Christel Humme (SPD)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
25.11.1949
Berufliche Qualifikation
Lehrerin, Diplom Ökonomin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Witten
Wahlkreis
Ennepe-Ruhr-Kreis II
Ergebnis
40,9%
Landeslistenplatz
25, Nordrhein-Westfalen
weitere Profile
(...) Ich werde meine Skepsis auch gegenüber den Umweltpolitikerinnen und Umweltpolitikern meiner Fraktion äußern, die sich im kommenden Monat in ihrem Fachausschuss mit dem Thema "Fracking" beschäftigen. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Fragen an Christel Humme
Auswahl der Fragen und Antworten
Nachricht an folgende Adresse schicken, sobald eine Antwort eintrifft:


An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen
Bitte loggen Sie sich hier ein.
Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
12.12.2011
Von:

Sehr geehrte Frau Humme,

wie bewerten Sie, angesichts der Wahlmanipulationen in Russland sowie der nachweislichen Menschenrechtsverletzungen und der Unterdrückung der Meinungsfreiheit, das Engagement von Gerhard Schröder bei Gazprom und seine immer wieder bekräftigte Aussage, Wladimir Putin sei ein Demokrat?

Beste Grüße
Antwort von Christel Humme
bisher keineEmpfehlungen
16.12.2011
Christel Humme
Sehr geehrter Herr ,
herzlichen Dank für Ihre Frage.

Als direkt gewählte Abgeordnete des nördlichen Ennepe-Ruhr-Kreises konzentriere ich mich neben meiner Arbeit als stellvertretende Ausschussvorsitzende und Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Vorsitz der AG Gleichstellungspolitik meiner Fraktion auf die zahlreichen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger "meines" Wahlkreises, die mich per Post, Mail, Telefon oder auch über Abgeordnetenwatch erreichen.

Daher bitte ich um Ihr Verständnis, wenn ich Sie mit Ihrer Nachfrage an die für Ihren Wohnort Frankfurt/Main zuständigen hessischen Bundestagsabgeordneten verweise. Diese finden Sie in diesem Portal oder auf der Internetpräsenz des Bundestages www.bundestag.de
Ich persönlich teile die von Ihnen angesprochene Einschätzung Wladimir Putins durch Gerhard Schröder nicht.

Mit freundlichen Grüßen

Christel Humme
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Soziales
17.04.2012
Von:

Sehr geehrte Frau Humme,

seit Jahren belastet die regelmäßige Wiederkehr der Zeitumstellung zur Sommerzeit bzw. Winterzeit das Leben meiner Familie und Freunde.
Die Landwirtschaft (ein wichtiger Wirtschaftszweig in Deutschland) mit Tierhaltung braucht etliche Tage, bis sich die Tiere auf andere Fütterungszeiten umgestellt haben.
Die Leistungsfähigkeit der Schüler und Arbeitnehmer ist jeweils für etliche Tage durch die Zeitumstellung eiingeschränkt.
Einen wirtschaftlichen Nutzen konnte ich bisher weder im privaten noch im geschäftlichen Bereich ausmachen.
Was nützt es mir z.B. wenn es abends eine Stunde länger hell ist, meine Tochter aber trotzdem um 20:00 Uhr ins Bett soll? (Dies ist nur ein Beispiel. Sie kennen sicherlich noch mehr)
Was also können Sie als Vertreter der Wähler für uns tun, dass diese unselige Erfindung wieder abgestellt wird?

Mit besten Grüßen

Antwort von Christel Humme
bisher keineEmpfehlungen
27.04.2012
Christel Humme
Sehr geehrte Frau ,

herzlichen Dank für Ihre Mail, in der Sie sich für eine Abschaffung der Sommerzeit aussprechen.

Prinzipiell gebe ich Ihnen Recht. Nicht nur viele Familien mit Kindern, sondern viele Menschen haben jedes Jahr mit den Folgen zu kämpfen, die die Umstellung von Winter- zu Sommerzeit und umgekehrt nach sich zieht, Denn der Biorhythmus stellt sich eben nicht so schnell um, wie der Zeiger einer Uhr.

Im Zuge der Ölkrise in den 70er Jahren wurde 1973 in den meisten Ländern der damaligen Europäischen Gemeinschaft der Entschluss gefasst, die Sommerzeit einzuführen.

Ab 1977 wurde mit der Umsetzung dieses Vorhabens begonnen, In der Bundesrepublik erfolgte die Einführung erst im Jahr 1980 und ist in § 5 des Gesetzes über die Einheiten im Messwesen und die Zeitbestimmung geregelt.

www.gesetze-im-internet.de

Für die EU finden sich die entsprechenden Bestimmungen in der Richtlinie 2000/84/EG
eurlex.europa.eu

Rückblickend haben sich Erwartungen einer merklichen Energieersparnis nicht erfüllt. Da eine gesetzliche Änderung dieser Regelung nur auf nationaler Ebene allein höchst unrealistisch ist, sehe ich als Bundespolitikerin leider keine Möglichkeit, Ihnen eine kurzfristige Änderung in Aussicht zu stellen.

Mit freundlichen Grüßen nach Sprockhövel
Ihre Christel Humme
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Familie
14.05.2012
Von:

Sehr geehrte Herr Frau Humme,

in Mörfelden-Walldorf wird so wie es aussieht am 15.05.2012 die SPD/Grüne mit Ihrer Mehrheit in der Stadtverordnetenvesammlung für höhere Kita Gebühren stimmen. Gleichzeitig wird das Mitspracherecht des Elernbeirats eingeschränkt. Die SPD begründet dies so:

1. Kommunen stehen im Wettbewerb um Erzieher/innen, deshalb muß mehr bezahlt werden

2. Neue Gebühren sind Gehaltsabhängig und deswegen sozial

3. Geht nicht anders, weil der Bund und das Land sich nicht wie vereinbart an den Kosten beteiligen

Meine Meinung zu den Punkten:
1. Es ist OK, daß die Erzieher/innen mehr Geld bekommen, aber warum werden Familen mit arbeitenden Eltern dadurch so stark belastet? Unsere Familie wird mit 84 Euro monatlich mehr belastet durch die Gebührenerhöhung. Wir zahlen dann 625 Euro im Monat für ein Krippen und ein Kita Platz. Meine Frau muß arbeiten, weil ein Gehalt nicht ausreicht. Dann bleibt auch noch von dem Gehalt kaum was übrig, weil fast alles für die Gebühren drauf geht.

2. Im Prinzip OK – ABER sozial ist diese Erhöhung nicht, weil allein die Gebühren für Geringverdiener um 10 % steigen sollen. Für Familen mit Monatlichen Einkommen (minus Werbungskosten) von 6000 Euro im Monat ist es eine Steigerung von 33%! Sozial wäre es meiner Meinung nach gewesen die Gebühren für Geringverdiener abzusenken. Im übrigen hätte man die Gehalterhöhung z.B. Durch eine kleine Erhöhung der Grundsteuer locker finanzieren können. Kleine Grundstücke mit Reihenhaus 1-2 Euro monatlich mehr. Aber nein, für die SPD in Mörfelden-Walldorf ist es besser, wenn Familien bis zu über 100 Euro mehr zahlen müssen!

3. Kann ich leider nicht beurteilen.

Ich habe bei der letzten Kommunalwahl die SPD gewählt und ärgere mich jetzt gewaltig. Ich werde hier im Ort nie wieder die SPD wählen und die betroffenen Eltern bestimmt auch nicht. Der ganze Frust könnte auch auf die anderen Wahlen abfärben.

Wie ist Ihre Meinung zu der Sache?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Christel Humme
bisher keineEmpfehlungen
16.05.2012
Christel Humme
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Mail.

Ich bitte um Verständnis, das ich als nordrhein-westfälische Bundespolitikerin keine kommunalen Entscheidungen der SPD Ihres hessischen Wohnortes kommentieren kann.

Ihre Rückmeldung sollten Sie daher bitte direkt an die SPD in Mörfelden-Walldorf richten. Die Namen und Kontaktdaten finden Sie unter diesem Link: spd-mw.kampagne24.de

Die SPD-Bundestagsfraktion setzt sich mit Nachdruck für ein bedarfsgerechtes Angebot an Kitaplätzen in ganz Deutschland ein. Mittelfristig streben wir eine komplette Beitragsfreiheit für Kitaplätze an, damit alle Kinder Zugang zu dieser wichtigen ergänzende Bildungeinrichtung haben und Familien die Vereinbarkeit von Familie und Beruf weiter erleichtert wird.

Doch zunächst muss beim Ausbau dringend mehr Tempo gemacht werden, damit der Rechtsanspruch auf einen Kitaplatz ab dem ersten Lebensjahr zum 1. August 2013 in allen Kommunen umgesetzt werden kann. Denn trotz großer Anstrengungen bisher erst für rund ein Viertel aller Kinder unter drei Jahren Kita-Plätze zur Verfügung. Vereinbart ist bis zum Jahr 2013 für 750.000 Kinder unter 3 Jahren (also für 35 %) ein Betreuungsangebot in einer Tageseinrichtung oder in Tagespflege bereitzustellen. Um dieses Ziel zu erreichen, müssen noch ca. 233.000 Plätze für Kleinkinder geschaffen werden. Auch muss weiter in die Qualität der Betreuung und eine bessere Bezahlung der Erzieherinnen und Erzieher investiert werden. Die 2 Milliarden Euro, die das Betreuungsgeld kosten wird, müssen in den Betreuungsausbau investiert werden. Mit dieser Summe können 166.000 zusätzliche Kita-Plätze geschaffen werden.


Mit freundlichen Grüßen
Christel Humme
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Integration
01.07.2012
Von:

Anwendung des SGB IX im Rechtsumfeld des SGB II

Festzustellen ist in vielen regionalen Bereichen im Zuge der beruflichen Rehabilitation, ja der beruflichen Erstausbildung Behinderter, so diese in den Rechtsbereich des SGB II geraten, dass durch die ARGEn/JobCenter weder eine qualifizierte Integrationsberatung noch angemessene Maßnahmen zur Eingliederung zu verzeichnen sind (§ 24 – 37, 97 ff SGB III i. V. M. §§ 33 ff SGB IX), ganz im Gegensatz zum Grundanliegen des SGB IX! So wird nahezu regelmäßig rechtswidrig Leistungsentzug gem. § 7 (5) SGB II vollzogen, sobald betroffene Behinderte Maßnahmen im Sinne der §§ 6a, 33 ff SGB IX in Anspruch nehmen!
Dazu beispielhaft Urteile:
L 3 AS 61/11 B
L 6 AS 168/08
S 38 AS 4463/10
Insofern ist mit Einführung des SGB II für den betroffenen Personenkreis nach § 2 SGB IX eine z. T. existenzgefährdende und menschenunwürdige Verschlechterung der Situation festzustellen.

Wie stellen Sie, wie stellt Ihre Fraktion sowie die betroffenen Ausschüsse sicher, das sowohl Rechtseinheitlichkeit im Sinne des Art. 3 (1) GG i. V. m. SGB IX sichergestellt ist;
als auch dem Grundrechtsanspruch aus Art 3 Abs. 3 letzter Halbsatz auch nur im Kern vollzogen wird..

Es ist m. E. nicht nachvolziehbar, das wiederum die Rechtsprechung, im Zweifel die der höchsten deutschen Gerichtsbarkeit wesentliche Entscheidungs- und Handlungsunzulänglichkeiten von Mandatsträgern im Rahmen eindeutiger Rechtssetzung auszugleichen haben.

Mit freundlichen Grüßen,
, ehrenamlt. Berater SGB I, II, III, IX,...

Diese Anfrage richte ich gleichlautend an Ihre Amtskolleginnen
Brigitte Pothmer (B90 Grüne) per eMail
Dr. Eva Högl (SPD)
Antwort von Christel Humme
1Empfehlung
05.07.2012
Christel Humme
Sehr geehrter Herr , herzlichen Dank für Ihre Mail.

Als direkt gewählte Abgeordnete des nördlichen Ennepe-Ruhr-Kreises in NRW konzentriere ich mich neben meiner Arbeit als stellvertretende Ausschussvorsitzende und Mitglied im Ausschuss für Familie, Senioren, Frauen und Jugend sowie dem Vorsitz der AG Gleichstellungspolitik meiner Fraktion auf die zahlreichen Anliegen der Bürgerinnen und Bürger "meines" Wahlkreises, die mich per Post, Mail, Telefon oder auch über Abgeordnetenwatch erreichen.

Daher bitte ich um Ihr Verständnis, wenn ich Sie mit Ihrer Nachfrage zur Anwendung des SGB IX im Rechtsumfeld des SGB II an die für Ihren Wohnort Berlin zuständigen Bundestagsabgeordneten verweise. Diese finden Sie in diesem Portal oder auf der Internetpräsenz des Bundestages unter folgendem Link:
www.bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen
Christel Humme
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Frage zum Thema Dauerhafter Euro-Rettungsschirm ESM
01.07.2012
Von:

Sehr geehrter Frau Hummel,

als Wähler und Unternehmer in Ihrem Wahlbezirk Hattingen habe ich den Inhalt des ESM Vertrages durchgearbeitet.

Sie selbst haben dem ESM Vertrag zur Gründung der neuen "ESM-Bank" in Luxemburg und der Ausstattung der Bank mit 500 bis 700 Milliarden Euro als Bareinlage von den Mitgliedsländern zugestimmt.

Sie haben zugestimmt, dass die Angestellten in diesem Luxemburger Unternehmen keine Steuern zahlen müssen.

Sie haben zugestimmt, dass der ESM Immunität von gerichtlichen Verfahren jeder Art genießt.

Meine Frage: haben Sie den Vertrag je gelesen und den Inhalt auch verstanden?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Christel Humme
2Empfehlungen
06.07.2012
Christel Humme
Sehr geehrter Herr ,
herzlichen Dank für Ihre Mail.

In engem Zusammenhang mit dem von Ihnen "durchgearbeiteten" ESM-Vertrag wurden folgende Gesetze beschlossen: das ESM Ratifizierungsgesetz; ein Ratifizierungsgesetz für den Fiskalpakt; das ESM Finanzierungsgesetz; das Bundesschuldenwesen-Gesetz zur Einführung der CAC’s (Collective Action Clauses), die einen rechtlichen Rahmen für die Beteiligung von Gläubigern an künftigen Umschuldungsmaßnahmen schaffen; das Zustimmungsgesetz zur Änderung der AEUV (Vertrag über die Arbeitsweise der EU) sowie ein Nachtragshaushaltsgesetz. Dazu kommen noch umfangreiche ESM-Durchführungsbestimmungen. Eine umfassende Bewertung des ESM und seiner rechtlichen und finanziellen Konsequenzen, sollte daher auf der Gesamtheit alles Dokumente beruhen und sich nicht auf die Interpretation einiger Bruchstücke zurückwerfen.

Ich selbst bin keine Finanz- oder Haushaltspolitikerin und habe daher die Verträge nicht zur Gänze gelesen, sondern mir durch umfangreiche Diskussionen innerhalb und außerhalb meiner Fraktion meine Meinung gebildet.

Zusammengefasst waren es drei Faktoren, die in der Gesamtschau meine Zweifel deutlich geringer werden ließen als die unkalkulierbaren Konsequenzen einer Ablehnung:
1. Die Wachstumsbeschlüsse des Brüsseler Gipfels, mit denen für insgesamt 130 Milliarden Euro wachstums- und beschäftigungsfördernde Maßnahmen ermöglicht werden, gehen eindeutig in die richtige Richtung. Endlich hat sich die von uns Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten schon lange vertretene Einsicht durchgesetzt, dass ein reines Spardiktat die Krisensituation in Europa weiter verschärfen würde. Vor allem in Hinblick auf die alarmierend hohe Jugendarbeitslosigkeit in Griechenland, Spanien und Portugal sind die nun vorgesehenen spezielle EU-Sofortprogramme dringend nötig.
2. Endlich wurde mit der Einführung einer Finanztransaktionssteuer in zehn Partnerländern auch eine unserer Hauptforderungen auf den Weg gebracht. Das entsprechende Gesetzgebungsverfahren soll noch in diesem Jahr abgeschlossen werden.
3. Der Auftrag, konkrete Schritte zu einer europäischen Bankenaufsicht einzuleiten ist ein weiteres wichtiges Signal zu einer echten Fiskalunion.

Die derzeitige europapolitische Bilanz der schwarz-gelben Bundesregierung ist desaströs. Europaweit steigende Schulden, steigende Arbeitslosigkeit vor allem unter Jugendlichen und nun auch erste Auswirkungen in der deutschen Wirtschaft sind die Bilanz dreijährigen Zauderns, Zögerns und falscher Weichenstellungen von Angela Merkel.
Vor diesem Hintergrund war es für meine Fraktion und für mich persönlich eine sehr schwieriger Schritt, den Gesetzespaketen zuzustimmen.
Mit den beschriebenen Fortschritten wurde deutlich: Der ESM und der Fiskalpakt werden also allein – nackt – nicht kommen. Mit Wachstumsprogrammen, mit der Finanztransaktionssteuer und Programmen gegen die Jugendarbeitslosigkeit werden der Fiskalpakt und der ESM in ein sozial und wirtschaftpolitisches Konzept eingebettet, das die berechtigte Hoffnung nährt, wir können Europa so aus der Krise führen. Gleichzeitig war mein "ja" zu dem ergänzten ESM und Fiskalpakt keine Zustimmung zur Politik von Angela Merkel sondern ein klares Bekenntnis für ein solidarisches und handlungsfähiges Europa.

Denn was wäre die Alternative gewesen?

Auch in den zahlreichen Zuschriften von Bürgerinnen und Bürgern , die mich zur Ablehnung der Gesetze aufgefordert haben, wurden keine realistischen Lösungsmodelle sichtbar.
Statt dessen wurde deutlich, dass Europa noch allzu oft auf eine rein monetäre Angelegenheit reduziert wird. Diese Auffassung ist sehr bedauerlich, denn es verdrängt die enorme Bedeutung Europas für 60 Jahre Frieden, die friedliche Überwindung der deutschen Teilung und die Entwicklung stabiler Demokratien.

Außerdem lohnt sich in diesem Zusammenhang der Blick auf "harte Fakten".
Deutschland ist- entgegen vieler Behauptungen- nicht der "Zahlmeister Europas", sondern der größte Gewinner der Währungsunion. Etwa 40 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Eurozone, wodurch in Deutschland mehr als drei Millionen Arbeitsplätze gesichert werden. Im Jahr 2010 belief sich der positive Effekt der Währungsunion für die deutsche Wirtschaft auf 165 Milliarden Euro, das entspricht 6,4 Prozent der Wirtschaftsleistung.
Die Stabilität des Euros und unserer Partnerländer liegt daher auch aus wirtschaftlichen Gründen im deutschen Interesse, weil uns ein Zusammenbruch der Währungsunion am härtesten treffen würde. Der Exportnation Deutschland kann es auf Dauer nicht gut gehen, wenn die Wirtschaft im Rest Europas am Boden liegt. Unser Wohlstand beruht auf den in Deutschland hergestellten Produkten, die auch von unseren europäischen Partnerländern gekauft werden. Wenn es uns nicht gelingt, diese Länder dauerhaft zu stabilisieren, dann droht die Krise auch auf Deutschland überzugreifen. Die Unterstützung von Griechenland oder Spanien sichert letztlich also auch die Arbeitsplätze in Deutschland!

Diese Solidarität ist selbstredend keine Einbahnstraße. Die betroffenen Staaten müssen ihrer Verantwortung gerecht werden, Fehlentwicklungen abstellen und Schulden abbauen. Nur wenn die Eurozone stabilisiert wird, können die Länder die gewährten Kredite zurückzahlen. Wer jetzt aber ein Ausscheiden Griechenlands aus der Eurozone fordert, beschleunigt damit nur einen Staatsbankrott und vermindert so die Chance auf die vollständige Rückzahlung der deutschen Forderungen. Zudem hätte ein unkontrollierter Staatsbankrott auch verheerende Folgen für andere Krisenstaaten, die dann ebenfalls zur Zielscheibe spekulativer Angriffe würden.

Wie geht es nun weiter mit Europa?

Hier sind alle Politikerinnen und Politiker in der Verantwortung, die Menschen stärker für ein Projekt Europa zu begeistern, dass nicht -wie durch die Regierung Merkel gefördert- eine reine Wirtschaftsgemeinschaft sein darf sondern vielmehr zu einem wirklich sozialen Europa werden muss, mit dem sich die Bürgerinnen und Bürgerinnen der Mitgliedsstaaten identifizieren und zu dem sie sich zugehörig fühlen können.
Wir Sozialdemokratinnen und Sozialdemokraten wollen mehr Europa wagen - mit und für die Bürgerinnen und Bürger. Denn nur gemeinsames solidarisches Handeln kann die Antwort auf die neuen Herausforderungen einer immer stärker globalisierten Welt sein.

Mit freundlichen Grüßen nach Hattingen
Christel Humme

P.S.
Auf den Seiten der SPD können Sie sich unter diesem Link www.spd.de weitergehend zum Thema Eurokrise informieren. Auch die SPD-Bundestagsfraktion hat eine Internetseite mit aktuellen Informationen und einer Übersicht aller parlamentarischen Initiativen zum Thema zusammengestellt, die Sie unter diesem Link finden können: www.spdfraktion.de
X
Antwort empfehlen
Lesezeichen
Ihre Frage an Christel Humme
  • Wurde Ihre Frage bereits gestellt?
    Durchsuchen Sie alle Fragen und Antworten in diesem Profil nach einem Stichwort:

Ihre Frage wurde bisher nicht gestellt?
Geben Sie bitte hier Ihre Kontaktdaten und Ihre Frage ein:

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  

    Die Angabe Ihres vollständigen Namens ist verpflichtend.
    Der Name wird verschlüsselt und ist nicht über Suchmaschinen auffindbar.

  •  
    An diese Adresse den abgeordnetenwatch.de-Newsletter bestellen. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.

    Die Angabe einer gültigen E-Mail-Adresse ist verpflichtend.
    Dies ist notwendig, um Sie über eine Antwort des Abgeordneten zu informieren oder bei Rückfragen kontaktieren zu können. Ihre E-Mail-Adresse wird weder an den Abgeordneten noch an Dritte weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist verpflichtend.
    Sie wird nicht veröffentlicht, aber an den Abgeordneten weitergegeben.

  •  

    Diese Angabe ist optional.
    Sie wird nicht veröffentlicht und nur zur internen Verwendung bzw. für evtl. Rückfragen benötigt.

  • noch 2000 Zeichen

  • Spamschutz - wie viel ist 11 + 4:
  • Ich erkläre mich mit der Veröffentlichung meiner Frage auf abgeordnetenwatch.de einverstanden. Die Datenschutzbestimmungen zur Behandlung meiner Daten habe ich gelesen.
  • Folgende Felder wurden nicht ausgefüllt oder weisen Fehler auf:
    Vorname, Nachname, E-Mail-Adresse und Wohnort

  • Die Freischaltung von Fragen kann je nach Nutzeraufkommen u.U. einige Stunden dauern, da alle eingehenden Fragen von einem Moderatorenteam überprüft werden. Ich habe den Moderations-Codex gelesen und sichergestellt, dass meine Frage nicht gegen diesen verstößt. Moderations-Codex aufrufen
    Falls meine Frage nicht freigeschaltet werden kann, werde ich darüber von einem Moderator informiert.
    Aus Gründen der Rechtssicherheit wird Ihre IP-Adresse gespeichert, aber nicht veröffentlicht oder an Dritte weitergegeben. Weitere Informationen erhalten Sie in unserer Datenschutzerklärung.