestimmen, welche Richtung in der Politik zukünftig eingeschlagen wird. Ich denke wir sind uns einig darin, dass es dabei erhebliche Unterschiede gibt!

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Hendricks
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