Dr. Annette Schavan (CDU)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Dr. Annette Schavan
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
-
Ausgeübte Tätigkeit
Bundesministerin für Bildung und Forschung
Wohnort
Ulm
Wahlkreis
Ulm , Listenplatz 2, über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
42,8%
Landeslistenplatz
-, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Mit Blick auf die Bundesebene halte ich es für einen Irrtum zu glauben, dass plebiszitäre Elemente den einzelnen Bürgerinnen und Bürgern mehr Einfluss verschaffen. (...)
Kandidaten-Check
Beim Kandidaten-Check können Sie Ihre eigenen politischen
Überzeugungen mit denen Ihrer Kandidaten vergleichen.
Dr. Annette Schavan hat sich am Kandidaten-Check beteiligt und zu allen von 32 Thesen Position bezogen.
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
18.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Schavan,

ich bin Student und zur Zeit mit der Planung eines Auslandssemesters beschäftigt. Ein solcher Austausch wird seit Jahren als wichtig gepriesen und von Firmen in einer globalisierten Welt als absolutes Muss angesehen. Bekanntlich gibt es von der EU die Möglichkeit einer Förderung durch das Erasmus-Programm, aber natürlich nur bei einem entsprechenden Aufenthalt im europäischen Ausland. Würde es nicht Sinn machen eine zusätzliche Förderung für Semester im außer-europäischen, finanziert durch den deutschen Staat einzuführen? Gerade dort wäre es doch sinnvoll da sowohl höhere Kosten, bedingt durch Flüge usw. entstehen, als auch, im Gegensatz zum Aufenthalt im EU-Ausland, durch das Visa ein zusätzliches Arbeitsverhältnis zur Finanzierung nicht möglich ist.

Wie stehen Sie persönlich dazu und könnten Sie sich vorstellen auf eine solche Förderung in der nächsten Legislaturperiode hinzuwirken?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dr. Annette Schavan
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23.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 20. September 2009.

Es gibt in Deutschland eine ganze Reihe von Möglichkeiten, eine Förderung für eine Auslandsausbildung zu erhalten. So können Studierende mit ständigem Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland Förderung nach dem BAföG für einen fachorientierten Studienaufenthalt im Ausland erhalten. Dafür sind bestimmte Förderungsämter als Auslandsämter zuständig. Jedes der insgesamt siebzehn Auslandsämter ist für einen bestimmten ausländischen Staat oder mehrere ausländische Staaten zuständig. Somit kann gewährleistet werden, dass die Förderanträge für ein konkretes Land mit den speziell für dieses Land notwendigen Fachkenntnissen geprüft werden kann. Die aktuell gültigen Antragsformulare finden Sie unter www.das-neue-bafoeg.de, weitere Auskünfte unter www.auslandsbafoeg.de.

Seit dem 1. Januar 2008 ist innerhalb der Mitgliedstaaten der Europäischen Union und der Schweiz sogar das gesamte Studium einschließlich Studienabschluss förderungsfähig. Zusätzlich zum Bedarf können bei einem Auslandsaufenthalt außerhalb der Europäischen Union und der Schweiz Auslandszuschläge gezahlt werden und die Auslandskrankenversicherung kann übernommen werden. Darüber hinaus erhalten Sie zusätzlich Reisekosten - innerhalb der Europäischen Union für eine Hin- und Rückfahrt jeweils pauschal 250 Euro und außerhalb der Europäischen Union für eine Hin- und Rückfahrt jeweils pauschal 500 Euro.

Neben dem BAföG steht das Bildungskreditprogramm der Bundesregierung als weitere Finanzierungsmöglichkeit zur Verfügung. Der Bildungskredit ist ein zeitlich und der Höhe nach befristeter, zinsgünstiger Kredit. Dieser wird zur Unterstützung von Studierenden und Schülerinnen und Schülern in fortgeschrittenen Ausbildungsphasen angeboten. Nähere Informationen sind auf der Internetseite www.bildungskredit.de zu finden.

Weitere Fördermöglichkeiten bietet der Deutsche Akademische Austauschdienst, eine gemeinsame Einrichtung der deutschen Hochschulen. Er fördert die internationalen Beziehungen der deutschen Hochschulen mit dem Ausland durch den Austausch von Studierenden und Wissenschaftlern sowie durch internationale Programme und Projekte. Der Dienst unterhält ein weltweites Netzwerk von Büros, Dozenten und Alumnivereinigungen und bietet Informationen und Beratung vor Ort. In diesem Fall bietet die Internetseite www.daad.de weitere Informationen.

Die Union setzt sich dafür ein, dass die Studierenden während ihres Studiums auch Auslandserfahrungen sammeln. Wir wollen, dass bis zum Jahr 2020 die Hälfte der Studierenden während des Studiums Auslandserfahrung sammelt. Dies ist bei einer derzeitigen Quote von 23 Prozent ehrgeizig, aber erreichbar. Die verschiedenen Förderprogramme sollen, die in den kommenden sicherlich noch erweitert werden, sollen dazu beitragen, dass wir dieses Ziel auch erreichen. Ich danke Ihnen daher herzlich für Ihre Anregung und wünsche Ihnen für Ihr bevorstehendes Auslandssemester viel Erfolg.

Seien Sie herzlich und mit guten Wünschen gegrüßt.

Ihre Annette Schavan
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
19.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Schavan,

ich bin seit meinem Magisterabschluss vor anderthalb Jahren Lehrbeauftragter und Promotionsstudent in der Philosophischen Fakultät der Heinrich-Heine-Universität. Da die Stellenlage dort sehr schlecht aussieht, habe ich mich auch für den Seiteneinstieg in das Lehramt interessiert. Ich bin seit einem dreiviertel Jahr zudem Vertretungslehrer in Deutsch und Informatik an einer Hauptschule und habe vor einem halben Jahr meine Anerkennung zum 1. Staatsexamen beantragt. Als ich Monate später und 2 offene Stellenangebote an Schulen zum OVPB (die Schulen brauchen demnach Lehrer) ausgeschlagend weiter nur eine Teilanerkennung (die Didaktik und Erziehungswissenschaften wurden, trotz meines Didaktik-Grundstudiums und dem Besuch von Veranstaltungen der Erziehungswissenschaften nicht anerkannt) von der Anerkennungsstelle in Münster erhalten habe, war ich schon sehr erfreut, da ich davon ausging, dass ich, wie doch vielzählige Seiteneinstieger (z.B. aus dem Maschinenbau, die nie Dida ktik studieren mussten) vor mir, dieses im Vorbereitungsdienst nachholen könnte . Dem war nicht so. Ich soll die Didaktik und die Erziehungswissenschaft vor dem Vorbereitungsdienst in einem ergänzenden Lehramtsstudiengang nachholen (eine Änderung der Anerkennungsrichtlinien im Februar regelte die generelle Nicht-Anerkennung von Didaktik und Erziegungswissenschaften und die Unmöglichkeit diese während des Vorbereitungsdienstes nachzuholen). Ich habe recherchiert und herausgefunden, dass es einen solchen ergänzenden Lehramtstudiengang aufgrund der neuen Studiengänge gar nicht mehr gibt. Ich könnte schon versuchen, mir meinen Abschluss als Bachelorstudiengang anerkennen zu lassen und dann noch 2 Jahre einen Master of Education zu studieren. Aber ist das die unkomplizierte Lösungen dem derzeitigen Lehrermangel entgegenzuwirken, indem man Anerkennungsrichtlinen verkompliziert und willlige Menschen für zwei Jahre wieder an die Uni schickt?

Mit freundlichen Grüßen
C. K.
Antwort von Dr. Annette Schavan
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25.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 20. September 2009.

Da wir in Deutschland unbedingt viele gute Lehrerinnen und Lehrer brauchen, trete ich dafür ein, dass auch Seiteneinsteigern der Weg ins Lehramt nicht verwehrt werden sollte, sofern sie die Voraussetzungen erfüllen.

In Ihrem konkreten Fall kenne ich leider die genauen Hintergründe nicht. Ich kann daher nicht nachvollziehen, weshalb Ihnen die Zulassung verweigert wird. Ich möchte Ihnen aber empfehlen, sich direkt an das Kultusministerium in Düsseldorf zu wenden, das in Ihrem Fall zuständig ist.

Für Ihren weiteren Weg wünsche ich Ihnen alles Gute. Seien Sie herzlich gegrüßt.

Ihre Annette Schavan
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Frage zum Thema Energieversorgung
23.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Dr. Schavan!

Ich mache mir Sorgen, dass die Elektrizitätsversorgung in Deutschland zu einem günstigen Strompreis mit CO²-armer Produktion nicht gesichert ist. Welche Möglichkeiten sehen Sie, Co2 arm Strom zu produzieren zu einem tragbaren Preis?
Kann ich als Privatverbraucher meinen Strom auch in FRankreich einkaufen? Dort kostet die Kilowattstunde nämlich nur ca. 7 Cts.

MfG

W.
Antwort von Dr. Annette Schavan
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25.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachricht vom 23. September 2009 zur Energiepolitik der Union.

Eine wirtschaftliche, sichere und umweltverträgliche Energieversorgung ist Grundlage für die Funktionsfähigkeit unserer hochindustrialisierten Volkswirtschaft. Deutschland und Europa brauchen deshalb einen breiten Energiemix, der nicht einseitig auf einen Energieträger setzt.

Erneuerbare Energien bieten große Chancen im Hinblick auf umweltverträgliches und klimaschonendes Wachstum, innovative Geschäftsfelder, neue Arbeitsplätze und Wertschöpfung im ländlichen Raum. Wir haben uns ehrgeizige Ziele im Bereich des Ausbaus erneuerbarer Energien gesetzt. Bis zum Jahr 2020 will die CDU in Deutschland einen Anteil am Gesamtenergieverbrauch von mindestens 20 Prozent und bei der Stromerzeugung von mindestens 30 Prozent erreichen. Unser langfristiges Ziel ist, dass die erneuerbaren Energien bis zum Jahr 2050 den Hauptanteil an der Energiebereitstellung in Deutschland tragen.

Die Kohle hat im Jahr 2008 mit zusammen 42 Prozent erneut den größten Beitrag zur Stromerzeugung in Deutschland geleistet. Die subventionsfreie Braunkohle erzeugt zusammen mit der Kernenergie über 90 Prozent der so genannten Grundlast und bildet damit das preis- und versorgungssichere Fundament der Stromversorgung in Deutschland. Wer pauschal aus der Kohle aussteigen will, muss die Frage beantworten, wie fast die Hälfte der Stromproduktion ersetzt werden soll. Da Kohle- und Atomausstieg immer gemeinsam gefordert werden, wären zwei Drittel der deutschen Stromerzeugung zu ersetzen. Selbst wenn es gelänge, den Anteil der erneuerbaren Energien an der Stromversorgung bis 2020 wie geplant auf mindestens 30 Prozent zu verdoppeln, müssten immer noch 70 Prozent der Energie auf andere Weise erzeugt werden. Gaskraftwerke allein können dies nicht leisten.

Hinzu kommt die hohe Volatilität der erneuerbaren Energien. Diese machen die Reserveleistung konventioneller Kraftwerke umso dringlicher. Die Deutsche Energieagentur warnt, dass es ohne den Neubau von Kohlekraftwerken in Deutschland bis zum Jahr 2020 massive Kapazitätsengpässe geben würde, die mit Stromimporten, darunter auch Atomstrom, ausgeglichen werden müssten. Dies würde massive Preissteigerungen zur Folge haben. An der Stromerzeugung mit Kohle führt deshalb zumindest für die nächste Kraftwerksgeneration kein Weg vorbei. Die CDU will daher die Rahmenbedingungen für eine möglichst schnelle Modernisierung des konventionellen Kraftwerksparks verbessern. Die Technologie zur Abscheidung und Speicherung von Kohlendioxid kann einen wichtigen Beitrag zur klimafreundlichen Nutzung fossiler Energieträger leisten.

Die Kernenergie ist ein vorerst unverzichtbarer Teil in einem ausgewogenen Energiemix. Wir verstehen den Beitrag der Kernenergie zur Stromversorgung als Brückentechnologie, weil heute klimafreundliche und kostengünstige Alternativen noch nicht in ausreichendem Maße verfügbar sind. Daher streben wir eine Laufzeitverlängerung der sicheren deutschen Anlagen an. Einen Neubau von Kernkraftwerken lehnen wir ab. Der größte Teil des zusätzlich generierten Gewinns aus der Laufzeitverlängerung der Kernkraftwerke soll nach einer verbindlichen Vereinbarung mit den Energieversorgungsunternehmen zur Forschung im Bereich der Energieeffizienz und der erneuerbaren Energien sowie zur Senkung der Strompreise genutzt werden.

Zusammenfassend ist zu sagen, dass die Bundesregierung die Erforschung alternativer Energieformen mit Nachdruck fördert, damit wir unabhängiger von fossilen Energieträgern wie Erdöl, deren Vorkommen endlich sind, aber auch von der Kernenergie werden. Die sichere und wirtschaftliche Energieversorgung ist eine der Grundvoraussetzungen einer Industriegesellschaft. Wir brauchen eine nachhaltige Energieversorgung, die den Kriterien Versorgungssicherheit, Wirtschaftlichkeit sowie Klima- und Umweltverträglichkeit Rechnung trägt. Das wird auf absehbare Zeit aber nur mit einem Energiemix möglich sein. Die Forschung muss daher breit angelegt sein. Auf den erneuerbaren Energien und der Energieeffizienz liegt dabei das Hauptaugenmerk.

Waren die Verbraucher in der Vergangenheit an einen Stromanbieter gebunden, so ist ein Wechsel heute schnell und problemlos möglich. Allein im vergangenen Jahr haben doppelt so viele Menschen in Deutschland den Anbieter gewechselt wie in den ersten fünf Jahren nach der Liberalisierung des Strommarkts im Jahr 1998 insgesamt. Haushalte können in Deutschland durchschnittlich aus 57 Anbietern beim Strom und neun Anbietern beim Gas wählen und damit ihre Stromkosten im besten Fall um rund 400 Euro und ihre Gasbezugskosten um etwa 300 Euro pro Jahr senken. Die Anbieter legen selbst fest, wo sie ihren Strom anbieten. In Deutschland bietet noch kein französisches Unternehmen seinen Strom an. Allerdings halten französische Anbieter Anteile an deutschen Versorgern. So gibt es in Ehingen etwa 70 unterschiedliche Anbieter, die ihren Strom zu sehr unterschiedlichen Preisen anbieten.

Seien Sie herzlich und mit guten Wünschen gegrüßt.

Ihre Annette Schavan
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
25.09.2009
Von:
von der Bey

Ich bin Vater von 3 Kindern, meine Tochter 19 (Abiturschnitt 1,3) hat bange Wochen hinter sich und konnte nicht sicher sein einen Studienplatz in Medizin zu bekommen. Letztendlich liegt an der von ihr gewählten Uni die Anforderung zur Direktvergabe eines Platzes bei 1,0. Nur durch ein sehr gutes Abschneiden beim Medizinischen Fachtestes ist ihr durch Bonifikation von 0,4 Punkten ein sofortiger Studienbeginn möglich ! Das kann doch wohl nicht wahr sein!!
Laut Zeugnis hat meine Tochter die Berechtigung erworben an Universitäten im Deutschland zu studieren. Aber wann ? Nun gut, sie hat den 4 besten Abschluss ihres Jahrgangs an ihrer Schule gemacht, aber was ist mit Schülen die einen Schnitt schlechter als 1, 5 haben.
Freie Studienwahl ... nein, Freie Fachwahl... nein,Schneller Einstieg in Studium (Beruf)... nein !
Sind Abiturienten mit einem Schnitt besser 2,5 (Durschnittsabschluss) = Leistungsverweigerer ?
Ich dachte wir wollen alle Schüler schneller ins Berufsleben bringen.
Was wird mit meinen Söhnen 17 (G9) und 14 (G8) Abitur !
Können wir davon ausgehen das Ihr Abitur wohl keine Basis für einen gewünscht schnellen Einstieg ins Studium sein wird ?
Ich verdiene sicher nicht schlecht, werde aber jetzt schon nervös wenn ich sehe das 3 * Studiengebühren pro Semester anfallen werden mind. 3000,- € pro Jahr. Danke sehr dafür !
Von der notwendigen finanziellen Unterstützung für meine Kinder abgesehen.
Ich denke mit Grauen an die doppelte Menge Studienbewerber und Ausbildungsplatzbewerber für den ersten G8 Jahrgang zu dem mein Sohn zählt.
Frage:
1. Was tun Sie um ausreichend Studienplätze zu schaffen (Medizin ist doch Mangelfach ?).
2. Wie soll ich das Studium meiner Kinder finanziell stemmen ?
3. Was tun Sie um im ersten G8 Abschlussjahr die hohe Zahl an Abiturienten schnell an die Unis zu bringen ?
Antwort von Dr. Annette Schavan
bisher keineEmpfehlungen
28.09.2009
Sehr geehrter Herr von der Bey,

vielen Dank für Ihre Frage vom 25. September 2009.

Die Entwicklung der Hochschulpolitik ist einer der Schwerpunkte der unionsgeführten Bundesregierung seit dem Jahr 2005. Wir können die zukünftigen Herausforderungen unseres Landes nur dann meistern, wenn wir gut ausgebildete Bürgerinnen und Bürger haben. Aus diesem Grund hat die Bundesregierung in den vergangenen Jahren mehr Geld in Bildung und Forschung investiert als je zuvor. Und die Entwicklung seit dem Jahr 2005 mit mehr frühkindlicher Bildung, mehr Lehrstellen, mehr Studienanfängern und einer deutlich besseren Ausbildungsförderung zeigt, dass wir mit den eingeleiteten Bildungsreformen auf einem guten Weg sind.

Deutschland hat in den vergangenen vier Jahren bei Bildung und Wissenschaft einen deutlichen Sprung nach vorn gemacht. Die Studienanfängerquote hat im Jahr 2008 mit 39,3 Prozent einen Rekordstand erreicht. Unser Ziel ist, dass 40 Prozent der jungen Frauen und Männer ein Studium beginnen und abschließen. Am 4. Juni 2009 haben Bund und Länder beschlossen, den Hochschulpakt fortzuführen. Damit jeder Studienberechtigte, der willens und fähig ist, ein Studium aufzunehmen, ein Studienangebot erhält, stellt das Bundesministerium für Bildung und Forschung im Rahmen des Hochschulpakts bis zum Jahr 2010 rund 565 Millionen Euro bereit. Für die doppelten Abiturjahrgänge werden über 275.000 neue Studienplätze geschaffen.

Unser Ziel ist, möglichst vielen Menschen Aufstieg durch Bildung zu ermöglichen. Und diesem Ziel sind wir mit der Änderung des BAföG-Gesetzes im August 2008 ein großes Stück nähergekommen. Wir haben damit den Kreis der BAföG-Berechtigten erweitert und den Förderhöchstsatz von 585 Euro auf 648 Euro angehoben. Die Bedarfssätze sind um zehn Prozent und der Einkommensfreibetrag um acht Prozent gestiegen. Das ist die größte BAföG-Erhöhung in der Geschichte der Bundesrepublik. Auch in der kommenden Legislaturperiode werden hier weitere Anstrengungen nötig sein. Und wir wollen dafür sorgen, dass neben dem BAföG auch eine Stipendienkultur in Deutschland aufgebaut wird. Von der über Stipendien aufgebauten Bindung zu Unternehmen profitieren nicht nur die Studierenden, sondern auch die Wirtschaft.

Die guten Ergebnisse, die wir bisher erreicht haben, sind uns Ansporn, nicht nachzulassen. Die CDU will die Bundesrepublik zur Bildungsrepublik ausbauen und eines der besten Bildungssysteme der Welt schaffen. Deshalb werden wir die Ziele und Maßnahmen des Bildungsgipfels von Dresden im Oktober 2008 konsequent umsetzen. Wir wollen bis zum Jahr 2015 gesamtstaatlich zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts in Bildung und Forschung investieren. Mit den drei Programmen Hochschulpakt, Exzellenzinitiative und Pakt für Forschung und Innovation haben wir einen großen Schritt getan. Diesen Weg wollen wir konsequent fortsetzen.

In der Gesundheitspolitik will die Union, dass jeder auch in Zukunft - unabhängig von Einkommen, Alter, sozialer Herkunft oder gesundheitlichem Risiko - eine qualitativ hochwertige, wohnortnahe medizinische Versorgung erhält und alle am medizinischen Fortschritt teilhaben können. Der Sicherung einer wohnortnahen Versorgung vor allem in ländlichen Regionen werden wir besondere Aufmerksamkeit widmen. Daher werden wir uns nach der Wahl intensiv damit auseinandersetzen, wie dies erreicht werden kann, und werden Möglichkeiten wie die Erhöhung der Ausbildungszahlen, die weitere Flexibilisierung der ärztlichen Tätigkeit oder den verstärkten Einsatz von Telemedizin prüfen.

Seien Sie herzlich und mit guten Wünschen gegrüßt.

Ihre Annette Schavan
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