Claudia Roth (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Claudia Roth
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin, Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Bayern
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(...) Die Krawalle und Straßenschlachten in Kopenhagen, die vor einigen Monaten für die Rettung bzw. gegen den Abriss eines Jugendzentrums ausgetragen wurden, erwähnen Sie nicht. Dabei standen sie in ihrer Härte und vor allem Dauer den nun von Ihnen zur Intifada hochstilisierten Straßenkrawallen in nichts nach. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
06.04.2009
Von:
Dr.

Sehr geehrte Frau Roth,

im Anschluss an die gestrige Obama-Rede in Rede in Prag für eine weltweite atomare Abrüstung haben Sie sich dahingegend geäußert, dass die noch in Deutschland lagernden US-Atomwaffen aus Deutschland abgezogen werden, so eine Meldung des mdr vom heutigen Tag.

Seit über 7 Jahren setze ich mich mit dem Initiativkreis gegen Atomwaffen u.a. für dieses Ziel und seine Umsetzung im Atomwaffenlager der Bundeswehr in Büchel ein und begrüße darum Ihre Stellungnahme.

Auf dem 16. Forum Globale Fragen in Berlin im März 2007 hatte ich Gelegenheit Ihren Kollegen Herrn G. Erler zu fragen, was die Regierung daran hindere sofort die Atomwafen aus Deutschland abzuziehen. Seine lakonische Antwort: Sieht der Koalitionsvertrag nicht vor.

Darum meine Frage: Sollten Die Grünen nach der nächsten Bundestagswahl Mitglied einer Regierung werden, ist der vollständige Abzug der US-Atomwaffen aus Deutschland und die Beendigung der Nuklearen Teilhabe Deutschlands eine conditio sine qua non für die Beteiligung Ihrer Partei in der Regierung, also eine Bedingung ohne deren verbindliche Aufnahme im Koalitionsvertrag es keine Regierung mit den Grünen geben würde?

Mit besten Grüßen
Ihr , Pfr.

Lobberich, den 6. April 2009
Antwort von Claudia Roth
3Empfehlungen
29.04.2009
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Koalitionsverträge sind eine wichtige Grundlage für das Handeln in der Legislaturperiode. Politik muss aber auch in der Lage sein, auf Unvorhergesehenes zu reagieren und handlungsfähig zu bleiben. Wenn die USA heute selbst den Wunsch nach weltweiter atomarer Abrüstung äußern, darf sich die Große Koalition nicht hinter ihrem Koalitionsvertrag verschanzen - nach dem Motto: Was hier nicht erwähnt wird, wird nicht gemacht. Und tatsächlich vermissen wir Grüne von Seiten der Bundesregierung die energischen Abrüstungsinitiativen, die gerade jetzt wichtig und erfolgversprechend wären.

Eine weltweite atomare Abrüstung und der Abzug der in Deutschland stationierten Atomwaffen sind alte Forderungen unserer Partei. Auch in der Arbeit der friedens- und sicherheitspolitischen Kommission der Grünen Partei, die in den letzten Jahren unter meiner Leitung tagte und dabei unsere Positionen weiter entwickelte, haben neue Abrüstungsinitiativen und die Forderung nach Abzug der in Deutschland stationierten Atomwaffen eine wichtige Rolle gespielt. In unserem Wahlprogramm werden Sie unsere entsprechenden Forderungen zusammen mit den anderen Projekten finden, die für uns Grüne wichtig und Identität stiftend sind.

Eines unserer Wahlziele bei der Bundestagswahl ist es, eine Regierung aus Union und FDP zu verhindern, also der beiden Parteien, die seit vielen Jahren als parlamentarischer Arm der Atomlobby auftreten, den Ausstieg aus dem Atomausstieg anstreben, neue Atomkraftwerke bauen wollen und außerdem auch tief durchdrungen sind von der deutschen Waffenlobby, die die Bundesrepublik weltweit auf einen traurigen dritten Platz aller waffenexportierenden Länder gebracht hat.

Von einer schwarz-gelben Regierung wäre nichts zu erwarten in Sachen Abrüstung, auch nicht in Sachen atomarer Abrüstung oder Weiterführung des Atomausstiegs. Friedens- und atompolitisch wäre das die schlechteste Konstellation. Aber auch die Fortführung der Großen Koalition würde bestenfalls vier weitere Jahre Stillstand bedeuten. Auch das kann sich unser Land nicht weiter erlauben.

Wenn wir unsere Grünen Alternativen gegen diese beiden Regierungskonstellationen profilieren, dann wollen wir natürlich nicht nur Schlimmeres verhindern, sondern selbst positiv gestalten. Was in diesem Zusammenhang nun Ihre Frage nach der "conditio sine qua non" angeht, so steht die Formel ja für eine juristische "ex post"-Frage, nämlich ob, wenn man sich eine bestimmte Handlung "wegdenkt", eine bestimmte Folge vermieden worden wäre oder nicht. Bei Koalitionsverhandlungen geht es um eine "ex ante"-Aufgabe, um den Versuch, ein gemeinsames Regierungsprojekt zu definieren – was nicht unbedingt leichter ist.

In einem solchen Projekt wäre uns Grünen die Forderung nach atomarer Abrüstung sehr wichtig. Wenn das Wahlergebnis eine grüne Regierungsbeteiligung ermöglicht, dann werden wir darauf drängen, dass ein Koalitionsvertrag den Weg zur atomaren Abrüstung als Aufgabe beschreibt und das faktische Regierungshandeln ihn beschreitet. Wenn Ihre Frage jedoch darauf zielt, ob wir in eine Regierung eintreten würden, auch ohne im voraus definitiv zu wissen, ob wir im Zeitraum von vier Jahren eine vollständige atomare Abrüstung durchsetzen können, dann würde ich dafür plädieren, der Veränderung eine Chance zu geben. Die Chance, in Sachen atomarer Abrüstung etwas auf den Weg zu bringen, ist für uns eines der wichtigen Motive, eine Regierung mit grüner Beteiligung anzustreben.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Roth
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Frage zum Thema Integration
07.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Im ARD-Chat am letzten Freitag haben Sie ein gewisses Verständnis dafür geäußert, dass die Scharia bestimmten Stämmen in Pakistan von ihrer kulturellen Tradition bzw. ihrer Religion her eher angemessen ist als z.B. einem europäischen Land wie Dänemark.

In dem Zusammenhang hätte ich eigentlich gerne gehört, wie Sie solche kulturellen Traditionen beurteilen, wenn sie hierzulande gelebt werden (Fall Morsal). Eine Frage dazu wurde in der Vorbereitung des Chat gestellt, aber nicht beantwortet. Ich lege Sie Ihnen deshalb hier noch einmal vor:

Erneut hat es einen so genannten "Ehrenmord" gegeben. Wären Sie für eine Abschiebung der Täter?

Sollten Sie diese Frage mit "nein" beantworten, wüsste ich gerne, ob es in Ihren Augen überhaupt Gründe gibt, die für eine Abschiebung von Menschen aus Deutschland sprechen.

Mit freundlichen Grüßen
R.
Antwort von Claudia Roth
5Empfehlungen
28.04.2009
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

es ging nicht um Verständnis in irgendeiner Form für Einschränkungen im Recht, sondern darum, dass das Familienrecht nicht in allen Ländern identisch sein kann. Der afghanische Präsident hat das Richtige getan und das Vorhaben nach der Kritik zurückgenommen. Beim Engagement für Menschen- und Frauenrechte in Afghanistan brauchen wir uns nicht zu verstecken und auch von niemandem belehren zu lassen. Ein Blick in die eigene Gegenwartsgeschichte ist nicht uninteressant: Erst im Jahre 1997 wurde die Vergewaltigung (darunter auch sexuelle Nötigung) in der Ehe in Deutschland unter Strafe gestellt. Bis 2004 blieb sie lediglich als Antragsdelikt strafbar. Dies wurde vom CDU-Rechtssprecher Norbert Geis damit begründet, dass dem Schutz der Ehe eine besondere Bedeutung zukäme. Unter der rot-grünen Regierung setzte sich schließlich die These durch, dass eine Rücknahmemöglichkeit der Anzeige die Erpressbarkeit des mutmaßlichen Opfers durch den Ehepartner erhöht. Seitdem ist Vergewaltigung in der Ehe ein Delikt, das von Amts wegen verfolgt wird.

Mit der Thematisierung von Abschiebungen greifen Sie die hinreichend stumpfsinnige Forderungen von Neonazis und Ewiggestrigen auf, die ein monolithisches Bild Deutschlands propagieren und ein einziges Rezept für die Bekämpfung von Kriminalität und nichtstaatlichen Menschenrechtsverletzungen haben. Damit kommen Sie allerdings nicht weiter, wenn die Täter deutsche Staatsbürger sind, die hier geboren und aufgewachsen sind und die hiesigen Schulen besucht haben. Deshalb gilt: auch so genannte Ehrenmorde sind Morde. Die Täter sind hier und nach hiesigem Recht und Gesetz zu bestrafen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Sicherheit
09.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth

Seit einiger Zeit beschäftigt mich einne Frage:

Wieso wird soviel (teils auch sehr absurdes) gegen Rechtsradikale gemacht, aber Linksextreme dürfen nahezu unbehelligt ihr Unwesen treiben.
Beispiele:
Ausschreitungen Straßburg - wären das Rechtsextreme gewesen wäre es ein riesen SKandal gewesen, aber da es nur Linksextreme gewesen sind ist es ok.
www.spiegel.de Krawalle von Linksextremen die seit Jahren von der Politik geduldet werden - gleiches gilt für Hamburg Schanzenviertel.

Wieso gibt es kein Bündnis gegen Linksextremismus? Wieso immer nur gegen Rechtsextreme? Ist man da auf "einem Auge blind"?

Diese ganzen Aktionen gegen Rechts, sind meiner Meinung nach inzwischen so übertrieben (Köln: "Kein Bier für Rechte", Berlin "Verdeckte Ermittler in rechten Kreisen kriegen Kleidervorschriften") das es schon fast beschämend ist.

Wieso werden im neusten Verfassungsschutzbericht Straftaten von Migranten zu rechtsextremen Straftaten gezählt? Wieso gibt es hierfür keine gesonderte Kategorie?

Ein Freund von mir arbeitet bei der Schutzpolizei, er berichtet immer wieder von Anpöbelungen und Übergriffen von Migranten und Linken, aber eigentlich nie von Rechten Übergriffen.

Wieso?

Über eine Antwort wäre ich sehr dankbar.
Antwort von Claudia Roth
6Empfehlungen
30.04.2009
Claudia Roth
Sehr geehrte Frau ,

die Kriminalitätsstatistik, die keineswegs als "linksextremismusfreundlich" bezeichnet werden kann, bestätigt Ihre subjektive Wahrnehmung nicht. Krawalle von den so genannten linken Gruppierungen fließen in diese Statistik genauso ein wie die einzelnen Straftaten, die während dieser Krawalle begangen und registriert werden. Rechtsextremistische Straftaten oder Straftaten mit rechtsextremistischem Hintergrund dominieren in dieser Statistik. Sie kosten mehr Menschenleben, sind das größte Sicherheitsrisiko in manchen Regionen und Stadtteilen und verursachen mehr Einschränkung im Leben der Menschen.
Die Erzählungen Ihres Schutzpolizist-Freundes in allen Ehren - rechtsextremistische Gruppierungen greifen häufiger schutzlose Menschen an als die Polizeieinheiten. Das ist vielleicht eine Erklärung, sollte es diese Erzählungen wirklich geben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Roth
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
13.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Politsekten sind out, politische Einmischung von unten ist in! Das postuliere ich jetzt mal. Aus diesem Grunde möchte ich Ihnen eine moderne Gretchenfrage stellen: Wie halten Sie’s denn mit der Demokratie? Sie als grüne Volksvertreterin persönlich, und – sofern Sie darüber eine Aussage ohne große Rücksprache wagen dürfen – Ihre Partei an sich? Wie stellen Sie sicher, daß die interne Kommunikation, die Bürgerengagement braucht, auch funktioniert? Ganz konkret, denn das ist immer am besten: Am 8. Februar 2009 habe ich mit 10 UnterstützerInnen einen Brief an die Würzburger Stadtratsfraktion sowie an ausgewählte VertreterInnen der Landtags- und Bundestagsfraktion der GRÜNEN gesendet, der politische Forderungen zum Kampf gegen Tierversuche enthält. Dieser für Millionen Lebewesen eminent wichtige Brief enthielt außerdem die ausdrückliche Bitte um Weiterleitung an die grüne Bundestagsfraktion. Ist er inzwischen bei Ihnen angekommen? Und auch bei Toni Hofreiter und Hans-Josef Fell? – die übrigens direkt im Verteiler standen. Beim Politischen Aschermittwoch der Grünen am 25. Februar 2009 in Würzburg habe ich mit Nachdruck um eine Stellungnahme zu unseren Forderungen gebeten. Diese wurde uns allerdings bislang nicht nur nicht zuteil, die bürger- und in diesem Falle sogar WÄHLERverachtende Art und Weise wie dies geschah, ist empörend. Barbara Rütting hat ja nun inzwischen das Handtuch geschmissen. Oder hat man’s ihr in die Hand gedrückt? Ich hoffe, verehrte Frau Vorsitzende, Sie müssen nicht allzu rot(h) bei Ihren Antworten werden. Für die Lektüre meiner "Ungläubigen Karfreitags-Enzyklika an Bündnis 90 / DIE GRÜNEN" vom 12. April 2009 wünsche ich Ihnen allerdings ein gerüttelt Maß an reaktiver Blässe vor der Erkenntnis des unbedingten politischen Handlungsbedarfs.

Mit nicht mehr nur grün und blau, sondern inzwischen ziemlich schwarzgeärgerten Grüßen

Antwort von Claudia Roth
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30.04.2009
Claudia Roth
Sehr geehrte Frau ,

in der Tat ist Einmischung die aktive Form der politischen Teilnahme und des Gestaltungswillens. Heinrich Bölls Spruch, "Einmischung ist die einzige Möglichkeit, realistisch zu bleiben", ist mittlerweile ein geflügeltes Wort und das Motto unseres politischen Handels. Dass wir heute eine nicht mehr wegzudenkende politische Kraft in der Bundesrepublik geworden sind, geht auf das demokratische Bewusstsein und den starken Gestaltungswillen von Tausenden Menschen zurück, die vor mehr als 25 Jahren zusammen kamen und diese Partei gründeten. Der von Ihnen angesprochene Brief mit 10 UnterstützerInnen ist auch eine Form von Willenbekundung und Einmischung, der politische Forderungen an die grüne Ratsfraktion gerichtet hat. Zu begrüßen ist auf jeden Fall Ihre Bemühung, Position zu beziehen und Farbe zu bekennen. Im Falle dieser konkreten Aktivität müssen Sie aber auf einige Details achten, die nicht unbedeutend sind: Die KommunalpolitikerInnen sind keine Poststellen der Bundestagsfraktionen, insbesondere wenn es um Gesetze und Forderungen geht, die nur bundespolitisch angegangen werden können. Sie hätten Ihren Brief direkt an die Bundestagsfraktion mit dem Zusatz "Tierschutzpolitische/r Sprecher/in" nach Berlin schicken können. Dann wäre der Brief in die richtigen Hände gekommen. Außerdem dürfen Sie nicht außer Acht lassen, dass die gesetzgeberische Mehrheit im Bundestag nicht mit einem Brief an die grüne Bundestagsfraktion beeindruckt werden kann. Da gäbe es andere wichtige Adressaten.

Ihren Brief haben wir bis heute nicht erhalten, daher können wir zu den darin aufgestellten Forderungen auch nichts Näheres sagen. Dennoch sollte Ihnen klar sein, dass wir uns nicht jede Forderung zueigen machen, egal ob sie von einer 10-köpfigen Gruppe, einer viel größeren Organisation oder einer anderen Partei kommt. Die Basisdemokratie und die offenen Debattenstrukturen in unserer Partei geben uns hinreichend Zuversicht und Sicherheit, Konzepte zu erarbeiten, die einen harten demokratischen Wettbewerb und gegen jede politische Konkurrenz bestehen. Dies bedeutet nicht, dass wir unsere Ohren nach außen hin schließen und nur Nabelschau betreiben sollten. Wir empfehlen Ihnen, sich unsere Konzepte zum Beispiel unter diesem Link anzuschauen:

www.gruene-bundestag.de/cms/tierschutz/rubrik/0/648.tierschutz.html

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.04.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Sie haben laut einem Artikel des Hamburger Abendblattes ( www.abendblatt.de ) ein Wahlrecht ab einem alter von 16 Jahren befürwortet.

Warum meinen Sie, das Jugendliche, denen man nicht zutraut bei dem Konsum von Tabakwaren und hochprozentigen Getränken vernünftige Entscheidungen zu treffen (Mistestalter 18 Jahre), qualifiziert genug sind die Struktur, bzw. den Aufbau, unseres demokratischem Systems mit zu bestimmen.

Mit freundlichem Gruß

Antwort von Claudia Roth
1Empfehlung
27.04.2009
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Kinder und Jugendliche sollten in all ihren Lebensbereichen selbstbestimmt agieren können. Die UN-Kinderrechtkonvention ist in diesem Zusammenhang eine solide Grundlage für unser politisches Handeln. Der Grad der Selbstbestimmung hängt zwar vom Alter ab, eine goldene Grenze, nach deren Überschreiten alles möglich ist, gibt es aber nicht. Im Strafrecht, aber auch in der Jugendhilfe sind beispielsweise unterschiedliche Grenzen je nach Thema festgelegt. Eine Vermischung der verschiedenen Bereiche ist nicht sinnvoll und zielführend. Jeder einzelne Bereich ist mit einer inhaltlich angemessenen Güterabwägung abzustecken.

Das Absenken des Wahlalters kann die Befunde der Medizin nicht in Frage stellen, dass mit 18 Jahren noch mit einer leichteren körperlichen Suchtanfälligkeit zu rechnen ist. Bereits jetzt gibt es einen abgestuften Umgang mit alkoholischen Getränken ab 16 Jahren im Handel und in der Gastronomie. Die Grenzen sind nicht so starr, wie mancherorts suggeriert wird.
Wir halten es für wichtig, dass sich Jugendliche früh genug mit dem politischen System auseinandersetzen und aktiv eingebunden werden. Nur so kann ihr Interesse zeitig geweckt und wach gehalten werden. Geschieht das nicht rechtzeitig, erlischt es und wird auch im Erwachsenenalter nicht leicht zu aktivieren sein.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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