Detlef Dzembritzki (SPD)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Detlef Dzembritzki
© DBT/Neumann, Rothmann
Jahrgang
1943
Berufliche Qualifikation
Erzieher, Soziologe, Bezirksbürgermeister a. D.
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Berlin-Reinickendorf
Landeslistenplatz
keinen, Berlin
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(...) Ich hatte den Eindruck, dass die Arbeit der Jobcenter mit der Zeit deutlich besser geworden ist. Trotzdem gibt es natürlich immer wieder Einzelfälle, die vor allem für die Betroffenen sehr ärgerlich sind. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Detlef Dzembritzki
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Frage zum Thema Arbeit
13.11.2008
Von:

Sie haben bei der Abstimmung vom 14.06.2007 gegen die Einführung von Mindestlöhnen gestimmt. Die SPD fordert Mindestlöhne. Sie stimmen aber dagegen. Das erinnert mich an den Bundestagswahlkampf 2005, als die SPD die angekündigte Mehrwertsteuererhöhung in Höhe von 2 Prozent als Merkelsteuer verhöhnte. Kurioserweise stimmte die SPD dann einer Erhöhung von 3 Prozent zu. Können Sie mir bitte erläutern, warum Sie gegen die Einführung von Mindestlöhnen gestimmt haben?
Antwort von Detlef Dzembritzki
1Empfehlung
04.08.2009
Detlef Dzembritzki
Sehr geehrter Herr ,

Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Anspruch auf gute Arbeit und faire Löhne. Jeder Mensch soll und muss die Möglichkeit an sozial abgesicherter und existenzsichernder Erwerbsarbeit haben. Wer in Vollzeit arbeitet, muss von seinem Lohn auch leben können.

Die Tarifautonomie ist ein in Deutschland bewährtes System zur Lohnfindung und ein hohes Gut, das wir mit Entschiedenheit verteidigen. Da wir traditionell eine recht hohe Tarifbindung haben, hat es in der Vergangenheit ausgereicht, Mindestlöhne und soziale Standards tariflich auf Branchenebene zu sichern. Wir verschließen jedoch nicht die Augen davor, dass die Tarifbindung in Deutschland abnimmt. Derzeit sind in Westdeutschland weniger als 59 Prozent und in Ostdeutschland nur knapp 42 Prozent der Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer bei tarifgebundenen Arbeitgebern beschäftigt – Tendenz fallend. Auch in tarifgebundenen Beschäftigungsverhältnissen gibt es Armutslöhne. So beträgt der tarifliche Stundenlohn für Frisörinnen und Frisöre in Sachsen beispielsweise nur 3,06 Euro. Bei einer wöchentlichen Arbeitszeit von 37 Stunden erhält ein Frisör/eine Frisörin in Sachsen also 492 Euro im Monat. Rund 2,5 Millionen Vollzeitbeschäftigte arbeiten in Deutschland für Löhne, die weniger als die Hälfte des Durchschnittseinkommens ausmachen. Hinzu kommt, dass prekäre Beschäftigungsverhältnisse wie Praktika und Zeitarbeit, in den vergangenen Jahren zugenommen haben – auch diese gehören auf den Prüfstand.

Die SPD fordert die Einführung von gesetzlich verbindlichen Mindestlöhnen in Höhe von 7,50,- €. Gemeinsam mit den Gewerkschaften halten wir an dem Grundsatz fest, dass zunächst alle tariflichen Möglichkeiten genutzt werden müssen, um Mindeststandards zu sichern. Dort, wo es keine Tarifstrukturen gibt, ist allerdings der Gesetzgeber gefordert.
Deshalb setze ich mich, wie die gesamte SPD-Bundestagsfraktion, in aller Deutlichkeit für gesetzliche Mindestlöhne ein. Dass wir dem Gesetzentwurf der Fraktion der Linkspartei nicht zugestimmt haben, hat damit nichts zu. Die Linkspartei hat ihre Rolle in der Fundamental-Opposition im Bund selber gewählt. Die SPD ist und bleibt dagegen ein verlässlicher Partner und hält sich an Koalitionsabsprachen, nach der nur gemeinsam mit der Union parlamentarische Initiativen umgesetzt werden. Leider ist es uns bisher nicht gelungen, die CDU-/CSU-Fraktion von unserem Vorhaben zu überzeugen.

Das ändert jedoch nichts daran, dass Mindestlöhne zentraler Bestandteil unseres Regierungsprogramms und zentrale Forderung der SPD sind.
Ich kann Ihnen daher versichern, dass die SPD-Bundestagsfraktion nach den Wahlen im September sich weiterhin gezielt für die Einführung von gesetzlichen Mindestlöhnen einsetzen wird und würde mich freuen, wenn Sie dieses wichtige Vorhaben mit Ihrer Stimme für die SPD begünstigen würden.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Dzembritzki
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Frage zum Thema Wirtschaft
25.12.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Dzembritzki,
ich möchte ihnen folgende Darstellung zu kommen lassen und hoffe eine Antwort von Ihnen zu erhalten.

Konjunktur-Programme

Den Steuerbonus für haushaltsnahe Dienstleistungen für Handwerksleistungen von bisher 600,00 € auf 1.200,00 € zu erhöhen ist der richtige weg. Längerfristig Jedoch sollten spürbare Steuersenkungen das Ziel sein, sowie die Senkung der Krankenkassenbeiträge.

Handwerksleistungen sollten generell nur mit 7% versteuert werden, so würde legale Arbeit wieder attraktiv werden, Schwarzarbeit nicht mehr interessant sein. Momentan muss legale Arbeit gegen Schwarzarbeit konkurrieren.
Fachfirmen würden mehr Aufträge erhalten. Bekanntermaßen bedeutet eine Zunahme von Aufträgen im Handwerk, dass Arbeitsplätze geschaffen werden. Die Industrie muss dann mehr produzieren, der Absatz der Produkte steigt automatisch. Das wiederum bedeutet weniger Arbeitslose und mehr Einzahler in die Sozialkassen. Mehr Mitbürger, die in Arbeit stehen und dadurch sich wieder mehr leisten können führen dazu, dass die Wirtschaft angekurbelt wird.
Es würden wieder Autos gekauft, Häuser gebaut usw. Somit wäre auch den Konzernen geholfen, die jedoch für sich die Kostenstruktur intern unter die Lupe nehmen müssten.
Bei staatlichen Investitionen an Konzerne und Großunternehmen besteht die Gefahr, dass die getätigten Investitionen verpuffen. Beispiele gibt es genug.
Was nützt es, wenn Konzerne finanzielle Hilfe vom Staat erhalten aber die Kaufkraft der Bürger nicht ausreicht um deren Produkte zu kaufen. Der Bürger braucht mehr Geld um es auch ausgeben zu können.
Wie ist Ihre Einschätzung dazu?

Mit freundlichen Grüßen

C. Malermeister

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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
09.01.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Abgeordneter,
Zu Weihnachten musste ein 68 jähriger Hermsdorfer auf der Berliner Straße sein Leben lassen, in dem er einen neugeschaffenen "Fußgängerübergang" benutzte und dabei ein Fahrzeug übersah.
Bei der Betrachtung des Fußgängerübergangs ist festzustellen, dass insgesamt 6 Schilder angebracht wurden. 4 X Halteverbot, 2 X Richtungspfeil für das umfahren der angebrachten Verkehrsinsel. Für die Sicherheit der Fußgänger wurde nichts angebracht. Das überqueren der Berliner Strasse an dieser Stelle ist durch die Schaffung der Verkehrsinsel ohne weitere Schutzmassnahmen für Fussgänger noch gefährlicher geworden.

R.
Antwort von Detlef Dzembritzki
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23.07.2009
Detlef Dzembritzki
Sehr geehrter Herr ,

ich habe Ihre Frage an die SPD-Fraktion in der Bezirksverordnetenversammlung Reinickendorf weiter geleitet. Die dortige Mitglieder im Verkehrsausschuss werden mit dem Bezirksamt beraten welche Möglichkeiten es gibt, den Übergang für Fußgänger sicherer zu gestalten. Aus meiner Sicht ist jedoch eine Verkehrsinsel im Prinzip eine Verbesserung der Situation für Fußgänger. Einerseits weil gerade für ältere Personen die Überquerung der Straße in "zwei Etappen" ermöglicht, andererseits weil eine Verkehrsinsel als Hindernis dazu beitragen soll, die Geschwindigkeit der Autos zu senken. Natürlich ersetzt sie nicht die Notwendigkeit zu Aufmerksamkeit und gegenseitiger Rücksichtnahme.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Dzembritzki
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Frage zum Thema Familie
09.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dzembritzki, ich wollte mal anfragen ob und wie Sie zur der Entscheidung des Bundesstaates Sachsen stehen für Künstliche Befruchtungen Förder Gelder bereit zu halten ?
Und wann zieht Berlin dem Vorbild nach ?
Mit freundlichen Gruß
Antwort von Detlef Dzembritzki
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23.07.2009
Detlef Dzembritzki
Sehr geehrter Herr ,

aus familien- und bevölkerungspolitischer Sicht ist das Vorhaben des Landes Sachsen, Frauen und Männer über die Möglichkeiten der gesetzlichen Krankenkassen hinaus finanziell zu unterstützen, durchaus begrüßenswert. Auch aus der Sicht der betroffenen, ungewollt kinderlosen Menschen ist jede Unterstützung hilfreich.
Als verantwortungsbewusster Politiker muss man jedoch auch immer die Finanzierbarkeit solcher Maßnahmen beachten und die Frage ob Aufwand und Nutzen in einem vernünftigen Verhältnis zueinander stehen mit bedenken. Für eine Beschränkung der Versuchszahl und für die Einführung einer Altersgrenze bei künstlichen Befruchtungen sprechen eine Reihe von wissenschaftlichen Erkenntnissen. Ich bin weder Gesundheits- noch Familienpolitiker und kann diese Fragen deshalb nicht so kompetent wie die entsprechenden FachpolitikerInnen beantworten. Bitte wenden Sei sich deshalb bei detaillierten Fragen doch an die entsprechenden Kollegen, z.B. die Vorsitzende der AG Gesundheit in der SPD-Fraktion, Frau Dr. Carola Reimann.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Dzembritzki
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Frage zum Thema Soziales
19.02.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Dzembritzki,

Seid dem Umzug Mitte Nov. 08 nach Reinickendorf habe ich Ärger mit den Job-Centern in Spandau, sowie mit Reinickendorf.
Wegen einer fehlenden Unterschrift von Seiten des Vermieters wurden die Leistungen zum Lebensunterhalt eingestellt. Da meine Frau seit ihrer Erkrankung im Juni Schwerstbehindert ist und ich sie 24 Stunden am Tag Pflege, wollte ich wissen, wie es möglich ist, mich ohne finanzielle Unterstüzung in dieser Situation zu lassen.
Ab dem heutigen Tage kann ich mir keine Lebensmittel mehr kaufen, keine Fahrscheine mehr und laufe auch noch Gefahr, daß das Telefon gesperrt wird.
Was sagen sie dazu, finden sie so eine Situation hinnehmbar?
Antwort von Detlef Dzembritzki
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23.07.2009
Detlef Dzembritzki
Sehr geehrter Herr ,

vor allem in der Anfangs nach der Einrichtung der Jobcenter ist mir immer wieder über Probleme bei der Bearbeitung von Anträgen und von unzureichend informierten Mitarbeitern berichtet worden. Ich habe damals, gemeinsam mit den anderen Mitgliedern der Landesgruppe Berlin der SPD-Bundestagsabgeordneten in zahlreichen Gesprächen und Veranstaltungen darauf eingewirkt, dass alles getan wird, diese Probleme möglichst schnell zu beseitigen. Zum Beispiel durch Fortbildung der Mitarbeiter, aber auch durch einen größeren Ermessensspielraum bei den Entscheidungen der Sachbearbeiter. Ich hatte den Eindruck, dass die Arbeit der Jobcenter mit der Zeit deutlich besser geworden ist. Trotzdem gibt es natürlich immer wieder Einzelfälle, die vor allem für die Betroffenen sehr ärgerlich sind. Ich kann natürlich aus Ihrem Beitrag nicht beurteilen, wo hier der Fehler liegt und wie konkret geholfen werden könnte. Es ist deshalb immer besser, sich im konkreten Fall mit den Unterlagen an eine Beratungsstelle, oder an mein Bürgerbüro zu wenden. Oft kann dann im konkreten Fall relativ schnell geholfen werden. Falls Sie solche Unterstützung wieder benötigen, haben Sie keine Scheu sich telefonisch unter 40910933 an mein Bürgerbüro zu wenden.

Mit freundlichen Grüßen
Detlef Dzembritzki
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Ihre Frage an Detlef Dzembritzki
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