Christel Humme (SPD)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Christel Humme
© DBT/Annette Hauptmann
Jahrgang
1949
Berufliche Qualifikation
Diplom Ökonomin, Lehrerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Ennepe-Ruhr-Kreis II
Landeslistenplatz
34, Nordrhein-Westfalen
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Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internetsperren
03.07.2009
Von:

Guten Tag Frau Humme,

"Ich kann die Seriosität der zitierten Quelle Wikileaks nicht beurteilen. Sollte der Sachverhalt tatsächlich so zutreffen, so wäre das ein Skandal."
Das war eine Antwort auf eine frühere Antwort zum Thema Ihrerseits. Bei der Verabschiedung des ZugErschG hat sich offensichtlich niemand der zustimmenden Abgeordneten um die Seriosität der Quellen, die Ursula vdL. publiziert hatte, bemüht. Wie sich herausstellte, waren alle Argumente für die Internetsperren reine Spekulation und teilweise aus der Luft gegriffen oder passend manipuliert worden. Rein gar nichts konnte anhand von Fakten oder fundierten Studien untermauert werden, sondern man sprach im Nachhinein von "Schätzungen". Unter dieser Prämisse finde ich es kaum nachvollziehbar, die Seriösität von WIKILEAKS in Frage zu stellen. Abgesehen davon, ist die Tatsache, dass die Sperrlisten von Dänemark & Co. kaum tatsächliche KiPo- Inet Präsenzen enthalten als Faktum zu betrachten, gleich woher die Listen stammen. Als die Listen von Steuerhinterziehern in Lichtenstein auftauchten, stellte sich merkwürdigerweise diese Frage nicht?
Was werden Sie nun angesichts der Tatsache unternehmen, dass Sie offenkundig vom Koalitionspartner nicht richtig aufgeklärt wurden ? Wie können Sie es mit Ihrem Gewissen vereinbaren, ein Gesetz mitentschieden zu haben, dass nicht auf Fakten und Wahrheit, sondern auf Schätzungen und Spekulationen beruht ?
Argumentieren Sie bitte nicht erneut mit der Absicht, KiPo mit allen Mitteln bekämpfen zu wollen, denn dies kann ich in allen Punkten technisch wie moralisch faktisch untermauert widerlegen. Was werden Sie also gegen diesen "Skandal" unternehmen, der nicht allein die Sperrlisten betrifft ? Gerne kann ich Ihnen deutliche Beweise liefern, Sie und Ihre Fraktion müssen es nur wollen...

Gruß,
Antwort von Christel Humme
3Empfehlungen
06.07.2009
Christel Humme
Sehr geehrter Herr ,

ich bitte Sie, sich mit Ihren "deutlichen Beweisen" an meinen Fraktionskollegen Martin Dörmann zu wenden, damit er als zuständiger Berichterstatter unserer Fraktion Ihren Hinweisen nachgehen kann. Sie erreichen Martin Dörmann per Mail unter martin.doermann@bundestag.de .

Im Übrigen verweise ich auf meine bisherigen Antworten zum Thema, in denen ich zu meinen Beweggründen ausführlich Stellung bezogen habe.

Mit freundlichen Grüßen

Christel Humme MdB
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Frage zum Thema Frauen
29.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Humme,

"Seit jeher hat das Patriarchat den größtenTeil seiner Energien der Unterdrückung von Männern gewidmet" (Zitat Hr. Michael Klonovsky).

Derzeit präsentiert sich eine wirtschaftliche Landschaft, in der Manager, die Firmen und Banken heruntergewirtschaftet haben, wie selbstverständlich ihre Boni in Anspruch nehmen, während gleichzeitig Frauen und Männer, die hierzulande tagtäglich die Wertschöpfung erarbeiten, ihren Arbeitsplatz verlieren.

Die Thematik "Quotierung von Aufsichtsräten" wird ja seit längerem kontrovers dikutiert. Damit dies nicht zu einer gesellschaftspolitischen Alibinummer wird, würde ich diese Forderung erweitern um die Auflage Quotierung von Vorständen.

Diese Quotierungen sollten m.E. darüberhinaus mit Quereinsteigerinnen anderer Bereiche erfüllt werden, um o.g. gleiche Auswirkungen und Einvernehmlichkeiten im Hinblick auf genehmigte Boni vorzubeugen. Ziel wäre die Implementierung von Unternehmensentscheidungen angereichert um soziale und moralische Aspekte mit dem wirtschaftlichen und stabilisierenden Ziel :

Langfristige Gewinnoptimierung statt kurzfristige Gewinnmaximierung.

Vielleicht wäre eine solche Vorgehensweise gleichzeitig richtungweisend dem fast mythischen "weiblichen Feminismus" nach Fr. Esther Vilar, der Männer das Leben entlastet und Frauen widerstandslos an die Macht führt, weil er von Frauen und Männern gleichermaßen getragen und gewollt wird?

Sehen Sie die Möglichkeit sich in o.g. Sinne zusätzlich für Frauenquoten in Vorständen und in Aufsichtsräten einzusetzen? Im voraus vielen Dank für Ihre Antwort.

Mit freundlichen Grüßen.
Antwort von Christel Humme
2Empfehlungen
07.09.2009
Christel Humme
Sehr geehrter Herr ,

auch ich bin dafür: Mehr Frauen in die Schlüsselpositionen der Wirtschaft. Mehr Frauen in die Vorstände! Damit das auch sicher passiert, wollen wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten mit verbindlichen Regelungen dafür sorgen, dass Frauen und Männer gleiche Aufstiegschancen in den Unternehmen haben und der Frauenanteil in den Führungspositionen deutlich erhöht wird.

Außerdem brauchen wir die gleichberechtigte Teilhabe von Frauen an den Aufsichtsgremien der Kapitalgesellschaften. Aufsichtsräte sind wichtige Kontrollgremien, die die Vorstände berufen, Kontrolle ausüben und unternehmerische Grundsatzentscheidungen genehmigen. Doch in den Aufsichtsräten der 200 größten Unternehmen sind Frauen nur zu 7,8 % vertreten – und auch nur dank der Arbeitnehmerseite. Im europäischen Vergleich gehört Deutschland zu den Schlusslichtern.

Die männliche Dominanz in den Aufsichtsgremien ist auch ein Grund für die nach wie vor geltenden Nachteile für Frauen im Hinblick auf Führungsfunktionen und Bezahlung. In Norwegen zum Beispiel müssen seit 2006 mindestens 40% der Aufsichtsratsposten mit Frauen besetzt sein. Wird die Quote nicht erfüllt, drohen Sanktionen. Das ist eine gute Sache und das nehmen wir uns zum Vorbild: Wir wollen in den Aufsichtsgremien von Unternehmen eine Frauenquote von mindestens 40 Prozent einführen. Diese Forderung ist Bestandteil unseres 10-Punkte Plans "Gleichstellung in der Arbeitswelt zügig verwirklichen", www.spdfraktion.de den die SPD-Bundestagsfraktion auch in der kommenden Legislatur weiter voranbringen wird. In unserem Regierungsprogramm www.spd.de finden Sie konkrete Vorhaben, mit der wir der tatsächlichen Gleichstellung von Frauen und Männern einen weiteren deutlichen Schub geben wollen.

Mit herzlichen Grüßen

Ihre Christel Humme
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Frage zum Thema Frauen
07.09.2009
Von:

Guten Tag Frau Humme,

Im Sommer 2009 haben Sie wenn ich richtig informiert bin im deutschen Bundestag gegen eine Verschärfung der Beratungsfristen zum späten Schwangerschaftsabbruch gestimmt.

Wie stehen Sie allgemein zu der Tatsache, dass unsere Gesellschaft sich des Themas "Umgang mit Behinderten" über einen Schwangerschaftsabbruch entledig, wie Statistiken belegen.

In meiner Stadt Duisburg habe im Gegensatz zu früher (70er/80er Jahre) schon lange kein Kind mit Downsyndom mehr gesehen.

Würden Sie auch öffentlich für das Austragen von Schwangerschaften mit Behinderten werben und sich für eine behindertenfreundliche Gesellschaft stark machen?

Mit freunlichen Grüßen,
Antwort von Christel Humme
1Empfehlung
16.09.2009
Christel Humme
Sehr geehrter Herr ,

Menschen mit einer Behinderung sind für mich und meine Partei selbstverständlich gleichberechtigte und gleichwertige Mitglieder unserer Gesellschaft.

Unser politisches Ziel ist es, alle Barrieren, sowohl im übertragenen Sinne, als auch ganz konkret, abzubauen und dafür zu sorgen, dass ein Miteinander von Behinderten und Nichtbehinderten in allen gesellschaftlichen Bereichen zur Selbstverständlichkeit wird. Hier hat die SPD in Regierungsverantwortung Wichtiges auf den Weg gebracht: So haben wir beispielsweise mit dem Gesetz zur Bekämpfung der Arbeitslosigkeit Schwerbehinderter (2000), dem Sozialgesetzbuch IX (2001) und dem Behindertengleichstellungsgesetz (2002) wichtige gesetzliche Schritte getan. In der Großen Koalition haben wir diesen Weg mit dem Allgemeinen Gleichbehandlungsgesetz (2006) und dem Gesetz zur Einführung unterstützter Beschäftigung (2008) fortgesetzt. Derzeit wird im Bundesarbeits- und Sozialministerium ein Nationaler Aktionsplan entwickelt, in dem die nationale, föderale und kommunale Ebene, Wirtschaft und Gewerkschaften, Verbände, Selbsthilfegruppen, Zivilgesellschaft und - nicht zuletzt - die Betroffenen selbst weitere konkrete Schritte für eine inklusive Gesellschaft vereinbaren.

Ich teile daher Ihre These nicht, die Gesellschaft würde sich des Themas Behinderung über einen Schwangerschaftsabbruch entledigen.

Für mich und meine Partei steht die Verbesserung der Rahmenbedingungen für ein Kind mit einer Behinderung ebenso im Mittelpunkt wie eine Verbesserung des Beratungsangebotes für werdende Mütter während der Schwangerschaft. Dies waren auch die zentralen Forderungen des von mir initiierten Gruppenantrages "Wirkungsvolle Hilfen in Konfliktsituationen während der Schwangerschaft ausbauen - Volle Teilhabe für Menschen mit Behinderung sicherstellen" (Drs. 16/11342). dipbt.bundestag.de

Frauen und ihre Partner brauchen in der schwierigen Situation, in der sie das Für und Wider eines möglichen Schwangerschaftsabbruchs abwägen vor allem Hilfe und Unterstützung. Werdendes Leben kann nicht gegen, sondern nur mit der schwangeren Frau geschützt werden - das wissen wir aus jahrzehntelanger Erfahrung. Wer wünscht, dass sich Frauen für ein Kind entscheiden, muss für familiengerechte Rahmenbedingungen sorgen.

Außerdem möchten wir der frühen Ausgliederung von Behinderten aus Regelschulen entgegentreten und stattdessen bereits von der Kita an für eine stärkere gemeinsame Betreuung und Bildung von Kindern mit und ohne Behinderung eintreten. Für diese inklusive Bildung bietet die UN-Behindertenrechtskonvention, die Deutschland im März 2009 ratifiziert hat, viele Chancen, den Umgang von Behinderten und Nichtbehinderten von Kindsbeinen an vertrauter und selbstverständlicher als bisher zu machen. Darüber hinaus sind gute und bedarfsgerechte Kinderbetreuung, individuelle Förderung in Ganztagsschule und gezielte finanzielle Hilfen für Familien wichtige Bausteine, um die Rahmenbedingungen für ein solidarisches Miteinander von Menschen mit und ohne Behinderung von Klein an zu verbessern.

Unser Ziel ist eine Gesellschaft, in der man ohne Angst verschieden sein kann, in der alle frei und gleichwertig sind, mit gleichen Chancen und Möglichkeiten. Wir brauchen Akzeptanz, eine Kultur der Anerkennung. Daher treten wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten auch künftig allen Formen der Diskriminierung, ob wegen ethnischer Herkunft, Geschlecht, Religion und Weltanschauung, einer Behinderung, Alter oder sexueller Identität, entschieden entgegen.

Damit unser Regierungsprogramm auch für Menschen mit Behinderung gut verständlich ist, haben wir ein umfangreiches Online-Angebot bereitgestellt. www.spd.de


Mit freundlichen Grüßen
Ihre
Stellvertretende Vorsitzende der SPD-Bundestagsfraktion
Christel Humme
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Frage zum Thema Anbauverbot von Genmais
25.10.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Humme,

mich würde interessieren, was sie konkret dazu bewogen hat, gegen dieses Verbot zu stimmen.

Mit freundlichen Grüßen


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