Ute Koczy (GRÜNE)
Abgeordnete Bundestag

Grunddaten
Geburtstag
09.06.1961
Berufliche Qualifikation
Kulturwissenschaftlerin
Ausgeübte Tätigkeit
MdB
Wohnort
Lemgo
Wahlkreis
Lippe I
Ergebnis
6,7%
Landeslistenplatz
7, Nordrhein-Westfalen
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Frage zum Thema Internationales
21.02.2010
Von:

Liebe Frau Koczy,
als Unterstützer der Einführung der Finanztransaktionssteuer und als Pfarrer aus Ihrem Wahlbezirk frage ich Sie, welche konkreten nächsten Schritte zur tatsächlichen Einführung dieses sehr sinnvollen Instruments der Regelung der internationalen Finanzwirtschaft mit einer breiten Mehrheit im Bundestag begangen werden sollten?

Könnten Sie sich ggf. auch eine gemeinsame Abstimmung mit der CDU vorstellen, die sich Anfang Januar auf der Klausurtagung in Berlin ja auch dahingehend positiv geäußert hat.
Ich zitiere aus dem Beschluss des Bundesvorstands der CDU bei der Klausurtagung am 14./15. Jan. 2010 in Berlin

Auszug zum Thema ....Internationale Soziale Marktwirtschaft verankern.

Zitat aus dem Beschluss der CDU:
"Die Menschen erwarten zu Recht, dass die Lehren aus der internationalen Finanz- und Wirtschaftskrise in Wirtschaft und Politik, national und international in überzeugender Weise gezogen werden. Den Weg einer verbesserten Finanzmarktaufsicht, eines gestärkten Verbraucherschutzes im Bereich der Finanzmarktprodukte und klarer rechtlicher Vorgaben zur Marktregulierung werden wir konsequent fortsetzen. Einen Rückfall in alte Zeiten unzureichender Verantwortlichkeit darf es nicht geben. Die Verursacher der Finanzkrise dürfen nicht als Gewinner aus ihr hervorgehen. Dazu sind nicht zuletzt klare internationale Regelungen erforderlich. Wir wollen die Prinzipien der Sozialen Marktwirtschaft international durchsetzen.

Wir setzen uns für eine internationale Finanztransaktionssteuer ein. Eine solche weltweit eingeführte Steuer kann überbordende Spekulationen dämpfen und einen Beitrag leisten, die finanziellen Lasten der Krisenbewältigung in fairer Weise zu tragen.

Meine Frage: Wie könnten Sie als Opposition die Regierungspartei CDU/CSU darin unterstützen, das einzuführen, was auch andere Oppositionsparteien fordern, aber von der mitregierenden FDP bislang abgelehnt wird?
Was halten Sie von einem parteilübergreifenden Gruppenantrag im Bundestag?
Antwort von Ute Koczy
bisher keineEmpfehlungen
02.03.2010
Ute Koczy
Sehr geehrter Herr ,
ich bleibe zuversichtlich, dass man auch von außen und auch aus der Opposition heraus, die Einführung der Finanztransaktionssteuer vorantreiben kann. Aber es ist äußerst mühselig. Gerhard Schick, unser grüner Experte, den ich diesbezüglich gefragt habe, wies darauf hin, dass Schäuble nach internationalen Gesprächen gemeint hat: "Die Tobin-Steuer ist tot".

Außerdem ist es mitnichten so, dass nur die FDP gegen die Einführung einer solchen Steuer ist. Daran ändert auch ein Klausur-Beschluss des Bundesvorstandes der CDU wenig, obwohl dieser sehr hilfreich ist. Bei diesem Beschluss ist das Wort "weltweit" von Bedeutung: Denn eine wirklich weltweite Einführung wird es realistischer Weise nicht geben, sodass dieser Beschluss nicht viel wert ist.
Das spielt sicher auch für einen Gruppenantrag eine Rolle, denn alle, die sich bisher aus der Union dazu ausgesprochen haben, wollten die Steuer "weltweit". Das aber liegt uns zu weit in der Ferne, insofern dürfte es schwierig sein, alle unter einen Hut zu bekommen. Man könnte natürlich entsprechendes initiieren und dann die Reaktion der Unionsabgeordneten abwarten.

Sinnvoll wäre zunächst eine europäische Einführung, wie wir sie bereits in einem Antrag aus der letzten Legislaturperiode (Drucksache 16/12303) forderten.
Der nächste parlamentarische Schritt wird sein, eine öffentliche Anhörung im Finanzausschuss zu organisieren. Wir Grünen wollen, dass die Argumente auch für die Unionsfraktionen einleuchtender werden und letztlich alle überzeugen.

Im Prinzip spricht also von unserer Seite nichts gegen einen Gruppenantrag, aber im Augenblick kämen wir mit einem parteiübergreifenden Antrag nicht weit genug. Außerdem bin ich mir nicht sicher, ob ein Gruppenantrag ähnlich wie bei der Patientenverfügung auf einem ähnlichen Niveau ethischer Verhaltungsweisen eingestuft würde. Darüber zu diskutieren, wäre aber sicher lohnenswert.

Sie sehen, wir arbeiten daran.

Mit vielen Grüßen nach Bad Salzuflen-Schötmar
Ute Koczy
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Frage zum Thema Verlängerung Afghanistaneinsatz (ISAF)
02.03.2010
Von:

Liebe Frau Koczy,

Der Afghanistan-Krieg wurde unter einer Lüge 911 begonnen. Dort werden nur die Interessen einer Kriegsindustrie vertreten. Bezahlt wird mit den Steuern der Werktätigen und dem Leben der involvierten Soldaten.
Wer gegen den Krieg ist, der muss für eine erneute Untersuchung von 911 eintreten, gleichzeitig gegen alles stimmen, was den Krieg verlängert.
Die Staaatspleite könnte Verhindert werden, wenn die Tobinsteuer endlich erhoben wird.
Die Abgeordneten sind immer nur so gut wie das Volk der Wähler.
Warum setzt sich die SPD nicht für die TOBIN-STEUER ein? Warum nicht für eine erneute Untersuchung von 911?

Gruss
Antwort von Ute Koczy
bisher keineEmpfehlungen
15.03.2010
Ute Koczy
Lieber Herr Ruthenberg,

Ihre Frage richtet sich wohl eher an jemanden aus der SPD. Als grüne MdB bin ich nicht die richtige Adressatin.
Zu Tobin-Tax kann ich nur sagen, dass wir Grünen uns seit Jahren für innovative Finanzierungsinstrumente einsetzen. Dazu gehörte auch die Tobin-Tax, bzw. diese wurde ersetzt durch die Devisentransaktionssteuer, die einen etwas anderen Ansatz hat, aber ähnlich wirkungsvoll sein könnte.

Mit freundlichen Grüßen

Ute Koczy
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Frage zum Thema Internationales
20.06.2010
Von:

Sehr geehrte Frau Koczy,

laut folgendem SPON-Artikel:
www.spiegel.de
verzögert das Auswärtige Amt den Beschluss einer neuen Afrika-Strategie, um dessen Staaten nicht im Vorfeld der Entscheidung über einen dt. Uno-Sicherheitsratssitz durch politische Kritik zu verärgern. Dies wirft ein unangenehmes Schlaglicht, nicht nur auf den Rang humanitärer Ziele der Bundesregierung.

Beispiel Kenia:
www.spiegel.de
Dieser SPON-Artikel behandelt ein dort de facto verbotenes Buch über einen geflohenen Korruptionsfahnder, der Präsident Kibaki systematische Veruntreuung nach dortiger Tradition vorwirft.
www.bmz.de
Auf dieser BMZ-Seite hingegen heißt es über Kibakis Regierung: "Letztendlich gelang es der Regierung jedoch nicht, (...) Klientelismus und Korruption wirksam aufzulösen".

Beispiel Malawi:
www.spiegel.de
Dieser SPON-Artikel nimmt Bezug auf den Fall eines zwar begnadigten, aber dennoch zuvor wegen des dortigen Homosexualitätsverbots zu 14 Jahren Haft verurteilten Männerpaars.
www.bmz.de
Auf dieser BMZ-Seite hingegen heißt es über Malawi: "Die politischen Rahmenbedingungen (...) werden seit 1994 von einer Regierung gestaltet, die sich der Demokratie, den Menschenrechten (...) verpflichtet hat".

Ich bitte um Auskunft, inwiefern Ihre Bundestagsfraktion bzw. Sie als deren entwicklungspolitische Sprecherin sich diesbzgl. für Transparenz einsetzen möchten, damit kein Verdacht von Erpressbarkeit, Klüngelei und Kuhhandel mehr entstehen kann und dem Anspruch der Öffentlichkeit auf nicht tendenziöse Information genüge getan wird.

Mit freundlichen Grüßen

Antwort von Ute Koczy
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02.07.2010
Ute Koczy
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage!

Mir sind andere Gründe bekannt, warum es zu Verzögerungen beim Beschluss der neuen Afrika-Strategie kommt. Der von Ihnen laut Spiegel-Online zitierte Grund, dass es dabei um einen deutschen UNO-Sicherheitsratssitz geht, war mir bis zu diesem Artikel nicht als der Entscheidende bekannt. Leider kann ich diese Argumentation auch nicht bestätigen. Hinzu kommt, dass ich als Oppositionspolitikerin nicht nah genug an den Diskussionen dran bin, sondern die Entwicklung des Afrika-Strategie-Konzeptes nur von außen beobachte und begleite.

Ihre Frage zielt aber auch darauf ab, wie sehr wir Grünen uns für Transparenz und Offenlegung in Fragen von Korruption und Menschenrechtsverletzungen einsetzen. Ja, das sind für uns sehr entscheidende Punkte. Ich persönlich setze mich sehr dafür ein, denn die Beachtung der Menschenrechte ist eine Bedingung für effektive Entwicklungspolitik. Gleichzeitig ist Entwicklung selbst ein Weg zur Durchsetzung von Menschenrechten und Transparenz. Daher fordern wir Grünen ein, genau hinzuschauen, wie man von außen diese Ziele durchsetzen kann. Dies ist wichtig um sicherzustellen, dass diejenigen Gruppen und Organisationen unterstützt werden, die sich dem Kampf für mehr Gerechtigkeit widmen. Die von Ihnen genannten Beispiele aus Kenia und Malawi haben auch von uns eine große Aufmerksamkeit, doch aus viel zu vielen anderen Ländern kommen ähnliche Berichte. Ich kann in dieser Hinsicht auf die Anträge und Anfragen verweisen, die wir bislang eingebracht haben.

Viele Grüße

Ute Koczy MdB
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Frage zum Thema Umwelt
13.04.2011
Von:

Guten Tag Hr. Becker.

Heute will die Regierung ein Gesetz CCS (Verpressung von CO2) beraten und beschließen.

Ich fordere ein Verbot der unterirdischen Speicherung von CO2! Ich hoffe Sie auch.

Die Folgen sind unabsehbar. Egal welche finanziellen Vorteile dies den Konzernen in Bezug auf die CO2-Zertifikate bietet. Wir Menschen müssen irgendwann erkennen, dass wir Geld nicht essen können. Wir müssen erkennen, dass wir Menschen nur ein Teil dieser Welt sind.

Wie sagte ein Indianer über die Weißen:

erst wenn der letzte Baum gefällt ist, erst wenn der letzte Fluss vergiftet ist, erst wenn der letzte Fisch gefangen ist, erst dann wirst du merken, dass man Geld nicht essen kann


Selbst das Grundgesetz schreibt Ihnen als Bundestagsabgeordneter und uns Bürgern mehr als deutlich im §20a vor, wie wir mit unserer Natur und Umwelt umzugehen haben. Denken Sie jeden Tag daran, es ist Ihre Verpflichtung!

Fragen Sie Fachleute, die nicht Lobbyisten der Wirtschaft sind, wo die Problem bei der CO2 Verpressung und Lagerung liegen! Wir brauchen Investitionen in saubere Energie, nicht Fehlinvestitionen in Rohrkrepierern wie CCS!

Daher die konkrete Frage: wie werden Sie bei diesem Thema abstimmen?
Wie ist Ihre Einstellung dazu?


Viele Grüße

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Frage zum Thema Umwelt
13.04.2011
Von:

Guten Tag Fr. Koczy.

Heute will die Regierung ein Gesetz CCS (Verpressung von CO2) beraten und beschließen.

Ich fordere ein Verbot der unterirdischen Speicherung von CO2! Ich hoffe Sie auch.

Die Folgen sind unabsehbar. Egal welche finanziellen Vorteile dies den Konzernen in Bezug auf die CO2-Zertifikate bietet. Wir Menschen müssen irgendwann erkennen, dass wir Geld nicht essen können. Wir müssen erkennen, dass wir Menschen nur ein Teil dieser Welt sind.

Wie sagte ein Indianer über die Weißen:

erst wenn der letzte Baum gefällt ist, erst wenn der letzte Fluss vergiftet ist, erst wenn der letzte Fisch gefangen ist, erst dann wirst du merken, dass man Geld nicht essen kann


Selbst das Grundgesetz schreibt Ihnen als Bundestagsabgeordnete und uns Bürgern mehr als deutlich im §20a vor, wie wir mit unserer Natur und Umwelt umzugehen haben. Denken Sie jeden Tag daran, es ist Ihre Verpflichtung!

Fragen Sie Fachleute, die nicht Lobbyisten der Wirtschaft sind, wo die Problem bei der CO2 Verpressung und Lagerung liegen! Wir brauchen Investitionen in saubere Energie, nicht Fehlinvestitionen in Rohrkrepierern wie CCS!

Daher die konkrete Frage: wie werden Sie bei diesem Thema abstimmen?
Wie ist Ihre Einstellung dazu?


Viele Grüße
Antwort von Ute Koczy
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18.04.2011
Ute Koczy
Sehr geehrter Herr ,

vielen Dank für Ihre Frage vom 13.04.2011 auf der Internetseite www.abgeordnetenwatch.de bezüglich des Gesetzes zu Carbon Capture and Storage (CCS).

Ich teile Ihre Bedenken zur unterirdischen Abspeicherung von CO2 und bin ganz ihrer Meinung, dass wir in Deutschland stattdessen Investitionen in Erneuerbare Energien benötigen, um CO2 erst gar nicht abspeichern zu müssen. Ich habe daher, wie die gesamte Fraktion BÜNDNIS 90/DIE GRÜNEN, gegen das von der Bundesregierung eingebrachte Gesetz zur Verpressung von CO2 gestimmt.

Die Folgen der Technik sind, wie auch von Ihnen erwähnt, unabsehbar, die Technik ist mit Risiken behaftet, wie z.B. einer möglichen Grundwasserverunreinigung, Bergschäden oder einem CO2-Austritt. Diese werden im Gesetz der Bundesregierung nur sehr ungenügend berücksichtigt.

Zudem ist längst klar, dass CCS nicht die Antwort auf die drängende Frage nach einer zukunftsfähigen Energieversorgung ist. Statt öffentliche Gelder in die CCS-Technologie zu stecken, wären diese für den Ausbau Erneuerbarer Energien und der Energieeffizienz weitaus besser investiert.

Doch die Bundesregierung ist zwar rhetorisch für den Ausbau regenerativer Energietechnik, wenn es aber konkret wird, bleibt sie kleinlaut und fördert stattdessen großtechnische "Lösungen", wie die letztjährige Verlängerung der Laufzeiten für Atomkraftwerke und den jetzigen Versuch zur Förderung der CCS-Technologie.

Die Bundesregierung zeigt damit nochmals deutlich, dass sie weder die Interessen der Bürger vor Ort ernst nimmt, noch die Risiken für die Umwelt. Sie hat vorrangig die Belange der Großkonzerne im Blick, die für ihre Demonstrationsprojekte Genehmigungen benötigen, um von der Europäischen Union gefördert zu werden.

Ich lehne das Gesetz deshalb ab und hoffe, dass auch im Bundesrat der Widerstand gegen das Gesetz zu einer Ablehnung führt. Man kann nicht gegen den Willen der Menschen vor Ort Kohlekraftwerke errichten und das entstehende CO2 dann wieder im Boden verpressen.
Stattdessen muss man sich um nachhaltige und umweltverträgliche Lösungen einsetzen – ich werde dies weiterhin tun!

Mit freundlichen Grüßen,

Ute Koczy
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