Claudius Holler (Piratenpartei)
Kandidat Bürgerschaftswahl Hamburg 2011
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Claudius Holler
Jahrgang
1977
Berufliche Qualifikation
Medienunternehmer
Ausgeübte Tätigkeit
Konzeption und Strategie
Wahlkreis
Altona , Listenplatz 3, Stimmen (Wahlkreis): 2.237, 0,8%
Landeslistenplatz
1, Stimmen (Liste): 4.221
(...) Waffenähnliche Gegenstände, wie bestimmte Arten von Messern oder Schlagwaffen, sollten aufgrund ihrer Gefährlichkeit und ihren faktisch eingeschränkten Einsatzmöglichkeiten unter die Waffengesetzgebung fallen, anders als Taschenmesser, die zu den Werkzeugen gehören. (...)
 
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C_Holler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
19.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Holler,

Wie ich auf der (äußerst schlecht gemachten) Webseite der Piratenpartei lesen konnte, steht die Piratenpartei für weniger Überwachungskameras und setzt sich gegen Nacktscanner und Überwachung im Internet ein.

Wie Sie sicherlich noch wissen kamen die Attentäter des 11. September aus Hamburg. Glauben Sie nicht, dass es in Hamburg noch terroristische Strukturen gibt und wir in Hamburg bis jetzt einfach nur Glück gehabt haben. Wie will die Piratenpartei mit den existierenden Gefahren durch internationalen Terrorismus und international agierende Verbrecherbanden umgehen, wenn man nicht mit modernen Mitteln diesen Einhalt gebietet? Ist die Welt nicht gefährlicher, als manch "Pirat" es sich hinter seinem Monitor vorstellen kann?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudius Holler
72Empfehlungen
20.01.2011
Claudius Holler
Sehr geehrter Herr ,

zunächst einmal vielen Dank für die allererste Frage, welche mir hier gestellt wird. Sie erwähnen zunächst unsere Website und ich stimme ihnen unumwunden zu: diese ist indiskutabel. Zum Glück folgt der Relaunch hoffentlich noch spürbar vor der Wahl, dann auch in optisch ansehnlich und mit angepassten Inhalten.

Zu ihrer eigentlichen Frage. Es freut mich, dass Sie interessiert an einer friedvollen Gesellschaft interessiert sind. Dem kann ich mich nur anschließen.

Leider findet zur Zeit (intensiviert seit den Anschlägen am 11. September) eine mediale und politische Verzerrung der Realität statt. Wir erleben aktuell eine gefühlte Bedrohung, die glücklicherweise nicht in tragischen Ereignissen mündet.
Globale Zusammenhänge schließen Risiken naturgegeben mit ein - heute nicht unbedingt mehr, als im kalten Krieg. Dennoch dürfen wir deswegen nicht in Panik oder Hysterie verfallen, sondern müssen besonnen reagieren. Dies bedeutet auch, dass wir unsere Bevölkerung nicht ständig und immer weiter in ihren Grundrechten beschneiden dürfen, nur um Sicherheit simulieren. Die meisten Instrumente sind Symbolik in Reinform und versprechen im Ernstfall keinerlei Schutz. Zudem sind sämtliche "Sicherheitsmaßnahmen" ohne großen Aufwand zu umgehen und schränken schlussendlich nur den Normalverbraucher ein. Wenn wir unsere Freiheit aus Angst vor Terrorismus aufgeben, hat dieser sein Hauptziel schon erreicht - Einschüchterung und Verhaltensänderung, sowie Spaltung der Gesellschaft.

Ich glaube an die Freiheit und möchte diese niemals einer verfehlten und hysterischen Sicherheit opfern und ich glaube an den internationalen Dialog über alle kulturellen Unterschiede hinweg. Hier hat die Politik noch etliche Hausaufgaben zu erledigen und insbesondere Kriege zu vermeiden.

Das Leben ist generell mit Risiken verbunden, wir müssen Verhältnismäßigkeit wahren, im Umgang diese zu minimieren. Die Aufgabe oder Beschneidung von Bürger- und teilweise Menschenrechten ist unverhältnismäßig und zudem eben nicht zielführend.

Im Übrigen kann ich sie beruhigen. Auch als Pirat kenne ich weit mehr, als nur die Welt hinter meinem Monitor.

vielen Dank für Ihr Interesse und freundliche Grüße
Claudius Holler
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
22.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Holler,

Transparenz ist ja ein wichtiges Thema bei der Piratenpartei. Dieses finde ich auch sehr wichtig, denn so vieles wird in Hinterzimmern entschieden. Streben Sie so eine Art Wiki Leaks für die Hamburger Bürgerschaft an?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudius Holler
45Empfehlungen
22.01.2011
Claudius Holler
Sehr geehrter Herr ,

es freut mich zu lesen, dass Transparenz für immer mehr Bürger ein notwendiges Pflichtfeld in der Politik wird.

Wir Piraten wollen genau dort anknüpfen und Transparenz nicht nur einfordern, sondern auch leben. Das tun wir als Partei schon jetzt - Gäste sind zu unseren Parteiterminen willkommen (beispielsweise dienstags 19h im Haus73, Schulterblatt 73) und genießen Rederecht.

Wenn wir nach der Hamburgwahl in einige Bezirksversammlungen und Ausschüsse oder gar in die Bürgerschaft einziehen, werden wir diese Handhabe nicht ändern. Anstatt eines Wikileaks für die Bürgerschaft, wünschen wir uns eine offizielle Variante des gläsernen Rathauses. Protokolle in schriftlicher, aber auch audiovisueller Form - live und öffentlich zugänglich archiviert - sind Teil unseres Wahlprogrammes. Vor der Umsetzung dieser Forderung, stehen wir den Hamburgern aber weiterhin und intensiviert für alle uns zugänglichen Informationen zur Verfügung und werden Mißstände auch öffentlich aufzeigen.

Ich hoffe dieses Vorgehen entspricht ihrer Zufriedenheit.

mit freundlichem Gruß aus dem nasskalten Hamburger Grau
Claudius Holler
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Frage zum Thema Soziales
22.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Holler,

die Piratenpartei ist gegen Nacktscanner und Vorratsdatenspeicherung, denken Sie das diese Themen wirklich wichtig sind für Hamburg? Viele Menschen hier in Hamburg haben ganz andere Probleme. Zum Beispiel die erhöhten Kitagebühren oder kaum zu findende bezahlbare Wohnungen.
Hat die Piratenpartei auch zu diesen sozialen Themen ein Wahlprogramm?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudius Holler
45Empfehlungen
22.01.2011
Claudius Holler
Sehr geehrte Frau ,

sie wissen um unsere Herzenangelegenheiten - das freut uns, da wir offensichtlich immer mehr mit unseren Thesen in der Bevölkerung ankommen. Ich kann sie beruhigen. Ihre beiden genannten Themenfelder stehen für uns nicht im Widerspruch. Unser aktuelles Wahlprogramm ( goo.gl ) widmet sich insbesondere den Kitagebühren und dem Wohnungsbau. Wir fordern die Zurücknahme der Kitagebührenerhöhung mit dem Fernziel einer schrittweisen Abschaffung dieser Gebühr, bei zeitgleicher Ausweitung des Angebots. Hamburg muss kinderfreundlich und zukunftsgewandt sein - das Geld hierfür ist vorhanden und wäre als Investition zu werten.

Wohnungsbau - auch sozialer - ist in Hamburg eines der meist vernachlässigten Herausforderungen. Wir wünschen, dass dieser wieder forciert betrieben wird und zwar auch zentral, so dass wir nicht eine weitere Verdängung weniger reicher Menschen in Hamburgs Randbereiche erleben. Besonderen Effekt erhoffen wir uns, durch die Kippung des Steuerprivilegs für gewerbliche Baumaßnahmen. Dies könnte einerseits spürbare Steuermehreinnahmen oder aber gesteigerten Wohnungsbau zur Folge haben.

Lassen Sie mich abschließend dennoch unsere Kritik an Nacktscanner und Vorratsdatenspeicherung erläutern. Dies sind lediglich einzelne Bausteine im andauernden Prozess, die Bürgerrechte der Bevölkerung zu beschneiden. Wir möchten unsere Rechte nicht für eine symbolische Placebo-Sicherheitspolitik opfern, sondern fordern Besonnenheit und Verhältnismäßigkeit ein. Somit wirken diese beiden Punkte allein für sich, vielleicht nicht sonderlich eklatant, sind aber Teil eines großen Ganzen, welches sich zunehmend negativ in unseren Alltag einschleicht.

vielen Dank für ihr Interesse und freundliche Grüße
Claudius Holler
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Frage zum Thema Familie
22.01.2011
Von:

Guten Tag Herr Holler,

was glauben Sie, warum haben die Hamburger Piraten Sie als Spitzenkandidat aufgestellt?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudius Holler
42Empfehlungen
22.01.2011
Claudius Holler
Sehr geehrte Frau ,

ihre Frage habe ich mir auch schon gestellt. Spitzenkandidat der Piratenpartei zu sein, bedeutet weniger Glamourfaktor, als in anderen Parteien. Dafür verheißt es umso mehr Arbeit. Zusätzlich zu meiner beruflichen Tätigkeit, leisten die anderen Kandidaten, der komplette Landesverband und ich, ehrenamtlich eine große Menge Mehraufwand. Als kleine Partei können wir keine Arbeiten ausgliedern, sammeln unsere Unterstützungsunterschriften auch bei minus 15° selbst und haben auch alle Plakate eigentständig gestaltet und aufgestellt.

Ich vermute, dass ich in meinem Landesverband gut eingebunden und angenommen bin und mir meine Mitpiraten, die aufkommende Belastung nicht nur "gönnen" sondern auch die Bewältigung zutrauen. Seit meiner Parteimitgliedschaft konnte ich hoffentlich beweisen, dass mich weder Eitelkeit noch Opportunismus antreibt, sondern ein gemeinsames Ziel. Wenn dies die Gründe für meine Wahl zum Spitzenkandidaten sein sollten, macht mich das tatsächlich stolz und es nimmt mich in die Pflicht.

ein schönes und angenehmes Restwochenende wünscht
Claudius Holler
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Frage zum Thema Gesellschaft
24.01.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Holler,

wie sehen Sie die Chancen der Piratenpartei die Politik in Hamburg nach der Wahl mitzubestimmen?
Bei der Wahl in NRW (Aufgrund meines Studiums war ich bis vor kurzem dort noch gemeldet) und bei der Bundestagswahl habe ich fuer die Piraten gestimmt. Meine Bekannten sagen immer ich wuerde meine Stimme verschenken. Mit Hinblick auf die Wahl in Hamburg, welche Gegenargumente koenen Sie ihnen entgegenbringen.

Mit freundlichen Gruessen aus dem winterlichen Japan

Antwort von Claudius Holler
50Empfehlungen
24.01.2011
Claudius Holler
Sehr geehrter Her ,

Sie haben uns schon gewählt - das freut natürlich. Wir sind ohne Frage eine junge und logischerweise noch kleine Partei. Es gibt keine Garantie, wann wir erstmals die 5%-Hürde überspringen.
Hier in Hamburg gehen wir fest davon aus in einige Bezirksversammlungen einzuziehen. Dort gilt nur die 3%Hürde und wir konnten in einigen Quartieren von Hamburg schon zur Bundestagswahl zwischen 6 und 8% holen. Zur Hamburgwahl wählen die Hamburger mutiger und das neue Wahlrecht enthält die Möglichkeit seine Stimmen zu verteilen...
Deswegen rechnen wir uns eine realistische Chance aus, auch die nötigen Stimmen zu bekommen, um ins Rathaus einzuziehen.

Auch ohne aktuell in Parlamenten vertreten zu sein, prägen wir die politische Entwicklung durchaus mit. Die 2% zur Bundestagswahl haben den etablierten Parteien deutlich gemacht, dass sie unsere Themen zu lang vernachlässigt haben und es offensichtlich genug Menschen gibt, die kein Interesse an fortschreitender Beschränkung ihrer Bürgerrechte haben. Das Zugangserschwerungsgesetz ruht und die aktuellen Wahlprogramme anderer Parteien enthalten nun auch Netzpolitik (oder Versuche davon). Wir konnten unsere Themen also schonmal auf die Agenda setzen und sehen sie nun in öffentlicher Diskussion. Und wir arbeiten daran zügig auch parlamentarisch arbeiten zu können - mit Chance schon jetzt in Hamburg.

Abschließend erwähne ich gern, dass Sie uns nicht nur wählen können, sondern jederzeit ihre lokale Piratenpartei besuchen können und Rederecht genießen, sich austauschen und mit machen können. Wir sehen Bürgerbeteiligung auch innerparteilich als substantiell an. In Japan gibt es wohl leider noch keine Piratenpartei, so aber in dutzenden anderen Ländern.

Sie verschenken ihre Stimme nicht wenn Sie uns wählen - Sie verschenken Sie durch Nichtwahl oder die Wahl einer Partei, die nicht ihre Ziele eint.

mit freundlichem Gruß nach Japan...aus dem matschiggrauen Hamburg

Claudius Holler
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