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Sehr geehrter Herr Riester,
ich habe drei verschiedene Fragen und hoffe, daß Ihnen das nichts ausmacht.
Die erste Frage:
Im Magazin "Kontrovers" auf BR kam letztens folgendes: 1 Euro-Jobber, Rehabilitanten, Menschen die Sozialgeld erhalten usw. würde man nicht in die Statistik mit reinrechnen.
So sei die Arbeitslosigkeit bei etwa 5-6 Mio.
Auch die "FAZ" berichtete, dass 3,2 Mio. Arbeitslose gar nicht in der Statistik erfasst werden.
Hinzu würde eine "stille Reserve" kommen. Zum Beispiel Frauen, die zwar arbeiten möchten, aber aufgrund der Aussichtslosigkeit auf einen Job, lieber vom Geld ihres Partners leben. Diese Zahl wird auf 2 Mio. geschätzt.
Kann man die Statistik nicht ändern? Wenigstens die 1 Euro-Jobber sollte man doch nicht herausrechnen. Das alles sieht etwas nach Schönfärberei aus.
Außerdem gab ein Institut in Halle bekannt, dass 1 Euro-Jobbs immer häufiger reguläre Jobs vernichten würden. Warum setzt man nun 1 Euro-Jobber in der Privatwirtschaft ein? Das war doch ursprünglich gar nicht vorgesehen.
2. Überschätzen Sie den demografischen Faktor nicht?
Denn Ihre Annahme, dass jeder einen Job hätte, der dem Arbeitsmarkt mehr zur Verfügung stünde, ist ja zunächst mal eine Annahme.
Heute früh musste ich bei den Frühstücksnachrichten via Radio schlucken. Die Bundesregierung lege den Migrationsbericht vor.
Und u.a. hat da eine Grünen-Politikerin mehr Zuwanderung aufgrund des demografischen Wandels gefordert.
Ich bin noch jung. 30 Jahre alt. Darf meinen Beruf nicht mehr ausüben und habe Fibromialgie. Kein schönes Leben, wenn man schon einige Zeit ohne Job ist.
Die konkrete Frage: Sollte der Arbeitsmarkt nicht nur für diejenigen geöffnet werden, die wir wirklich brauchen? Es werden nicht überall Professoren herkommen. Mir kommt es so vor, als ginge es in Wirklichkeit nur um Lohndumping.
Können Sie meine Angst etwas verstehen?
Die 3 Frage: Warum sperrt sich ausgerechnet die (ehemalige) Arbeiterpartei SPD, die Pendlerpauschale wieder einzuführen?
Ihnen alles Gute!
Gruß
