Claudia Roth (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Claudia Roth
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin, Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Bayern
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(...) Wir fordern deshalb, dass die Gesundheitskarte nur dann eingeführt werden darf, wenn eine umfangreiche Risikoanalyse durchgeführt wurde. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Integration
30.06.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Bozkurts


zum Thema Flaggen ist mir aufgefallen,das in Deutschland unter den türkischen Fans des öfteren mal die Flagge mit den 3 Halbmonden aufgetaucht ist.(Nachrichten auf N24 zb).Wie beurteilen sie dies?Wäre es nicht so,als würde unter den deutschen Flaggen die Flagge der NPD auftauchen?

Thema Doris Ulfkotte



Die Frau von Udo Ulfkotte ist durch ein Youtube Video(ich denke das dürfte kein Geheimnis mehr sein) unverschuldet durch Dummheit anderer in eine gefährliche Situation gekommen.

www.jesus.ch

Es ist erschreckend wie schnell Massen mobilisiert werden wenn es um Hass und Aufruf zum Mord geht.

Meine Fragen:

1.Lebt man in Deutschland als islamkritischer Bürger gefährlich?

2.Was machen die Grünen gegen den türkischen Nationalismus in Deutschland?

3.Was denken sie über das Schweigen der meisten Medien zum Fall Doris Ulfkotte?

MFG
Antwort von Claudia Roth
12Empfehlungen
11.07.2008
Claudia Roth
Sehr geehrte Frau ,

türkische Nationalisten gibt es sicherlich auch außerhalb der Türkei. Die eigentliche Gefahr durch den türkischen Nationalismus und Chauvinismus gilt aber vor allem der Türkei selbst und den demokratischen Entwicklungen in der Türkei. Außerhalb der Türkei sollten sie auf jeden Fall ein Beobachtungsobjekt von Sicherheits- und Strafverfolgungsbehörden bleiben. Es gibt kein spezifisch grünes Rezept gegen den türkischen Nationalismus. Die Grünen sind eine politische Kraft in der BRD, die sich unter anderem zur Aufgabe gemacht hat, demokratiefeindlichen und menschenverachtenden Tendenzen und Ideologien in Deutschland Demokratie und demokratische Werte mit überzeugender Aufklärungsarbeit entgegenzusetzen. Diese Arbeit wird unabhängig von der Staatsangehörigkeit des Gegenübers geleistet.

"Das Thema Frau Ulfkotte" ist uns nicht bekannt. Die Äußerungen und Publikationen in diversen Blogs und bei Youtube sind keine parlamentarisch relevanten Ereignisse. Es passiert in diesem Bereich viel zu viel, um alles mitbekommen und kommentieren zu können. Ob "Islamkritiker" in Deutschland gefährlich leben, können Ihnen eher die LKAs und das BKA anhand der statistischen Daten sagen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Wirtschaft
09.07.2008
Von:

Sehr geegrte Frau Roth,

ich bin neulich über ein Buch von Margrit Kennedy gestolpert,
"Geld ohne Zinsen und Inflation".

Wenn sie das Buch kennen würde ich mich über ihre Meinung dazu sehr freuen.

Denken sie die geschilderten Systeme sind in der Lage die immer grösser werdende Klufft zwischen "Arm und Reich" zu schliessen und das soziale Gleichgewicht wieder herzustellen?

Mit freundlich Grüssen

Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
10.07.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

das Buch kennt Frau Roth nicht. Es steht auch nicht im Lektüreplan der kommenden Wochen. Bitte wenden Sie sich mit Ihren Fragen an Abgeordnete, die folgenden Bundestagsausschüssen angehören: Wirtschaftsausschuss, Finanzausschuss und Haushaltsausschuss.

Mit freundlichen Grüßen

Das Team-Büro von Claudia Roth
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Frage zum Thema Internationales
12.07.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

1) Was halten Sie von einer League of Democracies als Ergänzung oder Ersatz zur UNO, die Ivo Daalder, der außenpolitische Berater Obamas, Robert Kagan, der außenpolitische Berater Mc Cains sowie US-Präsidentschaftskanidat Mc Cain selbst vorgeschlagen haben.
Sehen Sie darin mehr die Chance für einen neuen Multilateralismus oder eher die Gefahr eines neuen Kalten Krieges, der China und Rußland als neue Gegner hätte?

2) Nach der Verlegung der Bundesmarine vor die Küsten des Libanons: Wie weit geht die Solidarität mit Israel im Falle eines Konfliktes mit dem Iran--ist eine Beteiligung der Bundeswehr im Krisen- oder gar Kriegsfall zur Sicherung des Existenzrechts Israels auszuschließen? Wie stehen die Grünen dazu?

3) Wie stehen Sie zu dem Vorschlag von Herrn von und zu Guttenberg eine unabhängige Afghanistan-Kommission unter dem Vorsitz von Rühe und Fischer einzusetzen, um eine Zwischenbilanz zu ziehen, die Ziele zu definieren und auch eventuell Exitstrategien zu erörtern? Wie stehen sie dem viel geforderten Strategiewechsel gegenüber und was sollte er ihrer Meinung nach beinhalten?

4) Würden sie auch noch für den EU-Beitritt der Türkei stimmen, wenn die AKP Gesetze nach Art der Scharia einführen würde? Wie stände es dann mit einer NATO-Mitgliedschaft?

MfG

Antwort von Claudia Roth
1Empfehlung
18.08.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

die Idee einer "League of Democracies" als Ergänzung oder Ersatz zur UNO würde nur die UNO und das Völkerrecht schwächen. Wir sind für die Stärkung der UNO, die sich aber reformieren und modernisieren muss, um nicht ständig in Frage gestellt zu werden. Informelle Leagues oder Kreise wie G8 sind nicht demokratisch legitimiert und in der Praxis ineffizient.
Die Frage nach dem Fall eines Konflikts mit Iran ist spekulativ. Die Sicherung des Existenzrechts Israel schließt die Vermeidung von militärischen Abenteuern nicht automatisch aus. Die politische Kunst bestünde ja darin, richtige Antworten auf die konkreten Fragen zu finden, wenn der Fall einträte.
Wir haben unsere eigenen Vorstellungen eines Strategiewechsels in Afghanistan. Die Afghanistan-Frage darf nicht an Kommissionen delegiert werden, die sich außerhalb des Parlaments befinden. Selbstverständlich schließt das die Einbeziehung des in der Gesellschaft vorhandenen Sachverstandes nicht aus. Niemand kann das Parlament und seine Gremien daran hindern, Sachverstand und Kompetenz von außen zu holen.

Der EU-Beitritt der Türkei ist an viele Bedienungen aus den Beitrittskriterien verknüpft. Dazu gehören: grundlegende Demokratisierung des Landes, Gewährung der Rechtsstaatlichkeit auf allen Ebenen, Einhaltung von Menschen- und Minderheitenrechten usw. Die Beitrittsverhandlungen werden Kapitel für Kapitel auf der Grundlage von überprüfbaren Fortschritten des Landes geführt. Natürlich kann dies nicht "mit Gesetzen nach Art der Scharia" zusammengehen. Deshalb bleiben solche Behauptungen eine demagogische Polemik, fern jeglichem Realitätsbezug. Die Antwort auf die Frage, wie es mit der NATO-Mitgliedschaft der Türkei in der Zukunft aussieht, richten Sie am besten an die Wahrsagerin Ihres Vertrauens.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Integration
15.07.2008
Von:

Frau Roth,

zum einen bin ich erschüttert, daß die Anfrage bezüglich der Bedrohung von Frau Ulfkotte von Ihrem Büro in der Form "das haben wir nicht mitbekommen - es gibt soviel anderes wichtiges" abgetan wurde. Es scheint beinahe so, als daß man als Integrationskritischer Mensch nicht ein Recht auf Unversehrtheit besitzt.

Nun aber zu meinem eigentlichen Anliegen. Sie sind ja als eine leuchtende Anhängerin der gelebten und funktionierenden Integration bekannt. Sie bringen sich zu dem Thema voll und ganz ein. Man merkt, daß es Ihnen dabei um Ihre große Leidenschaft geht. Wenn Sie in einem Medium zu dem Thema Integration zu sehen sind, hat man den Eindruck, daß die aktuelle Einwanderungspolitik - wie Sie es nennen - notwendig ist und mit entsprechendem Integrationswillen beider Seiten zu schaffen sei.

Bei mir verstärkt sich jedoch seit geraumer Zeit der Eindruck, daß Sie - nicht aus böser Ansicht, vielleicht sind Sie einfach zu sehr persönlich involviert - die aktuelle Gesellschaftliche Entwicklung etwas einseitig wahrnehmen.

Ich sehe eine große Gefahr durch bereits vollzogene und die aktuell betriebene Ausländerpolitik. Ich habe den Eindruck, daß die Realität eine ganz andere Sprache als die von Ihnen gewünschte Entwicklung spricht.

Ganz konkret spiegelt die unheilsame Entwicklung, daß sich in Deutschland rechtsfreie Räumen entwickeln, gegen Deutsche Inländerfeindlichkeit und Agressivität herrscht und es inzwischen oft zu Zusammenrottungen gegen die Polizei kommt. Dies ist im folgenden GdP-Beitrag ab Seite 10 beschrieben: www.gdp.de

Ich befürchte, daß wir uns auf eine Gesellschaftliche Katastrophe zubewegen, und derzeit immer noch versucht wird alles schönzureden.

Meine Frage an Sie: Wie sehen Sie diese im GdP-Beitrag konkret angesprochene Entwicklung und worin sehen Sie die Mittel, rechtsfreie Räume, Banden, Polizeibedrohungen und Inländerfeindlichkeit entgegenwirkt?
Antwort von Claudia Roth
1Empfehlung
13.08.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

die Kritik der Gewerkschaft der Polizei an der personellen und technischen Ausstattung der Polizei durch die Landesregierungen ist meistens begründet und unterstützungswürdig. In den Debatten über innere Sicherheit, über Gewährleistung von Recht und Gesetz und über Kriminalitätsbekämpfung vertreten wir den Standpunkt, dass an der Ausstattung der Polizei nicht gespart werden darf, dass eine effektive Präsenz der Polizei vor Ort ihre personelle Aufstockung und Öffnung für mehr interkulturelle Kompetenz voraussetzt. Diese sind wichtige Voraussetzung für mehr objektive und gefühlte Sicherheit im Alltag und für die Durchsetzung von Recht und Gesetz.

Der Beitrag in der GdP-Zeitschrift thematisiert diese Forderungen der GdP mit Fokussierung auf Duisburg durch die Brillen des Autors. Liest man aber den Beitrag genau, stellt sich das nicht als ein Problem der Integration oder Ausländer dar. Denn im Beitrag wird festgehalten: "…Rasch wird klar, dass die steigende Gewalt und Aggressivität gegen Bürger und Polizisten kein Phänomen einiger Stadtviertel in Ballungsräumen ist. Gewalt und Aggressivität sind auch kein Privileg ausländischer Gruppen oder Jugendlicher und Heranwachsender mit Migrationshintergrund. Kolleginnen und Kollegen aus dem gesamten Bundesgebiet berichten von solchen Entwicklungen, sogar auf dem platten Land. Immer häufiger haben sie bei Einsätzen die Schusswaffe in der Hand…." In der Süddeutschen Zeitung vom 13.08.2008 ist von der Warnung der GdP in Bayern vor "bürgerkriegsähnlichen Zuständen" auf Volksfesten zu lesen. Die örtlichen Polizeidienststellen seien mit der Gewalteskalation auf den Veranstaltungen immer öfter überfordert, vor allem Landfriedensbruch und brutale Körperverletzungen zumeist betrunkener Festbesucher machten selbst auf kleineren Festen Großeinsätze der Polizei notwendig.

Besonderes große Probleme mit den so genannten rechtsfreien Räumen bestehen vor allem in den Regionen, in denen die Neonazis und Neonazi-Kameradschaften "Ausländerfreie Zonen" aufgerufen haben. Auch hier ist eine rechtsstaatlich sattelfeste Polizei mit flächendeckender Präsenz notwendig.

Richtig ist, dass die Polizei mit den Folgen der Bildungsmisere und des Versagens der Sozialpolitik nicht allein gelassen werden darf. Aber die Kritik der GdP an der Justiz und am Umgang mit Tätern ist eher auf eine isolierte Betrachtungsweise aus ihrer eigenen Warte aus zurückzuführen.

Die GdP und ihre Forderungen zum Anlass zu nehmen, um einen grundlegenden Konflikt zwischen In- und Ausländern in Deutschland herbeizureden, basiert auf einer selektiven Wahrnehmung von Bürger- und Menschenrechten, die im Text Ihrer Frage zum Ausdruck kommt.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
21.07.2008
Von:

Hallo Frau Roth !

Nachdem Sie dem laut Aufruf im Abgeordnetenwatch (!!??) dem oder einem Verkehrsausschuss angehören und für mich die ortsnaheste Abgeordnete sind, liegt es nahe Ihnen meine Frage zu stellen.

Zugegeben, diese klingt etwas theoretisch. Aber wenn ich die 4 Grundrechnungsarten beherrsche und annehme, daß wegen den gestiegenen Lebenshaltungskosten der Benzinverbrauch dieses und nächstes Jahr um 5% zurückgeht und die 3 folgenden um je nur 3%, dann macht dies eine Reduzierung auf Summarum 82,36%.

Also Zahlen, die nicht weit weg von der Realität sein dürften und es ist nicht zu erwarten, daß der BRD-Flottenverbrauch insgesamt technisch auf die gleiche Reduzierung getrimmt werden kann. Ich denke auch, daß die zusätzlichen Maßnahmen wie Umweltplaketten, erhöhte Mauten usw. eine zusätzliche Reduktion bedeuten.

Im Klartext bedeutet dies doch, die Kilometerleistungen werden deutlich sinken. Und da jedermann, oder besser gesagt jede Familie, zuerst mal Ihren täglichen Kilometerbedarf befriedigen wird, ist anzunehmen, daß die gefahrenen Autobahnkilometer darunter besonders leiden.

Nun frage ich mich, wieso ich in den Nachrichten Minister Tiefensee von einer deutlichen Zunahme des Verkehrs sprechen höre mit Hinwendung zum notwendigen weiteren Ausbau der Straßen und Autobahnen.

Meine Frage nun an Sie: Gibt es Planungsüberlegungen die solch ein Szenario berücksichtigen, bzw. wie ist Ihre Auffassung, bzw. die der Grünen zu dieser Thematik.

Aus Ulm rum
Antwort von Claudia Roth
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06.08.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Frau Roth ist Mitglied im Auswärtigen Ausschuss und im Ausschuss für Kultur und Medien. Im Verkehrsausschuss ist sie nicht vertreten. Dennoch möchten wir Ihre Frage gern aus grüner Sicht beantworten.

Die Bundesrepublik Deutschland mit ihrer zentralen Lage in Europa verfügt über ein sehr gut ausgebautes Bundesfernstraßennetz mit einer Länge von rund 53.000 km. Bei einer bundesweiten Verkehrsnetzdichte von 0,65 km/km² und einer Gesamtnetzlänge von 231.467 km ist das deutsche Verkehrsnetz damit als komplett zu betrachten.
Ein Festhalten an der bisherigen Ausbaustrategie der Bundesregierung geht an der Realität vorbei und ist dauerhaft nicht finanzierbar. Das zur Verfügung stehende Geld brauchen wir für den Unterhalt des bestehenden Verkehrsystems. Unabhängig von der Entwicklung des Verkehrsvolumens ist ein weiterer Ausbau von Autobahnen aus ökologischen Gründen nicht mehr zulässig.

Wir setzen uns – auch in der Diskussion um die Pendlerpauschale – für eine Förderung und den Ausbau des Öffentlichen Personennahverkehrs ein. In vielen ländlichen Gebieten ist der ÖPNV sehr schlecht ausgebaut, so dass die Bürgerinnen und Bürger oft keine andere Wahl haben, als den eigenen PKW zu benutzen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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