Barbara Lewy (SPD)
Kandidatin Bürgerschaftswahl Hamburg 2008
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Barbara Lewy
Jahrgang
1970
Berufliche Qualifikation
Immobilienmaklerin
Ausgeübte Tätigkeit
Waltraud Schmelzer Immobilien
Wohnort
-
Wahlkreis
Süderelbe , Listenplatz 4, Stimmen (Wahlkreis): 2.446, 4,3%
Landeslistenplatz
keinen
(...) Renovierung oder Betriebskosten). Die Courtage verteuert für Mieter die Wohnungskosten. Leider ist die Dienstleistung des Maklers, für die Mieter nicht immer vollständig ersichtlich. (...)
 
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Frage zum Thema Umwelt
18.12.2007
Von:

Sehr geehrte Frau Lewy,

sind Sie zur Zeit aktiv tätig, um den (Weiter-)Bau des Kohlekraftwerkes in Moorburg zu stoppen?

Falls "Ja", in welcher Form? Wie sehen Ihre Tätigkeiten konkret aus?

Freundliche Grüße
Antwort von Barbara Lewy
7Empfehlungen
02.01.2008
Barbara Lewy
Sehr geehrte Frau

vielen Dank für Ihre Frage und für Ihr Engagement. Ich bin persönlich gegen den Bau eines Kohlekraftwerkes in Moorburg und setze mich deswegen in Gesprächen privat und politisch dagegen ein. Ich habe im letzten halben Jahr mit Mitstreitern an Infotischen für die Petition Unterschriften gesammelt und mit Aktionen wie z.B. Bodenzeitung versucht Bürger und Bürgerinnen für dieses Thema zu sensibilisieren.
Deswegen hat es mich umso mehr gefreut, dass die Petition erfolgreich war und somit nicht einfach darüber hinweggegangen werden kann.

Von der SPD haben wir für den 19.2.2008 eine Veranstaltung zu dem Thema mit Monika Schaal (Sprecherin der Fraktion für Umwelt und Verbraucherschutz) in Süderelbe geplant und hoffen dabei auf rege Teilnahme, um auf dieses Thema erneut aufmerksam machen zu können. Ich werde mit weiteren Mitstreitern der SPD dort sein und würde mich freuen, wenn Sie auch kommen.

Insgesamt hoffe ich, dass wir mit der SPD bald wieder eine gestaltende Rolle in der Hamburger Politik übernehmen können, damit wir wirkungsvoller gegen den Kohlkraftwerksbau vorgehen können.

Mit freundlichen Güßen
Barbara Lewy
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Frage zum Thema Wirtschaft
21.01.2008
Von:

Sehr geehrte Frau Lewy,

wie beurteilen Sie als Immobilienmaklerin das übliche Verfahren, Maklercourtage für Mietwohnraum i.d.R. nicht vom Auftraggeber (i.d.R. Vermieter/Verwaltung) zu verlangen, sondern vom Mieter, der aus der Dienstleistung des Maklers ja gar keinen besonderen Nutzen zieht?

Wie beurteilen Sie die Folgen dieses Verfahrens für den Wohnungsmarkt, insbesondere für Wohnungssuchende mit geringem Einkommen?

Vielen Dank für Ihre Antwort

H. Nebelbauer
Antwort von Barbara Lewy
4Empfehlungen
24.01.2008
Barbara Lewy
Hallo Herr Nebelbauer,

bezahlbare Wohnungen sind ein wichtiges Thema.

Ich sehe es (auch) so das es sich dabei um Kosten handelt, die der Vermieter/Verwalter auf den Mieter "abwälzt". (Allerdings passiert das auch mit anderen Kosten z..B. Renovierung oder Betriebskosten). Die Courtage verteuert für Mieter die Wohnungskosten. Leider ist die Dienstleistung des Maklers, für die Mieter nicht immer vollständig ersichtlich. Ein guter Makler sorgt z.B. dafür, dass die Wohnung, die er vermittelt, in Ordnung ist und bespricht gegebenenfalls noch anstehenden Reparaturen mit dem Vermieter, bevor er sich an die Vermietung macht. Schließlich hängt der Ruf eines Maklers ganz unmittelbar mit dem Zustand der Wohnungen, die er betreut, zusammen. Es gibt auch viele Wohnungssuchende, die sich direkt an einen Makler wenden, um Wohnungen angeboten zu bekommen. Sie wollen z.B. von der Orts- und Sachkenntnis des Maklers bei der Wahl ihrer Wohnung profitieren und auch bei einigen Formalitäten, die ein Umzug mit sich bringt, die Dienstleistung eines Maklers in Anspruch nehmen. In meiner Maklertätigkeit habe ich übrigens selber eher selten mit Mietwohnungen zu tun. Eher mit dem Verkauf von Immobilien. Vermietung haben wir nur ab und an und dann meist ohne Courtage aus eigener Verwaltung.

Zu ihrer Frage, was für Folgen die Praxis für den Wohnungsmarkt hat: Die Praxis, dass der Mieter die Courtage bezahlt ist schon lange so und wird daher mE nicht zu einer Änderung des Wohnungsmarktes führen. Da sehe ich andere Punkte, die das bewirken und die auch dazu führen, dass Wohnungssuchende mit geringem Einkommen bei Maklern suchen müssen, weil günstige Wohnungen in Hamburg fehlen.

Sozialwohnungen und überhaupt Wohnungen, die im unteren Preisbereich liegen, gehen in der Regel nicht über den Makler und sollten dies m.M. auch nicht. Wohnungsbauunternehmen, Hausverwaltungen und Genossenschaften vermitteln die Wohnungen selber und dies ohne Courtage. Insofern sollte es für Wohnungssuchende mit geringem Einkommen Wege geben auch ohne Courtage an eine Wohnung zu kommen. Dies muss meiner Meinung nach auch so sein. Leider hat der CDU Senat die Bedingungen für günstige Wohnungen in Hamburg sehr verschlechtert.
Um nur zwei Beispiele zu nennen, die meines Erachtens mit zu einer Verschärfung der Wohnungslage führen: Es wurde seit 2003 die Wohnungsbauförderung um gut 30 % gekürzt und die Kürzungen betreffen vor allen Dingen die Förderung von Mietwohnungen. Dann wurde die SAGA und GWG herangezogen um die Haushaltskasse der Stadt zu füllen. So wurden den städtischen Wohnungsbauunternehmen Mittel entzogen und sie haben sich für die nächsten Jahre weitgehend aus dem Wohnungsneubau verabschiedet. Ich könnte jetzt noch mehr aufzählen, aber ich will nicht ausschweifen ... bezahlbarer Wohnraum ist ein großes Thema. Kurz und nicht gut: Der Bestand von Sozialwohnungen ist leider stark rückläufig und die Mieten steigen.

Dies fällt mir, da ich in der Immobilienbranche tätig bin, natürlich auch besonders auf und ich finde es bedenklich. Deswegen bin ich froh, dass dieser Punkt im SPD-Regierungsprogramm auch eine besondere Bedeutung hat. Wenn meine Beantwortung noch Fragen offen gelassen hat, können Sie mich auch gerne unter barbara.lewy@spd-online.de kontaktieren.

Mit freundlichen Grüßen
Barbara Lewy
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