Ute Vogt (SPD)
Kandidatin Bundestagswahl 2009
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Ute Vogt
Jahrgang
1964
Berufliche Qualifikation
Juristin
Ausgeübte Tätigkeit
Landesvositzdende der SPD Baden-Württemberg
Wohnort
Stuttgart- Botnang
Wahlkreis
Stuttgart I
Ergebnis
18,0%
Landeslistenplatz
1, Baden-Württemberg
(...) Ich sehe unter dem Lissabonner Vertrag und der EU-Grundrechtecharta keinen Spielraum für die Wiedereinführung der Todesstrafe. Zum einen erlaubt bereits die geltende EMRK einschließlich aller ihrer Zusatzprotokolle keine Todesstrafe mehr. (...)
 
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Frage zum Thema Soziales und Familie
18.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Vogt,

als Studentin und damit Vertreterin der jüngeren Generation würde mich interessieren wie Sie, vor allem angesichts der demographischen Entwicklung Deutschlands, zu der Zukunft unseres Rentensystems stehen. Glauben Sie, dass ein System, indem einige länger hohe Renten beziehen als sie jemals eingezahlt haben langfristig überhaupt noch finanzierbar ist und wie wollen Sie die "Ungerechtigkeiten" für meine Generation (schon jetzt ist nicht mal die Hälfte der Deutschen erwerbstätig, die wenigen werden alle mitfinanzieren müssen, Ausgleich der, zum Teil durch die Wirtschaftkrise bedingten, Staatsschulden etc.) ausgleichen. Wie stehen Sie zu einer steuerfinanzierten Grundrente?

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ute Vogt
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22.09.2009
Ute Vogt
Sehr geehrte Frau ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zur zukünftigen Finanzierung unseres Rentensystems.

Es ist unsere oberste Aufgabe, dafür zu sorgen, dass alle Jugendlichen die Chance auf eine Ausbildungsstelle erhalten oder Zugang zum Studium bekommen. Für diejenigen, die nicht studieren wollen oder können, setze ich mich für eine Berufsausbildungsgarantie ein. Es gilt, den Jugendlichen den Zugang zu einer Berufsausbildung zu ermöglichen, die Einstieg ins Berufsleben und Grundlage für eine sichere und solide Rentenfinanzierung ist. Auch nach der Berufsausbildung müssen Arbeitnehmerinnen und Arbeitnehmer die Chance haben, bis zur Rente zu arbeiten.

Sie haben Recht: Die Stabilisierung der bestehenden Alterssicherung muss ein zentraler Punkt unserer Politik sein. Nicht umsonst ist die Rentensicherung in der Politik ein Dauerthema. Wenn es zu dieser Problematik eine perfekte Lösung gäbe, dann gäbe es sicher parteiübergreifend Übereinstimmung dazu. Leider ist dies aber nicht der Fall.

Meiner Meinung nach gibt es zur umlagefinanzierten gesetzlichen Rente, die um betriebliche und private Altersvorsorge ergänzt wird, keine bessere Alternative. Die Renten müssen in einer Höhe gezahlt werden, die den gezahlten Beträgen während der Erwerbstätigkeit gleichkommt.

Auch ein gesetzlicher Mindestlohn wäre hilfreich, um ausreichend Geld zur Verfügung zu haben. Durch die Bekämpfung von Niedriglöhnen fließt auch wieder mehr Geld in die Rentenkasse. Dies erklärt auch, warum der Kampf gegen Arbeitslosigkeit auch gleichzeitig ein Kampf um die Rente ist. Je mehr Leute ein sicheres, solides Einkommen haben, umso mehr können auch in die Rentenkasse einzahlen. Hierzu ist es auch enorm wichtig, Arbeitsplätze zu erhalten und neue Arbeitsplätze zu schaffen. Hier spielt es auch eine Rolle, den Kündigungsschutz zu stärken, um ein berechenbares Arbeitsverhältnis zu schaffen.

Herzliche Grüße

Ute Vogt
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Frage zum Thema Soziales und Familie
21.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Vogt,
Freunde von mir - beide Studenten kurz vorm Abschluß - wurden von 2 Jahren Eltern von Drillingen. Sie bekamen insgesamt 900 EUR Elterngeld. Andere Freunde von mir wurden zeitgleich Eltern von einem Kind, hatten ihr Studium bereits abgeschlossen und bereits ein Jahr gearbeitet. Sie bekamen 1.800 EUR Elterngeld. Ich persönlich empfand das als ausgesprochen ungerecht.
1. Können Sie sich vorstellen, Mehrlingseltern in ihrer gewaltigen und vielfältigen Herausforderung besser zu unterstützen, nicht nur finanziell?
2. Welche konkreten Hilfestellungen könnten Sie in der kommenden Legislaturperiode für Mehrligselter realisieren?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ute Vogt
bisher keineEmpfehlungen
25.09.2009
Ute Vogt
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Anfrage zum Thema Elterngeld.

Die von Ihnen geschilderten Vorgänge klingen tatsächlich unfair. Allerdings sind in Ihrer Anfrage zwei unterschiedliche Ausgangslagen beschrieben, die man meiner Meinung nach getrennt betrachten sollte. Ohne weitere Hintergründe der Betroffenen zu kennen, versuche ich dennoch, zu antworten.

Ich stimme Ihnen zu, dass die Unterstützung für Mehrlinge sicher knapp bemessen und durchaus verbesserungsfähig ist.

Im von Ihnen zuerst genannten Fall setzt sich der Gesamtbetrag aus dem Elterngeld in Höhe von 300 Euro und dem Mehrlingszuschlag von 600 Euro - für jedes weitere Kind je 300 Euro - zusammen. Da Ihre Bekannten vorher offensichtlich kein festes Einkommen hatten, wird hier der Mindestbetrag von 300 Euro gezahlt werden. Diese Rechnung können Sie auch gerne im Internet unter www.bmfsfj.de nachvollziehen. Hier finden Sie auch weitere Informationen zum Elterngeld. Allerdings sollten Sie in Betracht ziehen, dass das Elterngeld hier zu den vorher bereits erbrachten Leistungen dazukommt. Die vorherigen Gelder, wie beispielsweise BAföG, werden weiterhin gezahlt und auch sonstige Studentenvergünstigungen durch die Zahlung des Kindergeldes nicht berührt.

Im zweiten Fall spielt, anders als bei den Mehrlingseltern, das vorherige Einkommen eine Rolle. Das Elterngeld wurde eingeführt, um es auch dem besser- bzw. überhaupt verdienenden Elternteil zu ermöglichen, eine berufliche Auszeit zu nehmen, um die Familie bzw. den "betroffenen" Betrieb finanziell zu unterstützen. Als Ausgleich wird das Elterngeld zu einem bestimmten Prozentsatz, in der Regel 67% vom vorherigen Einkommen gezahlt. Dies soll auch berufstätige Akademiker und auch Väter, die häufig immer noch mehr Gehalt als die Mütter bekommen, ansprechen. In diesem Fall ersetzt das Elterngeld das vorherige Einkommen.

Wichtig ist mir, dass "unsere" Kinder gut versorgt sind und die Eltern auch frei entscheiden können, welcher Elternteil den Erziehungsurlaub in Anspruch nimmt, ohne mit erheblichen finanziellen Nachteilen rechnen zu müssen. Es erfüllt auch den Zweck, die in Deutschland nach wie vor bestehenden und meiner Meinung nach veralteten Strukturen zu sprengen, wonach die Frau zu Hause die Kinder betreut, während der Mann arbeitet und Geld verdient. Durch das Elterngeld besteht nun auch die Möglichkeit, dass (Alleinverdienende) Väter sich vermehrt um die Kindererziehung kümmern können.

Das Elterngeld bietet eine solide finanzielle Grundlage, da alle berechtigten Eltern pro Kind erst einmal 300 Euro bekommen. Diesen Betrag bekommen auch Hausfrauen und -männer, Studierende und Geringverdiener, die bisher keine Steuern geleistet haben, zusätzlich zu den bisherigen Leistungen. Den Eltern, die aber bereits in die Sozialkasse eingezahlt haben, wird aber auch ein höherer Anteil wieder ausgegeben, gemessen am Einkommen der letzten 12 Monate vor der Geburt. Allerdings ersetzt das Elterngeld hier das berufliche Einkommen.

Die beste Lösung fände ich persönlich, wenn wir noch einen Schritt weitergingen und nach skandinavischem Vorbild aktive Leistungen als Staat bieten - wie komplett kostenfreie Bildungsinfrastruktur inkl. Bücher, Mittagessen etc. - anstatt einer reinen finanziellen Unterstützung für die Eltern. So wäre gewährleistet, dass die Leistung wirklich dem Kind zu Gute kommt und auch alle Kinder gleichberechtigt unterstützt werden.

In der kommenden Legislaturperiode will die SPD-Bundestagsfraktion unter anderem das Elterngeld weiter ausbauen und Familien stärker fördern und unterstützen. Welche Maßnahmen konkret aber tatsächlich realisiert werden können, hängt nicht zuletzt auch vom Wahlergebnis und der daraus folgenden Koalition ab.

Herzliche Grüße
Ute Vogt
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Frage zum Thema Gesundheit
21.09.2009
Von:

Sehr geehrte Frau Vogt,

nach meiner eigenen Erfahrung häuft sich immer mehr das Verhalten von Kassenärzten, für Nicht-Privatpatienten keine Termine frei zu haben, Termine wiederholt zu verschieben, auf volle Terminkalender, auf Schulungen und Streiks als Begründung hinzuweisen.

Die Ankündigungen von Ärzten, sich vorrangig nur noch um Privatpatienten zu kümmern, häufen sich. Allgemein- /Hausärzte überweisen deutlich zurückhaltender an Fachärzte.

Ich nehme an, dass auch Ihnen dieses Thema nicht ganz unbekannt ist ? Was wollen/können Sie als SPD-Abgeordnete und Bundestagskandidatin gegen dieses anstehende Problem unternehmen ? Was können Sie persönlich veranlassen ?

Mit freundlichen Grüßen
Antwort von Ute Vogt
1Empfehlung
25.09.2009
Ute Vogt
Sehr geehrter Herr ,

die Problematik ist mir nicht unbekannt.

Mit der eigentlichen medizinischen Behandlung bei niedergelassenen Ärzten sind die meisten Menschen in Deutschland zufrieden. Aber die gesetzlich Versicherten ärgert zu Recht, dass sie zunehmend länger auf Termine - vor allem bei Fachärzten - warten müssen, während die kleine Gruppe der privat Versicherten schnell behandelt wird - unabhängig davon, wie dringend ihr Anliegen im Einzelfall ist. Beschwerden über lange Wartezeiten haben in letzter Zeit massiv zugenommen.

Eine solche Praxis halte ich für äußerst fragwürdig und habe mir auch schon von mehreren Ärzten berichten lassen, dass sie ein solches Verhalten bei Kollegen nicht gutheißen.

Das Ziel der SPD ist eine gemeinsame Gebührenordnung für gesetzlich und privat Versicherte, damit die Honorierung der Ärzte nur noch vom zeitlichen und medizinischen Aufwand abhängt und nicht mehr davon, ob der Patient gesetzlich oder privat versichert ist.

Ich persönlich kann mich gemeinsam mit Kolleginnen und Kollegen auch weiterhin für die Einführung einer solidarischen Bürgerversicherung einsetzen, die von der Union bisher leider blockiert wurde. Für eine Bürgerversicherung lohnt es sich meiner Meinung nach zu kämpfen: Damit alle mit ihrem Einkommen zur Solidarität beitragen und die Zwei-Klassen-Medizin endlich der Vergangenheit angehört.

Herzliche Grüße,
Ute Vogt
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Frage zum Thema Soziales und Familie
25.09.2009
Von:

Rechtswidrige Sanktionierung von Hartz IV-Empfängern

Sehr geehrte Frau Vogt,

laut Telepolis-Berichten www.heise.de , www.heise.de und www.heise.de wird auf eine Weise mit Hartz IV-Empfängern verfahren, die jeder rechtsstaatlichen Praxis spottet. Ihre Partei, die SPD, Frau Vogt, trägt eine erhebliche Mitverantwortung für diese skandalösen Zustände. Meine Enttäuschung über die SPD als ehemaliger Anwalt der kleinen Leute ist so groß, dass ich die SPD mit Sicherheit nicht mehr wählen werde, sondern stattdessen die Linken.

Dennoch, aus wahltaktischen Gründen, weil wir dank des Opportunismus Ihrer Partei noch immer mit einem verfassungswidrigen Wahlrecht leben müssen, gilt es, noch Schlimmeres zu verhindern: eine CDU/FDP-Regierung ermöglicht nur durch Überhangmandate. Ich bin deshalb bereit, Ihnen meine Erststimme zu geben, wenn Sie versprechen, nachfolgende Forderung zu erfüllen. Dieselbe Forderung werde ich an Herrn Özdemir richten und demjenigen von Ihnen beiden meine Stimme geben, der seine Versprechung glaubhafter macht. Überzeugt mich keiner von Ihnen beiden, gebe ich meine Erststimme Herrn Urbat, der meine Stimme aufgrund seiner Aufrichtigkeit und Anständigkeit sonst ohnehin erhalten würde.

Versprechen Sie, Frau Vogt, folgende Ziele nach Kräften zu unterstützen?
1. Ein sofortiges Sanktions-Moratorium für Hartz IV-Empfänger
2. Widerspruch gegen Sanktionen muss aufschiebende Wirkung erhalten.
3. Für Sanktionen, die von einem Gericht festgestellt, zu Unrecht erteilt wurden, muss eine mehr als symbolische Entschädigung gezahlt werden.
4. Empfindliche Strafandrohung für Vorgesetzte von Arbeitsagenturen (bis hin zu Haftstrafen), die ihre Mitarbeiter nötigen, bestimmte Sparquoten zu erzielen.
5. Whistleblower-Schutz gegen Mitarbeiter, die ihre Vorgesetzten oder Kollegen wegen Punkt 4 anzeigen.

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Frage zum Thema Energieversorgung
25.09.2009
Von:

Sehr geehrter Frau Vogt,

Atommüllendlagerung? Was ist Ihre Meinung zu dieser Problematik.
Ist es richtig auch weiter "sichere" Atomkraftwerke zu bauen, wenn die Endlagerung überhaupt noch nicht gelöst ist?
Wie sehen die Alternativen zur Energiegewinnung aus Ihrer Sicht dazu aus und
ist eine flächendeckende Energieversorgung mit alternativen Technologien überhaupt möglich, falls ja, wie sieht diese aus?
Mir persönlich (und vor allem für meinem Kind) macht es Angst, in Zeiten wahnsinniger Terroristen, immer neue Atomkraftwerke zu bauen, wo kein Mensch dieser Erde zu 100% sagen kann, dass die Atomkraftwerke zu 100% "sicher" sind. Technisch ist vieles möglich, bisher aber nicht die vollständige Beseitigung radioaktiven Atommülls.
Auf Ihr Feedback freut sich

mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ute Vogt
bisher keineEmpfehlungen
01.10.2009
Ute Vogt
Sehr geehrter Herr ,

die SPD, federführend Frank-Walter Steinmeier, haben vor Jahren mit den großen Energieversorgern den Ausstieg aus der Atomkraft vereinbart. Wir wollen keine Laufzeitenverlängerung von Atomkraftwerken! Und solange die Frage der Endlagerung nicht gelöst ist, birgt die Nutzung der Kernenergie einfach zu viele Gefahren, um sie endlos weiterlaufen zu lassen. Wenn nun ? nach dem Auftauchen von Papieren, dass das Endlager Gorleben nicht sicher sein könnte ? CDU-Politiker die Suche nach neuen Lagerungsorten einfordern, womöglich dann auch in Baden-Württemberg ? dann heißt das für mich ganz klar, dass diese Form der Energiegewinnung keine Zukunft haben darf.

Wir müssen setzen auf: Energieeinsparung, Energieeffizienz (wie viel hole ich aus der Energiemenge heraus ? durch moderne Technik, durch moderne Fabriken) und vor allem erneuerbare Energien. Deutschland ist jetzt schon mit führend bei Windkraft- und Solaranlagen, Erdwärme, Passivhäusern. Wer jetzt die Atomkraft verlängert, verhindert die Forschung in unseren Universitäten, in den Firmen auf diesen Gebieten. Das Gegenteil muss passieren, das wären auch viele neue Arbeitsplätze.

Herzliche Grüße,
Ute Vogt
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