Anja Kofbinger (GRÜNE)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Grunddaten
Anja Kofbinger
Jahrgang
1960
Berufliche Qualifikation
Vermessungstechnikerin
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des abgeordnetenhauses
Wohnort
Berlin
Wahlkreis
Berlin-Neukölln
Ergebnis
14,6%
Landeslistenplatz
5, Berlin
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Ich glaube ich war ebenso erstaunt wie Sie, von Joschka Fischers neuestem Engagement zu hören. (...)
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Frage zum Thema Energieversorgung
25.07.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kofbinger,

wie stehen Sie dazu, dass Ihr Kollege Joschka Fischer neuerdings in der Energiebranche tätig ist und PR für eine europäisch-zentralasiatische Gaspipeline macht? Sollte er nicht eher für erneuerbare Energien eintreten anstatt die Nutzung fossiler Brennstoffe weiter zu forcieren?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Anja Kofbinger
7Empfehlungen
29.07.2009
Sehr geehrter Herr ,

ich glaube ich war ebenso erstaunt wie Sie, von Joschka Fischers neuestem Engagement zu hören. Mir wäre es lieber gewesen, er würde sich für andere Themen, z. B. für erneuerbare Energien engagieren. Aber er ist nun mal nicht mehr in offizieller Funktion für die Grünen tätig, sondern nur noch einfaches Mitglied. Deshalb hält sich unser Tadel bzw. Spott auch in engen Grenzen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Kofbinger
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Frage zum Thema Innere Sicherheit und Justiz
30.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kofbinger,

Wie stehen sie zu der Vorratsdatenspeicherung, den BKA und anderen Gesetzen die in Folge der Terrorismusbekämpfung in der letzten Legislaturperiode von der großen Koalition vorangetrieben worden sind? Was halten sie von den den Netzsperren von Frau von der Leyen?

Des weiteren würde mich ihr Standpunkt zum Afghanistankrieg interessieren sowie dem geplanten Bundeswehreinsatz im Inneren.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Anja Kofbinger
1Empfehlung
01.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

wir als Bündnis 90/Die Grünen stehen den im Namen der Terrorismusbekämpfung von der großen Koalition verabschiedeten Gesetzen sehr kritisch gegenüber. Konkret heißt das, dass wir die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten, die Online-Durchsuchung von Computern sowie die Videoüberwachung privater Wohnungen ablehnen. Auch sind wir der Überzeugung, dass das BKA-Gesetz dem Bundeskriminalamt deutlich zu viele Kompetenzen zuweist und es der Kontrolle durch alle Abgeordneten entzieht, indem es über die Zuweisung geheimdienstlicher Aufgaben nur noch dem Parlamentarischen Kontrollgremium Rechenschaft schuldig ist. Deshalb sagen wir in dieser Form "Nein" zum BKA-Gesetz und fordern ein völlig neues BKA-Gesetz welche eine zu starke Machtkonzentration in dieser Behörde verhindert und die Errungenschaften unseres Rechtsstaates schützt und nicht abbaut. Zu den Netzsperren von Frau von der Leyen gibt es von uns eine klare Absage, denn wir wollen ein freies Internet ohne Filterung, Sperrlisten und massenhafter Datenspeicherung. Wir wollen kein Internet was durch Staaten oder Konzerne mithilfe von technischen Sperren gesteuert wird, sondern ein Internet welches freien Zugang zu Informationen bietet. Gleichwohl ist das Internet natürlich kein rechtsfreier Raum und wir fordern eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden um eine rasche Verfolgung von Straftaten wie Kinderpornografie oder nationalsozialistischer Propaganda zu gewährleisten.

Einen Einsatz der Bundeswehr im Inneren lehnen wir strikt ab. Für die Innere Sicherheit ist die Polizei zuständig und nicht die Bundeswehr.

Die bisherige Strategie beim Afghanistaneinsatz mit dem Vorherrschen militärischer Lösung führt aus unserer Sicht nicht zum Erfolg, da mit diesen Mittel nur mehr Gewalt und Terror erzeugt wird anstatt ihn zu bekämpfen. Deshalb muss ein Strategiewechsel her. Die Operation "Enduring Freedom" sowie diverse militärische Operationen müssen beendet werden. Stattdessen muss mithilfe von zivilem Wiederaufbau die Sicherheit der Bevölkerung gewährleistet werden. Deutschland sollte dabei vor allem beim Aufbau des Polizei- und Justizapparates seine Anstrengungen verstärken. Die Grünen werden weiteren Verlängerungen des ISAF-Mandats der Bundeswehr nur dann zustimmen, wenn ein ernsthafter Strategiewechsel eingeleitet wird, der auch einen schrittweisen Abzug der internationalen Truppen vorsieht. Ein einfaches "Weiter so" mit unklarer Zielrichtung kann es aus grüner Sicht für des Bundeswehrmandat nicht geben.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Kofbinger
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Frage zum Thema Bürgerrechte, Daten und Verbraucherschutz
30.08.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kofbinger,

Ihrer Homepage entnehme ich, dass Ihr Schwerpunkt bisher im Bereich Frauen/Gender lag. Mich würde interessieren, wie Sie zum Thema Datenschutz und Bürgerrechte im digitalen Zeitalter stehen. Konkreter gefragt, würden sie Gesetzen wie dem zur Vorratsdatenspeicherung oder dem zur Erschwerung des Zugangs zu kinderpornographischen Inhalten in Kommunikationsnetzen zustimmen?
Antwort von Anja Kofbinger
1Empfehlung
01.09.2009
Sehr geehrte Frau ,

wir als Bündnis 90/Die Grünen stehen den im Namen der Terrorismusbekämpfung von der großen Koalition verabschiedeten Gesetzen sehr kritisch gegenüber. Konkret heißt das, dass wir die Vorratsdatenspeicherung von Telekommunikationsdaten, die Online-Durchsuchung von Computern sowie die Videoüberwachung privater Wohnungen ablehnen. Wir sind der Überzeugung, dass das BKA-Gesetz dem Bundeskriminalamt deutlich zu viele Kompetenzen zuweist und es der Kontrolle durch alle Abgeordneten entzieht, indem es über die Zuweisung geheimdienstlicher Aufgaben nur noch dem Parlamentarischen Kontrollgremium Rechenschaft schuldig ist.

Deshalb sagen wir in dieser Form "Nein" zum BKA-Gesetz und fordern ein völlig neues BKA-Gesetz welche eine zu starke Machtkonzentration in dieser Behörde verhindert und die Errungenschaften unseres Rechtsstaates schützt und nicht abbaut.

Zu den Netzsperren von Frau von der Leyen gibt es von uns eine klare Absage, denn wir wollen ein freies Internet ohne Filterung, Sperrlisten und massenhafter Datenspeicherung. Wir wollen kein Internet was durch Staaten oder Konzerne mithilfe von technischen Sperren gesteuert wird, sondern ein Internet welches freien Zugang zu Informationen bietet.

Gleichwohl ist das Internet natürlich kein rechtsfreier Raum und wir fordern eine Verbesserung der internationalen Zusammenarbeit der Ermittlungsbehörden um eine rasche Verfolgung von Straftaten wie Kinderpornografie oder nationalsozialistischer Propaganda zu gewährleisten.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Kofbinger
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Frage zum Thema Soziales und Familie
02.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kofbinger,

Ich bin seit meinem ersten Wahlgang mit 18 Grün Wähler. Im Jahr 2005 wählte ich aus taktischer Überlegung die SPD. Leider stehe ich kurz vor der Wahl 2009 wiederun nicht nur vor inhaltlichen, sondern auch vor taktischen Entscheidungen.
Ich kenne die Parteiprogramatik einigermaßen und kann mich sicherlich nicht für die Außenpolitik der Linkspartei erwärmen. Auch nicht für die libarele Position eines Bürgergeldes und der angeblichen Steuererleichterung. CDU aus Überzeugung ausgeschlossen. Somit bleibt SPD und Grün!

Da ich seit langem als Sozialarbeiter tätig bin und immer wieder, mit erstaunlichen Dingen in der Umsetzung des SGB II /SGBI /SGBX und SGBX konfrontiert bin richtet ich meine zum sozialen wie folgt an Sie:

Wie würden Sie die Lücke zwischen dem SGBX und SGB III ( Anspruch zum ALG1 ) schließen wollen bei einem Klienten welcher 35 Jahre gearbeitet hat und dann Krebskrank wurde. Da aber der medizinische Dienst der Arbeitsagentur beschlossen hat das er arbeitsfähig ist, und keine Austeuerung der Krankenkasse erhielt ist er aktuell weder in seinem Arbeitsverhältnis gekündigt, noch als Krank anerkannt , noch offiziell arbeitslos.
Er gilt also als erwerbsfähig weil die Meinung des medizinischen Dienstes über die Aussagen der Fachärzte gestellt wird.

Würden Sie diesbezüglich von der Grünen Partei Fachtagungen abhalten, wie zum Beispiel die Linke im Bundestag zur Frage ist Hartz IV verfasuungswidrig- und auch Laien einladen?

Warum sind Sie erst jetzt für die Regelsatzerhöhung zum Hartz IV obwohl ihre Ursprungsentscheidung unter der Schröder Regierung zur Zusammenlegung richtig war.

Welche Mittel zur Personalaufstockung würden Sie akquieren um endlich bei den Arbeitsagenturen und ARGEN nicht nur das Fordern sondern auch das Fördern zu instrumentalisieren ?

Würden Sie sich zum Beispiel meiner Klientel in einer Podiumsdiskussion zur Verfügung stelllen?

Sollte ich mich grün entscheiden, glauben Sie Dinge in CDU/FDP/GRÜN zu halten?
Antwort von Anja Kofbinger
bisher keineEmpfehlungen
13.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

zuerst einmal möchte ich Ihnen für Ihre Frage danken.
Der von Ihnen geschilderte Fall bzgl. der Lücke zwischen SGB X und SGB III ist für mich leider aus der Entfernung ein bisschen schwer zu beurteilen, da ich nur über spärliche Informationen verfüge, aber ich werde trotzdem versuchen eine Antwort zu geben.

Der von Ihnen genannte medizinische Dienst der Arbeitsagentur ist normalerweise dazu da die Eignung eines Arbeitssuchenden für bestimmte Berufe zu überprüfen bzw. gesundheitliche Einschränkung bzgl. der Leistungsfähigkeit sowie deren ggf. deren Ausmaß festzustellen.
Der ärztliche Dienst der BA ist hingegen nicht für die grundsätzliche Feststellung einer vollen oder teilweisen Erwerbsminderung zuständig. Diese Erwerbsminderung kann nur durch den Rentenversicherungsträger festgestellt werden.

In ihrem konkreten Fall heißt das dann, dass der Betroffene, dem der medizinische Dienst der Arbeitsagentur ja offensichtlich die Arbeitsfähigkeit bescheinigt, wie jeder andere Arbeitslose behandelte werden müsste. Ist er allerdings derzeit in Behandlung wegen der Krebserkrankung so wird er normalerweise auch während der Arbeitslosigkeit krank geschrieben und bleibt von der Arbeitsagentur unbehelligt.

Für mich sieht der Fall ihres Betroffenen so aus, dass dort an irgendeinem Punkt etwas falsch gelaufen um dies allerdings näher beurteilen zu können, müssten sie mir mehr Informationen zukommen lassen. Gegenfalls sollten sie auch darüber nachdenken sich mit diesem Fall an den Petitionsausschuss zu wenden.

Die Bundestagsfraktion von Bündnis 90/ Die Grünen hat in der letzten Legislaturperiode im Bereich Arbeit/Soziales bereits öffentliche Veranstaltungen/Tagungen zu verschiedenen Themen im Bereich Arbeitslosigkeit/ALG II ausgerichtet. So z.B. zu Prävention von Arbeitlosigkeit, Integration von Menschen mit Behinderung und flexiblen Beschäftigungsverhältnissen. Auch weiterhin wird sich die Bundestagsfraktion in diesem Bereich engagieren.

Wir als Grüne sprechen uns nicht erst seit diesem Wahlkampf sondern bereits seit 2005 für eine Erhöhung der Regelleistungen aus. So haben wir in dieser Legislaturperiode mindestens drei Anträge eingebracht in den Bundestag in denen wir die Höhe, aber auch das Verfahren der Bedarfsanalyse, die dem Regelsatz zugrunde liegt, kritisieren. Dieses Verfahren war von Anfang an intransparent und mangelhaft, wodurch die zeitlichen Intervalle zur Anpassung der Regelleistung an gestiegene Lebenshaltungskosten viel zu lang ist.
Dies hängt auch und vor allem mit der seinerzeit betriebenen Blockadepolitik der CDU/CSU im Bundesrat zusammen, wodurch das Gesetz noch einmal stark verändert wurde um dort eine Mehrheit zu finden.

Für die Verbesserung des Förderungsaspektes in den Arbeitsagenturen und ARGEN ist aus grüner Sicht nicht unbedingt mehr Geld von Nöten, da in den Haushaltsansätzen noch genug Mittel für zusätzliches Personal eingeplant sind, die bisher aber aus welchen Gründen auch immer nicht ausgenutzt werden. Außerdem ist es aus unserer Sicht vor allem auch nötig die Qualifzierung der Mitarbeiter sowie die Qualität der Fallbearbeitung zu verbessern um die Förderung der Arbeitssuchenden zu ermöglichen.
Hierzu ist es aus unserer Sicht nötig eindeutige gesetzliche Vorgaben für das Fallmanagement zu schaffen. Auch wollen wir Hilfebdürftigen im SGB II mehr Rechte einräumen und Ombudsstellen in den Jobcentern schaffen damit ein Anlaufpunkt für Beschwerden existiert. Desweitern dürfen von den Arbeitsagenturen und ARGEN verhängte Sanktionen nicht den zum Leben notwendigen Mindestbedarf antasten.
Mit der Umsetzung dieser Maßnahmen entsteht für die Jobcenter ein Rahmen, der zur Verbesserung der Betreuung beiträgt und eine Fallbetreuung auf Augenhöhe ermöglicht.

Für eine Podiumsdiskussion zur Umsetzung des SGB II und Problemen mit dieser würde ich Ihnen natürlich im geeigneten Rahmen zur Verfügung stehen.

Die von Ihnen aufgeworfene Frage der Umsetzung grüner Ziele in einer CDU/FDP/Grüne- Koalition stellt sich so für uns nicht, da die Grünen im Wahlaufruf gerade aufgrund der starken inhaltlichen Unterschiede zwischen diesen drei Parteien eine derartige Koalition ausgeschlossen haben.
Denn Koalitionen kann es für die Grünen nur dort geben, wo auch grüne Inhalte umgesetzt werden.
Die Umsetzung unserer Inhalte ist für uns der Maßstab für jede Koalitionsvereinbarung und nur dort wo Grün drin ist, werden Grüne ihre Unterschrift drunter setzen.

Mit freundlichen Grüßen

Anja Kofbinger
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Frage zum Thema Außenpolitik
07.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Kofbringer,

in erster Linie sollen Sie natürlich den Bezirk und im Bezirk die Bürger vertreten. Nichts desto trotz haben Sie auch die Aufgabe die Bundespartei mit zu lenken und ihre Meinung zu Fragen die über den Bezirk hinaus gehen in Diskussionen mit einzubringen.

Daher würde mich Ihre Meinung zu unserem derzeitigen System der "Global Governance" interessieren. Was sind Ihre Visionen bzw. Utopien in diesem Bereich?

Insbesondere interessiert mich außerdem, ob Sie sie UNPA-Kampagne bisher nicht unterstützen weil Sie noch nichts von Ihr gehört haben oder weil sie globale Demokratie ablehnen?

In meinen Augen ist eine globale Demokratie mit starker subsidiarer Ausprägung das vernünftigste politische System für eine wirtschaftlich wie auch anderweitig vernetzte Weltgesellschaft. Was ist also Ihre Meinung?

Für mich könnte die Antwort wahlentscheidend sein, da ich davon ausgehe, dass wir ohne eine radikale Reform unseres politischen Systems nicht wirklich in einer Demokratie leben, sondern in einer Diktatur des Systems, welche dafür sorgt, dass Nationalstaaten ihre Infrastruktur (Bildung, Straßen, Umwelt) an den internationalen Kapitalmarkt unter Erhaltungskosten verkaufen (zum Preis von Steuern, Abgaben, etc.). Im Endeffekt profitiert davon niemand. Es handelt sich ganz einfach um einen unregulierten Markt: Marktversagen erreicht sein Maximum. Aus spieltheoretischen Gründen wird die Mehrzahl der Bürger in unserem heutigen System immer im Interesse des Kapitalmarktes wählen, denn dieses Verhalten garantiert Ihnen die größten Chancen auf Jobs (Deckung der Grundbedürfnisse).

Es gibt zahlreiche Gründe für globale Demokratie: Frieden, Menschenrechte (inkl. Frauenrechte, Kinderrechte), Wohlstandsmaximierung (die Summe aus Staats- und Marktversagen wird minimiert), Gerechtigkeit, Umweltschutz, Freiheit, etc.

Ich bin gespannt auf Ihre Antwort,
FB
Antwort von Anja Kofbinger
1Empfehlung
17.09.2009
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre interessante Frage.
Zuerst einmal möchte ich sagen, dass ich die UNPA-Kampagne bisher wirklich noch nicht kannte und mich jetzt im Zuge der Beschäftigung mit ihrer Frage über sie informiert habe.

Mir war bisher nur die grundsätzliche Idee eines UN-Parlamentes bekannt, die ich auch für unterstützenswert halte, da die demokratische Legitimation internationaler Institutionen eine stark vernachlässigte Angelegenheit ist. Dies betrifft sowohl den EU-Bereich in dem noch weitere Fortschritte bei der Verlagerung von Entscheidung aus Kommission und Rat ins EU-Parlament von Nöten sind, aber eben vor allem den von Ihnen angesprochenen Bereich der Vereinten Nationen.

Als erster Schritt schwebt uns Grünen eine Reform des UN-Sicherheitsrates vor, so dass das Vetorecht abgeschafft wird um den Sicherheitsrat nicht weiter zum Schauplatz von Partikularinteresse einzelner Nationen zu machen. Außerdem soll eine gerechtere Zusammensetzung des Sicherheitsrates durchgesetzt werden, die die gesamte Weltbevölkerung repräsentiert. Hierzu schwebt uns u.a. ein gemeinsamer Sitz der Staaten der europäischen Union vor.

Ganz grundsätzlich halten wir Grüne Global Governance für eine sehr wichtige Frage für die weitere Gestaltung des Zusammenlebens auf unserer Erde. Denn viele wichtige Probleme können nicht mehr nur auf nationaler und europäischer Ebene diskutiert geschweige denn gelöst werden. So sind Themen wie die internationale Finanz- und Wirtschaftskrise, der Klimawandel oder die Hungerkrise nur mit der Hilfe anderer Staaten in einem globalen Kontext zu lösen. In einer Welt, die so stark vernetzt ist wie die unsrige können Frieden und Sicherheit, Gerechtigkeit und Klimaschutz nur im gemeinsamen Dialog erreicht werden.

Um dies zu erreichen brauchen wir neben mehr multilateraler Kooperation und reformierter UN-Institutionen auch einen stärkeren zivilgesellschaftlichen Austausch zwischen den Ländern sowie global akzeptierte politische, ökologische und ökonomische Regeln, die die wohlhabenden Länder in die Verantwortung nehmen und den ärmeren Länder neue Chancen für eine bessere Zukunft eröffnen.

Aus Grüner Sicht nehmen auf diesem Weg in die Zukunft Armutsbekämpfung, Erhalt der natürlichen Lebensgrundlagen, Klimaschutz und eine neue Energiepolitik eine zentrale Rolle ein. Doch wenn diese Schlüsselprojekte für unsere Erde gelingen sollen braucht es Global Governance. Dann können nicht die nationalen Interessen im Vordergrund stehen, sondern dann muss es einen gemeinsamen Weg in unsere Zukunft geben.

Und an diesem gemeinsamen Weg wollen wir Grüne mitbauen. Deswegen am 27.09 beide Stimmen für Grün. Die ausführlicheren Argumente habe wir für sie auf einer website zusammengefasst: www.gruene-bundestag.de

Mit freundlichen Grüßen

Anja Kofbinger
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