Armin Laschet (CDU)
Abgeordneter Nordrhein-Westfalen 2010-2012
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Grunddaten
Armin Laschet
© CDU NRW
Geburtstag
18.02.1961
Berufliche Qualifikation
Studium Rechtswissenschaften, Journalist
Ausgeübte Tätigkeit
MdL, Parlamenatrischer Geschäftsführer
Wohnort
Aachen
Wahlkreis
Aachen II , über Wahlkreis eingezogen
Ergebnis
39,5%
Landeslistenplatz
5
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(...) Das im Jahr 2000 eingeführte neue Staatsangehörigkeitsrecht sehe ich nicht als Integrationshemmnis. Es entspricht vielmehr den Erfordernissen eines Einwanderungslandes, wie es Deutschland bereits seit vielen Jahrzehnten ist. (...)
Parlamentarische Arbeit
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Frage zum Thema Integration
14.06.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Landesminister!

Zunächst meinen Respekt für Ihre Bemühungen zur Integration von Zuwanderern, m. E. haben die großen Parteien da jahrzehntelang geschlafen! Wie genau denken Sie ist es möglich, das Problem anzugehen? Ich stelle die Frage vor dem Hintergrund, dass Immigration in die Parallelgesellschaften auch durch eine hohe Geburtenrate bei schlecht integrierten Migranten möglich ist. Muss nicht hier der Staat gem. Art. 6 GG sein Wächteramt (anstatt unbescholtene Familien wie im "Fall Görgülü" grundlos über Jugendämter zu schikanieren) über die Familien ausüben, zum Wohle der Kinder und der Gesellschaft, indem er verbindlich festschreibt:

1.) Jedes Schulkind hat bei Schulantritt die deutsche Sprache akzeptabel zu beherrschen.

2.) Jede Schülerin und jeder Schüler hat das verbindliche Recht auf Teilnahme am Sexualaufklärungs- und Sportunterricht. Dieses ist notfalls vom Staat für die Kinder und Jugendlichen durchzusetzen.

3.) Personen, die nicht integrationsfähig und -willig sind, können nicht dauerhaft ihren Wohnsitz in der Bundesrepublik Deutschland begründen.

?

War die rot-grüne "Reform" des Staatsangehörigkeitsrechts vor zehn Jahren vor diesem Hintergrund falsch, weil nun jeder quasi eingebürgert wird, der zufällig hier wohnt bzw. geboren wurde?

Ich gebe einen Text zum Nachdenken dazu, der zeigen soll, wie tabubehaftet das Thema ist:

wiki.piratenpartei.de

(Es wird an einem fiktiven Beispiel gezeigt, wie schnell ein islamisierungskritischer Durchschnittsbürger in die Ecke des Rechtsextremismus gestellt wird. Glauben Sie, dass Konservative durch die Tabuisierung letztenendes tatsächlich radikalisiert werden können?)

"Fall Görgülü": de.wikipedia.org

Mit freundlichen Grüßen,

Antwort von Armin Laschet
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21.06.2010
Armin Laschet
Sehr geehrter Herr ,

haben Sie vielen Dank für Ihren Zuspruch und Ihre Fragen zu einigen Aspekten der Integrationspolitik.

Mit Ihren Fragen zielen Sie auf zwei der zentralen integrationspolitischen Aufgaben, vor denen wir stehen: die Sprachförderung für Kinder sowie die "nachholende Integrationspolitik", wie es der renommierte Integrationsforscher Klaus J. Bade genannt hat.

In den vergangenen fünf Jahren haben wir in Nordrhein-Westfalen die individuelle Sprachförderung gestärkt und verbindliche Sprachtests eingeführt. Jedes Kind wird zwei Jahre vor der Einschulung auf seine Deutschkenntnisse hin überprüft. Daran schließt sich eine individuelle zusätzliche Sprachförderung an, für das Land mittlerweile rund 28 Mio. Euro bereitstellt - gegenüber 7,5 Mio. Euro im Jahr 2005. So stellen wir sicher, dass jedes Kind - unabhängig von der Herkunft seiner Eltern - gut Deutsch spricht, wenn es in die Schule kommt.

Die Schule und der gemeinsame Unterricht sind - wie Sie zu Recht hervorheben - wichtige Elemente der Integrationspolitik. Eine Befreiung vom Unterricht, z.B. vom gemeinsamen Sport- oder Sexualkundeunterricht, ist daher nur in Ausnahmefällen möglich. Die Landesregierung Nordrhein-Westfalen wirbt zudem darum, dass mehr Menschen mit Zuwanderungsgeschichte den Lehrerberuf anstreben und an den Schulen unterrichten. Sie können dort Vorbilder für die Schülerinnen und Schüler sein, die zu Integration, Teilhabe und dazu motivieren, durch Bildung die Voraussetzungen für den Aufstieg zu schaffen.

Chancen auf Aufstieg und Teilhabe müssen wir zudem auch denjenigen Zugewanderten eröffnen, die schon länger bei uns leben und die Schule bereits durchlaufen haben. Diesen Teil der "nachholenden Integrationspolitik" gilt es in den kommenden Jahren noch weitaus stärker in den Blick zu nehmen, als das bislang geschehen ist.

Das im Jahr 2000 eingeführte neue Staatsangehörigkeitsrecht sehe ich nicht als Integrationshemmnis. Es entspricht vielmehr den Erfordernissen eines Einwanderungslandes, wie es Deutschland bereits seit vielen Jahrzehnten ist.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Laschet
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Frage zum Thema Integration
14.06.2010
Von:

Herr Minister!

Ich lebe in einem Stadtteil von Duisburg, in dem kaum noch Deutsche wohnen. Glauben Sie wirklich, daß die Integration gelungen wäre? Inwiefern, wenn, denken Sie das?

Mein Name weist Sie auf den "Migrationshintergrund" meiner Person hin. Mein Vater kam dereinst als "Ruhrpole" hierher. Diese Menschen aus dem gleichen Kulturkreis haben Sitte, Kultur und Werte Deutschlands problemlos akzeptiert. Denken Sie, dass das im Koran Geschriebene verfassungskonform ist und Moslems integrierbar?

Gruß
Antwort von Armin Laschet
3Empfehlungen
21.06.2010
Armin Laschet
Sehr geehrte Frau ,

das von Ihnen angeführte Beispiel der Zuwanderung aus Polen ins Ruhrgebiet zeigt, wie sehr unser Land von den Menschen mit Zuwanderungsgeschichte profitieren kann. Die Nachkommen der meisten polnischen Bergleute haben den wirtschaftlichen und sozialen Aufstieg in Deutschland geschafft, weil sie sich darum gekümmert haben, dass es ihren Kindern einmal besser geht als ihnen selbst.

An diese Erfolgsgeschichte der "Ruhrpolen" müssen wir auch bei den Zugewanderten aus muslimisch geprägten Ländern anschließen. Dabei stellt sich nicht die Frage, ob "der" Islam mit dem Grundgesetz vereinbar ist, denn das Grundgesetz gilt für jeden - unabhängig von der Religion. Und dass Muslime integrierbar sind, dafür gibt es unzählige Beispiele: von der ersten muslimischen Ministerin, Aygün Özkan, bis zum Spitzenfußballer Mesut Özil, der in der deutschen Nationalmannschaft dafür kämpft, dass unser Land bei der Weltmeisterschaft in Südafrika gut abschneidet.

Vor allem aber leben seit mehr 50 Jahren Muslime friedlich in unserem Land, viele von ihnen sind deutsche Staatsbürger, die sich an die Gesetze und die Verfassung halten, Steuern zahlen und ihren Beitrag zu unserer Gesellschaft leisten. Der frühere Bundesinnenminister Wolfgang Schäuble hat zu Recht gesagt, dass der Islam "Teil unserer Gesellschaft" ist.

Mein Ziel ist, dass die Integration der Menschen mit Zuwanderungsgeschichte gelingt. Angesichts der Tatsache, dass bereits heute 38 Prozent der Kinder, die jünger als sieben Jahre sind, eine solche Zuwanderungs¬geschichte haben, ist diese Politik auch in unserem gesamtgesellschaftlichen Interesse. Gleichwohl weiß ich auch um die Probleme der Integration: Gewalt im Namen der "Ehre", Zwangsheirat und andere Verstöße gegen die geltenden Gesetze werden bestraft, Milli Görüs wird vom Verfassungsschutz beobachtet und wir haben in Nordrhein-Westfalen ein Kopftuchverbot für Lehrerinnen erlassen, da sie als Beamtinnen zur Neutralität verpflichtet sind.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Laschet
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
06.08.2010
Von:

Sehr Geehrte Herr Abgeordneter Armin Laschet ich wollte sie nur Fragen wie sie es Sehen das man sie als Kandidat und Warscheinlichen nachfolger von Jürgen Rüttgers Sieht ???


mit freundlichen grüßen
Stefan Vreys

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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.09.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Laschet,

Sie zeigen ja starkes Interesse daran, in NRW die Führung der CDU zu übernehmen. In dem Fall, Sie erhalten den CDU-Vorsitz in NRW, was tun Sie für die Stärkung der Bürgerrechte?
Im speziellen Fall liegt in Duisburg ein "offener Posten" zur Klärung bereit, in dem 10.000 Duisburger die Abwahl von OB Sauerland fordern. Diese 10.000 Unterschriften sollen nun für die Katz gewesen sein.

Wie sehen Sie das Problem, kann es richtig sein, dass die Bürger in so einem Fall der Obrigkeit ohnmächtig zusehen müssen? Obwohl die Verfassung in NRW (Artikel 2) einen Volksentscheid ausdrücklich vorsieht?

Danke und freundliche Grüße
Antwort von Armin Laschet
2Empfehlungen
29.09.2010
Armin Laschet
Sehr geehrter Herr ,

die tragischen Ereignisse vom 24. Juli 2010 haben uns alle zutiefst erschüttert. Das ganze Land trauert um die Opfer. Den Angehörigen der Opfer gilt unser tief empfundenes Mitgefühl.

Die staatsanwaltschaftlichen Ermittlungen, das wird immer wahrscheinlicher, werden kein "Schwarz-Weiß-Bild" ergeben. Die Vermutung, dass es bei allen Beteiligten - Stadt, Veranstalter, Sicherheitskräfte - Fehler gegeben haben könnte, die mitursächlich für die Tragödie sind, hat sich unterdessen bestätigt. Dies zeigt, wie sensibel im Zusammenhang mit der schrecklichen Tragödie mit vorschnellen Urteilen und Schuldzuweisungen umgegangen werden muss.

Nicht zuletzt gilt für alle Beteiligten, also auch für den Oberbürgermeister der Stadt Duisburg, die Unschuldsvermutung als unabdingbare Voraussetzung eines jeden rechtsstaatlichen Verfahrens. Die von Adolf Sauerland getroffene Entscheidung, in seiner Funktion an der Aufklärung der Tragödie mitzuwirken, ist daher zu respektieren. Ebenso die Tatsache, dass der auf die Abwahl des Oberbürgermeisters gerichtete Einwohnerantrag nicht die erforderliche Mehrheit im Stadtrat gefunden hat. Eine "Ohnmacht" der Unterzeichner des Antrags vermag ich nicht zu erkennen, da die Regelungen der Gemeindeordnung uneingeschränkte Beachtung gefunden haben.

Die CDU-Landtagsfraktion Nordrhein-Westfalen hat von Anfang an die Interessen der Angehörigen und den Respekt vor den Opfern zur Leitlinie ihres Handelns gemacht. Die wechselseitigen Schuldzuweisungen, die schon bald nach dem tragischen Ereignis eingesetzt haben, stellen insbesondere die Gefühle der Angehörigen auf eine harte Probe. Gerade ihnen gegenüber ist die Politik in besonderem Maße verpflichtet, den ihr möglichen Beitrag zur Aufklärung zu leisten.

Es geht darum, Antworten zu finden auf die Frage, wie es zu diesem Unglück, das uns alle zutiefst erschüttert hat, kommen konnte. Hierbei sind wir ausschließlich der Wahrheit verpflichtet. Dies schulden wir den Opfern und den Angehörigen der Toten, deren Schmerz wir nur erahnen können.

Mit freundlichen Grüßen

Armin Laschet MdL
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
07.12.2010
Von:

Sehr geehrter Herr Laschet,

heute ist in London Julian Assange verhaftet worden. Wenn man die Berichte in den Medien verfolgt, sieht es so aus, als ob die USA aufgrund der auf Wikileaks veröffentlichten Geheimdokumente eine Art Hexenjagd auf Assange eröffnet haben. Selbst Assanges Heimatland Australien scheint sich dem politischen Druck der Amerikaner zu beugen und der von Schweden ausgestellte Haftbefehl scheint konstruiert - Großbritannien will Assange jedoch an Schweden ausliefern. Eine "Red Notice" durch Interpol scheint maßlos überzogen und entbehrt jeder Verhältnismäßigkeit.

Welche Meinung vertreten Sie in dieser Angelegenheit? Diskutieren deutsche Politiker überhaupt über dieses Thema? Ich frage mich, wie sich MEIN Land zu mir stellen würde, wäre ich an Assange´s Stelle.

Ich mache mir Sorgen, da Assange´s Verhaftung exemplarisch für die politische Entwicklung in vielen demokratischen Ländern (und auch in Deutschland) sein könnte. Unter dem Vorwand der "Sicherheit gegen Terrorismus" werden ständig neue Sicherheitsvorkehrungen und Maßnahmen eingeführt, die die Freiheit jedes einzelnen Bürgers immer weiter einschränken. Ich beobachte, dass von den Medien Angst in der Bevölkerung geschürt wird. Es wird in den Nachrichten oft berichtet von Terroristen, möglichen Anschlägen und Gefahren. Doch laut Statistik kam zwischen 1993 bis 2007 in Deutschland kein einziger Mensch aufgrund von Terror-Anschlägen ums Leben. (Es gab lediglich Opfer unter deutschen Soldaten, die an Auslandseinsätzen teilnahmen).

Terroristen, die keine Anschläge in meinem Land verüben, machen wir keine Angst. Aber die Tatsache, dass die Bevölkerung durch Medien und Politik in Angst und Schrecken versetzt wird, und so Sicherheitsmaßnahmen durchgesetzt werden, die die Freiheit des einzelnen Bürgers zunehmend einschränken, macht mir Angst. Sind wir politisch wieder auf dem Weg in Richtung Faschismus?

Was unternehmen Sie, um die Freiheit der Bürger zu bewahren?

Vielen Dank für Ihre Antwort.

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