Diana Golze (DIE LINKE)

Angaben zur Person
Diana Golze
© Die LINKE
Geburtstag
18.06.1975
Berufliche Qualifikation
MdB, Diplom-Sozialpädagogin
Ausgeübte Tätigkeit
-
Wohnort
Rathenow
Wahlkreis
Brandenburg an der Havel - Potsdam-Mittelmark I - Havelland III - Teltow-Fläming I
Landeslistenplatz
5, Brandenburg
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
11.11.2009
Von:

Demokratie ist eine Gesellschaftsform, in dem sich die Interessen der Mehrheiten durchsetzen. Wenn man eine Regierung bildet, muss man Kompromisse eingehen (Koalitionsbildung...).


Frau Golze,

sind Koalitionen nicht grundsätzlich antidemokratisch, wenn - wie im Alltag immer wieder feststellbar - Interessen von Minderheiten das Ergebnis derartiger Kompromisse sind.

Welche Alternative(n) sehen Sie aus dem Blickwinkel ihrer Parteipolitik, die Interessen der Mehrheiten auch ohne Koalitionen durchsetzen zu wollen und zu können.
Warum hat es ihre Partei nicht geschafft, auch die doch dringend notwendigen 2 Millionen Nichtwähler zur Bundestagswahl 2009 zu aktivieren....

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Antwort
Antwort von Diana Golze
5Empfehlungen
13.11.2009
Diana Golze
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage. Natürlich kann man den Eindruck bekommen, dass Koalitionen antidemokratisch seien, da sie zwingend auf Kompromissen beruhen. Doch ich frage Sie, wie sähe die Alternative aus?
Alleinregierungen? Einparteiensystem? Das kann und sollte es wohl auch nicht sein. Es sollte also darum gehen, Koalitionen zu bilden, die einen großen Teil der Wählerstimmen repräsentieren. Für alle, die ihre Wählerstimme nicht in der Regierung wiederfinden, sollten die Möglichkeiten der direkten Demokratie ausgebaut werden. Deshalb setzt sich DIE LINKE schon seit Jahren für die Volksgesetzgebung auf Bundesebene ein, d.h. wir fordern die Möglichkeit, mit Volksinitiative, Volksbegehren und Volksentscheid auch Bundespolitik mitgestalten zu können.
Bei der Bundestagswahl haben leider weit mehr als nur zwei Millionen Wähler von ihrem Wahlrecht nicht Gebrauch gemacht. Dies ist ein Problem für alle demokratischen Parteien. Erst, wenn die Menschen wieder Vertrauen in die Politik und die sie verkörpernden Menschen gewinnen, wird sich daran etwas ändern. Eine größere Transparenz von Politik und ihren Entscheidungswegen und mehr Möglichkeiten, sich selbst dabei einzubringen, können hier entscheidend helfen.

Mit freundlichen Grüßen
Diana Golze, Mdb
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
15.11.2009
Von:
Dr.

Beste Genossin Golze,

ich habe Ihre Antwort vom 13.11.2009 gelesen, finde Ihren Vorschlag von Volksabstimmungen ueber alles und jenes allerdings nicht zielfuehrend, weil dies immense Kosten verursachen wuerde und wahrscheinlich die Wahlbeteiligung, wenn es um nachrangige Fragen geht, weit unter 50% liegen wuerde.
Aber was halten Sie von dem Vorschlag, dass man sich auf dem Wahlzettel fuer eine ggf. gewuenschte Koalition festlegen koennte. Ich nehme an, dass sich bspw. die Gruenenwaehler im Saarland eher fuer eine Rot -Rot-Gruen Regierung entschieden haetten. Natuerlich muessten sich damit die Gewaehlten dem Waehlerwillen unterwerfen, aber es ist doch ein Unding, wenn die Gruenen vor den Wahlen versprechen den CDU-Ministerpraesidenten abwaehlen zu wollen, aber dann in eine Koalition mit demselbigen einsteigen. Da braucht man sich doch auch nicht ueber die niedrige Wahlbeteiligung zu wundern. Bei meinem Vorschlag wuerde jedenfalls der Wille des Waehlers erheblich gesteigert und die Anzahl der Koalitionsoptionen waere ueberschaubar, ggf. koennten diese Optionen ja von den Parteien vorher festgelegt werden. Bspw. Die Linke wuerde im schlimmesten Falle eine Koaliton eingehen: mit Gruenen, SPD ein aber keinesfalls mit der NPD, CDU, FDP (nur hypothetisch).

Mit besten Gruessen

Antwort von Diana Golze
2Empfehlungen
17.11.2009
Diana Golze
Sehr geehrter Herr Dr. ,

ich befürchte, Ihr Vorschlag widerspricht unserem Wahlgesetz. Ich halte ihn auch für wenig praktikabel. Koalitionen werden nach der Wahl geschlossen. Je mehr Stimmen eine Partei bekommt, desto größer sind ihre Chancen, an der Regierungsbildung beteiligt zu sein. Ich kann nicht eine Stimme für die Partei meiner Wahl abgeben und dann auch noch festlegen, mit wem sie koalieren soll. Was, wenn eine Mehrheit dieser beiden Parteien gar nicht zustande kommt?
Ich glaube auch, das Beispiel Schweiz zeigt, dass Volksabstimmungen durchaus nicht zu Politikverdrossenheit führen und zusätzliche Kosten verursachen. Es wird ja auf Bundesebene auch nur über bundespolitische Schwerpunkte abgestimmt. Z.B. hätte ich eine Abstimmung über die Mehrwertsteuererhöhung oder Rente mit 67 sehr begrüßt.
Grundsätzlich stimme ich Ihnen natürlich zu, dass eine Partei, die sich vor der Wahl auf eine Konstellation festgelegt hat, nicht ohne Not nach der Wahl etwas anderes machen sollte, wie z.B. die Grünen im Saarland.

Mit freundlichen Grüßen
Diana Golze
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Frage zum Thema Schulen
16.02.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Golze,

unter

www.teachersnews.net/artikel/nachrichten/.../015910.php - Im Cache

finden Sie einen Artikel der Deutschen Welle vom 9.2.10 mit der Überschrft: Bundeswehr wirbt in Schulen um Nachwuchs. Daraus:

Der Werber sagte in der Klasse: "Der Auslandseinsatz ist nicht ungefährlich. Man sollte ein Fan von Deutschland sein, wenn man im schlimmsten Falle Deutschland mit seinem Leben verteidigt".

Hier wurde also behauptet, daß mit Auslandseinsätzen Deutschland verteidigt wird.
Laut Artikel wurde von der Lehrkraft keine Gegenposition dargestellt.
Trifft es zu, daß "Grundsätze für die politische Bildung in Schulen" u.a. das Kontroversitätsgebot enthalten?

Welche Möglichkeiten der Gegenwehr haben Eltern, wenn Schulen diese Grundsätze nicht beachten und durch die Einladung des Werbers in den Unterricht dazu beitragen, daß junge Menschen später als Freiwillige zur Bundeswehr gehen und in Afghanistan Leben oder Gesundheit riskieren?

Mit freundlichen Grüßen

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Frage zum Thema Gesundheit
18.02.2010
Von:

Sehr geehrte Diana Golze!

Quellen sprechen von 10.000 Fällen contergangeschädigter Kinder weltweit, von denen 4000 auf Deutschland entfielen. Von diesen ist die Hälfte bereits verstorben. Hinzu kommt eine unbekannte Zahl von Kindern, die während der Schwangerschaft gestorben sind. Nach Zeitungsmeldungen hat sich im Januar 2010 die britische Regierung bei den englischen Contergan-Opfern für das Versagen der Aufsichtsbehörden entschuldigt. Zusätzlich erhalten die 466 noch lebenden englischen Opfer eine Entschädigung von umgerechnet 22,5 Mio. Euro. Ein fehlerhaftes Arzneimittelrecht in Deutschland ermöglichte erst, dass Contergan rezeptfrei u.a. als ein nebenwirkungsfreies Mittel gegen die typische, morgendliche Schwangerschaftsübelkeit in der frühen Schwangerschaftsphase von der Verursacherfirma Grünenthal beworben und vertrieben werden konnte. Wie stehen Sie zu Forderungen deutscher Conterganopfer, die eine vergleichbare Geste der Bundesregierung an die deutschen Contergangeschädigten fordern?
Antwort von Diana Golze
bisher keineEmpfehlungen
17.03.2010
Diana Golze
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Die Problematik der Entschädigung der Opfer des Contergan-Skandals hat die Fraktion DIE LINKE über die Jahre hinweg begleitet. In Anhörungen und Fachgesprächen haben wir die Diskussion aktuell begleitet. Unser behindertenpolitischer Sprecher, Dr. Ilja Seifert, hat im Namen der Fraktion DIE LINKE mehrfach die Bundesregierung (und auch die Firma Grünenthal) aufgefordert, sich offiziell bei den Contergan-Opfern und ihren Angehörigen zu entschuldigen. Ebenfalls haben wir mit Anträgen Vorschläge an den Bundestag zur Entschädigung der Betroffenen unterbreitet. Da es hier noch keine hinreichende Lösung gibt, werden wir dies auch in dieser Wahlperiode tun.

Mit freundlichen Grüßen

Diana Golze
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