Andrea Nahles (SPD)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Andrea Nahles
© spdfraktion.de
Geburtstag
20.06.1970
Berufliche Qualifikation
Literaturwissenschaftlerin M. A.
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Weiler
Wahlkreis
Ahrweiler
Ergebnis
24,9%
Landeslistenplatz
1, Rheinland-Pfalz
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(...) Betrug ist eine Angelegenheit der Judikative und wird natürlich nicht geschützt. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
04.05.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Nahles,


in Ihren letzten Antworten fordern Sie konkrete Beispiele für Steuerverschwendung, für die Politiker verantwortlich sind.

Ich zähle z.B. dazu: Berliner Flughafen, Stuttgart 21, Elb-Philharmonie, die Desaster der verschiedenen Landesbanken... überall sitzen Politiker in den Aufsichtsgremien oder sogar an der Spitze des Aufsichtsrates, obwohl sie ganz offensichtlich von der Materie keine Ahnung haben und so ihrer Aufgabe nicht gerecht werden können.
Die Milliardenschäden sind jeweils vom Steuerzahler zu begleichen.

Dazu gibt es hunderte Beispiele im Kleinen, wo es "nur" um Beträge im sechs- oder siebenstelligen Bereich geht.

Kennen Sie z.B. das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler, das jedes Jahr der Bundeskanzlerin vorgelegt wird?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Andrea Nahles
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15.05.2013
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

ich sitze in keinem Aufsichtsrat und verweise Sie gern auf entsprechende Beschlüsse innerhalb der SPD zu den von Ihnen genannten Projekten:

Stuttgart 21: beschluss.spd-bw.de

BER: www.spdfraktion-berlin.de

Elbphilharmonie: www.spd-hamburg.de

Mir ist bekannt, dass es das Schwarzbuch des Bundes der Steuerzahler gibt.

Beste Grüße

Andrea Nahles
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Frage zum Thema Soziales
04.05.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Nahles,

unsere Familiennamen trennt nur ein Buchstabe - unsere Ansichten zum Thema Euro, Eurorettung und soziale Grechtigkeit innerhalb der EU aber (vermutlich) Welten.

Heute (04. Mai) ist überall im Internet zu lesen, dass in Portugal beim öffentlichen Dienst "gespart" werden soll. Zum Beispiel auf den Internetseiten der Tagesschau:

www.tagesschau.de

Ich bin Kommunalbeamter, seit 24 Jahren im Dienst, dies zum Verständnis.

Die Beamten in Portugal sollen nun 40 Stunden in der Woche arbeiten. Bisher haben sie nur schwache 35 Stunden gemacht.

Meine Kolleginnen, Kollegen und ich machen seit sieben oder acht Jahren 41 Stunden in der Woche, haben davor 37,5 gemacht.

Die portugisischen Beamten bekommen 14 Monatsgehälter im Jahr. Das Verfassungsgericht in Portugal hat vor einigen Wochen entschieden, dass das so bleiben muss. Die Regierung wollte auf 13 runter. Das wissen Sie sicher so gut wie ich.

Ich erinnere mich gerne an die herrlichen Zeiten vor 1992, als ich 13 Gehälter bekam. Dann wurde es immer weniger, erst ganz langsam, dann immer schneller. Nun bekomme ich noch 12 Gehälter plus einmalig im Dezember 30% eines Gehaltes.

Die Beamten in Portugal mussen ab JETZT bis 66 Jahren im Dienst bleiben. Wir hier in Deutschland haben schon vor mehreren Jahren die Lebensarbeitszeit verlängert - auf 67 Jahre.

Ich fasse zusammen: Ich arbeite seit Jahren viel mehr (bisher 6 Stunden, nun noch eine), bekommen nur 12,3 Gehälter (statt vierzehn) und mache auch noch ein Jahr länger am Ende des Arbeitslebens.

Trotzdem bekommt Portugal Geld aus dem ESM und damit Steuergeld (auch meines) aus Deutschland.

Frage:

Wie finden Sie das, vorallem vor dem Hintergrund der von der SPD so beschworenen sozialen Gerechtigkeit?

Mit freundlichem Gruß
Antwort von Andrea Nahles
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14.05.2013
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

Deutschland profitiert außerordentlich von der Währungsunion und von der europäischen Gemeinschaft. Neben Frieden, Wohlstand und dem politischen Zusammenwachsen der europäischen Völkergemeinschaft hat die Partnerschaft zwischen den Staaten und die gemeinsame Währung auch viele ökonomische Vorteile gebracht. Allein die deutsche Industrie sparte damit bisher über 10 Milliarden Euro, die nicht mehr notwendig waren, um Wechselkursschwankungen abzusichern. Weit über die Hälfte der deutschen Exporte, einer der Motoren unseres Wirtschaftswachstums, geht in Länder der Europäischen Union. Allerdings sind die wirtschaftlichen Ungleichgewichte besonders zwischen den Staaten im Süden und im Norden der Europäischen Union groß. Waren und Dienstleistungen, die letztlich mit Schulden bezahlt wurden, und die Probleme, die die Finanzmarktkrise mit sich brachte, haben einige Staaten in Not gebracht, so u. a. Portugal sowie Spanien und Irland aufgrund der Probleme mit den dortigen Banken.

In dieser Situation können wir entweder die Zukunft der Währungsgemeinschaft und damit der Europäischen Union infrage stellen und riskieren oder aber zusammenrücken, so dass sich die Staaten im Notfall gegenseitig helfen. Das darf nur unter strengen Auflagen und Bedingungen geschehen, denn schließlich handelt es sich um Steuergelder. Um die großen Vorteile Deutschlands in der Europäischen Union insgesamt zu sichern, ist die SPD für die Möglichkeit gegenseitiger Hilfen. Mit dem Zusammenhalt der Union zu zündeln, ist nicht unser Weg.

Beste Grüße
Andrea Nahles
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Frage zum Thema Finanzen
09.05.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Nahles,

Sie haben am Dienstag im TV bei Lanz wieder das gut verhandelte Steuerabkommen der USA mit der Schweiz gelobt und als Beispiel dafür hingestellt wie schlecht Deutschland mit der Schweiz verhandelt hat.
Leider vergessen Sie dabei regelmäßig zu erwähnen dass das Steuerabkommen der USA erst ab 2014 wirksam wird und (im Gegensatz zu dem im Bundesrat verhinderten Abkommen) KEINE rückwirkenden Zahlungen bisher hinterzogener Steuern beinhaltet.
Quelle: www.spiegel.de/wirtschaft/soziales/schweiz-und-usa-unterzeichnen-steuerabkommen-a-883434.html

Bis 2014 haben also alle US-Bürger mit Schwarzgeldkonten und hinterzogenen Steuern viel Zeit ihr geld in andere Steueroasen zu verschieben!
Außerdem sieht das Abkommen mit den USA "keine automatischen Informationslieferungen an die US-Steuerbehörde" vor. Die Informationen fließen "entweder mit Zustimmung des Kontoinhabers oder auf dem Amtshilfeweg mittels Gruppenersuchen an die US-Steuerbehörden".
Es findet also kein "automatischer Datenfluss" statt!

Im Gegensatz dazu steht in dem verhinderten deutschen Abkommen:
"Erfasst werden alle Konten und Depots bei Schweizerischen Zahlstellen, die am 31.12.2012 noch bestehen"

Es wäre also aus Sicht der ehrlichen deutschen Steuerzahler ein erheblicher Nachteil wenn dieses US-Abkommen übernommen würde. Denn die jetzt bereits erfolgten Selbstanzeigen würden gar nicht notwendig weil die bisherigen Steuerhinterziehungen nicht erfasst oder bis dahin verjährt wären!
Es ist schade dass in diesem Zusammenhang der Bürger immer wieder von allen Seiten, auch von der SPD, getäuscht wird. Vor allem denke ich dass der gewünschte "aufgeklärte Wähler" diese Wählertäuschung erkennt und dass damit kaum Stimmen für die SPD zu generieren sind.
Etwas mehr Ehrlichkeit würde Ihnen und Ihren Wahlkampfhelfern sehr gut tun!

Meine Frage daher:
Glauben Sie tatsächlich dass die SPD mit solchen gezielten Falschinformationen Wahlen gewinnen kann?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Andrea Nahles
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15.05.2013
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

den Vorwurf der gezielten Falschinformation weise ich zurück. Das unterzeichnete Steuerabkommen zwischen den USA und der Schweiz zeigt, dass es möglich ist, mit der Schweiz bessere Steuerabkommen zu verhandeln. Auch wenn das Abkommen zwischen den USA und der Schweiz, wie von Ihnen erwähnt, noch nicht zum automatischen Informationsaustausch verpflichtet, ist es eine weit stärkere Waffe gegen grenzüberschreitende Steuerhinterziehung in die Schweiz hinein als das von Schäuble verhandelte Steuerabkommen, das im Ergebnis Steuerhinterziehung mit der Schweiz weiter ermöglicht hätte.

Beste Grüße

Andrea Nahles
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Frage zum Thema Arbeit
11.05.2013
Von:
de

Sehr geehrte Frau Nahles,

laut einem Artikel der FAZ, die sich auf Quellen der Bundesagentur und des Institutes für Arbeitsmarkt und Berufsforschung beruft, ist ein Alter ab 50 Jahre ein großeres Hemmnis eine Arbeit zu finden als Nichtbeherrschung der deutschen Sprache oder eine Schwerbehinderung. Eine Aussage, die ich durch Erfahrungen in meinem Bekanntenkreis nur bestätigen kann.

Die Wirtschaft bietet über 50-jährigen nach einem Verlust des Arbeitsplatzes kaum eine Möglichkeit ohne Hartz-4 Bezug und damit auf Kosten der Allgemeinheit zu überleben - besteht aber auf ein Renteneintrittsalter ab 67 oder höher.

Vor dem Hintergrund, daß eine immer größere Anzahl der geburtenstarken Jahrgänge die Altersgrenze 50 überschreitet, ist eine Lösung der Alterdiskriminierung am Arbeitsmarkt ein nicht unbedeutendes politisches Thema.

Meine Frage an Sie ist:
Wie will Ihre Partei diesen Mißstand beheben und die Wirtschaft veranlassen, über 50-jährigen Arbeitsplätze zu bieten?

Mit freundlichen Grüßen
de
Antwort von Andrea Nahles
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15.05.2013
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr de ,

es ist richtig, trotz der steigenden Erwerbsbeteiligung älterer Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer haben Menschen zwischen 55 und 65 Jahren häufig immer Schwierigkeiten, einen Job zu finden. Und für viele Über-65-Jährige gilt: Keine Ruhe trotz Rentenalter. 2010 haben rund 660.000 der Über-65-Jährigen in geringfügigen Beschäftigungsverhältnissen gearbeitet, da die Rente zum Leben nicht ausreicht.

Meines Erachtens ist es angesichts der Bevölkerungsentwicklung unumstritten, dass eine Anhebung des Renteneintrittsalters geeignet ist, den Beitragssatzanstieg in der gesetzlichen Rentenversicherung in den nächsten Jahrzehnten zu begrenzen. Der Arbeitsmarkt wird in wenigen Jahren grundlegend anders aussehen, und bereits heute zeichnet sich ein Fachkräftemangel ab. Allerdings war für die SPD immer klar, dass eine Anhebung der Altersgrenzen nicht isoliert erfolgen kann: Sie muss durch arbeitsmarktpolitische Regelungen begleitet werden, damit ältere Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer tatsächlich bis zum Erreichen des Renteneintrittsalters erwerbstätig sein können. Aus diesen Gründen hat die SPD in ihrem aktuellen Rentenkonzept auch die vorläufige Aussetzung der schrittweisen Erhöhung des Renteneintrittsalters beschlossen. Der differenzierte Zugang zur Altersrente stellt eine Säule des SPD-Rentenkonzepts dar. Wir wollen Brücken ins Rentenalter bauen, da das Arbeitsleben zu differenziert ist, als dass es in Zukunft nur einen Zugang zur Rente für alle geben kann. Es beginnt eben damit, dass fair mit denen umgegangen werden muss, die es heute schon nicht schaffen bis 65 zu arbeiten. Alle, sollen nach 45 Versicherungsjahren - inklusive Ausbildungszeit, Zeit in Arbeitslosigkeit und Erziehungszeiten - nach dem Konzept der SPD abschlagsfrei in Rente gehen können.

Darüber hinaus müssen z. B. Wirtschafts-, Finanz- und Bildungspolitik durch eine aktive Arbeitsmarktpolitik flankiert werden, die Qualifizierung und Weiterbildung ins Zentrum stellt. Hierzu sind wirksame Förderinstrumente erforderlich, auf die ein Rechtsanspruch besteht. Deshalb wollen wir die Arbeitslosenversicherung zu einer Arbeitsversicherung weiterentwickeln, die der Sicherung der Beschäftigungsfähigkeit dient und ein Recht auf Bildung und Weiterbildung in Kombination mit einer guten Beratung begründet. Notwendig sind u. a. eine leistungsfähige Arbeitsvermittlung und zielgruppenspezifische Angebote, zum Beispiel für Frauen und Alleinerziehende, für Menschen mit Migrationshintergrund, Ältere, Jugendliche, Menschen mit Behinderungen sowie Menschen, die gesundheitlich eingeschränkt sind. Außerdem muss die öffentlich geförderte Beschäftigung ausgebaut werden, um Langzeitarbeitslosen mit mehrfachen Vermittlungshemmnissen neue Perspektiven zu verschaffen.

Unter folgenden Links finden Sie weiterführende Informationen:

www.spdfraktion.de

www.spdfraktion.de

www.spdfraktion.de

Beste Grüße
Andrea Nahles
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Frage zum Thema Soziales
16.05.2013
Von:

Sehr geehrte Frau Nahes,
Sie haben bereits einmal meine Fragen beantwortet. Daher lese ich interessiert die weiteren Fragen an Sie.
In Ihrer Antwort am 14.05.13 an Herrn Bisch geben Sie eine Menge an Erklärungen zum Pensionsrecht in Deutschland. Für mich sind das Versuche, eine Ungerechtigkeit zu erklären, die gegenüber normalen Arbeitnehmern besteht. Wenn dieses komplizierte Recht (Bund/Länder) besteht muss es möglich sein, Beamten mehr Gehalt zu zahlen und die Versorgung der Beamten in die GRV zu übernehmen. Ihr Argument, die Beamtenversorgung beinhaltet mit den Folgekosten die betriebliche Altersversorgung führt die angebliche Kostengünstigkeit der Beamten ad absurdum. Warum wird das GG mit § 33 als Begründung zitiert, das die Beamtenversorgung elitärer ausfällt als jede Rente ? Hier würde ich gerne das GG mit § 3 ins Spiel bringen, das vor dem Gesetz jeder Mensch gleich ist. Wieso sieht das beim Rentensystem anders aus und warum gilt hier nicht der Grundsatz der Gleichbehandlung ?
Zumal Sie selber schreiben das 3/4 der Beamten dem gehobenen und hohem Dienst angehören. Dann könnten Diese ihre Altersvorsorge ebenso selber bezahlen, wie die von Ihnen erwähnten gutverdienenden Arbeitnehmer der freien Wirtschaft.
Sie schreiben, das eine Anpassung des Pensionsrechts an die des Rentensystems der GRV also nicht möglich ist. Dann kann man doch den anderen Weg gehen und das Rentensystem an das Pensionssystem anpassen.
Ihr Kommentar, das der Staat verlässliche Einnahmen braucht, zeigt ein Grundübel dieses Staates (inkl. EU). Es wird nur noch darüber nachgedacht neue Gelder zu bekommen. An Einsparungen wird offensichtlich nicht nachgedacht. Als da wären die zukünftigen Pensionslasten zu kürzen, einen Demographiefaktor bei Pensionen einzuführen.Dazu die Übernahme von Haftung seitens politischer Entscheidungsträger bei Milliardengräber wie S21 und Flughafen Berlin. Das wären nur einmal die ersten Ideen zum Sparen in Deutschland.
Antwort von Andrea Nahles
bisher keineEmpfehlungen
17.05.2013
Andrea Nahles
Sehr geehrter Herr ,

ich habe ausführlich und differenziert meine Positionen in der Antwort an Herrn dargelegt. Für mich ist grundlegend, dass wir als SPD das langfristige Ziel verfolgen, auf das ich bereits mehrfach hingewiesen habe, die gesetzliche Rentenversicherung langfristig auf alle Erwerbstätigen auszudehnen, also auch Beamte einzubeziehen. Darüber hinaus finden Sie unter folgendem Link unsere Positionen zum Thema Haushalt und Einsparungen: www.spdfraktion.de

Beste Grüße
Andrea Nahles
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