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Dr.

Sehr geehrte Frau MdA Seibeld,
es ist positiv zu sehen, dass Sie sich für das Umfliegen von Lichterfelde-Lankwitz einsetzen. Allerdings hat dies bereits die demokratische Fluglärmkommission am 9. Mai 2011 vorgeschlagen, abgelehnt von Luftverkehrslobby, SPD & CDU. Insofern kommt Ihr Einsatz etwas spät. Spät, aber besser als nie.
Schade, leider vertreten Sie immer noch den Standpunkt der Luftverkehrslobby, dass der BER den Nachtflug braucht, um als Drehkreuz wirtschaftlich zu arbeiten, obwohl unabhängige Wissenschaftler längst zu anderen Schlüssen gekommen sind (s. mein Schreiben oben).
Es ist ohnehin volkswirtschaftlicher und gesundheitspolitischer Wahnsinn, in der Nähe einer großen Stadt wie Berlin ein internationales Flugdrehkreuz aufzubauen zu wollen. Berlin-Brandenburger auf Urlaub und anreisende Touristen erzeugen Fluglärm nur zweimal, beim Ab- und Anflug (oder eben umgekehrt). Ein Umsteiger produziert doppelt so viel Lärm, nämlich bei An- und Abflug auf dem Hinweg und noch einmal auf dem Rückweg. Damit wird in unser dicht besiedeltes Land quasi Fluglärm "importiert".
Die BERLINER CDU will die Menschen dann auch noch von 05.00 morgens bis 24.00 nachts dem Fluglärm aussetzen, nur damit die Airlines wirtschaftlich arbeiten und Profit machen können. Profite gehen hier von Bürgerruhe. Unser früher ruhiges Lichterfelde-Lankwitz wird in Zukunft permanenten Fluglärm ertragen müssen, s. Frankfurt.
Und das für einen Flughafen, von dem Ihr Parteifreund Burkhardt, MdL Brandenburg (Frontal 21, 22.01.2013), sagt, dass er jahrelang Verluste machen wird, d.h. wir müssen nach Fertigstellung noch weiter für den BER zahlen, bis zu 100 Mio. im Jahr (Flughafenexpert Faulenbach da Costa, Berliner Abendschau v. 16.08.12).). Wo ist da der frühere wirtschaftliche Sachverstand der CDU?
Frage: Meinen Sie wirklich, dass Ihr Einsatz noch etwas ändern kann? Wie kann es sein, dass die Brandenburger CDU für Nachtflugverbot ist und nur 20 km die Berliner CDU dagegen?
Viel Erfolg!