Christine Scheel (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag (ausgeschieden)

Grunddaten
Christine Scheel
Geburtstag
31.12.1956
Berufliche Qualifikation
Pädagogin M. A., Autorin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hösbach
Wahlkreis
Aschaffenburg
Ergebnis
17,2%
Landeslistenplatz
3, Bayern
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(...) Für die Interessen der Atomkonzerne will die schwarz-gelbe Bundesregierung notfalls die Verfassung beugen. (...) Als letzte Rettung plant die Bundesregierung jetzt einen verfassungsrechtlichen Amoklauf, dem wir politisch und juristisch mit allen uns zur Verfügung stehenden Mitteln entgegentreten werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
14.08.2011
Von:

Sehr geehrter Frau Scheel,

Das von der Bundesregierung ausgehandelte Abkommen mit der Schweiz schützt Steuersünder durch den nachfolgend fettgedruckten Satz, der Bestandteil des Abkommens ist, vor der Strafverfolgung in Deutschland.

"Beteiligte an einer Steuerstraftat oder einer Steuerordnungswidrigkeit, die vor Unterzeichnung dieses Abkommens begangen wurde, werden nicht verfolgt",

Dies stellt m.E. eine Art Ablasshandel mit Steuerhinterziehern dar und der Saat leistet damit quasi Beihilfe zur Steuerhinterziehung. Wie moralisch verwahrlost ist eine Gesellschaft und deren Justiz, die keine Skrupel hat die Vernichtung von Existenzen für rechtens zu erklären, ( siehe: die bekannten Entlassungen von Arbeitern/innen und Angestellten wegen geringfügiger Verfehlungen am Arbeitsplatz) und die dieses Gesetz sicher ohne Bedenken anwenden würde und wohl auch müsste. Ich hätte gerne gewusst, wie Ihrer Haltung zu diesem Gesetz ist, ob Sie dies unterstützen oder ob Sie dies für nicht Verfassungskonform halten.

Vielen Dank für Ihre Antwort im Voraus

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Christine Scheel
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15.09.2011
Christine Scheel
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage nach dem geplanten Steuerabkommen mit der Schweiz. Das Steuerabkommen ist ein Freifahrtschein für die Schweizer Banken, denen der Vollzug der Regelungen anvertraut wird. Damit verlässt man sich auf diejenigen, die kein Interesse an einer konsequenten Durchsetzung der Besteuerung von deutschem Geld in der Schweiz haben. Aufgrund der weiterhin geltenden Anonymität besteht für die deutschen Finanzbehörden keine Möglichkeit der Überprüfung der rechtmäßigen Abführung von Steuern auf das Altgeld sowie auch der Abgeltungsteuer für die Zukunft. Die Bundesregierung verfolgt die falsche Strategie zur Bekämpfung der Steuerhinterziehung. Anonymität erschwert nicht die Steuerflucht, sondern erleichtert sie. Anonymität führt zu einer faktischen Amnestie der Steuerhinterzieher.

Das anvisierte Steueramnestieabkommen ist das glatte Gegenteil von Steuergerechtigkeit. Gleich in mehrfacher Hinsicht werden Gleichheitsgebot und Rechtstaatlichkeit in Frage gestellt. Wer bis heute sein Schwarzgeld in der Schweiz liegen hat, wird legalisiert und gegenüber den ehrlichen Steuerzahlern bessergestellt. Die Steuersünder genießen auch einen Vorteil gegenüber Selbstanzeigern, die höhere Steuern nachzahlen müssen, als auch gegenüber Menschen, die das gleiche Vergehen in einem anderen Staat begangen haben. Das Abkommen erschwert zudem alle Versuche, in Zukunft in Deutschland eine gerechtere Besteuerung von Kapitaleinkünften durchzusetzen, da weiterhin die Ausweichmöglichkeit Schweiz bestünde.

Schließlich unterläuft die Bundesregierung sämtliche Bemühungen auf EU-Ebene, konsequent mit einem Informationsaustausch gegen Steuerhinterziehung vorzugehen. Statt wie die USA wirklich Druck auf die Schweizer Banken auszuüben, gibt sich die Bundesregierung mit einer Lösung zufrieden, die Steuerhinterziehern eine Amnestie einräumt und sie auch in Zukunft besser stellt gegenüber ehrlichen Steuerzahlern in Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Scheel
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Frage zum Thema Finanzen
29.09.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Scheel,

als Aschaffenburgerin, habe ich mit Bedauern festgestellt, dass Sie dem "Euro-Rettungsschirm" zugestimmt haben. Mir unverständlich, da Sie als Fachfrau wohl wissen, dass diese Milliarden nur den Großbanken zugute kommen und den von Staatsbankrott bedrohten Staaten, insbesondere deren Bürgern, nicht hilft.
Muss ich befürchten, dass es die gleiche Parteidisziplin ist, die damals die Grünen bewog den HartzIV-Gesetzen zuzustimmen, weil es angeblich "keine andere Wahl" gab? Der einzige grüne Abgeordnete mit Rückgrat scheint Herr Ströbele zu sein. Was unterscheidet die Grünen eigentlich noch von den sogenannten Volksparteien?
Ich freue mich auf Ihre Antwort.

Mit freundlichem Gruß


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Frage zum Thema Wirtschaft
13.10.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Scheel,

Sie sind zum Vorstandsmitglied der HSE in Darmstadt gewählt worden und treten diesen Job wohl am 1.2.2012 an.

1)
Der Presse ist zu entnehmen das dies gegen den Willen des Darmstädters OB Partsch (Grüne) geschieht. Insbesondere weil Ihre Besetzung Teile einer Auseinandersetzung zwischen seinem Amtsvorgänger Hoffmann (SPD) der (noch) Aufsichtsratsvorsitzender der HSE ist, ist.

Wie stellen Sie sich zu diesem Vorgang?

2)
Wie stellen Sie sich generell zum Wechsel von Bundestagsabgeordneten und anderen Funktionsträgern in positionen der Wirtschaft? Aus grüner Sicht waren doch die Wechsel von Schröder, Clement, Müller in die Energiewirtschaft, oder Koch zu Bilfinger und Berger problematisch.

Was unterscheidet Ihre Vorgehensweise von der kritisierten.?

Mit freundlichen Grüßen

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Ihre Frage an Christine Scheel
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