Daniel Bahr (FDP)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Daniel Bahr
Jahrgang
1976
Berufliche Qualifikation
Bankkaufmann, Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Münster
Landeslistenplatz
8, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
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Ich habe nicht ohne Grund versucht die Zwangsmitgliedschaft per Antrag auf dem Rostocker Parteitag abzuschaffen (vgl. meine Antwort an Herrn Vetter). Aber ich muss akzeptieren, dass eine Mehrheit in meiner Partei dazu einen anderen Standpunkt vertritt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Gesundheit
07.03.2009
Von:
Dr.

Sehr geehrter Herr MdB Daniel Bahr!

Als Vater vierer Kinder im Schulalter habe ich Angst vor der industriegemachten Tabak-Drogen-Verführung. Als Palliativ- und Haus-Arzt kenne ich die Folgen nur zu gut und habe große Sorgen um meine Kinder.

Viele Eltern stehen hoffnungslos der Tatsache gegenüber, dass ihre Kinder tabak-drogen-abhängig sind.

Es geht hier m. E. um die Einstiegsdroge und Abstiegsdroge Nr.1 - sie belastet sogar massiv die Arbeitsfähigkeit, Wirtschaftskraft und Zukunftsfähigkeit unseres Landes (4).

Hierzu und zu "Tabakindustrie ködert Kinder" (1) habe ich Fragen:

Ist die Nähe der FDP zur Tabak-Industrie (2)(3) nicht gefährlich für unsere Kinder und die Zukunft unseres Landes?

Ist der FDP nicht bekannt, dass die versammlte Tabakindustie in den USA nach den Gesetzen gegen das organisierte Verbrechen als kriminelle Vereinigung verurteilt ist (4)(9)? Und dass in Deutschland immer mehr Menschen (besonders Frauen) an Tabak-Krebs und Raucher-Lunge siechen (7)?

Werden Sie im Falle einer Regierungsbeteiligung gesetzlich gegen die bewusst industrie-gemachte Tabak-Drogen-Sucht vorgehen? - immerhin können der Tabaklobby angelastet werden: 600 suchtverstärkende Zusatzstoffe (4), Schleichwerdung bis ins Kinderfernsehn (5), Forschungsverfälschung (6)

Mit besorgten Grüßen
Dr.

(1) www.fhtw-berlin.de
(2) 59.parteitag.fdp.de
(3) 59.parteitag.fdp.de
(4) Wirtschafts- und Jura-Professor Michael Adams, Hamburg, "Das Geschäft mit dem Tod", zweitausendeins-Verlag
(5) Medienstudie der Drogenbeauftragen Bätzing
(6) Deutsches Ärzteblatt 3/2007: "Vom Teufel bezahlt ..."
(7) lifestyle.t-online.de
(8) wirtschaft.t-online.de
(9) www.spiegel.de
Antwort von Daniel Bahr
1Empfehlung
28.05.2009
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr Dr. ,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Ziel einer wirkungsvollen und langfristigen Drogen- und Suchtpolitik in Deutschland muss es sein, einen verantwortlichen Konsum von legalen und den Verzicht auf illegale Drogen zu fördern. Nach liberalen Vorstellungen soll dieses Ziel mit Prävention, d.h. Aufklärung,
Beratung, konkreten Hilfen und passgenauen Ausstiegs- und Behandlungsangeboten
erreicht werden. Verbote sind insbesondere dort zielführend, wo es darum geht Kinder und Jugendliche zu schützen. Eine allgemeine Verbotspolitik lehnt die allerdings FDP ab.

Kinder und Jugendliche benötigen nach Auffassung der FDP besondere Hilfe und ganz besonderen Schutz. Ihre Kompetenzen, sich gegen gesundheitsschädliches Verhalten zu entscheiden, müssen vorrangig gestärkt werden. Gerade im Jugendalter besteht eine erhöhte Risikobereitschaft, Suchtmittel zu testen. Zwischen 13 und 14 Jahren rauchen viele Jugendliche ihre erste Zigarette. Die Suchprävention muss deshalb früh ansetzen und das gesamte Umwelt, einerseits Eltern, Lehrer und Betreuer, andererseits aber das soziale Umfeld mit Freunde, Wohngegend, Freizeitangebote, berücksichtigen und mit einbeziehen.

Ihre Vorstellungen einer effektiven Sucht- und Drogenpolitik bezogen auf die bedeutendsten legalen und illegalen Substanzen hat die FDP-Bundestagsfraktion FDP-Bundestagsfraktion in ihrem Positionspapier "Aufklärung statt Verbote - Kein Leben ohne Risiko, Leitlinien liberaler Sucht- und Drogenpolitik" festgehalten. Sie finden es unter www.fdp-fraktion.de .

Der von Ihnen erhobene Vorwurf der Nähe der FDP zur Tabakindustrie ist nicht zutreffend. Mir ist auch nicht klar, woher Sie diese Nähe feststellen wollen. Falls Sie Stände von Tabakunternehmen auf einer Messe am Rande von Parteitagen meinen, möchte ich festhalten: Auch auf den Parteitagen der anderen Parteien gibt es Stände verschiedener Verbände und Unternehmen, ohne dass sich diese deren Forderungen zu Eigen machen. Die Vermarktung der Standfläche liegt nicht bei der FDP, sondern bei einer externen Firma.


Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Gesundheit
09.03.2009
Von:

Sehr geehrter Hr. Bahr,

in Ihre Antwort vom 04.03.09 an Hr. Glaser, schrieben Sie, dass die
Riesterrente ein wichtiger Schritt...und die FDP ist die einzige Partei,
die Antworten auf die wachsenden Lasten der demografischen Entwicklung gibt.

Ist es nicht so, dass es die demografische Entwicklung in Deutschland schon immer gab und auch schon höher lag als heute?!

Quelle:
www.readers-edition.de

Ist es nicht so, das die demografische Entwicklung nur ein Scheinargument der Versicherungswirtschaft ist, um an "frische Gelder" für die Finanzindustrie, auf Kosten verunsicherter und verängstigter Bürger (Angst durch Altersarmut) zu kommen?

Quelle:
www.sueddeutsche.de

Was mit den Geldern am Schluss passiert, erleben wir gerade an den
internationalen Banken u. Versicherungspleiten!

Was ist der eigendliche Grund Ihres Vorschlags, die gesetzliche Krankenkasse abzuschaffen?

Quelle:
www.gesundheitswirtschaft.info

Immerhin war die FDP an den Strukturen, so wie wir sie heute kennen, maßgeblich mit beteiligt!

Hat diese Forderung etwa mit Ihrer Nebentätigkeit zu tun?

Zur Info:
Sie Hr. Bahr, sind Mitglied des Beirats der ERGO Versicherungsgruppe und des privaten Versorungsunternehmen DUK.e.V. Natürlich reiner Zufall!?

Ich höre von der FDP immer die Forderung nach mehr Eigenverantwortung für uns Bürger!
Was versteht Ihre Partei darunter?
Meinte Sie, weniger Leistungen bei höheren oder gleichbleibenden Beiträgen? Oder meinte Sie, die Arbeitgeberbeiträge auf Kosten der Arbeitnehmer zu verschieben?

Geht es der FDP vorangig nur um wirtschaftliche Interessen oder auch um das Wohle der Bürger, Wähler bzw. Beitragszahler?

MfG
Antwort von Daniel Bahr
1Empfehlung
27.05.2009
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr ,

meine Antwort an Herrn Glaser halte ich weiter für richtig, das wird Sie nicht wirklich wundern!

Das Statistische Bundesamt stellt seit langem die künftige Veränderung im Altersaufbau der Bevölkerung dar und quantifiziert diese. Mittlerweile hat das Statistische Bundesamt die 11. koordinierte Bevölkerungsvorausberechnung vorgelegt.

Laut Statistischem Bundesamt ist demnach der sog. Altenquotient - die Anzahl der 65-Jährigen und Älteren je 100 Personen von 20 bis unter 65 Jahren - von 1950 bis 1979 von 16 auf 27,5 angestiegen, danach wieder etwas zurückgegangen und hat lange bei einem Wert von 24 verharrt. Seit Ende der 1990er Jahren ist er jedoch erheblich angestiegen und lag Ende 2005 schon bei 32. Nach 2010 wird der Altenquotient weiter ansteigen: Nach Berechnungen des Statistischen Bundesamtes wird er zwischen 2020 und 2030 nach oben schnellen und 2050 etwa doppelt so hoch wie im Jahr 2005 ausfallen. Dann kommen 60 Personen, die 65 oder älter sind, auf 100 Personen von 20 bis unter 65 Jahren. Die Veränderungen in der Bevölkerungsstruktur ist somit keine Illusion oder fixe Idee von irgend jemandem, sondern eine durch heute feststehende Begebenheiten größtenteils bereits bestimmte Tatsache, auf die man sich - ohne Panikmache- entsprechend vorbereiten muss.

Ein Finanzierungsmodell wie das bisher u.a. in der gesetzlichen Krankenversicherung angewandte Umlageverfahren lebt allerdings von der Hand in den Mund. Es ist davon abhängig, dass stets genügend jüngere Beitragszahler vorhanden sind, um die aktuellen Leistungsausgaben finanzieren zu können. Genau diese Grundvoraussetzung wird in einer alternden und schrumpfenden Gesellschaft wie der deutschen, dies zeigen die Zahlen des Statistischen Bundesamtes ja deutlich, bald nicht mehr gegeben sein. Immer weniger junge Beitragszahler werden immer mehr älteren Leistungsempfängern gegenüber stehen. Zur demografischen Entwicklung kommt der medizinisch-technische Fortschritt hinzu, der anders als in anderen Bereichen im Gesundheitswesen eher zu Kostensteigerungen führt. In der Folge müssten die Beitragssätze für die jungen Beitragszahler deutlich steigen. Ökonomen prognostizieren Beitragssätze für das Jahr 2040 von bis zu 26% für die heutige gesetzliche Krankenversicherung. Das würden die dann jungen Beitragszahler wohl kaum leisten wollen. Dann entsteht ein Druck auf Leistungsrationierungen und -kürzungen. Die sozialen Verteilungskonflikte in der Gesellschaft könnten eine gefährlich explosive Mischung ergeben. Unter einer solchen Entwicklung werden im Übrigen wohl nicht die Reichen leiden. Die haben stets die Möglichkeit sich eine bessere Versorgung zu leisten. Unter einer solchen Entwicklung werden die Schwächeren und die Mittelschicht leiden, die dann nicht genügend Spielraum haben, sich die gewünschte Versorgung zu leisten. Eine sozial verantwortungsvolle Politik ist daher diejenige, die die Lasten nicht weiter auf kommende Generationen schiebt, sondern heute die Gesellschaft vorbereitet. In diesem Zusammenhang ist auch unser Vorschlag für ein künftiges Gesundheitswesen zu sehen. Die FDP will die Krankenversicherung nicht abschaffen, im Gegenteil: Durch unseren Vorschlag wollen wir gewährleisten, dass auch künftig noch alle durch ihre Krankenversicherung Zugang zu einer guten Gesundheitsversorgung haben.

Der Vorwurf, dass die Kapitalkrise zeigen würde, dass die Bildung von Kapital zur Vorbereitung auf den demografischen Wandel der falsche Weg ist, ist meines Erachtens völlig verfehlt. Es ist nämlich immer noch besser, nur ein Teil der erwarteten Rendite realisieren zu können, als keine Rücklagen zu haben und dann mit sehr hohen Beitragssätzen und massiver Rationierung leben zu müssen.

Zu Ihren persönlichen Vorwürfen: Kein Abgeordneter kommt aus dem Nichts. Ich habe bereits vor meinem Einzug in den Bundestag in einer Bank gearbeitet. Daher habe ich Erfahrungen mit der Beratung bei Altersvorsorge gesammelt. Meines Erachtens sind private Versicherungen vor dem Zugriff des Staates geschützt. Bei gesetzlicher Renten-, Kranken- und Pflegekassen hat die Politik stets eingegriffen (Rentenformel, soziale Lasten etc.).

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Wirtschaft
11.03.2009
Von:

Thema: Wirtschaft

Sehr geehrter Herr Bahr,

ich kann Ihre Antwort vom 04.03.2009 an Herrn Groß nicht nachvollziehen.

Ich betreibe u.a. in Österreich ein Cafe. Der Unterschied zwischen Deutschland und Österreich ist m.E. folgender:

In Österreich werden Tariflöhne für allgemeinverbindlich erklärt. In Deutschland ist die Praxis eine andere. Viele Arbeitgeber treten einfach aus den Arbeitgeberverbänden aus. Dann muss m.W. kein Tariflohn mehr bezahlt werden. Außerdem gibt es in vielen Branchen gar keinen Tarifvertrag. Wie soll Ihrer Meinung nach eine Lohnfindung zwischen einem Arbeitgeber und einem Arbeitnehmer aussehen? Ist Ihnen nicht bewußt, dass die Zumutbarkeitskriterien sehr stark verschärft wurden?

Können Sie meine Einwände soweit bestätigen? Ihre Antwort klingt so, als könne sich ein Arbeitsloser aussuchen, ob er arbeiten gehen möchte oder nicht.

Unter der Eingabe \" Hartz IV und Tarifautonomie\" bei www.google.de können Sie nachlesen, dass die Frage von Herrn Groß auch von anderen geteilt wird. Ist Ihrer Meinung nach das Hartz IV Gesetz kein Eingriff in die Tarifautonomie?

Ich würde in Deutschland keine Bäckerei eröffnen wollen. Es kann m.E. nicht sein, dass die Arbeitnehmer von Billig- Back-Shops über Hartz IV aufstocken müssen und die fairen Bäcker das über ihre Steuern mitfinanzieren müssen. Ich sehe da, ebenso wie Herr Groß, sehr wohl eine Wettbewerbsverzerrung. Ich habe u.a. bei www.google.de das Stichwort \" Aufstocker\" eingegeben und da fand ich Artikel, die aussagen, dass es sehr viele Aufstocker gibt. Meines Erachtens soll jeder Arbeitgeber seine Arbeitnehmer selbst bezahlen. Können Sie mir eine genaue Zahl bezüglich der Aufstocker nennen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Daniel Bahr
1Empfehlung
27.05.2009
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr Müller,

meine Antwort an Herrn Groß halte ich weiter für richtig, das wird Sie nicht wundern!

Die FDP steht zur Tarifautonomie und zum Flächentarifvertrag und will diese als wichtige Elemente unserer Wirtschaftsordnung erhalten. Der Flächentarifvertrag hat aber nur eine Zukunft, wenn er modernisiert wird. Tarifverträge berücksichtigen die Situation der kleinen und mittleren Unternehmen zu wenig. Insgesamt ist das Tarifsystem viel zu starr. Die Tarifvertragsparteien sind nur selten bereit, durch tarifvertragliche Öffnungsklauseln Vereinbarungen auf betrieblicher Ebene zuzulassen, allenfalls zur Arbeitszeit, aber nicht im Lohnbereich. Es muss mehr Möglichkeiten für individuelle Vor-Ort-Lösungen geben. Betriebliche Bündnisse für Arbeit müssen rechtlich zulässig werden. Wenn sich Beschäftigte und Betriebsleitung auf Regelungen einigen, die den Schutz der Arbeitsplätze zur Folge haben, dann gibt es keinen nachvollziehbaren Grund, dies gesetzlich zu verbieten. Der Erhalt von bestehenden und die Schaffung neuer Arbeitsplätze muss im Mittelpunkt stehen.

Nach Untersuchungen des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) stocken 1,3 Millionen Vollzeitbeschäftigte ein niedriges Einkommen mit Arbeitslosengeld II auf. Darunter sind die meisten geringfügig Beschäftigte und Teilzeitbeschäftigte. Nur 479.000 Aufstocker, deutlich weniger als eine halbe Million, sind regulär vollzeitbeschäftigt. Zwei Drittel der Aufstocker erhalten Löhne, die über den gegenwärtigen Mindestlohn-Forderungen von 7,50 Euro liegen
Der Staat muss für ein Mindesteinkommen sorgen, nicht für einen Mindestlohn. Wenn Löhne gezahlt werden, die nicht existenzsichernd sind, muss der Staat sie aufstocken. Die FDP war die erste Partei, die ein Bürgergeld für Deutschland beschlossen hat. Im Gegensatz zu anderen wollen wir kein bedingungsloses Grundeinkommen sondern ein bedarfsgerechtes Bürgergeld, ein Steuer- und Transfersystem aus einem Guß. Alle steuerfinanzierten Sozialtransferleistungen werden gebündelt, die Sozialbürokratie verschlankt und das Transferleistungssystem transparenter und fairer. Bei unserem Bürgergeld-Konzept hat der arbeitende Arbeitnehmer netto immer mehr hat als der, der nicht arbeitet.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Gesundheit
14.03.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bahr,
das Land beklagt sich darüber, dass die Geburtenrate sinkt. Ich bin eine junge Frau, deren Lebensziel es immer war und ist, eine Familie zu gründen. Zudem bin ich seit vier Jahren Jungunternehmerin und biete fünf Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern einen, in Anbetracht der wirtschaftlichen Lage, sicheren Arbeitsplatz. Aufgrund meiner Selbstständigkeit wechselte ich vor Jahren in die private Krankenversicherung. Zum Zeitpunkt des Beitritts habe ich noch nicht daran gedacht, dass sich die Familienplanung einmal als größte psychische und körperliche Herausforderung für meinen Mann und mich entwickeln würde. Als Unternehmensgründerin wählte seinerzeit ich einen Tarif, der die Behandlungskosten im Krankheitsfall abdeckt und zugleich eine für mich tragbare monatliche finanzielle Belastung darstellt. Nun bereue ich diesen Schritt sehr, denn die Kosten einer künstlichen Befruchtung sind nicht im Tarif enthalten. Ich habe einen Ablehnungsbescheid erhalten, der mich zutiefst in ein psychisches Loch geworfen hat. Sie können sich vorstellen, dass die private Krankenversicherung nicht bereit ist, den Tarif im Nachgang zu ändern. Die gesetzliche Krankenversicherung meines Mannes hat heute ihre Zusage zur 50 %igen Kostenübernahme erteilt. Da die Kosten, die mein Mann durch diese enorm teure Kinderwunschtherapie verursacht, sehr gering sind, haben wir uns nunmehr nach vielen Monaten der Vorbehandlungsphase im Kreise gedreht. Diese Tatsache kann ich nicht akzeptieren. Auch ist es aus unternehmerischer Sicht nicht zumutbar, dass ich Rücklagen für private Zwecke missbrauchen muss. Ich habe Verantwortung meiner Belegschaft gegenüber! Da das Thema Kinderwunschbehandlung gerade in einigen Bundesländern aktuell ist, meine Frage an Sie: an wen kann ich mich wenden, um finanzielle Unterstützung zu erfahren? Herzlichen Dank für Ihre Antwort, Herr Bahr!
Antwort von Daniel Bahr
2Empfehlungen
27.05.2009
Daniel Bahr
Sehr geehrte Frau ,

für Ihre Situation habe ich großes Verständnis. Auch die Verantwortung, die Sie gegenüber Ihren Mitarbeitern übernehmen, begrüße ich sehr. Das Land Sachsen fördert die künstliche Befruchtung aus Landesmitteln. Sofern Sie in Sachsen wohnen, können Sie sich an die zuständigen Stellen wenden.

Für die gesetzliche Krankenersicherung handelt es sich bei der künstlichen Befruchtung um eine versicherungsfremde Leistung. Eine Ausweitung dieser Leistung vom Umfang her ist deshalb für die FDP allenfalls vorstellbar, wenn sichergestellt wird, dass die daraus resultierenden Ausgaben über Steuermittel refinanziert werden. Das ist zurzeit auf bundespolitischer Ebene jedoch erkennbar nicht der Fall. Selbst die von der großen Koalition beschlossene Aufstockung des Bundeszuschusses an die gesetzliche Krankenversicherung, der bis zum Jahr 2016 auf 14 Mrd. Euro anwachsen soll, ändert an dieser Beurteilung grundsätzlich nichts. Die vorgesehene Summe von im Endeffekt 14 Mrd. Euro ist nicht einmal ausreichend, um die beitragsfreie Mitversicherung der Kinder sowie die heute unumstritten als versicherungsfremd anerkannten Leistungen wie Haushaltshilfen, Krankengeld bei Erkrankung der Kinder usw. zu finanzieren.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
26.04.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Bahr,


die FDP stellte in der Vergangenheit bekannte Innenminster (zB NRW Weyer , Bundeskabinett Baum. ) Wird die FDP für den Fall einer Koalition und einer Regierungsbeteiligung.... sich wie bisher für ein ausgewogenes Verhältnis zwischen dem Sicherheitsbedürfnis der Bürger und den gleichwertigen ggf höher zu bewertenden Bürgerrechten insbesondere den Schutz der Privatsphäre einsetzen ?

Für Ihre Antwort besten Dank.

Mit freundlichen Grüssen

Antwort von Daniel Bahr
3Empfehlungen
27.05.2009
Daniel Bahr
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Sie lässt sich mit einem eindeutigen "Ja" beantworten.

Nach Auffassung der FDP ist ohne Sicherheit Freiheit wenig Wert. Dennoch darf Sicherheit nicht zu Lasten von Freiheit entstehen. Eine Gesellschaft ist nicht freier, je intensiver ihre Bürger überwacht, kontrolliert und beobachtet werden. Freiheit und Sicherheit müssen sorgsam ausbalanciert werden. Das gelingt nur durch eine intelligente Innenpolitik, die auf Verhältnismäßigkeit achtet. Die schwarz-rote Bundesregierung lässt diese Verhältnismäßigkeit leider vermissen. Die FDP steht für eine grundrechtsorientierte Innenpolitik, die Sicherheit schafft, ohne Freiheit zu beschädigen.

Mit freundlichen Grüßen

Daniel Bahr
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