Albrecht Pallas (SPD)
Kandidat Landtagswahl Sachsen 2009
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Albrecht Pallas
Jahrgang
1980
Berufliche Qualifikation
Studium zum gehobenen Polizeivollzugsdienst
Ausgeübte Tätigkeit
Polizeibeamter im Freistaat Sachsen
Wohnort
Dresden
Wahlkreis
Dresden I
Ergebnis
13,4%
Landeslistenplatz
-
(...) Leider schreitet die Ausbildung der afghanischen Polizei nur langsam voran und die Taliban erstarken wieder. Das alles zeigt, dass ein jetziger Abzug der Bundeswehr die bisherigen Erfolge zunichte machen würde und Afghanistan in die Gefahr eines Bürgerkrieges bringen würde. (...)
 
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AlbrechtPallas
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
29.07.2009
Von:

Hallo Herr Pallas,

die SPD wirbt ja schon länger für die Gemeinschaftsschule.
Was genau wären denn die Vorteile dieser Schulart?
Es gibt ja in Sachsen auch schon Gemeinschaftsschulen, welche Erfahrungen hat man dort gemacht?

Danke für Ihre Antwort!

Antwort von Albrecht Pallas
10Empfehlungen
31.07.2009
Albrecht Pallas
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Frage.
Ihre erste Frage bezog sich auf unser Gemeinschaftsschulmodell im allgemeinen. Tatsächlich ist die Forderung der SPD nach einer Schulreform hin zur Gemeinschaftsschule als Regelschule eine unserer wichtigsten Positionen. Gute Bildung ist für uns der Schlüssel zu Chancengerechtigkeit für alle Bevölkerungsgruppen. Schule sollte demokratisch und solidarisch sein und muss Kinder individuell fördern und individuelle Bildungswege öffnen.
Leider ist die Situation im drei- bzw. zweigliedrigen Schulsystem, in dem die Klassen schon nach dem 4. Schuljahr viel zu früh auseinander gerissen werden, eine andere. Wir stellen fest, dass in Deutschland
• 9 Prozent die Schule noch immer ohne Abschluss verlassen.
• Kinder aus sozial benachteiligten Elternhäusern dreimal geringere Chancen haben, das Abitur abzulegen und zu studieren.
• 20 Prozent der Kinder laut Pisa ungenügende Kernkompetenzen erreichen und
• 19 Prozent mind. einmal sitzen bleiben.
Deshalb setzt sich die SPD Sachsen dafür ein, dass höhere Schulabschlüsse unabhängig von der sozialen Herkunft von möglichst vielen Jugendlichen erreicht werden. Dazu bedarf es einer Schulstruktur, die auf längeres gemeinsames Lernen setzt und eine hohe Durchlässigkeit aufweist.

Längeres gemeinsames Lernen der Kinder gewährleistet eine bessere individuelle Förderung einzelner schwächerer Kinder und stärkt die Solidarität zwischen den Schülerinnen und Schülern. Auf diese Weise können wir mehr Kinder, vor allem auch solche, die zuhause nicht die beste Förderung bekommen, zum Abitur und Studium führen.
Gemeinschaftsschulen müssen zwingend auch Ganztagsschulen sein, d.h. die Kinder haben an der Schule viele auf den Lehrplan abgestimmte musische, sportliche oder weitere soziale Betätigungsmöglichkeiten und können ihre Hausaufgaben noch in der Schule erledigen. So kommen sie nachmittags nach hause und haben dann ausreichend Zeit für ihre Freunde, Familie und Hobbies.

Ihre zweite Frage bezog sich auf die Erfahrungen seit der Einführung der Gemeinschaftsschulen in Sachsen.
Die SPD hat in der Regierungsverantwortung die Gemeinschaftsschule als Schulversuch durchgesetzt. Acht Gemeinschaftsschulen gibt es inzwischen in Sachsen. In Dresden gibt es in Pieschen eine Gemeinschaftsschule. Doch wir wollen mehr! In Reick möchte jetzt eine weitere Dresdner Schule Gemeinschaftsschule werden. Auch unter der Elternschaft gibt es reichlich Zuspruch für unser Gemeinschaftsschulemodell. Schließlich haben die Kinder in Ostdeutschland bis 1989 auch bis zur 8. Klasse gemeinsam gelernt und dies wird überwiegend als positiv anerkannt. Die eigentlichen Auswirkungen werden aber erst sichtbar sein, wenn die ersten Gemeinschaftsschülerinnen und -schüler ihre Abschlüsse machen. Doch das wird ja bald so weit sein.

Leider müssen wir feststellen, dass durch die CDU dieser Schulversuch mehr als behindert wird. Wenn wir weiter regieren dürfen werden wir auch diesen Weg konsequent weiter gehen. Die SPD hat sich zum Ziel gesetzt, Gemeinschaftsschulen als Regelschulen in ganz Sachsen zu verankern. Denn Gemeinschaftsschulen sind der Kern eines zukunftsweisenden und sozial gerechten Schulsystems.

Ich hoffe, ihre Fragen hinreichend beantwortet zu haben. Natürlich stehe ich für weitere Fragen gern zur Verfügung. Besuchen Sie doch auch mein Homepage unter www.albrechtpallas.de .

Mit freundlichen Grüßen

Albrecht Pallas
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
07.08.2009
Von:

Sehr geehrte Herr Pallas,

Aufgrund des immer schlechter werdenden Bildungsstandards in Deutschland (nicht Sachsen als Bundesland) werden Stimmen laut, die ein einheitliches Schulsystem für die ganze Bundesrepublik fordern. Wie stehen Sie zu diesem Thema. Wäre es nicht vorteilhaft in diesem Bereich mal auf den Föderalismus zu verzichten und dafür zu sorgen, dass alle an einem Strang ziehen??

Grüße

Antwort von Albrecht Pallas
7Empfehlungen
11.08.2009
Albrecht Pallas
Sehr geehrter Herr ,

danke für Ihr Interesse an der SPD und Ihre Frage an mich.

Dass nach der Föderalismusreform I die Gesetzgebungskompetenz für Bildungsfragen allein den Ländern zugesprochen wurde, halte ich für einen Fehler. Bereits jetzt hört und liest man regelmäßig von Bundesländern, deren Abiturienten an Universitäten anderer Länder schlechtere Chancen haben, weil deren Abitur als weniger hochwertig angesehen wird. Diese Tendenzen dürften durch den strikten Bildungsföderalismus weiter verschäft werden. Eine Rahmengesetzgebungskompetenz des Bundes im Bildungsbereich sollte also wieder eingeführt werden. Gleichwohl muss den Ländern ermöglicht werden, auf ihre individuelle Situation zu reagieren. Insbesondere zwischen den Stadtstaaten und den Flächenländern gibt es einfach unterschiedlichen Rahmenbedingungen, auf die die jeweiligen Länder flexibel reagieren können sollten.

Wir brauchen nicht nur einheitliche Bildungsstandards sondern sollten den Irrweg des 3- bzw. 2-gliedrigen Schulsystems in ganz Deutschland verlassen. Stattdessen brauchen wir zur Erhöhung der sozialen Mobilität und damit der Chancen auch für benachteiligte Kinder die Gemeinschaftsschule als Regelschule, mit längerem gemeinsamen Lernen bis zur Klasse 9. Für weitere Fragen stehen ich Ihnen gern zu Verfügung. Gern können wir uns auch auf einer meiner Veranstaltungen direkt unterhalten. Informationen dazu und zu meiner Person erhalten Sie auf meiner Homepage www.albrechtpallas.de.

Herzliche Grüße


Ihr Albrecht Pallas
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Frage zum Thema Umweltpolitik
13.08.2009
Von:

Wie sehen Sie die zukünftige Entwicklung im Nationalpark Sächsische Schweiz? Insbesondere geht es um das immer mehr eingeschränkte Wegenetz, wo insbesondere im hinteren Bereich der Sächsischen Schweiz bedeutende historische Wegeführungen (z. B. Fremdenweg, Grenzweg) gesperrt worden sind. Es geht hier nicht gegen den Naturschutz, aber Naturschutz für wen, wenn weiträumig Gebiete mit wunderbarer Natur gesperrt sind. Etwa nur für Nationalparkangestellte und entsprechend honorige Jäger??? Und bedeutet Naturschutz im Nationalpark etwa auch, dass große, gesunde Buchen gezielt gefällt werden, damit Wegeführungen der oben genannten Wege "unsichtbar" werden. Was wird und künfig da erwarten? Werden wir fürs Waldbetreten zukünftig auch noch Eintritt bezahlen müssen? Wann erfolgt ein Wandergrenzübergang im Bereich des Großen Zschand?
Antwort von Albrecht Pallas
4Empfehlungen
16.08.2009
Albrecht Pallas
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihr Interesse an der SPD und für Ihre Frage.

Zunächst muss ich Sie dafür um Verzeihung bitten, dass ich die von Ihnen benannten konkreten Probleme (Wandergrenzübergang, gesperrte Wege) bis jetzt nicht kannte. Ich empfehle Ihnen daher, Ihre Frage auch an unsere Landtagskandidaten in der Sächsischen Schweiz, Ralf Wätzig und Karlheinz Petersen, zu richten, die bei diesen konkreten Fragen sicher auskunftsfähiger sind.

Dennoch will ich Ihnen meine grundsätzliche Meinung zum Nationalpark Sächsische Schweiz und dem Naturschutz nicht vorenthalten. Ich bin, wie Sie, der Meinung, dass der besondere Naturraum des Nationalparks aus Naturschutzgründen erhalten werden muss. Gleichwohl nützt es niemandem, wenn man den Naturraum nicht erleben kann. Deshalb darf die Kernzone auf den gekennzeichneten Wegen betreten werden. Als jemand, der selbst regelmäßig zum Wandern und Boofen in der Natur ist, weiß ich welche Auswirkungen eine zu lockere Handhabung haben kann. Leider gibt es einige Menschen, die für sich das Recht auf Erleben der Natur in Anspruch nehmen, aber ihren mitgebrachten Müll einfach zurück lassen. Solange ich solche Dinge wahrnehmen und bei jedem Besuch in der Sächsischen Schweiz säckeweise Müll aus dem Wald schleppen muss, befürworte ich auch die Regelung, in der Kernzone des Nationalparks nur auf den gekennzeichneten Wegen laufen zu dürfen.

Für weitere Fragen, auch zu anderen Themen, stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Weitere Informationen zu mir und den politischen Inhalten, für die ich stehen, finden Sie auf meiner Homepage www.albrechtpallas.de.

Herzliche Grüße

Ihr Albrecht Pallas
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Frage zum Thema Bildung und Kultur
14.08.2009
Von:

Wie stehen Sie zum Einsatz deutscher Soldaten in Afghanistan?
Was kostet uns das jährlich?
Sollen doch die Amis ausbaden, was sie sich selbst eingebrockt haben.
Die Ausgaben für diesen sinnlosen Krieg wären für Bildung und Kultur besser angelegt.
Antwort von Albrecht Pallas
3Empfehlungen
17.08.2009
Albrecht Pallas
Sehr geehrter Herr ,

Vielen Dank für Ihr Interesse an der SPD und für Ihre Frage zum
Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.

Ich sehe den momentanen Militäreinsatz der Bundeswehr in Afghanistan als notwendiges Übel zum Schutz des zivilen Aufbaus. Leider ist die zivile Wiederaufbauhilfe ohne die (defensive) Anwesenheit von ausländischem Militär derzeit unmöglich. Unabhängig von den Fragen der "notwendigen Bündnistreue" oder der zu verteidigenden "deutschen Interessen" muss die Lage der Menschen vor Ort im Mittelpunkt der Debatte stehen. Ein Abzug der Bundeswehr würde unwiderruflich eine riesige (zivile!) Sicherheitslücke aufreißen. Der zwangsläufige Abzug einer Vielzahl von Entwicklungshelfern riefe anschließend eine humanitäre Katastrophe hervor. Aßerdem würde es zu einem Bürgerkrieg in Afghanistan kommen, wenn alle ausländischen Militärkräfte abgezogen würden. Deutschland ist als eines der wohlhabendsten Länder in der Verantwortung, dies zu verhindern, auch weil sich die Sicherheitslage in Europa durch eine zu frühe Beendigung des Einsatzes verschlechtern könnte.

Gleichwohl brauchen wir eine Strategie, was genau in Afghanistan erreicht werden soll, bis an eine Beendigung des Einsatz gedacht werden kann. Wir müssen auch feststellen, dass durch die (militärisch geschützte) zivile Wiederaufbauhilfe schon einiges erreicht wurde. Beispielhaft seien die bessere Schulbildung, gerade auch für Mädchen, der Aufbau von Infrastruktur und Demokratisierung des Landes erwähnt. All dies führt zu einer Befriedung des Landes, welche auch eine Erhöhung der Sicherheit in Europa bedeutet. Leider schreitet die Ausbildung der afghanischen Polizei nur langsam voran und die Taliban erstarken wieder. Das alles zeigt, dass ein jetziger Abzug der Bundeswehr die bisherigen Erfolge zunichte machen würde und Afghanistan in die Gefahr eines Bürgerkrieges bringen würde.

Ich hoffe, meine Position hinreichend klar dargestellt zu haben. Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Weitere Informationen zu meiner Person, der SPD und unseren Zielen bekommen Sie auf meiner Homepage www.albrechtpallas.de.

Herzliche Grüße

Ihr Albrecht Pallas
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Frage zum Thema Soziales und Familie
14.08.2009
Von:
-

Sehr geehrter Hr. Pallas,

als Leiterin einer Kindertagesstätte interessiert mich natürlich Ihr Standpunkt zur Debatte "Fachkräfteschlüssel in Kindertagesstätten und Kindertagespflege". Ich gehe davon aus, dass Ihnen das Missverhältnis der Erzieher-Kind-Relation von Deutschland im EU-Vergeich und Sachsen im Ländervergleich bekannt ist. Kennen Sie den Bildungsplan mit seinen Anforderungen? Was gedenken Sie bei der Haushaltsplanung für die Verbesserung des Fachkräfteschlüssels zu tun? Was kann ich meinem Team dazu sagen?

Mit freundlichen Grüßen
A. -
Antwort von Albrecht Pallas
3Empfehlungen
16.08.2009
Albrecht Pallas
Sehr geehrte Frau -,

vielen Dank für Ihr Interesse an der SPD und für Ihre Frage.

Die SPD wird sich auch weiter für eine Absenkung der ErzieherInnen-Kinder-Relation einsetzen. Von der Anzahl und der Ausbildung der Fachkräfte in den Kitas hängt es ab, wie auf die individuellen Bedürfnisse und Interessen der Kinder eingegangen werden kann. Wir streben daher eine schrittweise Absenkung bis zu einem Betreuungsverhältnis von 1:7 in den Kindergärten an.

Wir haben uns bereits in den letzten 5 Jahren für eine Verbesserung des Personalschlüssels eingesetzt. Allerdings ist eine Verbesserung bislang an der CDU gescheitert. Der Vorschlag der CDU, den Personalschlüssel auf 1:12 (derzeit 1:13) abzusenken, ohne jedoch den Kommunen die notwendigen finanziellen Mittel bereitzustellen, konnte von uns so nicht mitgetragen werden, da diese finanzielle Herausforderung von Kommunen und Freistaat geschultert werden muss. Eine Absenkung auf 1:12 würde den Freistaat 30 Millionen Euro kosten, die wir im Haushalt einstellen wollen.

Kurzfristig ist eine Absenkung des Personalschlüssels auf 1:12 im Kindergarten notwendig. Parallel dazu ist jedoch auch eine Verbesserung der Personalsituation in der Krippe auf einen Schlüssel von 1:7 notwendig. Zudem ist sicherzustellen, dass der gesetzlich verankerte Personalschlüssel in der Praxis Realität wird (bspw. sind Urlaub, Krankheitszeiten nicht im Schlüssel enthalten).

Ich hoffe, Sie können Ihrem Team jetzt ausreichend über die Ziele der SPD in Sachen "Fachkräfteschlüssel" berichten. Für weitere Fragen auch zu anderen Themen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung. Weitere Informationen zu meiner Person, der SPD Sachsen und unseren Zielen erhalten Sie auch auf meiner Homepage unter www.albrechtpallas.de.

Herzliche Grüße

Ihr Albrecht Pallas
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