Christine Scheel (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Christine Scheel
Jahrgang
1956
Berufliche Qualifikation
Pädagogin, Autorin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Aschaffenburg
Landeslistenplatz
3, über Liste eingezogen, Bayern
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(...) Im Rahmen der konjunkturellen Erholung muss die Nettoneuverschuldung zurückgeführt werden. Ehrgeiziges Ziel muss dabei eine Nettoneuverschuldung von Null bleiben. Allein mit einer konsequenten Politik der Konsolidierung der Staatsfinanzen handelt man gegenüber zukünftigen Generationen gerecht. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Christine Scheel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
21.05.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Scheel,

glauben Sie nicht auch, dass ein Volk, das sich ein Kleingartengesetz mit ca.400 Seiten gibt, nicht richtig tickt und dass hier auch eine Ursache für unsere andauernde Wirtschaftsflaute liegt. Wann wird endlich mit dem Abbau von Bürokratie und Überregulierung begonnen.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christine Scheel
2Empfehlungen
25.05.2009
Christine Scheel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre e-mail. Wirtschaftsflaute und Kleingartengesetz haben so gut wie nichts miteinander zu tun. Die starke wirtschaftliche Rezession ist auf die weltweite Wirtschafts- und Finanzkrise zurückzuführen und nicht etwa auf ein überreguliertes Kleingartengesetz. Das Kleingartengesetz kann sicherlich auf überflüssige Regulierungen verzichten und würde das Leben den Kleingärtern erleichtern. Bürokratieabbau ist immer ein Gewinn für die betroffenen Bürgerinnen und Bürger.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Scheel
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Frage zum Thema Finanzen
26.05.2009
Von:
Udo

Sehr geehrte Frau Scheel,

sie schreiben in ihrer Antwort an Herrn Marco Gauer, daß der Bund eine

Nullverschuldung anstreben muss.Wie wollen Sie (ihre Partei) die

Wahlversprechen finanzieren bzw. welche Kosten wollen Sie wie senken?

Mit freundlichen Grüssen

Udo .
Antwort von Christine Scheel
2Empfehlungen
27.05.2009
Christine Scheel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zum Abbau der Verschuldung des Bundes. In meiner Antwort an Herrn Marco Gauer habe ich von dem Ziel gesprochen, die Nettoneuverschuldung auf Null zu bringen. Dies ist etwas anderes als der von Ihnen verwendete Begriff "Nullverschuldung". Es wird erst im Rahmen einer konjunkturellen Erholung nach der aktuell schwersten Rezession seit Gründung der Bundesrepublik Deutschland möglich werden die Nettoneuverschuldung zurückzuführen. Wann eine Nettoneuverschuldung von Null erreichbar ist, kann heute seriöserweise niemand vorhersagen. Das Versprechen von Steuersenkungen in Wahlprogrammen verschiedener Parteien ist völlig unseriös, weil unbezahlbar. Dieses Jahr wird der Bund die höchste Nettoneuverschuldung seit Gründung der Republik aufnehmen, weil die Rezession die Steuereinnahmen hat wegbrechen lassen. Die ehrliche Neuverschuldung wird 2009 bei über 90 Milliarden Euro liegen, Steinbrück und Merkel offenbaren davon im Haushaltsentwurf aber nur 47 Milliarden. Fast der gleiche Betrag neuer Schulden werden in Schatten- und Sonderhaushalten versteckt. Es ist offensichtlich, dass die Steuerzahlerinnen und Steuerzahler von CDU und SPD im Wahljahr hinters Licht geführt werden sollen.

Die große Koaliton aus CDU/CSU und SPD hat ihr wichtigstes Ziel verfehlt, den Bundeshaushalt zu konsolidieren. Erst nach der Bundestagswahl kommt es zum Kassensturz und die in Wahlprogrammen angekündigten Steuerentlastungen werden wieder eingesammelt, weil die maximalen Verschuldungskriterien des Maastrichter Vertrages eingehalten werden müssen. Die Bundesrepublik Deutschland wird bereits 2009 gegen das Maastrichtkriterium von maximal Drei-Prozent-Nettoneuverschuldung im Verhältnis zum Bruttoinlandsprodukt verstoßen. Auch 2010 wird voraussichtlich leider keine Entspannung bringen.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Scheel
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Frage zum Thema Finanzen
02.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Scheel,

wie stehen Sie zu der Tatsache, dass Vollzeit arbeitende Frauen gegenüber Teilzeit arbeitenden Frauen benachteiligt werden?

Fakt ist: Eine Teilzeit arbeitende Frau und Mutter, die 20h die Woche für 1200 Euro brutto arbeitet und damit damit einen Stundenlohn von 15 Euro brutto bekommt zahlt weniger Steuern als eine Frau, die 35h die Woche arbeitet und 2100 Euro brutto verdient. Bei gleichem Stundenbrutto.

Konkret bekommt diese Frau 9,92 Euro netto pro Stunde, die teilzeitarbeitende Frau aber immerhin 11,56 Euro pro Stunde.

Finden Sie es sozial gerecht, dass eine alleinerziehende Mutter die Vollzeit arbeitet gegenüber einer Teilzeit arbeitenden Mutter benachteiligt wird?

Wie stehen Sie zu einer Forderung Steuern auf den Stundenverdienst zu berechnen, nicht auf den Bruttomonatsverdienst, da nur das einen Anreiz liefert auch mehr zu arbeiten?
Antwort von Christine Scheel
2Empfehlungen
03.06.2009
Christine Scheel
Sehr geehrte Frau Voigt,

vielen Dank für Ihre sehr interessante Frage nach einer gerechten Besteuerung. Zu einer gerechten Besteuerung gehört, dass höhere Einkommen mehr zur Finanzierung des Gemeinwesens beitragen, als geringere Einkommen. Dabei ist unser Steuersystem so konstruiert, dass jeder zusätzlich verdiente Euro etwas höher besteuert wird. Höhere Einkommen sind steuerlich leistungsfähiger als kleine Einkommen und sollten deshalb entsprechend höhere Steuern zahlen. Ich stimme Ihnen aber zu, dass diese sogenannte "Progression" teilweise so steil ist, dass die Anreize gering sind, ein höheres Einkommen zu erzielen. Dieses Problem könnte durch ein langsameres Ansteigen der Steuersätze behoben werden. Am Grundprinzip einer progressiven Besteuerung würde ich nicht rütteln. Denn eine Besteuerung nach dem Stundenlohn würde selbst Gerechtigkeitsprobleme aufwerfen, wie ich an dem Beispiel aus Ihrer Frage zeigen möchte: Wenn die Teilzeitangestellte zu ihrem Monatseinkommen von 1.200 Euro noch andere Einkünfte erzielt, wie Zinsen oder Mieten, so dass sie insgesamt auf Einkünfte von 2.100 Euro kommt, dann wird sie heute auch genauso hoch besteuert wie die Vollzeit tätige Angestellte mit einem Monateinkommen von 2.100 Euro. Würden die Steuern nach dem Stundenverdienst berechnet, würde diese gleich hohe Besteuerung bei gleichem Einkommen nur noch erreicht, wenn der heute progressive Steuertarif durch eine Flat-Tax ersetzt wird, also einen einheitlichen Steuersatz für alle Einkommenshöhen.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Scheel
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Frage zum Thema Finanzen
02.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Scheel,

obwohl ich ein aufmerksamer Beobachter der medialen politischen Berichterstattung bin, war es mir bislang nicht möglich, zu eruieren, welche Maßnahmen denn nun, sowohl auf nationaler als auch auf internationaler Ebene geplant oder auch bereits beschlossen sind, um Entwicklungen, wie denen, die zu der aktuellen Weltfinanz- und Weltwirtschaftskirse geführt haben, in Zukunft zu verhindern.
Ausser einigen Allgemeinplätzen wie "stärkere Kontrolle", "mehr internationale Zusammenarbeit" ist mir auch nach zwei G20 Treffen zu diesem Thema, als auch z.B. im Rahmen des laufenden EU-, wie auch des anlaufenden Bundestagswahlkampfes, noch nicht untergekommen.

Haben Sie, bzw. der Finanzausschuss als solches, evtl. einen detaillierten Überblick über die (hoffentlich) anstehenden Anstrengungen?

Vielen Dank, mit besten Grüßen,

Antwort von Christine Scheel
4Empfehlungen
03.06.2009
Christine Scheel
Sehr geehrter Herr ,
vielen Dank für Ihre Frage zur Finanzmarktkrise. Einen allgemeinen Überblick über alle beschlossenen und eingeleiteten Maßnahmen gibt es nicht. Auf der Internetseite www.bundesfinanzministerium.de finden sie einen Überblick über die Maßnahmen aus bundesrepublikanischer Sicht. Auf der Seite der grünen Bundestagsfraktion www.gruene-fraktion.de, Stichwort Finanzen, finden Sie unsere aktuelle Kommentierung z.B. zu den Beschlüssen des G 20 Gipfels oder zu dem vorgelegten Bad-Bank-Modell der Bundesregierung. (vgl. Anlagen) In der Zwischenzeit hat auch die EU-Kommission ihre Vorschläge zu einer europäischen Finanzmarktaufsicht veröffentlich. Der Beratungsprozess dazu hat erst begonnen (vgl. Anlage).
Mit freundlichen Grüßen
Christine Scheel
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
14.06.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Scheel,

ich finde es sehr bedauerlich, dass sich die GRÜNEN vorab schon gegen die sog. Jamaika-Koalition ausgesprochen haben.

Ich bin der Meinung, dass das vom Steuerzahler gut bezahlte und versorgte politische Personal die Qualtität und das Format haben muß, um mit jeder anderen demokratischen Partei für einen begrenzten Zeitraum zusammen zu arbeiten.
Zum Wohle des Volkes, wie es einmal angedacht war.

Schließlich erwartet die Politik auch von uns Bürgern, jede Arbeit anzunehmen, auch wenn uns diese Arbeit nicht gefällt oder nicht unseren Neigungen entspricht.

Dieses Parteiengezänk ist doch nicht mehr ernst zu nehmen, und trägt zu einem Großteil zur Politikverdrossenheit bei.

Wie ist Ihre Meinung zu meinen Vorwürfen?

Und damit die Zeit der unsäglichen Kompromisse vorbei ist, folgender Vorschlag:
Jede in Regierungsverantwortung gewählte Partei ist für ein bestimmtes Ressort allein verantwortlich. Somit lassen sich Wahlprogramme 1:1 umsetzen, und am Ende der Legislatur kann man klar Bilanz ziehen.
Auch könnte man den Wähler schon am Wahltag entscheiden lassen, welche Partei für welches Ressort zuständig sein soll.

Was glauben Sie, bin ich zu naiv in meiner Denkweise wenn ich erwarte, dass sich Politiker in diese Richtung verabreden oder was halten Sie generell von diesem Vorschlag?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christine Scheel
2Empfehlungen
16.06.2009
Christine Scheel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Überlegungen zur Politik vor den Bundestagswahlen im September 2009.
Bündnis 90/Die Grünen sind eine eigenständige Partei mit einem ökologischen und sozialen Programm. Die Grünen fordern einen politisch notwendigen ökologischen Strukturwandel auch im globalen Maßstab. In Deutschland kann dieser Strukturwandel viele neue Beschäftigungsfelder mit zusätzlichen Arbeitsplätzen ermöglichen. Er ist aus Klimaschutzgründen unerlässlich. Politische Regierungsbündnisse können die Grünen nur mit politischen Kräften schließen, die diese Grundrichtung mit befördern wollen. Der Ausstieg aus der Kernenergie und das Vermeiden CO2-basierter Energieerzeugung ist für uns Grundüberzeugung. Allein vielfältige Strategien zur Nutzung von erneuerbaren Energien bieten Zukunftsperspektiven für das Leben auf dem Erdball. Union und FDP wollen die Kernkraftwerke länger laufen lassen als im Ausstiegsvertrag vereinbart. Sie setzen sich für den Neubau von Kohlekraftwerken in großem Maßstab ein, anstatt den Switch zu erneuerbaren Energien auch im internationalen Maßstab voranzutreiben. Die Grünen sehen in einer Jamaika-Koalition kaum Chancen einen ökologisch bestimmten Strukturwandel in allen industriellen Branchen voranzutreiben. Unser Ziel ist, mit einem starken Grünen Wahlergebnis Koalitionsoptionen jenseits von schwarz-gelb zu erreichen. Das Wahlergebnis der Europawahl ist für uns bereits ein großer Hoffnungsschimmer, weil die Grünen stärker als die FDP abschnitten. Kommt es bei der Bundestagswahl zu ähnlichen Relationen ergeben sich gute Verhandlungsmöglichkeiten.
Politische Ressorts lassen sich erst auf der Grundlage eines Wahlergebnisses nach Aushandlung eines Koalitionsvertrages einzelnen Parteien zuordnen. Vorab, ohne Kenntnis der relativen Größe der Fraktionen im Bundestag, ist das nicht möglich.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Scheel
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