Alexander Ulrich (DIE LINKE)
Abgeordneter Bundestag 2005-2009
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Grunddaten
Alexander Ulrich
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Werkzeugmacher
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer einer Gewerkschaft
Wahlkreis
Kaiserslautern
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
weitere Profile
(...) In einer pluralistischen Partei sind verschiedene, natürlich auch kritische Meinungen sinnvoll und notwendig. Aber auch in einer pluralistischen Partei, müssen demokratische Beschlüsse akzeptiert werden. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Internationales
30.03.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

ich habe Ihren Briefwechsel mit Frau Böcker gelesen. Und bin froh, dass ich darauf zufällig bei meiner Suche traf. Genau zu dieser Thematik suche ich als amnesty Mitglied Informationen über Abkommen, die in den letzten Jahren von der EU mit z.B. Lybien u. anderen Ländern oder zwischen den AnreinerStaaten getroffen wurden. Können Sie mir weiterhelfen, wo und wie ich diese Abkommen finde, die rechtl. Grundlagen für die "Festung Europa" geworden sind - und auch ihre Ziele benennen? In Absprache mit amnesty Berlin wollen wir eine (wandernde )Ausstellung über diesen Themenbereich konzipieren, um möglichst viele Menschen zu informieren. Welche Staaten sind in dem Verwaltungrat von FRONTEX vertreten?
Und: gibt es auch irgend eine einflussreiche InitiativeStudie, die sich für die Unterstützung / das PerspektivenEntwickeln in den betroffenen Ländern einsetzt ? (ich beziehe mich hier auf Forderungen des marok. Prof. Tahar Ben Jelloun).

Im Voraus herzlichen Dank für Ihre Antwort,
mit vielen Grüßen
Antwort von Alexander Ulrich
12Empfehlungen
07.05.2007
Alexander Ulrich
Sehr geehrte Frau .

Vielen Dank für Ihre Anfragen vom 30.03.2007.

Sie haben sicher, genau wie ich, die Erfahrung gemacht, dass es sich als äußerst schwierig erweist, Informationen über FRONTEX zu bekommen.

Zur Frage, welche Staaten im Verwaltungsrat von FRONTEX vertreten sind:

Die Zusammensetzung und die Arbeit des Verwaltungsrates von FRONTEX sind in der VO (EG) Nr. 2007/2004 des Rates vom 26.10.2004 zur Errichtung einer Europäischen Agentur für die operative Zusammenarbeit an den Außengrenzen der Mitgliedstaaten der Europäischen Union geregelt (Art. 20-24 VO (EG) Nr. 2007/2004). Im Verwaltungsrat sind alle Mitgliedstaaten der Europäischen Union vertreten, denn gemäß Art. 21 Abs. 1 "setzt sich der Verwaltungsrat aus einem Vertreter jedes Mitgliedstaates und zwei Vertretern der Kommission zusammen. Zu diesem Zweck benennt jeder Mitgliedstaat ein Mitglied des Verwaltungsrats sowie einen Stellvertreter der das Mitglied in dessen Abwesenheit vertritt. Die Kommission benennt zwei Mitglieder und deren Stellvertreter." Die Amtszeit beträgt vier Jahre, wobei einer Wiederernennung noch einmal zulässig ist.

Der Verwaltungsrat wählt aus dem Kreis seiner Mitglieder einen Vorsitzenden und einen stellvertretenden Vorsitzenden. Ihre Amtszeit beträgt zwei Jahre, wobei eine Wiederernennung noch einmal zulässig ist (Art. 22 VO (EG) Nr. 2007/2004). Auf seiner ersten Sitzung am 25.05.2005 hat der FRONTEX-Verwaltungsrat den Generalmajor der Royal Marechaussee Minze Atte BEUVING (die Niederlande) zum Vorsitzenden und Generalmajor Jozsef Bendek (Ungarn) zum stellvertretenden Vorsitzenden gewählt. Die Agentur wird von einem Exekutivdirektor geleitet, der bei der Wahrnehmung seiner Funktionen von der Kommission, vom Verwaltungsrat und von den Regierungen der EU-Mitgliedstaaten völlig unabhängig ist (Art. 25 VO (EG) 2007/2004). Der Exekutivdirektor wird vom Verwaltungsrat auf Vorschlag der Kommission für fünf Jahre ernannt. Am 25.05.2005 hat der Verwaltungsrat den Brigadegeneral Ilkka Laitinen (Finnland) zum ersten Exekutivdirektor von FRONTEX ernannt. Verordnung (EG) Nr. 2007/2004: eur-lex.europa.eu 10011.pdf

Weiter fragten Sie nach Informationen über Abkommen.
Ich verweise auf nachfolgend angeführte Links. Dies sind die vier bisher abgeschlossenen Abkommen.

eur-lex.europa.eu

eur-lex.europa.eu

eur-lex.europa.eu

eur-lex.europa.eu

Die angehängte Übersicht ist auf der Seite des BMI zu finden.

Ich hoffe, Ihnen mit meiner Antwort etwas geholfen zu haben und verbleibe

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Ulrich
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Frage zum Thema Umwelt
14.06.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Ulrich,
ich wende mich heute mit der Frage der Fluglärmbelästigung durch Übungsflüge der US-Air-Force an Sie und bitte um Antwort.

Gerade jetzt in der warmen Sommerzeit kommt es immer wieder zu erheblichen Lärmbelästigungen mit den Übungsflügen der C 130 Maschinen. Sie fliegen in einer Tiefe, daß man fast die Augenfarbe der Piloten erkennen kann. Da Sie ja auch in einer der betroffenen Gemeinden wohnen, frage ich mich ob diese Flüge gerade hier über das dichtbesiedelte Wohngebiet erfolgen müssen. Ausweichrouen sind sicherlich vorhanden. Anfragen an örtliche Kommunalpolitiker sind zwekcklos.
Antwort von Alexander Ulrich
13Empfehlungen
28.06.2007
Alexander Ulrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage, die ich gerne beantworte.

Die Linksfraktion und ich selbst als Abgeordneter der betroffenen Region sind im engen Kontakt mit den örtlichen Bürgerinitiativen gegen Fluglärm und Militarisierung. Der von Ihnen angesprochene Umstand wird also ständig öffentlich und in den politischen Gremien meiner Partei thematisiert. Der Widerstand - auch unter Beteiligung von Lokalpolitikern - wächst und wird hoffentlich bald Früchte tragen. Neben Anfragen und Beschwerden bei den zuständigen Ministerien und Ämtern wurden auch Gutachten über die gesundheitliche Gefährdung der betroffenen Bevölkerung in Auftrag gegeben. Versorgt mit Informationen, Gutachten und Stellungnahmen werden wir voraussichtlich im Herbst eine Anfrage im Bundestag auflegen. Und selbstverständlich unterstützen ich und viele weitere Parteimitglieder den Ramsteiner Appell:

"Von deutschem Boden dürfen keine verfassungswidrigen Angrifsskrieg mehr ausgehen! Wir Bürger fordern alle Abgeordneten des Deutschen Bundestages auf, die Nutzung von Militärbasen auf unserem Territorium und die Einbeziehung des Luftraums über der Bundesrepublik zur Vorbereitung und Führung von völkerrechts- und grundgesetzwidrigen Angriffskriegen sofort durch einen Beschluss unserer Volksvertretung zu verbieten, wie es der Artikel 26 unseres Grundgesetzes zwingend vorschreibt."

Auch zu den Flugrouten und der momentan über dem Stadtgebiet Kaiserslauterns stattfindende "Übung" laufen entsprechende Anfragen und Proteste. Daneben kritisieren wir öffentlich und massiv die fadenscheinige Rolle von Ministerpräsident Beck. Dazu Auszüge aus meiner neusten Pressemitteilung dazu:

"Die Stationierung des technisch unausgereiften US-amerikanischen Raketenabwehrsystems in Polen und Tschechien wird weiter vorangetrieben. DIE LINKE Bundestagsfraktion lehnt dies ab. Die Stationierung dient nur der Spaltung Europas und einer Verhinderung strategischer Beziehungen der EU mit Russland.

Es ist zu begrüßen, dass auch der SPD-Vorsitzende Beck die Stationierung ablehnt. Beck agiert aber unglaubwürdig. In Rheinland-Pfalz, wo er als Ministerpräsident politisch handeln könnte, schweigt er beharrlich zu den völkerrechtswidrigen Aktivitäten der USA auf den Stützpunkten Ramstein und Spangdahlem. Im Gegenteil: Die US-Basen erfahren großzügige finanzielle Unterstützung durch die Landesregierung.

Der SPD-Vorsitzende ist kein geeigneter Erbe des Friedensnobelpreisträgers Willy Brandt. 62 Jahre nach Hiroshima uns Nagasaki, 17 Jahre nach Ende des kalten Krieges bleibt Rheinland-Pfalz ein riesiges Atomwaffenlager. Obwohl sich der rheinland-pfälzische Landtag 2004 für einen Atomwaffenabzug ausgesprochen hat, weigerte sich Ministerpräsident Kurt Beck bisher, der Bundesregierung und seinen amerikanischen Gesprächspartnern einen Abzug der Atomwaffen nahezulegen."

Ich hoffe, ich konnte Ihnen einen kleinen Überblick über unsere Aktivitäten für Frieden und Abrüstung geben. Wir stehen an der Seite der Menschen, die in unserer Region mit Lärm und Schmutz der amerikanischen und anderer Streitkräfte seit Jahrzehnten terrorisiert werden und zudem durch die Präsenz der Amerikaner zur Zielscheibe des internationalen Terrorismus geworden sind.

Alexander Ulrich, MdB DIE LINKE
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
18.08.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

am 2.7.2007 fand die Wahl des Vorstandes zur Gründung des Kreisverbandes in Ludwigshafen statt. Da bei dieser Wahl nicht alles mit rechten Dingen vor sich ging und eine Diskriminierung übelster Art geduldet wurde, schrieb ich Ihnen fristgerecht meinen Einspruch zur Wahl. Ich schrieb an ca. 20 Adressen, aber es ist verwunderlich dass nur vom Schiedsamt eine mail ca. ein Monat später kam, mit dem Hinweis, dass ich dieses schriftlich hätte machen müssen. Durch den Inhalt hätte aber jedem bewußt sein müssen, dass ich mich nicht gänzlich auskenne, jedoch hätte meiner Meinung nach, eine Partei, welche sich neu gegründet hat, solche Vorkommnisse untersuchen müssen, damit die Menschen sehen, dass diese Partei nicht unterwandert wird oder es hier nicht mit rechten Dingen zugeht. Jedoch hat es sie nicht interessiert, mir noch während der Einspruchsfrist, zu antworten, damit diese Unstimmigkeiten geklärt werden können. ich hoffe, dass dies nicht im Zusammenhang mit Spekulationen zu Ihrer Person zusammenhängt. Deshalb beantworten Sie mir bitte diese 2 Fragen: 1.)Ist es auch in Ihrer Partei möglich, dass man kritischen Wählern und Mitgliedern, genauso ablehnend gegenübersteht , wie es in anderen Parteien schon fast Gang und Gebe ist? 2.) Werden Sie sich dieser brisanten Sache annehmen oder wird so etwas auch unter den Tisch gekehrt ???
Antwort von Alexander Ulrich
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23.08.2007
Alexander Ulrich
Sehr geehrte Frau ,

ich danke für Ihre Mail vom 18. August 2007 und komme gern Ihrer Bitte nach.

Zu Frage 1:
Jede/jeder kann in unserer Partei Mitglied werden, die/der unsere Ziele, Beschlüsse und die Satzung anerkennt. In einer pluralistischen Partei sind verschiedene, natürlich auch kritische Meinungen sinnvoll und notwendig. Aber auch in einer pluralistischen Partei, müssen demokratische Beschlüsse akzeptiert werden.

Zu Frage 2:
Es liegt nicht in meiner Verantwortung, Kreismitgliederversammlungen anzufechten. In der Schiedsordnung unserer Partei ist der Weg aufgezeigt, wie Wahlen angefochten werden können. Das zuständige Schiedsgericht wird dann dazu eine Entscheidung treffen.

Mit freundlichen Grüßen verbleibt

Alexander Ulrich
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
23.08.2007
Von:

Hallo Herr Ulrich,

als erstens zwar danke für die Antwort, aber als zweites, wäre ich ohne Ihre politische Antwort mit einstudiertem Nichtsaussagen, auch nicht schlechter dran.

Wahrscheinlich liegt es daran, dass der Parteibruch von seitens Ihren Gewerkschaftsgenossen kam und da muss man ja zusammenhalten.

Vielleicht können Sie mir diese Frage mit Inhalt beantworten?
Ich habe festgestellt, dass so viele Gewerksschaftfunktionäre und SPD - Ex Mitglieder in den Vorständen und im Bundestag von der Partei Die Linke sind. Eine kleine WASG konnte eine PDS fast komplett übernehmen, ja schon fast schlucken. Ist es deshalb egal, weil vielleicht schon da ,nicht alles mit rechten Dingen zugegangen sein kann, ob die Satzung missachtet wird oder die Geheimwahl nicht geheim ist oder gehört dieses mit zu Ihrem Wahlprogramm???

Gewerkschaften haben Hartz IV mit unterschrieben, jetzt kämpft man in der Auffangstadion von entlaufenenen Mitgliedern der SPD und der Gewerkschaften gegen die Ungerechtigkeiten.?

Schade eigentlich, dass wahrscheinlich eine neue Partei schon unterwandert wurde.
Antwort von Alexander Ulrich
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30.08.2007
Alexander Ulrich
Sehr geehrte Frau ,

da Sie Ihre Falschinformation und Ihre politische Willensbildung über das private Forum der so genannten "Kritischen Linken" in Rheinland-Pfalz beziehen, möchte ich als Mitglied der Linksfraktion in Verantwortung für unsere Wählerinnen und Wähler sowie in Verantwortung für die politischen Zielen unserer Partei von weiteren Einlassungen Abstand nehmen. Zu Ihren inhaltlichen Fragen habe ich bereits Stellung genommen. Insofern bin ich Ihren Auskunftswünschen gerne entgegen gekommen.

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Ulrich, MdB DIE LINKE.
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Frage zum Thema Land- und Forstwirtschaft
05.09.2007
Von:

Sehr geehrter Herr Ulrich.
Leider kam es z. B. in Wickersdorf/Thüringen im Juli 2007 zu Keulungen von über 1200 Tieren, obwohl nur bei einer Gans der Virus gefunden wurde. Der gesetzlich zugedachte Spielraum bei der Auslegung der gültigen Verordnung wurde nicht voll ausgeschöpft, um Leben zu retten statt zu vernichten. Es wäre laut Verordnung problemlos möglich gewesen, zu beobachten anstatt zu töten. Ferner wurde im 3-km-Sperrbezirk gekeult anstatt auf die Richtlinie 2005/94/EG des Rates vom 20. Dezember 2005 mit Gemeinschaftsvorschriften zur Bekämpfung der Aviären Influenza und zur Aufhebung der Richtlinie 92/40/ EWG zurückzugreifen. Durch die unnötige Keulung - bis auf die Gans war sämtliches Geflügel gesund (vgl. Epidemiologisches Bulletin Nr. 07/2007 vom FLI) - wurden auch sog. Rote-Listen-Rassen des VHGW (Verband der Hühner-, Groß- und Wassergeflügelzüchtervereine) getötet. Diese Rassen sind vom Aussterben bedroht und stellen eine eminent wichtige genetische Ressource dar (vgl. internationales Übereinkommen zur Erhaltung der Biodiversität). Was werden Sie unternehmen, damit in Zukunft derartige Fehler vermieden werden?
Eine Stallpflicht, wie sie derzeit in vielen Bundesländern üblich ist, ist absolut überzogen. Hier zwingt der Staat zu einer tierschutzkonträren Haltung auf der Grundlage der Vermutung, dass der Vogelgrippevirus durch Zugvögel übertragen wird. Das hat sich bislang trotz über zweijähriger intensivster Suche in keinem einzigen Fall bestätigt. Bestätigt hat sich aber die Verbreitung des Virus aus Massentierhaltungsanlagen und ihren Gütertransport. Was werden Sie unternehmen, damit derartige Verbreitungswege ausgeschlossen werden?
Effektive Marker-Impfstoffe werden zurzeit nicht eingesetzt wegen drohenden Handelsbeschränkungen und hohen Kosten für die Wirtschaftsgeflügelzucht. Was werden Sie unternehmen, damit die billigeren Impfstoffe auf Trinkwasserbasis schnellstmöglich zum Einsatz kommen?
Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Alexander Ulrich
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25.09.2007
Alexander Ulrich
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Nachfrage, wie sich die Linke in der Diskussion um die Aviäre Influenza positioniert!
Impfen statt Töten muß im Grunde die Devise heißen mit der wir in Deutschland die Tierseuchen auf Dauer in den Griff bekommen müssen. Bei der aktuell sporadisch entdeckten gefährlichen Variante der aviären Influenza (Subtyp H5N1) gibt es bislang leider noch keinen wirksamen Impfschutz, der in der Lage wäre, die Ausbreitung der Seuche einzudämmen. Nach Aussage des FLI wird zwar intensiv an der Entwicklung eines Impfstoffes gearbeitet, einen Zeitpunkt, wann denn ein solcher Impfstoff verfügbar sei, kann aber auch das FLI nicht treffen. Der in den Niederlanden eingesetzte Impfstoff ist auch im FLI noch einmal getestet worden und die Wirkung wurde als unzureichend einstuft. In akuten Fällen mit an H5N1 erkrankten Tieren ist an der Keulung der betroffenen Bestände wohl noch nichts zu ändern.

Die aktuelle Verordnung zur Bekämpfung der aviären Influenza regelt auch die Stallpflicht. Zur Zeit sieht es so aus, dass in den meisten Gebieten Deutschlands die Freilandhaltung möglich ist und durchgeführt wird. Zum Glück sind bislang auch nur wenige Einzelfälle im Ausbruch der Vogelgrippe aufgetreten. Insbesondere für Wassergeflügel ist dauerhaft auch kaum etwas anderes als die Freilandhaltung vorstellbar!. Offen in der Debatte ist allerdings, ob es Regionen geben wird, die für eine Freilandhaltung von Wirtschaftsgeflügel auf Dauer gesehen zu risikoreich sind.

Die Bekämpfung der aviären Influenza darf unserer Meinung nach nicht zu einem De - facto - Verbot der Freilandhaltung entwickeln. Wir haben daher gefordert, zum einen die Forschung zur epidemiologischen Entwicklung der Tierseuche auszubauen und zum anderen über eine differenzierte Bekämpfung der H5N1 nachzudenken. So, dass zwischen Hobby- und kleinen Freilandgeflügelhaltern auf der einen Seite und den Wirtschaftsgeflügelhalten auf der anderen Seite unterschieden wird. Damit könnte zum Beispiel ein Impfprogramm für Hobby und kleine Geflügelhalter tragbar sein, während es für größere Wirtschaftsbetriebe keine gangbarer Weg ist, solange noch kein geeigneter Markerimpfstoff verfügbar ist. Allerdings ist es ein Irrtum, dass nur industriealisierte Massentierhalter von der Vogelgrippe betroffen sind. Aufgrund der Größe der Betriebe und der aktuellen Tötungsaktionen kann man diesen Eindruck gewinnen, da die großen Zahlen der Keulungen sehr medienwirksam sind. Das ist leider nicht so, auch kleine Tierhalterungsbetriebe sind betroffen, sonst wäre die Diskussion um die Massentierhaltung auch in einer völlig neue Intensität!

Wir können Ihnen versichern, dass wir uns nach Kräften für die Freilandhaltung von Geflügel und für die Entwicklung eines geeigneten Impf- und Seuchenbekämpfungsprogramm einsetzten!

Mit freundlichen Grüßen
Alexander Ulrich
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