Sehr geehrter Herr

,
vielen Dank für Ihre Anfrage.
Der Tod der Bauarbeiter im Nordosten Afghanistans ist ohne Zweifel erschreckend und für die betroffenen Familien sehr schmerzlich. Ich würde mir, wie wohl jeder Mensch, wünschen, dass militärische Einsätze grundsätzlich ohne Tote und Verletzte in der Zivilbevölkerung auskämen, mehr noch, ich würde mir sogar wünschen, dass wir solche Konfliktbewältigung grundsätzlich ohne militärische Einsätze schaffen würden, aber meine Wünsche sind leider noch weit von den Realitäten auf unserem Globus entfernt.
Nach allem, was mir bekannt bisher bekannt ist, waren keine Tornados an der Luftaufklärung vor diesem Vorfall beteiligt. Nach dem, was ich weiß, war sogar gerade das Problem, dass es keine vorherige Luftaufklärung gegeben hat oder können Sie sich ernsthaft vorstellen, dass die US-Armee wissentlich eine Straßenbaustelle bombardiert, die von den Amerikanern in Auftrag gegeben worden ist?
Warum ich den Verlängerungen der Afghanistan-Mandate, also auch dem Tornado-Einsatz zugestimmt habe, habe ich Ihnen bereits ausführlich dargelegt. Ihre Einschätzung über die Motive der US-Armee oder auch der US-Regierung teile ich nicht. Eine Vergleichbarkeit der militärischen Einsätze im Irak und in Afghanistan ist aus meiner Sicht keinesfalls gegeben, deshalb habe ich auch keinerlei Problem damit, mich jederzeit mit gutem Gewissen und stolz daran zu erinnern, dass Bundeskanzler Gerhard Schröder den Einsatz deutscher Truppen im Irak abgelehnt hat - mit vielen guten Gründen. Es war derselbe Bundeskanzler und die gleichen Parteien und Abgeordneten, die den Einsätzen der Bundeswehr in Afghanistan zugestimmt haben - mit vielen ebenso guten Gründen.
Was in sechs Jahren Einsatz in Afghanistan bereits erreicht worden ist und wo die Schwerpunkte in den nächsten Jahren liegen, können Sie an diesen beiden Stellen gerne nachlesen:
www.bundesregierung.de www.spdfraktion.de
Übrigens verfügen wir seit kurzem über erste Umfragen zur Präsenz ausländischer Truppen in Afghanistan. Bei aller Kritik sehen deutlich über 70% der Bevölkerung die Präsenz als Verbesserung der Chancen auf Sicherheit und Entwicklung an. Die Umfrage wurde durch kanadische Zeitungen in Auftrag gegeben, die zuvor kritisch über die kanadische Beteiligung berichtet hatten.
Mit freundlichen Grüßen

Kelber