Alexander Ulrich (DIE LINKE)

Angaben zur Person
Alexander Ulrich
Jahrgang
1971
Berufliche Qualifikation
Werkzeugmacher
Ausgeübte Tätigkeit
Mitglied des Deutschen Bundestages, Zweiter Bevollmächtigter und Geschäftsführer einer Gewerkschaft
Wahlkreis
Kaiserslautern
Landeslistenplatz
2, über Liste eingezogen, Rheinland-Pfalz
weitere Profile
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Finanzen
26.05.2008
Von:

Sehr geehrter Herr Ulrich,

ich habe zwei Fragen an Sie:

a) Sie schlagen zur Finanzierung der von Ihnen vorgeschlagenen Erhöhung
öffentlichen Ausgaben eine Erhöhung der Besteuerung auf höhere Einkommen
vor. Ist dies in Anbetracht der Tatsache (Bundesfinanzministerium 2006), dass auf das oberste Zehntel der Einkommensbezieher 57% des Steueraufkommens der Einkommenssteuer fällt, während die untere Hälfte der Einkommensbezieher nur 6% Steuern zahlt, noch für gerecht?

b) Die Bundesrepublik Deutschland ist lt. Bund der Steuerzahler mit 1.500 Milliarden Euro verschuldet, d.h. jeder Bundesbürger trägt einen Schuldenberg von knapp 20.000 Euro mit sich. Was sind Ihre Konzepte, was sind die Konzepte Ihrer
Partei, um diese Verschuldung abzubauen?

Vielen Dank für Ihre Antwort

Antwort von Alexander Ulrich
13Empfehlungen
05.06.2008
Alexander Ulrich
Sehr geehrter Herr ,

herzlichen Dank für Ihre Fragen auf abgeordnetenwatch:

Zu a)

Die Steuer- (und Abgaben)belastung der oberen Einkommensgruppen lässt sich nur diskutieren, wenn man sie ins Verhältnis zum erzielten Einkommen setzt. Das obere Zehntel der Einkommensbezieher trägt natürlich einen höheren Anteil zum Steueraufkommen bei als Bezieher geringer und mittlerer Einkommen. Dies ist auch Ausdruck der unterschiedlichen Leistungsfähigkeit sowie der zunehmenden Einkommensungleichheit. Das eine bestimmte Einkommensgruppe mehr zum Steueraufkommen beiträgt, sagt ja noch nichts darüber aus wie stark sie relativ belastet ist. Um es in einem einfachen Bild auszudrücken: Nehmen wir an sowohl ein Bettler als auch ein Millionär würden jährlich 1000 Euro Steuern zahlen müssen. Sie würden also den gleichen Beitrag zum Steueraufkommen leisten. Wäre dies gerecht? Mit Sicherheit nicht. Auch ein gleicher Prozentsatz des Einkommens (flat tax) wäre wenig hilfreich, denn Menschen mit höherem Einkommen haben in der Regel auch größere Chancen zusätzliche Einkommenszuwächse (bspw. aus Finanzanlagen, Vermögen, Investitionen etc.) zu erzielen.

Weiterhin praktiziert Deutschland ein Steuern und Abgabensystem. Es müssen also auch die Abgaben berücksichtigt werden, die durch die Beitragsbemessungsgrenzen bei sehr hohen Einkommen entfallen. Selbstverständlich existieren bedeutende Unterschiede zwischen Steuern und Abgaben. Aus letzteren resultieren Leistungsansprüche, aus Steuern nicht.

Ein paar weitere Argumente und Zahlen zur relativen Belastung von Spitzenverdienern:

Schaut man sich erstens Studien über die tatsächliche Zahlung von Einkommensteuern an (etwa Deutsches Institut für Wirtschaftsforschung/Berlin), so ist unübersehbar, dass die einkommensstärksten Gruppen weit weniger Steuern zahlen als aufgrund der Steuertabellen eigentlich zu erwarten wäre. Bei Einkommensmillionären liegt die reale Steuerlast rund zehn Prozentpunkte unter dem, was nominal fällig wäre (rund 32-34 Prozent statt 40-45 Prozent). Diese Differenz erklärt sich aus legalen und illegalen Steuertricks, die unter anderem deswegen von den Spitzenverdienern stärker genutzt werden können, weil bei ihnen der Anteil von (gestaltungsfähigen) Kapitalerträgen besonders groß ist. Bei Normalverdienern ist der Unterschied zwischen "nominaler" Steuerlast und realer Steuerzahlung wesentlich geringer.

Zweitens sind Gering- und Durchschnittsverdiener prozentual bekanntlich stärker von Verbrauchssteuern betroffen, weil sie nicht oder nur in geringem Umfang sparen und entsprechend einen hohen Konsumanteil aufweisen.

Die Beiträge zur Sozialversicherung und dabei insbesondere die Wirkung der Beitragsbemessungsgrenzen sind wie bereits oben angesprochen zu berücksichtigen. Wie Sie wissen, werden in der Renten- und Arbeitslosenversicherung oberhalb eines monatlichen Arbeitnehmer-Brutto von 5.300 Euro (West) und 4.500 Euro (Ost) die Beiträge eingefroren. Bei der Krankenversicherung ist das schon ab 3.600 Euro der Fall und erlaubt ab 4.012,50 Euro den Abgang aus der Solidarität in die private Absicherung. Jenseits dieser Grenzen sinkt mit steigendem Einkommen der Anteil der SV-Beiträge beziehungsweise des an private Krankenkassen entrichteten Pendants – im Extremfall auf nur noch marginale Größen.

In einer Gesamtschau aller Steuern und Abgaben, die auf verschiedene Einkommensgruppen entfallen, sind diese unterschiedlichen Effekte (Progression bei der Einkommensteuer, Degression bei den Verbrauchssteuern und – jenseits der Beitragsbemessungsgrenzen – Degression bei den SV-Beiträgen) zu beachten, wenn man sich ein realistisches Bild verschaffen will. Es zeigt sich dann, dass die prozentuale Gesamtbelastung der unteren Einkommensgruppen kaum geringer ist als die prozentuale Gesamtbelastung des obersten Einkommenszehntels – ganz zu schweigen von den Spitzeneinkommen mit ihren fragwürdigen Praktiken der Steuervermeidung.

Ein Monatseinkommen von 1.800-Euro etwa wird mit 47 Prozent (Netto 1.055) Steuern und Abgaben belastet, ein Einkommen von 3.600-Euro- 55 Prozent (Netto 1.706), um bei denjenigen, die aufs Jahr gerechnet Einkommensmillionäre sind, auf ein Niveau von nur noch 41 Prozent herabzusinken.

Dass beim Einkommensteuertarif Veränderungen notwendig sind, ist unstrittig. Die LINKE plädiert für einen linear verlaufenden Tarif mit einem deutlich höheren Spitzensteuersatz. In diesem Zusammenhang ist es besonders unerfreulich, dass die Bundesregierung die Beseitigung des sogenannten Mittelstandsbauches im Steuertarif (hohe Grenzsteuersätze für mittlere Einkommen) verhindert.

Falsch aber wäre es, die aktuelle Steuerdebatte auf die Einkommensteuer zu verkürzen. Auch bei den Sozialversicherungen sollte das Solidaritätsprinzip für alle gelten. Warum muss dieses Prinzip bei den heutigen Beitragsbemessungsgrenzen enden? Dafür gibt es keinen triftigen Grund. Deshalb plädieren wir unter anderem für eine Bürgerversicherung und für ein solidarisches Rentensystem bei Kappung der Leistungsansprüche. Denn die Rentenversicherung braucht den Millionär und nicht umgekehrt

Die Weisheit "starke Schultern tragen mehr als schwache Schultern" ist nicht nur eine Gerechtigkeitsfrage. Sie macht auch ökonomisch Sinn, da Bezieher höherer Einkommen einen geringeren Anteil ihrer Einkünfte konsumieren und damit die Investitionsbereitschaft von Unternehmen bremsen.

Natürlich sollten wir auch generell diskutieren, ob es sinnvoll ist, dass ein immer größerer Teil des Steueraufkommens auf natürliche Personen entfällt und im Gegenzug Kapitalgesellschaften sowie Vermögen und Erbschaften immer stärker entlastet wurden.

Und nicht zu vergessen: Deutschlands Steuer- und Abgabenquote liegt mittlerweile sechs Prozent unter dem europäischen Durchschnitt. Den öffentlichen Haushalten entgehen so jährlich rund 120 Mrd. € Einnahmen, die für Zukunftsinvestitionen in Bildung, Forschung und für die Energiewende dringend benötigt werden.


Zu b)
Die Staatsverschuldung lässt sich nur begrenzen, wenn wir wieder zu einer vernünftigen Steuer- und Abgabenquote zurück finden (siehe Antwort auf Frage a) sowie die Haushalte über Wachstum sanieren.

Die langfristige Haushaltssanierung erfordert also auch in einem gewissen Umfang kurzfristige Kreditfinanzierung zur Belebung von Investitionen und Wachstum (wie dies selbst bei hochprofitablen Unternehmen üblich ist). Der Versuch etwa des früheren Bundesfinanzministers Hans Eichel, ohne Rücksicht auf die konjunkturelle Situation zu sparen, hat dem Abbau der Staatsverschuldung geschadet. Seit dem moderaten Aufschwung und der zaghaften Kurskorrektur unter Peer Steinbrück gibt es wieder sehr viel höhere Steuereinnahmen und sinkende Ausgaben etwa für die Unterstützung von Arbeitslosen. Dies entspricht auch den internationalen Erfahrungen, etwa Schwedens bzw. der USA unter der Clinton-Administration, die erst investierten und dann sanierten.

Die Neuverschuldung wird erst dann zum langfristigen Problem, wenn die Zinsen (maßgeblich durch die EZB beeinflusst) dauerhaft über dem Wachstum liegen. Die Hochzinspolitik der EZB und der wachstumsfeindliche Kurs der Bundesregierung haben dieses Problem verschärft und im Übrigen auch den ökologischen Strukturwandel erschwert.

Die Schuldenlast der Bundesbürger suggeriert manchmal, Staatsverschuldung
sei eine Belastung zukünftiger Generationen. Dies ist mitnichten der Fall.
Denn jeder Generation werden nicht nur die Schulden, sondern im selben
Umfang auch die Forderungen vererbt. Mit anderen Worten: Die Tochter des
Facharbeiters zahlt zukünftig Zinsen an den Sohn von Herrn Zumwinkel. In
welchem Umfang Bundesbürger belastet werden, ist daher vor allem eine Frage
der Steuergerechtigkeit.

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Antworten weiter helfen.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Ulrich
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
24.06.2008
Von:

Sehr verehrter Herr Ulrich,

ich bedanke mich fuer Ihr Engagement gegen die NPD am 1.Mai in Kaiserslautern. Auch meine Person hat an der Demo teilgenommen. Haben Sie sich nicht etwas verlassen gefuehlt? Wo waren die Abgeordneten und Mandatstraeger der anderen Parteien der Stadt? Es gibt sehr viele rechtsextremistische Bestrebungen in Kaiserslautern aber die lokale Presse bringt fast nichts darueber! Dies kann doch nicht die wahre Strategie gegen Neo-Nazis sein diese totzuschweigen? Wenn die Guten immer nachgeben, haben die Boesen ein leichtes Spiel. Welche Strategie gegen die NPD/DVU/REPUBLIKANER halten Sie in Kaiserslautern fuer die beste?

Herzlichst Ihr
Antwort von Alexander Ulrich
8Empfehlungen
15.07.2008
Alexander Ulrich
Die Frage wird in Kürze (nach dem 4. August beantwortet)
Ergänzung vom 01.08.2008
Lieber Herr ,

Ich bedaurere ebenfalls die Abwesenheit der politisch verantwortlichen in Kaiserslautern.

Der Kampf gegen Rechtsextremismus hat viele Facetten. Zum einen ist die Politik gefordert, etwa in der Frage der Asylpolitik nicht den Eindruchk zu erwecken, die Rechtsextremisten würden nur aussprechen was sich keiner traut (die Reaktionen auf die Anschläge in Rostock-Lichtenhagen - die Änderung der Asylgesetzgebung etwa - haben die asylsuchenden Opfer zu Tätern gemacht, als sie den Schutz des Staates gebraucht hätten) sowie das Engegemnt der Bürgerinnen und Bürger. Der Landesverband der en Rheinland-Pfalz engagiert sich zudem gegen den Skandal, dass Adolf Hitler in Kaiserslautern weiterhin die Ehrenbürgerschaft geniesst.

Ich empfehle die Broschüre unserer Fraktion "Was tun gegen Rechtsextremisten"

dokumente.linksfraktion.net

sowie insbes. die Pressemitteilungen und parlamentarischen Intitaiven meiner Fraktionskollegin Bundestagsvizepräsidentin Petra Pau.

Sie könne auf unserer Fraktionshomepage einfach das Stichwort Rechtsextremismus in die Suchmaske eingeben und erhalten dann einen Überblick.

Grüße nach Kaiserslautern,

Alexander Ulrich
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Frage zum Thema Verbraucherschutz
14.07.2008
Von:

schon seit geraumer zeit mache ich mir gedanken über die höher und höher werdenden energiepreise ( gas, öl u.s.w)und wie man da entgegen tretten kann.
mir geht vor allem ein spekulationsverbot an der börse für grundversorgungsgütern,zu denen ich auch die energie zähle, durch den kopf.wie ist ihre meinung zu dieser idee?
und wie stehen sie daszu das die eu versucht das monopol von deutschen energiekonzernen,durch die abgabe iherer netze und dadurch mehr wettbewerb zubrechen?

mfg
.
Antwort von Alexander Ulrich
9Empfehlungen
15.07.2008
Alexander Ulrich
Sehr geehrter Herr Martin,

herzlichen Dank für Ihre Anfrage.

Tatsächlich gibt es starke spekulative Elemente bei der Verteuerung von Energie und Lebensmitteln. Nach dem Platzen der dot.com Blase zur Jahrtausendwende verlagerte sich die Spekulation, insbes. in den USA auf Immobilien. Jetzt da im Immobiliensektor massive Wertbereinigungen stattfinden treiben Investoren die Preise auf den Warentermin- und Rohstoffmärkten. Zusätzlich treibt der Ölpreis, etwa über Plastikverpackungen, auch die Lebesnmittelteuerung an.

Die Energie- und Lebensmittelkrise zeigt wir brauchen ein radikales Investitionsprogramm in Erneuerbare Energien. Eine Möglichkeit zur Finanzierung wäre die Ausweitung des europäischen Anteils an den nationalen Einnahmen aus dem Emissionshandel. Denn die nationalen Einnahmen werden oft zur Subvention der nationalen Emittenten missbraucht.

In Deutschland ist die Spekulation an den Terminbörsen besonders ausgeprägt: Im Jahr 2006 war das Handelsvolumen mit Zinsderivaten 230 mal höher als die gesamten Bruttoinvestitionen, der Handel mit Aktienderivaten übertraf die Unternehmensinvestitionen um das 100-fache und der Umsatz an der Terminbörse EUREX übertraf das 50-fache des deutschen BIP’s. Österreich hat daher nun mit Unterstützung des Österreichischen Instituts für Wirtschaftsforschung eine Finanztransaktionssteuer vorgeschlagen. Diesen Vorschlag unterstützt DIE LINKE. Die Bundesregierung hält sich hier bislang bedeckt.

Zur eigentumsrechtlichen Trennung im Energiesektor: Dies ist ein sinnvoller erster Schritt. Er reicht jedoch bei Weitem nicht aus. Denn der Wettbewerb wird sich, etwa bei der Unterhaltung der teuren Netzinfrastruktur, immer auf einige wenige große Anbieter konzentrieren (schon aus Kostengründen). Daher fordert DIE LINKE. die Überführung der Netze in öffentliche Hand (sowie dies in Neuseeland nach den schlechten Erfahrungen mit der Privatisierung des Bahnnetz im Verkehrssektor vollzogen wurde).

Meiner Homepage www.mdb-alexanderulrich.de entnehmen sie zu diesem Thema unter dem Menüpunkt Positionen meinen Gastbeitrag "Marktwirtschaft statt Monopol" in der Financial Times Deutschland.

Weiterhin möchte ich Sie gerne auf folgende Anträge unserer Fraktion aufmerksam machen

dokumente.linksfraktion.net

dokumente.linksfraktion.net

Ich hoffe ich konnte Ihnen mit diesen Hinweisen weiter helfen.

Herzliche Grüße,

Alexander Ulrich
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
01.08.2008
Von:

Ich beziehe mich auf Ihre Antwort vom 15.07.2008 auf die Frage von Herr Link hier bei Abgeordnetenwatch

Zitat: Ich empfehle die Broschüre unserer Fraktion "Was tun gegen Rechtsextremisten" dokumente.linksfraktion.net Zitat Ende

Hallo Herr Ulrich,

fragt man die Rechten, so sind diese die guten und die Linken die bösen. Fragt man die Linken, so sind diese die guten und die Rechten die bösen. Wir kennen ja alle die gegenseitigen Schuldzuweisungen zwischen den anderen Parteien wie CDU/CSU, SPD, FDP und Grüne. Immer sind diese selbst die guten und die anderen die schlechten.

Darum sei mir folgende Frage an Sie erlaubt: Was unternehmen Sie und ihre Partei gegen die Linksextremisten?

Gibt es bei Ihnen auch eine Broschüre "Was tun gegen den Linksextremismus?" Auf Ihrer Parteihomepage wurde ich leider nicht fündig.

Wenn ich dem Artikel www.berlin-magazin.info vom 30.05.2008 über den Verfassungsschutzbericht glauben schenken darf, so überwiegt die Gewalt von seiten der Linksextremisten denen der Rechtsextremisten.

Sind die Linksextremisten nicht auch ein Problem, welches von Ihrer Partei ebenso angepackt werden sollte, wie das des Rechtsextremistmus?

Mit besten Grüßen

Antwort von Alexander Ulrich
10Empfehlungen
05.08.2008
Alexander Ulrich
Sehr geehrter Herr ,

Ich verurteile grundsätzlich Gewalt als Mittel der politischen Auseinandersetzung, auch linksextreme Gewalt. Ich teile auch keine stumpfen Ideologien, weder von Links, Rechts noch aus der selbsterklärten Mitte. Daher habe ich mich auch als ehemliges SPD-Mitglied der marktradikalen Agenda 2010 unter Gerhard Schröder widersetzt.

Ich würde dennoch die marktradikale Politik Gerhard Schröders niemals mit Rechtsextremen gleichsetzen. Daher kann ich auch Linksextremisten nicht mit Rechtsextremisten gleichsetzen.

Denn 1) fallen rechtsextreme Straftaten durch den häufigeren Einsatz von Gewalt gegen Personen mit zahlreichen Todesfällen auf. Dies bestätigt auch der Verfassungsschutzbericht

2) Steht hinter dem Rechtsextremismus eine per se verachtenswerte Ideologie.

Ich gehe davon aus, dass Sie diese Einschätzung teilen und daher rechtsextreme Gewalt nicht verharmlosen möchten.

Der Vefassungsschutzbericht ist überdies meines Erachtens kein geeigneter Maßstab für eine politische Auseinandersetzung. Der Verfassungsschutz wurde aufgrund seiner schwachen parlamentarischen Kontrolle und seinem ausgeprägten Kopsgeist sowohl in demokratischen wie auch in undemokratischen Staaten immer wieder gegen die politische Konkurrenz eingesetzt. Bestätigt wird dies durch die anhaltende Beobachtung meiner Partei und ihrer Funktionsträger durch einige Landesverfassungschutzämter, darunter Menschen die für ihr politisches und /oder ehrenamtliches Engagement mit öffentlichen Auszeichnungen bedacht wurden.

Die Frage "Was tun gegen Linksextremisten" kann ich Ihnen sehr einfach beantworten. Werden Sie Mitglied der Linken und stärken sie damit die demokratischen und sozialstaatlichen Fundamente der Bundesrepublik Deutschland.

Mit freundlichen Grüßen,

Ihr

Alexander Ulrich
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Frage zum Thema Demokratie und Bürgerrechte
10.08.2008
Von:

Hallo Herr Abgeordneter Ulrich,

ich habe gehört, dass Sie am Montag den 04.08.08 an einer Mitgliederversammlung der Partei DIE LINKE des Kreisverbandes in Ludwigshafen teilgenommen haben bei der es zu Übergriffen gegenüber Versammlungsteilnehmern gekommen sein soll und sogar ein Einsatz der ortsansässigen Polizei erforderlich wurde. Mich würde mal interessieren, wie Sie die Sitzung erlebt haben und was Sie unternommen haben um die Eskalation an diesem Abend zu verhindern.
Antwort von Alexander Ulrich
6Empfehlungen
11.08.2008
Alexander Ulrich
Sehr geehrter Herr ,

In diesem Portal geht es um die Fragen von Bürgerinnen und Bürgern, nicht um die schwierigen Verhältnisse in einer Landespartei oder Ihr persönliches Anliegen als Parteimitglied.

Die von Ihnen angesprochenen Vorgänge sind in einem Bericht des Kreisverbandes Ludwigshafen, bei der zuständigen Polizeibehörde sowie auf Ihren persönlichen Internetseiten dokumentiert.

Sollten Sie tatsächlich Fragen haben, wenden sie sich bitte dorthin.

Mit freundlichen Grüßen,

Alexander Ulrich
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