Christine Denz (DIE GRÜNEN)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Angaben zur Person
Christine Denz
Jahrgang
1948
Berufliche Qualifikation
Sonderschullehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
s. o., Land Ba-Wü
Wohnort
74821 Mosbach
Wahlkreis
Odenwald - Tauber
Ergebnis
8,8%
Landeslistenplatz
-, Baden-Württemberg
(...) Sie entsprechen den Grünen Vorstellungen: Stärkung des Ökolandbaus, Unterstützung der Milchbauern durch Senkung der Milchquote, keine Gentechnik auf dem Acker und auf dem Feld. Auch das finden Sie auf meiner Webseite, es steht auf meinem Faltblatt geschrieben. (...)
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
08.09.2009
Von:

Hallo Frau Denz,

hier auf dem Land gibt es in meinen Augen gravierende Missstände im ÖPNV. Zum einen hört man immer wieder die (berechtigten) Appelle gerade von grünen Politikern, mehr mit Bus & Bahn zu fahren. Zum anderen werden aber gerade im ländlichen Bereich eher Verbindungen stillgelegt als neue geschaffen. Gerade für die jungen Leute, zu denen ich mich noch zähle, ist es kaum bis gar nicht möglich, an Wochenenden Veranstaltungen ohne Auto zu besuchen - auch im Hinblick auf Alkoholfahrten eine gefährliche Entwicklung!
Auch der Weg zur Arbeit ist selten genug sinnvoll mit Bus & Bahn zu bewältigen. Ich sehe dies im eigenen Betrieb, hier in Osterburken vom Bahnhof mit dem Bus ins Industriegebiet RIO zu kommen, ist beinahe unmöglich.
Wo sehen sie hier Möglichkeiten und Ansatzpunkte?

MfG

Antwort von Christine Denz
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11.09.2009
Christine Denz
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage.

Wir Grünen haben die Notwendigkeit der Verbesserung des ÖPNV-Netzes gerade auch im ländlichen Raum schon seit langem erkannt und setzen uns stark dafür ein, dass hier endlich etwas passiert und die Dinge sich zum Besseren wenden. Wir wollen über zwei Milliarden Euro in den Ausbau des Netzes von Bussen und Bahnen stecken. Wir setzen auf einen flächendeckenden Kapazitätsausbau und Beschleunigung der Bahn mit besserem Lärmschutz statt auf teure Prestigeprojekte. Bundesmittel für neue Straßen wollen wir verstärkt in den Ausbau der Schiene lenken. Die Kürzungen des Bundes der vergangenen Jahre für den Regionalverkehr auf der Schiene und den öffentlichen Verkehr wollen wir rückgängig machen.

Außerdem wollen wir Grünen eine kundenfreundliche Bahn, die in einem bundesweiten "Deutschlandtakt" Städte und Regionen miteinander verbindet. Wir wollen Bahnfahren günstiger und verlässlicher machen. Zudem fordern wir eine Nachbesserung des Fahrgastrechtegesetzes, welches unserer Meinung nach einige Schwächen hat und an vielen Stellen nachgebessert werden muss.

Speziell im Neckar-Odenwald- und Main-Tauber-Kreis möchten wir Folgendes erreichen bzw. habe ich mich in meiner Funktion als Kreisrätin im NOK eingesetzt (Anträge, Leserbriefe, Konzepte): Halb-Stunden-Takt der S-Bahn von MA bzw. Endstation K.lautern bis Osterburken. Zuverlässige pünktliche Anbindung bes. in Osterburken an die Züge nach Würzburg bzw. Stuttgart. Für den MTK dazu: Endlich (!) ein Stunden-Takt nach Würzburg bzw. Stuttgart. Für die Fläche brauchen wir ein dichtes Busnetz. Außerdem muss das Wagenmaterial schleunigst modernisiert und u. a. barrierefrei werden. Ich habe selber auf meiner Sommer-Radtour durch meinen Wahlkreis Odenwald-Tauber die Erfahrung gemacht, dass ich immer auf die Hilfe von anderen angewiesen war beim Ein- und Aussteigen (bzw. Hoch-Hieven meines Elektrofahrrads). Also, Sie merken, dass ich viele eigene Erfahrungen habe. Wo es geht, fahre ich mit öff. Verkehrsmitteln, habe selbstverständlich die Bahncard 50. Meinen Erfahrungsbericht über die Sommer-Radtour finden Sie unter www.christine-denz.de

Ich hoffe, ich konnte ihre Fragen beantworten. Weitere Informationen zum Thema finden Sie auch auf unserer Homepage www.gruene.de

Mit freundlichen Grüßen

Christine Denz
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
10.09.2009
Von:

Guten Tag Frau Denz,

in letzter Zeit habe ich häufig den Eindruck, dass die Zersplitterung der Bundesrepublik in 16 Länder einer wirklichen Reform von Schulen und Hochschulen entgegensteht. Deshalb habe ich eine doppelte Frage. Was halten Sie davon, mehr Bildungskompetenzen auf den Bund zu verlagern?
Und wie sehen Ihre Ideen zu einer umfassenden Bildungsreform aus, für alle Lebensalter?

Danke für Ihre Mühe und freundlich Grüße

Antwort von Christine Denz
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11.09.2009
Christine Denz
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Fragen.

Ich will gerne versuchen, diese zu beantworten. Zu Ihrer ersten Frage möchte ich gerne folgendes schreiben: Wir Grünen sind der Meinung, dass das Kooperationsverbot in Sachen Bildung aufgehoben werden muss. Es muss in Zukunft möglich sein, dass Bund, Länder und Gemeinden bei dieser zentralen Aufgabe zusammenarbeiten dürfen. Es kann nicht sein, dass der Bund in diesem zentralen Zukunftsfeld nur in Fällen einer außerordentlichen Notlage handeln darf. Das ist mit der Föderalismusreform I festgeschrieben worden - und muss rückgängig gemacht werden.

Mit ihrer zweiten Frage sprechen Sie einen weiteren wichtigen Bereich der grünen Bildungspolitik an.

Unser dreigegliedertes und zersplittertes Schulsystem führt nicht zu mehr, sondern zu weniger Bildungserfolgen. Wir streben eine "Schule für alle" an, mit gemeinsamem Lernen bis zur 9. Klasse. Andere Länder wie z. B. die skandinavischen machen uns eine erfolgreiche integrative Schulpolitik längst vor.

Wir setzen uns dafür ein, dass lebenslanges Lernen konsequent gefördert und Weiterbildung zur vierten Säule unseres Bildungssystems wird. Dazu wollen wir ein umfassendes Erwachsenenbildungsförderungsgesetz erlassen. Dieses Gesetz muss einen Rechtsanspruch auf Förderung von Schulabschlüssen und beruflicher Weiterbildung enthalten. Außerdem muss für die Lernenden die Finanzierung des Lebensunterhaltes in der Weiterbildungsphase durch Zuschüsse und Darlehen entsprechend der individuellen Einkommens- und Vermögenssituation gesichert werden.

Ich hoffe, ihre Fragen zufriedenstellend beantwortet zu haben. Weitere Informationen zu dem Themenfeld Bildung und zu vielen anderen Themen finden Sie auf unserer Homepage www.gruene.de.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Denz
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Frage zum Thema Landwirtschaft
12.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Denz,

so, so Sie kaufen also regionale, ökologische Produkte, entnehme ich dem Artikel über Ihre Wahlkampftour. Und Sie finden ganz toll, was die Firma Naturata macht, weil die expandieren und Arbeitsplätze schaffen. Das klingt ein wenig nach unserem ehemaligen Bundeskanzler Schröder.

Nun eines möchte ich jetzt doch mal festhalten, gäbe es die Bauern nicht, die die Güter mit Ihrer Hände Arbeit schafften, dann hätte die Firma Naturata (die ja mal ausschließlich Demeter Pordukte vermarktete und sich jetzt auch anderer Bioware "geöffnet" hat) nicht zu handeln.

Haben Sie einen einzigen Landwirt besucht auf Ihrer Tour? Essen und Trinken ist für den Menschen sozusagen grundlegend. Die Menschen aber, die gesundes Essen und Trinken schaffen, die Bio-Landwirte, sind wenn sie nicht selbst vermarkten dem Handel ausgeliefert, der Ihnen die Preise diktiert. Und seit Schaffung des BIO-Siegels durch Frau Künast, sinken die Anforderungen an Bioware immer weiter (Ich sage nur Nitritpökelsalz in Salamie) und damit nimmt die "großtechnische Herstellung" natürlich zu. Das schafft selbstverständlich Arbeitsplätze, aber macht es das besser? Haben Sie einen einzigen Bio-Bauern gefragt, wo ihn der Schuh drückt? Was haben Sie vor, um die Bio-Bauern in unserem Kreis zu stärken?
Und falls Sie sich es nicht schon denken, mein Mann hat einen Demeterbetrieb, in dem ich gerne mitarbeiten würde. Nur geht das leider nicht, das können wir uns nicht leisten. Ich bin außerhalb der Landwirtschaft erwerbstätig.

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christine Denz
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14.09.2009
Christine Denz
Sehr geehrte Frau ,

Sie gehen mich aber hart an! Und dabei stehe ich auf Ihrer Seite! Ja, ich kaufe ökologische und regionale Produkte, weil ich einmal davon überzeugt bin, dass sie gesund sind und dass ich nicht darauf achten muss, ob sie z. B. gentechnisch verseucht sind. Auch deshalb baue ich einiges in meinem Garten an - leider nicht sehr viel, weil ich meine Zeit für anderes verwende. Außerdem möchte ich die regionale (Kreislauf)wirtschaft stärken. Das können Sie mir glauben.

Was spricht denn dagegen, Arbeitsplätze zu schaffen? Und auch noch auf einem so wichtigen Gebiet. Sie beklagen doch selber, dass Sie in dem Demeter-Betrieb Ihres Mannes nicht mitarbeiten können. Wenn es mehr Leute mit meiner Überzeugung - und meinem konsequenten Handeln - gäbe, sähe es für Sie selber auch anders aus. Jedenfalls wünsche ich Ihnen das. Natürlich ist mir das bewusst, dass die Landwirte sehr wichtig ist, gar keine Frage.

Ja, ich habe immer wieder Bauern besucht oder mit ihnen Kontakt. Gerade letzte Woche war ich mit , Biobauer aus Mudau-Steinbach, unterwegs; seinen Hof habe ich vor Jahren besucht. Einige Tage vorher war ich zu unserem Grünen Hoffest auf dem Reiterhof Pfeiffer in Buchen-Bödigheim. Fritz Kuhn, der Fraktionsvorsitzende der Grünen Bundestagsfraktion, einer der ranghöchsten bei den Grünen, war auch mit dabei. Sie können den Bericht auf meiner Webseite www.christine-denz.de gerne nachlesen. Auch der Betrieb Zollmann aus Mülben ist mir gut bekannt von einem früheren Besuch, gar nicht zu reden von , Buchen. Diese alle habe ich genau gefragt, wo sie "der Schuh drückt", um in Ihren Worten zu bleiben. Und nicht nur gefragt, sondern entsprechende Forderungen in mein Wahlprogramm aufgenommen. Sie entsprechen den Grünen Vorstellungen: Stärkung des Ökolandbaus, Unterstützung der Milchbauern durch Senkung der Milchquote, keine Gentechnik auf dem Acker und auf dem Feld. Auch das finden Sie auf meiner Webseite, es steht auf meinem Faltblatt geschrieben. Sie fragen, was ich für die Ökobauern tue - eben habe ich es geschrieben. Aber es geht noch weiter. Vor wenigen Wochen gab es eine Veranstaltung in Buchen, auf der ich mich (stand auch in den Tageszeitungen) für einen gentechnik-freien Landkreis eingesetzt habe. Und außerdem habe ich da vorgeschlagen, dass sich die interessierten Landwirte zur Direktvermarktung oder vergleichbaren Aktivitäten zusammenschließen. Einige der hiesigen Landwirte haben sich damit ja schon jetzt ein eigenes wirtschaftliches Standbein geschaffen.

Sehr geehrte Frau , ich hoffe, ich konnte Sie von meinem ehrlichen Engagement überzeugen, das ich nicht nur zu Wahlzeiten zeige.

Mit freundlichen Grüßen

Christine Denz
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Frage zum Thema Umweltpolitik
20.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Denz,

ich stehe in meiner politischen Meinung derer der Grünen recht nahe, aber auch der der ödp.
Daher meine Frage, was unterscheidet die Grünen von der ödp ? Bei welchen Punkten würde es bei hypothetischen Koalitionsverhandlungen zu Problemen führen ? Zusatz: Können sie sich ein "wahre" Ampelkoalition aus rot-orange-grün vorstellen ?

Gruß
Antwort von Christine Denz
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23.09.2009
Christine Denz
Lieber ,

die ödp vertritt in Fragen von Umwelt- und Klimaschutz sehr ähnliche Positionen wie wir. In anderen Politikfeldern nimmt die ödp konservative, teils reaktionäre Positionen ein und entspricht dabei CDU und CSU.

Die ödp will eine christliche Leitkultkur, sie will das Betreuungsgeld (Herdprämie), lehnt eine Frauenquote in Führungspositionen ab und sieht bei einem vollständigen Adoptionsrecht für gleichgeschlechtliche Lebenspartnerschaften Gefahren für das Kindeswohl. Die ödp behauptet zudem "Die Grünen fördern einseitig nicht-familiäre Lebensformen und wollen, dass Kinder möglichst schnell außer Haus gegeben werden." Das stimmt nicht! Schwangerschaftsabbrüchen steht die ödp größtenteils skeptisch gegenüber, Spätabtreibungen lehnt sie grundsätzlich ab.

Die ödp ist gegen den EU-Vertrag von Lissabon, der schaffe die Demokratie weitgehend ab und erlaube Angriffskriege. Sie hat zusammen mit CSU und Linkspartei eine Klage beim Bundesverfassungsgericht eingereicht.

Eine "wahre" Ampelkoalition kann ich mir nicht vorstellen, da ich der ödp keine Chance einräume über die 5%-Hürde zu kommen. Die ödp ist eine Regionalpartei, von den ca..6500 Mitgliedern kommen fast zwei Drittel aus Bayern und rund 1000 aus Baden-Württemberg.

Mit freundliche nGrüßen
Christine Denz
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
26.09.2009
Von:

In denn letzten Monaten ist mir ein Defizit im öffentlichen Nahverkehr aufgefallen. Gerade bei Heimfahrten an Abenden, sind sehr lange Pausen im Fahrplan.

So fahren Samstag Abends von Aschaffenburg bis Wertheim in der Zeit von 19:28 bis 22:30 keine Züge. Die Verkehrsanbindung mit Bussen nach Würzburg ist auch sehr Kundenunfreundlich.

Deshalb meine Frage an Sie.

Wie wollen Sie die Verkehrsanbindung im ÖPNV der Größten Stadt im Main Tauber Kreis verbessern?
Antwort von Christine Denz
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27.09.2009
Christine Denz
Sehr geehrter Herr ,

das ist ja eine Frage in letzter Minute...... aber ich beantworte sie natürlich gerne, weil der ÖPNV eines der Themen ist, die mich seit langem beschäftigen.

Aus eigener Erfahrung weiß auch ich, dass die Anbindung von Wertheim für Nicht-AutofahrerInnen sehr schhlecht ist. So versuche ich, wo immer möglich, den ÖPNV zu nutzen, auch in dieser Wahlkampagne. Am Donnerstag war ich in Wertheim zu einer Podiumsdiskussion eingeladen - ein nach-hause-Kommen am Abend war unmöglich - also nahm ich mein Auto.

Konkret zu der Beantwortung Ihrer Frage: Das erste Ziel ist für Bündnis 90/Die Grünen die Einführung des (zuverlässigen!!!) Ein-Stunden-Taktes auf der Strecke Stgt - Würzburg und die entsprechende Anbindung der Orte aus dem Main-Tauber- und dem Neckar-Odenwald-Kreis. Zuverlässig deshalb, weil auch meine eigene Erfahrung lehrt, dass es viele Verspätungen auf dieser Strecke gibt - angesichts des derzeitigen ZWEI-Stunden-Taktes ein Skandal! Zusätzlich zum Schienenverkehr muss ein dichteres vertaktetes Busnetz hinzukommen, so dass der (auf die Infrastruktur bezogene) Nachteil, im Ländlichen Raum zu leben, gemildert wird.

Mit freundlichen Grüßen
Christine Denz
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Ihre Frage an Christine Denz
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