Claudia Roth (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Claudia Roth
Jahrgang
1955
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin, Bundesvorsitzende von Bündnis 90 / Die Grünen
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Bayern
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(...) Aber Ihre Erwartung, dass die deutschen ParlamentarierInnen und PolitikerInnen sich auch mit Defiziten, Mängeln und Debatten in der Innenpolitik der anderen Länder auseinandersetzen müssen, überschreitet den Rahmen unserer Arbeit. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Arbeit
09.05.2008
Von:

Frau Roth die Bundesregierung stellt heute den Migratiosbericht vor.
Eine Fraktionskollegin von Ihnen forderte mehr Zuwanderung.
Ist Ihnen nicht klar, dass Millionen Arbeitslose gar nicht in der Statistik auftauchen und Zuwanderer häufig zu Lohndumping missbraucht werden?
Antwort von Claudia Roth
2Empfehlungen
19.05.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

in der Tat brauchen wir mehr Einwanderung im Lichte einer modern ausgestatteten und gestalterischen Einwanderungspolitik. Es gibt keinen kausalen Zusammenhang zwischen Einwanderung und Zunahme von Arbeitslosigkeit. Das Gegenteil ist eher richtig: Mit gezielter Einwanderung können neue Arbeitsplätze entstehen.
Das in der Tat sehr problematische Lohndumping besteht auch deshalb fort, weil die Existenz der Illegalen und illegal Eingewanderten weiter geleugnet und tabuisiert wird und weil die deutsche Wirtschaft und die große Koalition weiterhin daran scheitern, einen verbindlichen Mindestlohn einzuführen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Wirtschaft
12.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Im Entwurf zum bayrischen Wahlprogramm sind schöne Worte zur Förderung regionaler Wirtschaftskreisläufe zu finden. Die Grünen verstanden sich einmal als Partei der Bürgerbewegungen. Ist es den Grünen eigentlich entgangen, dass sich bundesweit über 50 Bürgerinitiativen für die Einführung regionaler Komplementär-Währungen engagieren? Am erfolgreichsten sind diese Initiativen in Bayern mit dem Chiemgauer, dem Sterntaler, dem Regio in München, im Oberland, etc.
Wie stehen die bayrischen Grünen zu den Regionalwährungen? Besteht Hoffnung, dass sich im Wahlprogramm dazu eine Aussage finden wird?

Mit freundlichen Grüßen
Monika Herz
Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
19.06.2008
Claudia Roth
Sehr geehrte Frau Herz,

einige auch von Ihnen genannte Komplementär-Währungen wie der Chiemgauer oder der Sterntaler mögen interessante Ansätze zur Stärkung von regionalen Wirtschaftsabläufen sein. Aber die klare geografische Eingrenzung der Geltung dieser Währungen ist eine wichtige Voraussetzung für ihr Funktionieren. Trotzdem kann dies eine allgemeine Einheitswährung nicht ersetzen. Sie kann aber eine ergänzende Rolle in der regionalen Wirtschaft spielen.

Eine landesweite Einführung von regionalen Komplementär-Währungen in Gestalt einer neuen Landeswährung würde der eigentlichen Idee zur Stärkung von regionalen Wirtschaftsabläufen widersprechen. Dies halten wir auch gesamtgesellschaftlich nicht für praktikabel und verfassungsrechtlich für fragwürdig.

Sinnvoll ist sicherlich, eine bessere Verzahnung von regionalen Wirtschaftsakteuren und kürzere Verkehrswege zwischen ihnen anzustreben. Eine einheitliche Währung wie der Euro ist nicht das Haupthindernis auf dem Weg zu einer stärkeren Regionalwirtschaft. Viel wichtiger ist die Einbeziehung aller wichtigen Akteure vor Ort und vor allem das überzeugte Mitmachen von Verbraucherinnen und Verbrauchern.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Integration
12.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

Ihre Einlassungen zum Migrationsbericht 2006 gemahnen an Realsatire.

Da beklagen Sie den Rückgang das Nachlassen des Ehegatten-Nachzuges und die Notwendigkeit von deutschen Sprachkenntnissen. Ja, es ist ja wirklich so bedauerlich, daß die Bundesregierung im Gegensatz zu den Grünen wenigstens versucht, das Problem der oft minderjährigen, zwangsverheirateten Importbräute anzugehen. Die Importbräute, die dumm und nichtdeutsch "gehalten" werden, so daß jedes Mal wieder eine "erste Generation" entsteht.

Und wir würden dadurch den "den Anschluß verlieren" und uns würden "Fachkräfte" entgehen? Ich weiß nicht, wen oder was Sie da meinen, aber die Klientel, deren angebliche Diskriminierung Sie hier beklagen, uns kaum eine große Anzahl von Fachkräften bescheren, dürfte auch Ihnen nicht entgangen sein. Und daß die Regelungen für die Nationen, die uns genau die begehrten Fachkräfte bringen können, nicht gelten, beklagen sie dann ja wieder konsequenterweise ...

Ihre Stellungnahme auf Ihrer Homepage ist also sachlich falsch und geht an den Realitäten völlig vorbei!

Eine Stellungnahme Ihrerseits zu den angesprochenen Punkten würde mich ja dann doch mal sehr interessieren!
Antwort von Claudia Roth
2Empfehlungen
19.05.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

bei dieser Kritik an der Einwanderungspolitik der Bundesregierung geht es um zwei unterschiedliche Bereiche, die nicht verwechselt und vermischt werden dürfen.

Das Zuwanderungsgesetz schafft Familiennachzüge erster und zweiter Klasse, weil es unterschiedliche Maßstäbe bei den betreffenden Ländern anlegt. Dieser offen diskriminierende Ansatz ist der Hauptkritikpunkt am Gesetz. An den verbindlichen Sprachtests im Herkunftsland kritisieren wir, dass sie für neue Hürden und Schikanen sorgen, denn viele Menschen können an ihrem Wohnort kein Deutsch lernen. Praktischer und effektiver ist es, wenn Einwanderinnen und Einwanderer nachprüfbare Sprachekenntnisse hier in Deutschland erwerben können. Genau hierfür wurde während der rot-grünen Koalition das umfängliche Integrationskursangebot aufgelegt. Wenn Sprachtests oder ein bestimmtes Alter der nachziehenden Familienangehörigen zu gesetzlichen Voraussetzungen werden, dann bitte schön für alle, unabhängig vom Land. Deshalb ist das Gesetz ein Ausgrenzungsgesetz. Außerdem ist es illusorisch, das Problem mit Zwangsehen und Ähnlichem allein mit Anhebung des im geltenden Zuwanderungsgesetz vorgesehenen Heiratsalters zu lösen.

Der andere Kritikpunkt betrifft das Versagen der Bundesregierung bei der Gestaltung der Migration für den Arbeitsmarkt. Mit Fachkräften sind nicht nur Menschen mit Hochschulabschlüssen gemeint, denn es gibt einen großen Bedarf an Fachkräften mit niedrigen Qualifikationen. Deshalb ist Ihrer Annahme falsch und die Behauptung ideologisch motiviert, die erwünschten Fachkräfte kämen aus den Ländern wie den USA oder Japan, die in Fragen des Familiennachzugs im Zuwanderungsgesetz angeblich die besseren Menschen beheimaten. Die Auswanderungsstatistik belegt eine gegenteilige Tendenz.

Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF, Tornado)
15.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Roth

Am 27.Mai dieses Jahres habe ich meine Abiturs-Präsentation. Als Thema habe ich den Auslandseinsatz der Bundeswehr in Afghanistan. Hierzu würde ich gerne ihre persönliche Meinung hören. Sind Sie gegen/für den Einsatz und warum? Haben Sie Vorschläge wie man den Einsatz effektiver gestalten könnte oder sind sie vielleicht für den ISAF Einsatz aber gegen den Tornado-Einsatz?
Ihre Meinung dazu würde mich sehr interessieren.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudia Roth
1Empfehlung
15.05.2008
Claudia Roth
Sehr geehrte Frau ,

zu diesem Themenbereich haben wir zahlreiche Fragen in diesem Forum beantwortet. Schauen Sie sich bitte die hier vorhandenen Antworten an. Denn die Antworten der anderen können die eigene Recherche für eine derartige Arbeit nicht ersetzen. Besonders empfehlenswert sind die Antworten auf die Fragen vom 27.09.07, 18.10.07, 22.11.07, 02.03.08, 14.03.08, 07.04.08, 18.04.08.
Mit freundlichen Grüßen

Das Büro-Team von Claudia Roth
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Frage zum Thema Inneres und Justiz
16.05.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Roth!

Sie verstehen sich persönlich ausgezeichnet mit Herrn Günther Beckstein. Haben Sie auch mal in die Biografie von Herrn Beckstein ein "Auge reingeworfen". Siehe Wikipedia.
Wer Menschen als "HIV-Bomber" bezeichnet hat und isolieren lassen wollte, kann doch wohl kein Partner für die Grünen sein, oder?

Kennen Sie die Äußerungen von Leuten wie Herrn Geis?
Siehe: de.wikipedia.org

Ein Konzert von Madonna wollte er verbieten lassen, gezielte Tötungen vornehmen lassen, den durch antisemitische Ausfälle bekannten Herrn Hohmann wollte er in der CDU belassen, ganz zu schweigen gegen seine Hetze gegen Homosexuelle.

Warum distanziert sich Ihre Partei nicht generell stärker von der Union?

Ich würde keinen Wert auf ein "du" von Herrn Beckstein legen.

Schließen Sie schwarz-grün in Bayern und bei der Bundestagswahl klar aus? Ich werde Sie bei der BT-Wahl 2009 nicht wählen, wenn sie schwarz-grün o. schwarz-gelb-grün nicht klar ausschließen.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudia Roth
3Empfehlungen
29.05.2008
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

als bayerische Politikerin kenne ich die Politik von Günther Beckstein ziemlich gut, genauso seine Äußerungen und Positionen, die ich politisch bekämpfe und mit denen ich mich im demokratischen Rahmen auseinandersetze. Bei allen teilweise unüberbrückbaren Differenzen verstehen wir uns auf einer persönlichen Ebene gut. Ich sehe darin keinen Widerspruch und auch keinen Anlass, von schwarz-grünen Koalitionen in Bayern oder im Bund zu schwadronieren. Denn unser Hauptgegner in Bayern ist und bleibt die CSU mit Günther Beckstein an der Spitze. Die von Ihnen verlangte Distanzierung ist programmatisch und inhaltlich längst vorhanden, es würde reichen, wenn Sie sich mit Inhalten unserer Politik und der Parteiprogrammatik von Bündnis 90/Die Grünen und CSU beschäftigen würden.

Die Hamburger schwarz-grüne Koalition hat keine unmittelbaren Auswirkungen auf Bayern und auf die Bundespolitik. Eine Koalition macht nur entlang der Inhalte Sinn und nicht aus machtpolitischen Gründen. Die meisten inhaltlichen Überscheidungen der Grünen sehe ich immer noch mit der SPD, die aber gerade in der großen Koalition des Stillstandes mit in der Verantwortung sitzt.

Mit freundlichen Grüßen

Claudia Roth
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