Andrej Hunko (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag

Angaben zur Person
Andrej Hunko
Geburtstag
29.09.1963
Berufliche Qualifikation
Angestellter
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Bundestages
Wohnort
Aachen
Wahlkreis
Aachen I
Ergebnis
6,2%
Landeslistenplatz
4, über Liste eingezogen, Nordrhein-Westfalen
(...) Um dieses Problem zu lösen, bedarf es strikter und vor allem internationaler Regeln, um Steueroasen auszutrocknen. Zugleich müssten die enormen angehäuften Vermögen abgeschöpft und umverteilt werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
Sämtliche veröffentlichungspflichtigen Nebentätigkeiten finden Sie auf www.bundestag.de. Zur Orientierung haben wir hier im Folgenden die einzelnen Stufen erläutert.

Lesen Sie auch im abgeordnetenwatch.de-Blog unsere Artikel zu den Nebentätigkeiten.
Erläuterungen
  • Grundlage für die Angabe der oben aufgeführten Nebentätigkeiten und Einkünfte bilden die "Verhaltensregeln für Mitglieder des Deutschen Bundestags"
  • Einkünfte sind nur anzugeben, wenn diese im Monat den Betrag von 1.000€ oder im Jahr den Betrag von 10.000€ für eine einzelne Tätigkeit übersteigen
  • Die Höhe der Einkünfte wird nicht in konkreten Euro-Beträgen angegeben, sondern lediglich in zehn Stufen: Stufe 1: 1.000 - 3.500€, Stufe 2: 3.500 - 7.000€, Stufe 3: 7.000 - 15.000€, Stufe 4: 15.000 - 30.000 €, Stufe 5: 30.000 - 50.000 €, Stufe 6: 50.000 - 75.000 €, Stufe 7: 75.000 - 100.000 €, Stufe 8: 100.000 - 150.000 €, Stufe 9: 150.000 - 250.000 €, Stufe 10: über 250.000 €.
  • Quelle der Daten: www.bundestag.de
Fragen an Andrej Hunko
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Frage zum Thema Finanzen
08.07.2015
Von:

Sehr geehrter Herr Hunko,

Ist es nicht an der Zeit, auch wegen der ständigen Schuldenzuwächse in Europa (vor allem auch in den Kommunen) und zunehmender Arbeitslosikeit, Befristungen und Armut endlich das Thema Steueroasen in Europa anzugehen ?

Während die durchschnittliche BürgerIn in Europa mit immer weniger auskommen soll, wächst Jahr für Jahr der "Billionen Euro-Turm" in den Steueroasen.

Muss man nicht endlich aus demokratischen Gründen auch das Thema Schulden mit dem Thema Steueroasen und volkswirtschaftliche Prospirität verbinden ?

Bedarf es nicht endlich neue Regeln für Finanzspekulationen, die den BürgerInnen in Europa zugute kommen und die BürgerInnen dies auch in der Realität auch spüren ?

Für Ihre Antwort vielen Dank.

Mit freundlichen Grüßen
L.
Antwort von Andrej Hunko
bisher keineEmpfehlungen
06.08.2015
Andrej Hunko
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage. Ich stimme mit Ihnen überein, dass die Bekämpfung von Steuerflucht und Steuervermeidung sowie so genannter "Steueroasen" insbesondere angesichts klammer öffentlicher Kassen ein wichtiges Thema ist. Hier entgehen den Staaten jedes Jahr Milliardenbeträge, die für sinnvolle öffentliche Ausgaben verwendet werden könnten. Das Problem ist jedoch, dass von den Regierungen sowie den EU-Institutionen in der Regel nicht mehr als Lippenbekenntnisse kommen. Alle Jahre wieder wird sich über Steueroasen aufgeregt und versprochen, gegen diese vorzugehen. Tatsächlich passiert aber viel zu wenig.

Um dieses Problem zu lösen, bedarf es strikter und vor allem internationaler Regeln, um Steueroasen auszutrocknen. Zugleich müssten die enormen angehäuften Vermögen abgeschöpft und umverteilt werden. DIE LINKE fordert unter anderem die sofortige Abschaffung der Abgeltungssteuer auf private Kapitalerträge, die Einkommen aus Arbeit benachteiligt. Darüber hinaus müssen die internationalen Konventionen gegen Geldwäsche und Steuerhinterziehung in Deutschland konsequent umgesetzt werden. Auf internationaler Ebene müssen Doppelbesteuerungsabkommen mit anderen Steuerparadiesen gekündigt und gegebenenfalls durch eine saftige Quellenbesteuerung ersetzt werden. Banken mit Aktivitäten in Steuerparadiesen ist die Lizenz zu entziehen.

Und wir müssten gar nicht weit weg schauen, um Probleme anzugehen: Laut dem "Schattenfinanzindex" des renommierten Tax Justice Network steht Deutschland auf Platz acht der Rangliste von Steueroasen. Dies liegt unter anderem an der unzureichenden Bekämpfung der Steuerhinterziehung über Stiftungen und Treuhandgesellschaften sowie an den viel zu laxen Gesetzen gegen Geldwäsche.

Auch in der EU ist dies ein grundlegendes Problem. Denn anstatt die Steuerpolitik zu harmonisieren ist im Konstitutionsprozess der EU auch in diesem Bereich auf Wettbewerb gesetzt worden. Dadurch konkurrieren die Mitgliedsländer um Unternehmen und versuchen sie durch Steuerdumping anzulocken.

Mit freundlichen Grüßen
Andrej Hunko
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