Werner Simmling (FDP)
Abgeordneter Bundestag

Grunddaten
Werner Simmling
© FDP-Bundestagsfraktion
Geburtstag
27.09.1944
Berufliche Qualifikation
Diplom-Volkswirt
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Hohenstadt
Wahlkreis
Göppingen
Ergebnis
10,3%
Landeslistenplatz
14, Baden-Württemberg
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(...) Der Schlüssel für die Befriedung Afghanistans liegt darin, wirtschaftliche und soziale Perspektiven für die afghanische Bevölkerung zu schaffen, um diese gegen eine Radikalisierung durch die Taliban zu immunisieren. (...)
Parlamentarische Arbeit / Nebentätigkeiten
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Frage zum Thema Verkehr und Infrastruktur
06.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Simmling,

Bei der Durchsetzung des Bahnprojekts Stuttgart 21 und der damit verbundenen Neubaustrecke Wendlingen-Ulm wurde der Stuttgarter Zeitung zufolge der Bundestag von Vertretern der Bahn und der Landesregierung getäuscht: "Ziel des Konzerns war es demnach, sicherzustellen, dass die geplante Neubautrasse im Bundesverkehrswegeplan in die Kategorie vordringlicher Bedarf eingestuft wird. Dieser Plan wurde 2003 vom Parlament ... auf der Basis der offiziellen Kalkulation von 1,35 Milliarden Euro beschlossen. Zu diesem Zeitpunkt ... hatten die Projektplaner des Konzerns intern die Baukosten für die Schnellbahnstrecke aber bereits auf 2,6 Milliarden Euro veranschlagt. Diese Berechnungen wurden dem Bundestag nach den Recherchen der StZ wissentlich vorenthalten, um die für den geplanten Bau von Stuttgart 21 zwingend notwendige Schnellbahnstrecke, die zu großen Teilen vom Bund finanziert wird, nicht zu gefährden. Das zeigt ein Gesprächsprotokoll eines Treffens zwischen DB-Verantwortlichen und Vertretern der damaligen Landesregierung vom Juni 2003. Bei dem Treffen gab Eckart Fricke, seinerzeit in leitender Funktion bei der Bahntochter DB Netz tätig, die Losung aus, bis zur Verabschiedung des Bundesverkehrswegeplans keine neuen Baukosten zu kommunizieren, um "keine unzeitgemäße Diskussion auszulösen". Fricke ... bestätigte die Aussage gegenüber der StZ, wollte dies aber nicht als Täuschung des Parlaments verstanden wissen." www.stuttgarter-zeitung.de

Meine Fragen: Was werden Sie tun, um diese ungeheuerliche Missachtung des Parlaments zu sanktionieren? Werden Sie dafür sorgen, dass ein Parlamentarischer Untersuchungsausschuss eingesetzt wird, um diese Täuschung der Abgeordneten aufzuklären? Werden Sie dafür sorgen, dass sich endlich auch die Strafverfolgungsbehörden mit diesem Vorgang befassen?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Werner Simmling
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17.08.2011
Werner Simmling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Fragen zu den Kosten von Stuttgart 21 und der Neubaustrecke Wendlingen-Ulm.
Die DB AG hat bereits klargestellt, dass die von Ihnen zitierten Behauptungen unwahr sind. Für sachliche Fragen rund um das Bahnprojekt stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit besten Grüßen
Werner L. Simmling
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Frage zum Thema Städtebau und Stadtentwicklung
23.07.2011
Von:

Sehr geehrter Herr Simmling,

in einem Interview in der Südwestpresse ezeitung vom 23.07.2011 stellen Sie u.a. fest ""Es wurde eine öffentliche Fakten-Schlichtung und der Stresstest nach den Vorgaben der Projektgegner durchgeführt...".

Mich interessiert, wie Sie zu der Erkenntnis kommen, der sog. "Stresstest" sei nach den Vorgaben des Aktionsbündnisses durchgeführt worden. Den Medienberichten zufolge steigt das Aktionsbündnis doch gerade des Gegenteils wegen aus, weil sie eben NICHT beteiligt wurden.

Über eine Antwort freut sich

S.
Antwort von Werner Simmling
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17.08.2011
Werner Simmling
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für ihre Frage, auf die ich sehr gern antworte. Im Rahmen der Fakten-Schlichtung, an der das Aktionsbündnis beteiligt war, wurden nicht nur die Durchführung eines Stresstestes sondern auch der durchführende Gutachter sowie die Parameter für den Stresstest vereinbart. Die Firma SMA ist vom Aktionsbündnis selbst vorgeschlagen worden und es ist ebenso vereinbart worden und im Schlichterspruch vom 30.11.2010 nachlesbar, dass der Stresstest öffentlich präsentiert und diskutiert wird. Daran haben sich alle Seiten gehalten. Ich habe die erstmalige Absage der Teilnahme des Aktionsbündnisses an der Präsentation des Stresstestes als nicht richtig empfunden und habe es umso mehr begrüßt, dass sie dann doch teilgenommen haben.

Umso bedauerlicher finde ich nun die Forderung der Projektgegner, dass sie den Stresstest nicht akzeptieren wollen. Der Bahnhof hat den Stresstest bestanden, das hat auch die grün-rote Landesregierung bestätigt. Damit ist die in der Schlichtung vereinbarte Voraussetzung gegeben, dass die Deutsche Bahn AG nun mit dem Bau beginnen kann. Nach dem langen, offenen und transparenten Schlichtungsverfahren jetzt erneut das Baurecht der Deutschen Bahn in Frage zu stellen und eine vollständige Neuplanung, die wenigstens zehn bis fünfzehn Jahre in Anspruch nehmen würde, zu verlangen, wäre kein Kompromiss sondern eine Kapitulation. Für einen Rechtsstaat kann das keine akzeptable Lösung sein.
Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit besten Grüßen

Werner L. Simmling
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Frage zum Thema Euro-Rettungsschirm
12.09.2011
Von:

Hallo,

wie werden Sie sich bei der Abstimmung Ende September im Bundestag (Erweiterung Euro-Rettungsschirm) verhalten?

Stimmen Sie dafür? Falls ja was sind Ihre Beweggründe?

Und können sie Ihr Verhalten, falls Sie mit JA stimmen, überhaupt mit Ihrem auf die Verfassung geleisteten EID in Einklang bringen?

Besten Dank
Antwort von Werner Simmling
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27.09.2011
Werner Simmling
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage zur Ertüchtigung und weiteren Flexibilisierung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Im Folgenden lege ich meine Position hierzu dar und begründe meine Entscheidung.

Bei der Abstimmung zum Gesetzentwurf der Koalitionsfraktionen am 29. September 2011, der die Ausweitung der deutschen Beteiligung am Euro-Stabilisierungsfonds EFSF vorsieht, werde ich nach einem sorgfältigen Abwägungsprozess mit "Ja" stimmen.

Der Gesetzentwurf schafft die Grundlagen für die Umsetzung der Beschlüsse der Staats- und Regierungschefs der Eurozone vom 11. März 2011 und der Erklärung der Staats- und Regierungschefs der Eurozone und der EU-Organe vom 21. Juli 2011 zur Ertüchtigung und weiteren Flexibilisierung der Europäischen Finanzstabilisierungsfazilität (EFSF). Die neuen gesetzlichen Grundlagen ermöglichen einerseits die vereinbarte Bereitstellung der maximalen Darlehnskapazität von 440 Mrd. Euro durch die EFSF, indem eine Aufstockung des Garantierahmens, den Deutschland zur Verfügung stellt, von 123 Milliarden Euro auf 211,0459 Milliarden Euro erfolgt. Darüber hinaus wird die EFSF in die Lage versetzt, den konkreten Gefahren für die Stabilität unserer gemeinsamen Währung und der Eurozone insgesamt noch besser auch vorbeugend entgegenwirken zu können. So werden neben der bereits bestehenden Möglichkeit einer Kreditvergabe an Mitgliedsstaaten nun auch der Kauf von Staatsanleihen am Primär- und Sekundärmarkt, sowie vorsorgliche Kredite und Darlehen an Staaten zur Rekapitalisierung von Finanzinstituten bereitgestellt. Alle Hilfsmaßnahmen der EFSF werden auch in Zukunft unter strikten Auflagen vergeben. Ziel ist die Hilfe zur Selbsthilfe. Die Verantwortung der nationalen Regierungen für ihre jeweiligen Finanzen ist die Handlungsgrundlage der Europäischen Union. Die betroffenen Mitgliedstaaten müssen deshalb den Weg der Haushaltskonsolidierung und wirtschaftlichen Strukturreformen eigenständig gehen.

Mit dem Gesetzentwurf ist es den Koalitionsfraktionen gelungen, einen umfassenden Parlamentsvorbehalt zu errichten, der sämtliche maßgebliche, die haushaltspolitische Gesamtverantwortung des Deutschen Bundestages berührende, Entscheidungen von einer vorherigen Zustimmung des Deutschen Bundestages abhängig macht. Überdies erfüllt der Gesetzentwurf die vom Bundesverfassungsgericht in seinem Urteil vom 7. September 2011 aufgestellten Anforderungen einer Parlamentsbeteiligung. Entgegen der in diesem Urteil ausdrücklich gebilligten Möglichkeit einer erst nachträglichen Unterrichtung des Haushaltsausschusses in Eilfällen, macht das Gesetz auch für Fälle von besonderer Eilbedürftigkeit oder Vertraulichkeit eine vorherige Zustimmung durch Mitglieder des Haushaltsausschusses erforderlich.
Ohne die erweiterte Europäische Finanzstabilisierungsfazilität drohen unkalkulierbare Folgen für die Europäische Union und die gemeinsame Währung. Insbesondere vor dem Hintergrund der starken Stellung der deutschen Wirtschaft und einer vernetzten Weltwirtschaft gibt es allen Grund, gerade jetzt Europa entschlossen nach vorne zu tragen. Die deutsche Wirtschaft lebt vom grenzüberschreitenden Austausch von Personen, Gütern, Dienstleistungen und Ideen. Über 60 Prozent der deutschen Exporte gehen in die Europäische Union und über 40 Prozent in den Euroraum. Wir alle profitieren von der gemeinsamen europäischen Währung.

Für weitere Fragen stehe ich Ihnen gern zur Verfügung.

Mit freundlichen Grüßen


Werner L. Simmling, MdB
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