Claudia Roth (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
15.05.1955
Berufliche Qualifikation
Dramaturgin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Augsburg
Wahlkreis
Augsburg-Stadt
Ergebnis
14,6%
Landeslistenplatz
1, Bayern
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(...) Der Begriff "freie Selbstbestimmung" ist in keinem grundsätzlichen Widerspruch zur repräsentativen Demokratie. Deshalb ist die Schlussfolgerung, das Grundgesetz sei "fremdbestimmt", falsch und erfunden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.01.2011
Von:

Sehr verehrte Frau Roth,
ich bin einigermassen bestuerzt ueber eine Aktion ihres wissenschaftlichen Mitarbeiters Daniel Gallosch. Die Motvation fuer seinen "offenen Brief" ( www.danielgollasch.de ), in dem ihr Mitarbeiter die Verhinderung der Versammlung einer verfassungsgemaessen Partei fordert und feiert - der letzten Endes nach Meinung von mehr als 90 Prozent der Kommentierenden nichts anders als eine Denunziation darstellt und in seinem Inhalt keinerlei Fakten benennt sondern lediglich aus Unterstellungen und Vermutungen besteht - kann weder ich noch irgendein Kollegen und/oder Bekannter nachvollziehen.

Wie stehen Sie persoenlich zu solchen Aktionen?
Vor allem nachdem die GRUENEN derartigen Diffamierungen selbst ausgesetzt waren und diese keineswegs demokratischen Geflogenheiten entsprechen?
Ist dies die Handlung eines Uebereifrigen oder wird in der Tat auf Verdacht jede neue Buergerrechtsbewegung - als solche nehmen wir DIE FREIHEIT erst einmal wahr - prophylaktisch erst einmal als "rechtspopulistisch" und als "Hetzer" unter Quarantaene gestellt?

Es irritiert mich sehr, dass eine Zusammenarbeit mit den LINKEN akzeptiert wird, waehrend dessen eine Partei, der man aktuell keinerlei Verfehlungen nachweisen kann, von einem Mitglied bzw. Mitarbeiter der GRUENEN Bundestagsfraktion derart verleumdet und unter Generalverdacht gestellt werden kann.

Koennen Sie verstehen, dass fuer uns normale Buerger so etwas schwer nur schwer bzw. gar nicht nachvollziehbar ist?
Danke fuer Ihre Muehe.

Mit freundlichem Gruss,
Antwort von Claudia Roth
1Empfehlung
31.01.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

mit dieser "Frage" missachten Sie das eigentliche Anliegen diesen Forums, das in erster Linie die parlamentarischen Aktivitäten von Abgeordneten durch Detailfragen und persönliche Kommentierungen möglichst transparent und bürgernah zu gestalten vorhat. Ihre Frage ist nichts anderes als die indirekte Bekanntmachung einer politischen Gruppierung, die es aus eigener Kraft offensichtlich nicht schafft und versucht, die öffentliche Aufmerksamkeit nun mit dieser Art Fragestellungen und durch persönliche Diffamierungen von Kritikern wie Daniel Gollasch zu erringen.

Richtig ist, dass Daniel Gollasch Mitarbeiter eines Fraktionsmitglieds ist. Er und sein politisches Engagement können aber nicht das Subjekt der parlamentarischen Arbeit von Abgeordneten sein. Er ist ein politisch interessierter Bürger, der selbstbestimmt und im Rahmen der freiheitlich-bürgerlichen Rechte in unserer Demokratie aktiv ist. Wenn Sie Ihre Vorwürfe gegen Daniel Gollasch halbwegs ernst nehmen, haben Sie natürlich die Möglichkeit, rechtliche Schritte gegen ihn einzuleiten.

Mit freundlichen Grüßen

Das Bundestagsteam von Claudia Roth MdB
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
29.01.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

in der Abstimmung über die Verlängerung des Afghanistan Einsatzes der BW haben Sie, wie andere Parlamentarier, sich der Stimme enthalten.

Wir Bürger haben Politiker gewählt, damit sie bei ihrem Handeln und im Parlament die Meinung der Bürger vertreten. Nun sind seit Jahren eine deutliche Mehrheit der wahlberechtigten Bürger gegen den Afghanistan Einsatz und die "Volksvertreter" stimmen mit großer Mehrheit für den Einsatz.
Da stellt sich mir die Frage warum unsere Vertreter unsere Meinung nicht vertreten?
Nun haben Sie Frau Roth nicht für eine Verlängerung gestimmt, nein Sie haben sich enthalten, was für mich eigentlich noch schlimmer ist.
Haben Sie keine Meinung zu diesem Thema?
Ich erwarte von einem Politiker eine Meinung. Ein Politiker, der keine Meinung hat bzw. diese in seinem Abstimmungsverhalten nicht kund tut, brauche ich nicht, denn der ist entweder seinen Aufgaben und Verantwortungen nicht gewachsen oder er ist generell überflüssig.
Wir Bürger haben eine Meinung und erwarten, dass diese Vertreten wird.

Ich bitte Sie, Ihr Abstimmverhalten zu begründen und sich zukünftig bei Abstimmungen nicht mehr zu enthalten. Andererseits kann ich Sie, wie auch Ihre Kollegen der Stimmenthalter, nur bitten, Ihre Ämter niederzulegen.

Mit freundlichen Grüßen
R.
Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
23.03.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Einhaltungen bzw. das Verhalten, sich bei Abstimmungen der Stimme zu enthalten, ist ein legitimes und wohl begründetes demokratisches Recht, Ablehnungen oder je nach Zusammenhang auch Zustimmungen aufgrund inhaltlicher Differenzen zum Ausdruck bringen zu können. Die Sphäre der politischen Entscheidungen besteht wie das reale Leben nicht nur aus schwarz und weiß. Unsere Enthaltung gegenüber dem Afghanistan-Antrag der Bundesregierung haben wir inhaltlich und mit klaren eigenen Vorstellungen zur Fortsetzung des UN-Mandats in Afghanistan sehr wohl begründet. Diesen Entschließungsantrag können Sie hier nachlesen: dipbt.bundestag.de

Darin können Sie erkennen und hoffentlich nachvollziehen, aus welchen Gründen wir uns enthalten haben.

Ihre Ansichten "Bürger haben Politiker gewählt, damit sie bei ihrem Handeln und im Parlament die Meinung der Bürger vertreten" können wir nur bedingt teilen. Denn "die Bürger" sind nicht alle der gleichen Meinung. Die Abgeordneten werden aufgrund ihrer Ansichten und programmatischen Vorstellungen nicht von allen Bürgern gewählt, sondern von denjenigen, die genau diese Vorstellungen richtig und wichtig finden. Hinzu kommt die Freiheit der Abgeordneten, auch Gewissensentscheidungen zu treffen, die den jeweiligen Wahlprogrammen nicht eins zu eins entsprechen.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
01.02.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Roth,

in der 88. Sitzung des Deutschen Bundestages am Freitag, dem 28.Januar 2011

zur Beschlussempfehlung des Auswärtigen Ausschusses zum Antrag der Bundesregierung über die Fortsetzung der Beteiligung bewaffneter deutscher Streitkräfte an dem Einsatz einer Internationalen Sicherheitsunterstützungstruppe in Afghanistan (International Security Assistance Force, ISAF) unter Führung der NATO auf Grundlage der Resolution 1386 (2001) und folgender Resolution 1943 (2010) des Sicherheitsrates der Vereinten Nationen; Drs. 17/4402 und 17/4561

haben Sie sich der Stimme enthalten. Damit gehören Sie zur Mehrheit der Abgeordneten der Grünen, die sich zu so einem wichtigen Thema nicht festlegen wollen.

Glauben Sie ernsthaft, daß Ihre öffentliche Nichtpositionierung in so einer wichtigen Frage dem Vertrauen zu Ihrer Partei förderlich ist? Was meinen Sie dazu, daß die Grünen in der Öffentlichkeit als politische Maulheld-Partei wahrgenommen werden?

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Claudia Roth
bisher keineEmpfehlungen
23.03.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Einhaltungen bzw. das Verhalten, sich bei Abstimmungen der Stimme zu enthalten, ist ein legitimes und wohl begründetes demokratisches Recht, Ablehnungen oder je nach Zusammenhang auch Zustimmungen aufgrund inhaltlicher Differenzen zum Ausdruck bringen zu können. Mit Ihrer Beschreibung "Nichtpositionierung" diffamieren Sie dieses demokratisches Recht.

Die Sphäre der politischen Entscheidungen besteht wie das reale Leben nicht nur aus schwarz und weiß. Unsere Enthaltung gegenüber dem Afghanistan-Antrag der Bundesregierung haben wir inhaltlich und mit klaren eigenen Vorstellungen zur Fortsetzung des UN-Mandats in Afghanistan sehr wohl begründet. Diesen Entschließungsantrag können Sie hier nachlesen: dipbt.bundestag.de

Darin können Sie erkennen und hoffentlich nachvollziehen, aus welchen Gründen wir uns enthalten haben.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
02.02.2011
Von:

Sehr geehrtes Bundestagsteam von Frau Claudia Roth,

in ihrer Antwort vom 17.01.2011 gehen sie leider nicht auf meine eigentlich eindeutige und direkte Fragestellung ein.

Zur Erinnerung: Sie lautete "Was unternehmen Sie persönlich und ganz konkret in der nächsten Zeit als Abgeordnete, um dieser bedrohlichen Entwicklung entgegenzuwirken?"

Anstatt dessen ergeht ihre Antwort in der üblichen verallgemeinernden "Wir fordern-Die Politik soll-Rhetorik" ohne konkrete Ich-Botschaft. Das kenne ich von den sattsam bekannten leidlichen TV-Debattierclubs à la Will, Maischberger etc. leider schon zur Genüge.

Ich denke, daß dies verstecken hinter dem "Wir" (wer ist das denn überhaupt konkret), hinter Formeln "Die Politik muß..", hinter Politikfeldern und Parteiprogrammen trägt nur zu weiterer Politikverdrossenheit bei.
Ist es wirklich so schwer, persönlich zu bekennen, wofür man als vom Volk gewählte Abgeordnete konkret einsteht?

Mir war es sehr wichtig, eine Antwort auf die spannende Frage zu erhalten, ob und wie Frau Roth auf diese in der Studie geschilderte Entwicklung reagiert. Es ist auffallend, dass sich keiner der Politiker und Politikerinnen, die ich angeschrieben habe und die sich sonst bei jedem Sack Reis, der in China umfällt, vor die Mikrophone drängen, sich bislang zu Heitmeyers Studien konkret und persönlich äußern wollte. Die Entwicklungen, die vordergründig "nur" die drei Ideale der Französischen Revolution (Freiheit, Gleichheit, Brüderlichkeit) in Frage stellen, sind de facto eine ernste Bedrohung für die Demokratie.

Ich habe Verständnis dafür, daß Frau Roth als vielbeschäftigte Abgeordnete sicher nicht auf jede der vielen Fragen persönlich antworten kann und das durch ein für den Bürger anonymes Team erledigen läßt.

Kann ich evtl. in dieser doch für die Zukunft unseres Landes essentielen Problemstellung doch noch hoffen, eine konkretere Antwort darüber zu erhalten, was Frau Roth ganz persönlich und konkret in der nächsten Zeit zu diesem essentiellen Thema zu tun gedenkt?

Ein weiterhin besorgter D.
Antwort von Claudia Roth
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12.05.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

auf den eigentlichen Inhalt Ihrer Frage, was gegen Ressentiments und Vorurteile getan würde bzw. getan werden müsste, sind wir in unserer ersten Antwort deutlich und ausführlich eingegangen.

Bei allem Respekt für Ihre Meinung, wie die Abgeordneten arbeiten und wie ihre Antworten gestaltet sein sollten, bleiben wir bei unserem Standpunkt, dass auch die Arbeit der Abgeordneten eine Teamarbeit und folgerichtig als solche zu vermitteln ist. Die gemeinsam geleistete Arbeit im Büro der Abgeordneten verdient deshalb Respekt. Das Mitarbeiterteam der Abgeordneten ist nicht anonym. Es ist nicht fair, die Arbeit von Abgeordnetenmitarbeitern mit derlei Äußerungen zu entwerten. Die Mitarbeiter arbeiten höchst transparent und sind immer erreich- und ansprechbar. Wichtig aus unserer Sicht ist hierbei die politische Verantwortung für die abgegebenen Stellungnahmen. Sie liegt klar bei den Abgeordneten. Mit dem "umfallenden Reissack in China" greifen Sie zu Vereinfachungen und polemischen Mitteln, die Sie aber Politikern unterstellen!

Nun noch mal zum Thema Gesellschaftspolitik: Sie ist in einer Demokratie nicht mechanistisch zu verstehen ebenso nicht mechanistisch machbar. Gesellschaftspolitik ist bildlich gesprochen keine einfache Baustelle, wo das Mauerwerk jedem sichtbar Ziegelstein für Ziegelstein hochgezogen wird.

Unsere Vorstellung von der "Baustelle" Gesellschaftspolitik ist nicht mechanistisch. Um in diesem Bereich Erfolge zu verzeichnen, sollte das hochkomplexe Ineinandergreifen von vielen Teilbereichen systematisch und logisch zusammengedacht werden. Dazu gehört eine Sozialpolitik, die Gerechtigkeit in ihren vielen Variationen wie Lohngerechtigkeit, Teilhabegerechtigkeit, Geschlechtergerechtigkeit, Generationengerechtigkeit und Bildungsgerechtigkeit gewährleisten muss. Dazu gehört eine nachhaltige Finanz- und eine gerechte Steuerpolitik. Dazu gehört der Ausbau des solidarischen Gesundheitssystems und nicht dessen Abbau oder Einführung von Regeln, die zu mehr Entsolidarisierung führen. Dazu gehört ein gerechtes und nicht von der Herkunft der Menschen abhängiges Bildungssystem, das auch in der Lage ist, den Menschen die Werte der Verfassung und der Demokratie ebenso beizubringen wie das Wissen für eine Gesellschaft der Zukunft. Diese Liste ist sicherlich viel länger. Die Abgeordneten des Bundestages können all diese Themen nur in Team- und Gemeinschaftsarbeit angehen. Dafür gibt es abgesehen von den Fachausschüssen des Bundestages Arbeitskreise und Arbeitsgruppen der Fraktionen. Die Suche nach Antworten auf dringende Gegenwarts- wie Zukunftsfragen kann so besser koordiniert und zielführend vorangetrieben werden.

Die konkrete parlamentarische Arbeit der Abgeordneten Claudia Roth wird im "Ausschuss für Kultur und Medien" und im "Unterausschuss für Auswärtige Kultur- und Bildungspolitik" geleistet. In diesen Gremien werden viele Gesetze und Gesetzesinitiativen im Bereich Kultur und Medien beraten und beschlossen, aber genauso wichtig sind notwendige Beratungen in Bezug auf andere gesetzgeberische Initiativen der übrigen Parlamentsgremien. Dort werden auch Entscheidungen getroffen, die Themen wie Demokratiebildung, Weiterentwicklung der Aufklärungstradition, Stärkung der kulturellen Bildung und Erweiterung von Medienkompetenzen im Blick haben.

Die in diesen Parlamentsgremien zu leistende Arbeit ist der ganz konkrete Beitrag einer Abgeordneten, die mit eigenen Initiativen oder mit der Mitarbeit an Initiativen der anderen und in enger Kooperation mit zivilgesellschaftlichen Akteuren Antworten auf die in der Studie von Prof. Dr. Heitmeyer aufgeworfenen Fragen und ausformulierten Herausforderungen erarbeiten möchte. Selbstverständlich lässt sich das politische und gesellschaftliche Engagement nicht nur auf die parlamentarische Arbeit beschränken. Das ist aber im Forum namens "Abgeordnetenwatch" mit dem Fokus auf parlamentarische Aktivitäten nicht der geeignete Ort, um ausgeführt zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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Frage zum Thema Finanzen
06.02.2011
Von:

ehr geehrte Frau Roth,

ich habe neulich gelesen, dass ein Bundestagsabgeordneter 7.668 Euro brutto im Monat verdient. Dazu kommen Aufwandsentschädigung, Kostenpauschale und diverse Nebeneinkünfte.

Ziemlich viel Geld, wie ich finde, obwohl man immer wieder liest, dass es nur ein Bruchteil von dem ist, was Sie in der freien Wirtschaft verdienen könnten.

Um mir ein besseres Bild darüber zu machen, ob Ihr Verdienst auch gerechtfertigt ist, möchte ich einmal freundlich nachfragen, was Sie dafür tun. Vielleicht ganz anschaulich indem Sie mir sagen, wie hoch Ihr Stundenlohn in etwa ist.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Claudia Roth
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09.03.2011
Claudia Roth
Sehr geehrter Herr ,

Fragen auf diesem Forum und vor allem Fragen, die keinen Bezug auf aktuelle parlamentarische Initiativen und Gesetzgebung haben, beantworten wir nur im Rahmen unserer frei werdenden Kapazitäten. Die Antwort auf den Kern Ihrer Frage hätten Sie auch auf der Internetseite des Deutschen Bundestages haben können: www.bundestag.de

Da steht unter anderem, dass das Grundgesetz für Abgeordnete einen Anspruch auf eine angemessene, ihre Unabhängigkeit sichernde Entschädigung vorsieht. Das Bundesverfassungsgericht hat in seinem "Diäten-Urteil" vom 5. November 1975 klar gestellt, dass der Betrag der Diät auch den Rang zu berücksichtigen hat, der dem Mandat im Verfassungsgefüge zuteil wird. Der Bundesgesetzgeber hat diesen Vorgaben bei der Verabschiedung des Abgeordnetengesetzes im Jahre 1977 Rechnung getragen, indem er als Orientierungsgröße für die Entschädigung der Abgeordneten die Bezüge solcher Amtsinhaber gewählt, die einer mit den Abgeordneten vergleichbaren Verantwortung und Belastung unterliegen.

Gemäß dem oben erwähnten Urteil muss das Parlament selbst über die Höhe seiner finanziellen Leistungen entscheiden. Ihm ist es nicht gestattet, diese verbindliche Entscheidung auf eine andere Stelle außerhalb des Bundestages wie etwa eine Expertenkommission zu übertragen. Ebenso darf die Entschädigung nicht an die Beamtenbesoldung gekoppelt werden. Aus diesen Gründen beschließt der Bundestag in einem transparenten, vor den Augen der Öffentlichkeit stattfindenden Verfahren im Plenum über die Höhe seiner Entschädigung.

Es trifft nicht zu, wie Sie in Ihrer Frage suggerieren, dass alle Bundestagsabgeordneten Nebeneinkünfte haben. Die Abgeordnetenentschädigung beträgt ab 1. Januar 2009 monatlich 7.668 €. Die Abgeordneten erhalten keine jährlichen Sonderzahlungen. Ihre Abgeordnetenentschädigung ist einkommensteuerpflichtig.

Die Arbeit, den Einsatz und die Präsenz von Abgeordneten in unterschiedlichsten Zusammenhängen des parlamentarischen Betriebs sowie des gesellschaftspolitischen Lebens in ein vereinfachtes Korsett von Stundenarbeit und Stundenlohn hineinzwängen zu wollen, kann nur ein verzerrtes Bild der Realität liefern. Es ist nicht die Aufgabe von einzelnen Abgeordneten, den eigenen Stundenlohn zu berechnen. Es ist uns nicht möglich, einen Arbeitstag buchhalterisch zu erfassen, der mit einem Radiointerview um 06.40 Uhr beginnt, mit diversen Sitzungen in Arbeitsgruppen und Arbeitsgremien des Parlaments bzw. der Fraktion oder im Rahmen von persönlichen Verpflichtungen und Terminen mit intensiven Beratungen und Entscheidungen weitergeht und erst zum Schluss mit einer Rede oder der aktiven Teilnahme an einer Versammlung oder Veranstaltung oder Fernsehdebatte um 23.00 Uhr zu Ende ist. Wie die Qualität dieser Arbeit ist und wie sie bewertet werden soll, ist eine andere Frage. Wichtig ist für uns, dem Wählerauftrag und den Anforderungen des Mandats unabhängig vom Kostenfaktor gerecht zu werden.

Mit freundlichen Grüßen

Das Mitarbeiter-Team im Bundestagsbüro
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