Dagmar Roth-Behrendt (SPD)
Abgeordnete EU-Parlament 2004-2009
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Grunddaten
Dagmar Roth-Behrendt
Jahrgang
1953
Berufliche Qualifikation
Juristin
Ausgeübte Tätigkeit
MdEP
Wohnort
-
Bundesland
Berlin
Bundeslistenplatz
4, über Liste eingezogen
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(...) Vielen Dank für Ihre Frage zum Grenzbahnhof Griebnitzsee/Kohlhasenbrück. Ich muss Ihnen miteilen, dass ich für den von Ihnen angesprochenen Sachverhalt als Europaabgeordnete nicht zuständig bin. Bitte wenden Sie sich an Herrn Christian Gaebler. Herr Gaebler ist verkehrspolitischer Sprecher der SPD-Fraktion im Abgeordnetenhaus. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Gesundheit
02.05.2009
Von:

Hallo Frau Roth-Behrendt,

es geistern im Netz einige besorgte Artikel zum eventuell geplantem Verbot von Naturheilmittel durch die Europäische Union herum, u.a. auch eine Aufforderung zur Teilnahme an einer Petition gegen dieses Verbot.

Rechtliche Grundlage soll der Codex Alimentarius, im Besonderen 2002/46/EC, sein. Da diese Sorge aber immer mal wieder seit 2000 auftaucht, die Naturheilmittel aber bis heute noch nicht verboten sind, frage ich mich ob das nur eine Geisterdebatte ist?

Für erhellendes wäre ich Ihnen sehr verbunden.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Dagmar Roth-Behrendt
2Empfehlungen
27.05.2009
Dagmar Roth-Behrendt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zu den Heilmitteln und zum Codex Alimentarius.

Der Codex Alimentarius ist eine Sammlung von Standards für die Lebensmittelsicherheit und die Qualität von Lebensmitteln.

Die Codex Alimentarius-Kommission wurde im Jahre 1962 als gemeinsames Instrument der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Ernährungs- und Landwirtschaftsorganisation der Vereinten Nationen (FAO) gegründet. Ihr oberstes Ziel ist es, durch die Erarbeitung von internationalen Lebensmittelstandards die Gesundheit der Verbraucher zu schützen und die Sicherheit von Lebensmitteln zu gewährleisten sowie Fairness im internationalen Verkehr mit Lebensmitteln sicherzustellen. Heute hat die Codex Alimentarius-Kommission 165 Mitgliedstaaten, darunter alle Mitgliedstaaten der EU.

Ihre Anfrage zu den Heilmitteln bezieht sich vor allem auf die Richtlinie 2002/46/EC über Nahrungsergänzungsmittel, die am 12. Juli 2002 im Amtsblatt der Europäischen Union veröffentlicht wurde.

Nahrungsergänzungsmittel können eine breite Palette von Nährstoffen und anderen Zutaten enthalten, unter anderem Vitamine, Mineralstoffe, Aminosäuren, essenzielle Fettsäuren, Ballaststoffe sowie verschiedene Pflanzen- und Kräuterextrakte. Die genannte Richtlinie 2002/46/EC bezieht sich nur auf Vitamine und Mineralstoffe. Vorschriften für andere Nährstoffe oder andere Stoffe mit ernährungsspezifischer oder physiologischer Wirkung, die als Zutaten zu Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden, sollen erst dann festgelegt werden, wenn ausreichende wissenschaftliche Daten vorliegen. Bis dahin gelten die nationalen Bestimmungen.

Laut Richtlinie dürfen nur die in Anhang I aufgeführten Vitamine und Mineralstoffe in den in Anhang II aufgeführten Formen für die Herstellung von Nahrungsergänzungsmitteln verwendet werden. Bis zum 31. Dezember dieses Jahres gilt eine Ausnahmeregelung, nach der die Mitgliedstaaten in ihrem Hoheitsgebiet unter bestimmten Voraussetzungen auch andere Vitamine und Mineralstoffe in anderen als den aufgeführten Formen zulassen dürfen, nämlich dann, wenn ein Mitgliedstaat bis Juli 2005 ein entsprechendes Dossier vorgelegt hatte und sich die Europäische Behörde für Lebensmittelsicherheit (EFSA) nicht dagegen ausgesprochen hat. Ab 1. Januar 2010 gelten dann die Annexe.

Die Richtlinie 2002/46/EC gilt also nicht für Kräuter, Blüten und andere Naturheilmittel.

Die aktuell wieder entflammte Debatte bezieht sich daher eher auf auslaufende Ausnahmeregelungen für Nahrungsergänzungsmittel mit Vitaminen und Mineralstoffen und betrifft nicht die Naturheilmittel.

Mit freundlichen Grüßen

Dagmar Roth-Behrendt
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth-Behrendt,
ich habe zwei Fragen an Sie.

1.) Wie beurteilen Sie die bisherige Präsidentschaft von Barack Obama?

2.) Da Sie sich mit den Beziehungen zur Schweiz beschäftigen, wollte ich sie fragen, ob man die Schweiz und die USA im Hinblick auf das politische System Ihrer Meinung nach miteinander vergleichen kann.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Dagmar Roth-Behrendt
1Empfehlung
27.05.2009
Dagmar Roth-Behrendt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Ich verfolge die Präsidentschaft von Barack Obama ebenso interessiert wie Sie und erhoffe mir von Barack Obama und der neuen Administration etwas "frischen Wind". Dies gilt insbesondere für die Beziehungen zwischen den USA und der Europäischen Union. Bitte haben Sie aber Verständnis dafür, dass ich zum jetzigen Zeitpunkt der Präsidentschaft keine darüber hinausgehende Einschätzung abgeben werden, da dies nichts mit meinen Arbeitsschwerpunkten im Europäischen Parlament zu tun hat.

Gleiches gilt für Ihre zweite Frage. Es bedarf einer politikwissenschaftlichen und in Teilen sicher auch juristischen Prüfung, um die politischen Systeme der USA und der Schweiz zu vergleichen. Diese Analyse betrachte ich nicht als Teil meiner Arbeit als Mitglied des Europäischen Parlaments.

Mit freundlichen Grüßen

Dagmar Roth-Behrendt
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Frage zum Thema EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung
23.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth-Behrendt,

In der vergangenen Legislaturperiode des Europaparlaments gab es insgesamt elf Abstimmungen über neue Gesetzesbeschlüsse. Ihrem Profil kann ich nun entnehmen, dass Sie sich an mehr als einem Drittel, nämlich an genau vier Abstimmungen, nicht einmal beteiligt haben, darunter durchaus brisante Themen wie z.B. die neue EU-Richtlinie zur Vorratsdatenspeicherung - bei der Abstimmung über Dienstleistungen innerhalb der EU waren Sie immerhin das einzige Mitglied Ihrer Partei, das sich nicht beteiligt hat.
Aus dieser Beobachtung kann sich für einen Unwissenden (als welchen Sie mich in diesem Fall getrost bezeichnen dürfen) die Vermutung ergeben, Sie nähmen Ihr Amt nicht in dem Maße ernst, wie es sich ein SPD-Wähler in der Bundeshauptstadt Berlin unter Umständen von Ihnen wünschen könnte (ich spreche hier nicht zwangsläufig von mir). Sollte ich mit dieser Vermutung falsch liegen, so würde ich Sie bitten, diesen Irrtum aufzuklären. Ich selbst nehme mit meinen 18 Jahren in diesem Jahr erstmals an einer Europawahl teil und bin mir noch nicht sicher, welche Partei meine Interessen am besten vertritt - eine Partei, die nur vorgibt, bestimmte Interessen zu vertreten, kommt für mich aber sicherlich nicht in Frage. Für Ihre Antwort möchte ich mich im Voraus bedanken,

mit freundlichen Grüßen
Antwort von Dagmar Roth-Behrendt
bisher keineEmpfehlungen
29.05.2009
Dagmar Roth-Behrendt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage bei Abgeordnetenwatch und Ihr Interesse an meiner Arbeit im Europäischen Parlament.
Bei der Abstimmung zur Dienstleistungsrichtlinie habe ich bewusst nicht teilgenommen, weil ich mit dem vorgelegten Kompromiss nicht einverstanden war, aber nicht gegen meine Fraktion stimmen wollte. Darüber habe ich auch die Spitze der Fraktion informiert.
Im Übrigen gab es in der letzten Legislaturperiode sehr viel mehr als elf neue Gesetzgebungsverfahren sowie Abstimmungen. An einigen konnte ich in der Tat allerdings wegen einer ernsten Krankheit nicht teilnehmen und habe entschuldigt gefehlt.
Darüber hinaus bin ich der Überzeugung, dass ich sowohl bei der inhaltlichen Gestaltung von Gesetzgebung als auch bei dem verantwortlichen Umgang mit Abstimmungen nicht nur hart, sondern auch verlässlich arbeite.
Ich würde mich freuen, wenn Sie sich bei Ihrer ersten Wahl für die SPD entscheiden. Nähere Informationen zu den Zielen finden Sie in unserem Wahlprogramm, das ich in vollem Umfang unterstütze und für dessen Umsetzung ich mich auch in der nächsten Legislaturperiode einsetzen werde.

Mit freundlichen Grüßen

Dagmar Roth-Behrendt
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Frage zum Thema Kultur
01.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth-Behrendt,

gibt es eigentlich einen EU- oder europaweiten öffentlich-rechtlichen Radiosender, wo ich mich als Bürger über aktuelle politische Themen in ganz Europa informieren kann? Falls nein, die zweite Frage: GIbt es seitens des EU-Parlaments bzw. der europäischen Sozialdemokraten Initiativen, europäische Radiosender zu gründen?

Die nationalen Medien, inkl. der öffentlich-rechtlichen, berichten ja leider nur ganz selten etwas über das EU-Ausland. Zwar wird über jede Kleinigkeit der deutschen Politik berichtet, aber wann hat man denn den letzten Bericht z.B. über Frankreich, Spanien, Portugal, Polen, oder gar Rumänien gehört?

In Berlin kann man ja immerhin "Funkhaus Europa" empfangen, aber zur Herstellung einer gemeinsamen europäischen Öffentlichkeit und eines europäischen Wir-Bewusstseins bräuchte es m.E. viel mehr Initiativen.

Mit besten Grüßen aus Berlin-Friedenau,
Antwort von Dagmar Roth-Behrendt
bisher keineEmpfehlungen
03.07.2009
Dagmar Roth-Behrendt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage hier bei Abgeordnetenwatch, in der Sie auf die mangelnde Berichterstattung über aktuelle Themen und Diskussionen aus den Mitgliedsstaaten der Europäischen Union hinweisen.

Ich teile Ihren Eindruck und bedauere sehr, dass die Bürgerinnen und Bürger nicht die Möglichkeit haben, sich im Fernsehen und im Radio umfangreicher über die Politik und andere relevante Themen aus anderen Mitgliedsstaaten und der Europäischen Union informieren zu können.

Auslands- und vor allem Brüssel-Korrespondenten klagen auch bei öffentlich-rechtlichen Fernseh- und Radiosendern immer wieder über die wenigen Sendeminuten, die ihnen für ihre Berichte zur Verfügung stehen. Noch schwieriger ist die Situation bei den privaten Fernseh- und Radioprogrammen, deren Interesse leider sehr gering ist.

Ich würde mir wünschen, dass sich das Interesse für unsere europäischen Nachbarn und die Europäische Union steigern würde und auch ohne aktuellen "Skandal" über interessante Themen aus Europa berichtet wird.

Das von Ihnen angesprochene Funkhaus Europa, aber auch Angebote wie die des Senders euronews oder Sendungen in arte oder der Bericht aus Brüssel (WDR) sind positive Ausnahmen, da sie in Ansätzen ein von Ihnen und mir gewünschtes Programm bereitstellen.

Wir Parlamentarierinnen und Parlamentarier haben auf die Programmgestaltung der Rundfunk- und Fernsehanstalten keinen Einfluss, so dass wir uns nach anderen Lösungen für die von Ihnen zu Recht beschriebene Problematik umsehen müssen.

Da es keinen öffentlich-rechtlichen Sender in der Europäischen Union gibt, hat das Europäische Parlament vor einigen Jahren versucht, einen Fernsehkanal einzurichten. Dies ist allerdings aus vielen, u. a. auch aus finanziellen Gründen, gescheitert, da die europäischen Kabelbetreiber (anders als in den USA für einen Kongresskanal) nicht bereit waren, dem Europäischen Parlament einen Platz im Kabelnetz zur Verfügung zu stellen.

Als Vizepräsidentin des Europäischen Parlaments habe ich mich 2004/2005 dann mit anderen Kolleginnen und Kollegen für die Umsetzung der zweitbesten Lösung stark gemacht. Seit September 2008 gibt es EuroparlTV. Dieses über das Internet unter www.europarltv.europa.eu zu empfangene Angebot bietet neben Live-Berichterstattungen aus dem Plenum des Europäischen Parlaments auch Interviews mit Abgeordneten und Hintergrundinformationen zur Arbeit des Europäischen Parlaments an. Dieses Projekt steckt nach weniger als einem Jahr "am Netz" noch in den Kinderschuhen, und es wird ständig an einer Weiterentwicklung gearbeitet.

EuroparlTV wird - leider - immer noch von etlichen Mitgliedern des Europäischen Parlaments argwöhnisch beäugt, da befürchtet wird, der Sender könnte zu einem Werbeinstrument der jeweils anderen politischen Gruppen genutzt werden. Ich rate hier in den Diskussionen, die ich sehr intensiv begleite, zu mehr Gelassenheit und würde mich freuen, wenn das Programm auch noch etwas mehr über die Politik des Europäischen Parlaments hinaus berichten würde. So könnte ich mir beispielsweise vorstellen, dass Abgeordnete aus immerhin 27 europäischen Staaten auch über die aktuelle Situation in ihrer Heimat berichten oder dazu interviewt werden.

Ich bin mir sehr bewusst, dass dies den von Ihnen angesprochenen öffentlich-rechtlichen Radiosender innerhalb der EU nicht ersetzt. Die Umsetzung eines solchen - zweifelsohne wünschenswerten - Projekts, scheint mir allerdings zurzeit nicht realistisch. In diesem Bereich gibt es übrigens mit dem Netzwerk EURANET ( www.euranet.eu ) bereits Versuche einer Zusammenarbeit in verschiedenen Sprachen, das auch von der Europäischen Kommission finanziell unterstützt wird.

Ich hoffe, Ihnen mit dieser Antwort weitergeholfen zu haben und danke Ihnen für Ihre interessante und wichtige Frage.

Mit freundlichen Grüßen,

Dagmar Roth-Behrendt
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
05.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth-Behrendt,

warum haben Sie sich nicht wie 350 andere KandidatInnen für das EU-Parlament ( www.limes21.de ) für
die vier Maßnahmen:
1) Lobbyistenregister,
2) strenge gesetzliche Regeln für die Verantwortung von Konzernen
3) eine EU-Handelspolitik, die Gerechtigkeit über Konzerninteressen stellt, sowie
4) eine strenge Regulierung der Finanzmärkte, die Steuerflucht und Korruption verhindert, ausgesprochen? Siehe auch unter: www.electioncampaign.eu

Mit freundlichen Grüßen

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