Birgit Homburger (FDP)
Abgeordnete Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Birgit Homburger
Jahrgang
1965
Berufliche Qualifikation
Diplom-Verwaltungswissenschaftlerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages
Wahlkreis
Konstanz
Landeslistenplatz
1, über Liste eingezogen, Baden-Württemberg
weitere Profile
(...) Regelungen über die Zuzahlung für Arzneimittel und stationäre Maßnahmen finden sich im Sozialgesetzbuch, 5. Buch (SGB V). Auch im Gesundheitswesen muß spürbar sein, daß Leistungen in Anspruch genommen werden, die Geld kosten. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Bildung und Forschung
20.09.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Homburger

Mich würde interessieren, was sie von dem Vorschlag halten, Schüler nicht nach der 4, sondern beispielsweise erst nach der 6 Klasse auf verschiedene weiterführende Schulsysteme zu verteilen. Dies würde wahrscheinlich zur Folge haben, dass sich mehr Schüler bewusst sind, dass ihre Schulbildung eine entscheidende Rolle für ihr gesamtes Leben hat, wenn sie entscheiden welche weiterführenden Schulen sie besuchen werden. (Dieses Bewusstsein ist mit 10 Jahren wohl kaum wirklich vorhanden) So würde es mehr Gymnasiasten geben = mehr Studenten = die dringend benötigten Nachwuchsingenieure usw.

Halten sie eine solche Reform für fähig, die Bildungsstandards
zu heben (aktuell Platz 22 im weltweiten Vergleich) und den Akademikermangel zu beheben?

Mit freundlichen Grüßen und Bitte um Antwort

Antwort von Birgit Homburger
3Empfehlungen
26.09.2007
Birgit Homburger
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage vom 20. September 2007 über abgeordnetenwatch.de habe ich erhalten.

Ich persönlich bin davon überzeugt, dass nicht die Frage, ob man Kinder vier oder sechs Jahre gemeinsam in einer Grundschule unterrichtet für den weiteren schulischen Werdegang entscheidend ist, sondern die Frage der Förderung der Schüler. Deshalb ist die Stärkung der frühkindlichen Bildung für mich ein zentrales Anliegen. Hier wird die Basis für alle weiteren bildungspolitischen Schritte gelegt. Diese Basis muss gestärkt werden. Die FDP will dafür Sorge tragen, dass alle Kinder beim Übergang in die Grundschule schulreif sind. Dazu haben wir in der baden-württembergischen Koalition geeignete Maßnahmen wie Sprachstandsdiagnosetests, die im Jahr 2008 eingeführt werden, u.a. vereinbart. Die FDP ist der Motor bei der Umsetzung dieser Vorhaben.

Im Zentrum der Anstrengungen zur Verbesserung des Bildungswesens steht für mich die beste individuelle Förderung jeder einzelnen Schülerin und jedes einzelnen Schülers. Je individueller die Förderung innerhalb der Schullaufbahn angelegt ist, desto erfolgreicher ist jede einzelne Schülerin und jeder einzelne Schüler beim Abschluss. Welche Förderung aber notwendig ist, kann keine von oben verordnende Kultusbürokratie entscheiden. Dies kann und soll vor Ort entschieden werden.

Ebenso wie der Einstieg in die Grundschule nicht starr organisiert werden darf, muss auch der Übergang in weiterführende Schulen flexibel möglich sein. Die Grundschulempfehlung unter Einschluss der Mitwirkungsmöglichkeiten der Eltern darf dabei keine endgültige Weichenstellung sein. Die FDP ist offen für regionale Schulprojekte, die flexiblere Übergangszeiten in weiterführende Schulen zum Gegenstand haben. Darüber hinaus sind längere Grundschulzeiten für alle Schüler oder integrative Formen im weiterführenden Schulwesen zuzulassen, wo sie vom Schulträger, den Lehrern und den Eltern gewollt werden.

Eine starke Durchlässigkeit des Schulsystems ist dabei besonders wichtig. Dafür braucht es neben den entsprechenden Rahmenbedingungen durch das Kultusministerium vor allem eine Sensibilisierung von Schülern, Lehrern und Eltern vor Ort für den gemeinsamen Schulerfolg.

Die Bildungspolitik muss sich endlich von dem Gedanken der 1970er Jahre trennen, mit zentralistisch geführten Strukturdebatten die Probleme im Schulwesen lösen zu wollen. Mehr Verantwortung, mehr Eigenständigkeit und mehr Freiheit im Bildungswesen vor Ort muss das Motto der Bildungspolitik von morgen lauten, für das die FDP schon seit Jahren kämpft.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Homburger
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
10.10.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Homburger,

Vielleicht antworten Sie ja im Unterschied zu Herrn Jung...
Wie stellen Sie sich die Privatisierung der Bahn vor?
Dazu gibt es nun zwei Überlegungen: die erste ist verkehrpolitischer, die zweite ist wirtschaftlicher Art. Wie stehen Sie zu den beiden folgenden Punkten:
Zum ersten:
Privatisierung heißt in erster Linie, daß nicht mehr verkehrspolitische Erwägungen, sondern Rendite-interessen darüber entscheiden, wo investiert wird und wo nicht, welche Strecken wie oft befahren werden und welche nicht. Ob das in Zeiten von "Klimaschutz" und "Energiesparen" sinnvoll ist?
Zur zweiten:
Die Bahn ist ein Unternehmen, das aufgebaut wurde aus Steuermitteln der Bürger. Sie gehört uns! Der im letzten jahr eingefahrene Gewinn müsste Herrn Steinbrück doch gefallen haben. Wenn die Bahn nun privatisiert werden muß, um EU-Auflagen oder was auch immer zu erfüllen, meinetwegen. Aber dann bitte mit Verstand: Die Bahn bekommt die Mitarbeiter, das Know how und die Züge zum Handelswert. Die Gleise und Anlagen kann sie dann mieten oder pachten oder kaufen. So bleiben die Anlagewerte, die sich auf bis zu 180Mrd€ beziffern, in der Hand der Bürger, die sie finanziert haben.

Wie stehen Sie dazu?

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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistan-Einsatz (ISAF, Tornado)
27.10.2007
Von:

Unangefragt bekam ich die "DMZ - Deutsche Mittitärzeitschrift" ins Haus.
Ich war entsetzt über die unverhüllt rechtsextremistischen Artikel in dieser Zeitschrift und kann mir nicht vorstellen, daß ein Politiker einer demokratischen Partei sich für ein Interview zur Verfügung stellt.
Dennoch habe ich mit Bestürzung feststellen müssen, daß Sie sich im direkten Gespräch dieser Zeitschrift direkt zum Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr äussern.

Der Schluß-Absatz des Artikel über die SS-Zugehörigkeit von Günter Grass - eine direkte Rede des ehem. Obersturmbannführers und langj. HIAG-Vorstandsmitglied Hubert Meyer:
"Es ist überhaupt nicht erforderlich, irgend etwas an dem Bekenntnis von Grass zu "beschönigen", so Meyer. "Die Waffen-SS stand bei allen Kennern - vor allem auch auf alliierter Seite - in einem tadellosen Ruf und wird als militärische Elitetruppe anerkannt." "

Ebenso deutlich in weiteren Artikeln eine anti-israelische Haltung und die Glorifizierung deutscher Waffentechnik und deutschen Soldatentums im Faschismus.

Der Historiker Olaf Rose äussert sich zum Thema "Dogmen der Umerziehung" - er wurde wegen rechtsextremer Ansichten als Archivar der Stadt Herne gefeuert.

Ferner: Ausführliche Berichte über mehrere Einheiten der SS - unter anderem der sog. Handschar.

Daher meine Fragen:

Ist Ihnen der Inhalt dieser Zeitschrift bekannt?
Stimmen Sie mit der in dieser Zeitschrift publizierten Geisteshaltung überein?
Wenn nein - werden Medien, die um Interviews anfragen, nicht überprüft - erst recht, wenn schon der Titel eine Nachforschung rechtfertigt?
Antwort von Birgit Homburger
3Empfehlungen
31.10.2007
Birgit Homburger
Sehr geehrter Herr ,

Ihre Frage über abgeordnetenwatch.de vom 28. Oktober 2007 habe ich erhalten.

Das besagte Interview wurde vor über einem Jahr veröffentlicht, weshalb mich Ihre Frage zum jetzigen Zeitpunkt überrascht. Ich hatte direkt im Anschluss bereits öffentlich dazu Stellung genommen und mein Bedauern darüber ausgedrückt.

Natürlich ist mir bekannt, dass es im Bereich der Sicherheits-/Militärpolitik einige Rechtsextremen nahestehende sowie auch unseriöse Blätter gibt, mit denen ich grundsätzlich nicht zusammenarbeite. Darauf hatten wir schon vor der damaligen Anfrage intensiv geachtet. Die Anfrage für ein Interview in der Deutschen Militärzeitschrift zum Einsatz der Bundeswehr in Afghanistan und im Kongo erreichte mich damals in einer extrem hektischen Woche per Telefon. Nur dieser Umstand kann erklären, warum ich den Namen der Zeitschrift nicht realisiert hatte. Die Fragen waren seriös und von einer Art, wie ich sie in jenen Tagen zigfach routinemäßig beantwortet habe.

Deshalb machte ich damals auch deutlich, dass dieses Interview ein schrecklicher Lapsus war, der nicht hätte passieren dürfen. Hätte ich seinerzeit den Namen der Zeitschrift realisiert, hätte ich diesem Blatt niemals ein Interview gegeben. Sie können sicher sein, dass ich mich selbst am meisten über diesen Vorgang geärgert habe. Seither achte ich noch sorgfältiger darauf, woher Anfragen kommen.

Mit freundlichen Grüßen

Birgit Homburger
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
10.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Homurger,

zunächst mein Kompliment, Sie haben bisher alle Fragen beantwortet Ihr SPD Kollege bekommt damit keine Stimme von uns!.
Warum sind Sie gegen 120/130 Km/h?
Warum verlangen Sie nicht das 4 Liter Auto auch bei der Oberklasse >das würde D einen weltweiten Vorsprung geben?
Warum wird die LKW Maut nicht auf allen Straßen verlangt?
Es wird ja immer noch Mineralwasser quer durch Europa transportiert, damit ist Transport doch noch zu billig?
Was machen Sie gegen die Preistreiberei von Waren die außerhalb der EU kommen? denn durch die EURO - Entwicklung müßte diese doch billiger werden?

Danke vorab für Ihre Antwort
Grüße

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Frage zum Thema Sicherheit
11.11.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Homburger,

bei der jüngst erfolgten Abstimmung zur Vorratsdatenspeicherung haben Sie sich gegen die Einführung ausgesprochen. Mich würde sehr interessieren welche Gesichtspunkte Ihrer Entscheidung gegen die VDS zugrundeliegen?

Ich bedanke mich im Voraus für Ihre Zeit und verbleibe mit freundlichen Grüßen,


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Ihre Frage an Birgit Homburger
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