Andreas Beier (FÜR VOLKSENTSCHEIDE)
Kandidat Bundestagswahl 2009
Dieses Profil dient zu Archivzwecken, eine Befragung ist nicht mehr möglich.

Andreas Beier
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Diplom-Verwaltungswirt Polizei (FH) und Magister Artium
Ausgeübte Tätigkeit
Polizeioberkommissar und Sozialwissenschaftler
Wohnort
Dornstadt
Wahlkreis
Ulm
Ergebnis
1,5%
Landeslistenplatz
-, Baden-Württemberg
(...) Meiner Ansicht nach müssen in einer Demokratie die Menschen bzw. die Polizisten/innen selbst bestimmen, ob Sie weiterhin mit Ruhezeiten zwischen den Schichtwechseln von weniger als 8 Stunden zurecht kommen. (...)
 
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
10.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beier,

was muß aus ihrer Sicht in der Region Ulm für die Bildung getan werden? Bisher kam nicht viel rüber vom Bildungsministerium. Deutschland ist laut neuester Statistik noch weiter zurückgefallen bei der Bildung. Was muss in Deutschland getan werden?

Mit freundlichen Grüße
H.
Antwort von Andreas Beier
23Empfehlungen
11.09.2009
Andreas Beier
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihre spezielle Frage zu unserem Wahlkreis und zur allgemeinen Situation in Deutschland. Die neuesten OECD-Studien beweisen wieder einmal, dass Deutschland im Bereich der Bildung wieder nicht vorangekommen ist. Als Dozent, Lehrbeauftragter und Gutachter an mehreren Universitäten und Hochschulen im In- und Ausland, kann ich die Bildungsverhältnisse aus verschiedenen Blickwinkeln betrachten und einordnen.

1. Wir müssen in unserem Wahlkreis neben unserer Universitätsstadt Ulm einen zweiten Bildungsstandort etablieren. Eine Fachhochschule in Ehingen/Donau, die speziell technische Bereiche abdeckt, würde insbesondere im dortigen ländlichen Raum lange Fahrwege für viele junge Studierende überflüssig machen und den dortigen zahlreichen mittelständische Unternehmen gut tun (z. B. durch die immer erfolgreicher werdenden berufsbegleitenden/nebenberuflichen Hochschulabschlüsse). Ehingen hat gute Bildungseinrichtungen, an die sich eine derartige Fachhochschule gut anbinden lassen kann. Die "Wissenschaftsstadt Ulm" muss die Bundesfördermittel weiterhin bedacht in die Technologien einsetzen, welche zukunftsfähig sind - wie etwa der Brennstoffzelle.

2. In Deutschland "nehmen immer weniger junge Menschen an der Bildung teil". Das liegt neben den Migrationsproblemen auch daran, dass Deutschland zu wenig Geld für Bildung ausgibt. Ich erspare Ihnen hier eine Auflistung der "Streich- und Kürzungslisten", die ich persönlich an den anfangs genannten Bildungseinrichtungen mit erlebt habe. Diese "Streichungen und Kürzungen" gingen stets zu Lasten der Studierenden. Anstatt in teure oder fehlerhafte Prestigeobjekte zu investieren (der Bund der Steuerzahler weist in seinem jährlichen Schwarzbuch auf mehrere Dutzend Milliarden Euro Steuerverschwendungen hin), muss dieses Geld in eine überall in Deutschland adäquate Hochschulausbildung investiert werden.

3. Die neu gefundenen Bildungsstandards wie die BA und MA-Studiengänge oder das 12-jährige Abitur reichen für eine moderne Qualitätsentwicklung nicht aus. Das 12-jährige Abitur in BW wurde zudem völlig überhastet "durchgezogen", wieder zu Lasten der Schüler und deren Eltern. Ausbildung fängt heute bereits in der Grundschule an. Jeder in Deutschland lebende Mensch muss die Möglichkeiten haben, die deutsche Sprache zu lernen. Zu viele Menschen sind arbeitslos, da sie die deutsche Sprache nicht in Wort und Schrift gelernt und keine (Schul-)Ausbildung haben. Unsere komplexe Arbeitswelt basiert auf der Sprache, weshalb allgemeine Bildungsangebote (Deutschkurse u. ä.) forciert werden müssen; erst dann kann man Menschen speziell (um-)schulen.

Mehr dazu finden Sie auch auf meiner Webseite.

Viele Grüße nach Wiblingen,
wo ich heute Plakate geklebt habe,
Andreas Beier
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
25.09.2009
Von:

Sehr geehrter Herr Beier,

wie stehen Sie zu dem Kozept der DHBW, dass in Baden-Württemberg aus der BA entwickelt worden ist?

Was gibt es konkret am derzeitigen Bildungssystem zu verbessern und wie können diese Verbesserungen Ihrer Meinung nach erreicht werden.

Mit freundlichen Grüßen,
Antwort von Andreas Beier
7Empfehlungen
26.09.2009
Andreas Beier
Sehr geehrter Herr ,

die Dualen Ausbildungswege, zu denen auch die BA gehört hat, habe ich stets positiv gesehen (ich habe nebenberuflich meine FHSR und mehrere Uni-Abschlüsse erworben). Die Ausbildung in Firmen und gleichzitig in BA oder Hochschule sind vorteilhaft für viele Bereiche.

Man muss jedoch klar trennen zwischen berufsbegleitender Hochschulausbildung und rein wissenschaftlicher Ausbildung an Universitäten.

Die Probleme bei den derzeitigen BA-Studiengängen bestehen vor allem darin, dass oftmals "mit allem Druck" versucht wird, möglichst "schnelle" Studiengänge anzubieten und die Studierenden darunter leiden. Studieren benötigt aber Zeit! Genauso wie ein Abitur nicht mal "kurz von drei in zwei Jahre gepresst werden kann", darf man berufsbegleitende Studien - wie nunmehr an der DHBW - nicht zu stark komprimieren und auch nicht zu sehr verwissenschaftlichen.

Oftmals soll ein neuer Name dazu dienen, ein besseres Image zu erhalten. Die BA brauchen sich jedoch nicht zu verstecken, denn deren Absolventen und auch die Unterrichtenden haben meist immer Außergewöhnliches geleistet.

Ein zweites Problem ist, wenn die Ausrichtung zu sehr auf "internationale" Standards ausgerichtet wird, nur noch englisch unterrichtet wird, auch die "Lehrinhalte" keinen Bezug mehr zu Deutschland haben. Englisch ist unerlässlich als Businesssprache, aber auch die deutschen Gepflogenheiten in den Unternehmen oder das "deutsche" Fachwissen sind wesentlich und dürfen nicht vernachlässigt werden.

Letzendlich müssen noch mehr Unternehmen derartige DHBW Ausbildungswege anbieten. Auch hier besteht noch Bedarf.

Mit freundlichen Grüßen
Andreas Beier
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